Barytpapier klebt an der Trommel

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    • Barytpapier klebt an der Trommel

      Moin,

      ich habe heute meine 'neue' Trommelpresse von Kindermann ausprobiert. Matte Abzüge produziert sie ohne Probleme. Aber der Versuch mit Hochglanz zu trocknen schlug fehl: das Papier blieb an der Trommel kleben. Das Papier (ADOX MCC 100) war an den Stellen, die nicht geklebt haben, schön glänzend ohne Stippen oder matte Flecken.
      Die Umlaufgeschwindigkeit stand auf 3 Minuten, die Temperatur auf rot. Das ist nicht so hoch, wenn ich die Logik des Reglers richtig interpretiere.
      Was kann ich tun, um zu vermeiden, dass das Papier wieder an der Trommel kleben bleibt?

      Grüße
      Klaus
    • Re: Barytpapier klebt an der Trommel

      Hallo Klaus,

      wenn Deine Trockentrommel schon benutzt wurde, hast Du die Trockentemperatur zu hoch eingestellt. Dann schmiltzt die Gelatine und klebt an der verchromte Trommel. In diesem Fall die Maschine abkühlen lassen und das Papier ohne Werkzeug so weit wie möglich abreißen und dann die Reste mit einem Schwamm einweichen bis sie sich abrubbeln lassen. Vorsicht mit den Fingernägeln, auch die können Kratzer auf der Hochglanztrommel hinterlassen die sich sowohl im Hochglanz abbilden als auch wieder zum weiterem Ankleben führen.

      Neue Hochglanzfolien als auch -trommeln müssen erst einmal gereinigt werden um das beim Polieren verwendte Fett zu entfernen. Dazu werden sie erst einmal 5 Minuten in eine 2%ige Essigsäurelösung eingelegt bzw. mit einem ausgedrückten Schwamm eingeweicht, dann mit heißer Sodalösung gereinigt und anschließend mit sauberer Watte und Brennspiritus poliert. Bei den Trommeln möglichst so dass das Trockentuch nicht kontaminiert wird!

      Fabrikfrisches und ungehärtetes Barytpapier darf nur bei relativ niederer Temperatur auf einer beheizten Trockenpresse oder -trommel getrocknet werden. Ergibt aber den besten Hochglanz wenn die verchromte Hochglanzfolie ohne Kratzer und wirklich sauber ist. Schon das Fett von Fingerabdrücken kann dazu führen, dass nicht nur Flecken entstehen sondern dass Bild festklebt.

      Also erst bei niederer Temperatur mit einem Bild anfangen und nur wenn sich das Bild nicht ablöst die Temperatur ein wenig erhöhen. Der Aufand lohnt sich in jedem Fall, denn wenn die Gelatine erst einmal klebt braucht man viel viel mehr Zeit um die Maschine zu reinigen. Von der Gefahr die Chromschicht zu verkratzen ganz zu schweigen.

      Peter
      I'm not weird. I'm limited edition.
    • luxikon wrote:

      Moin,

      ich habe heute meine 'neue' Trommelpresse von Kindermann ausprobiert. Matte Abzüge produziert sie ohne Probleme. Aber der Versuch mit Hochglanz zu trocknen schlug fehl: das Papier blieb an der Trommel kleben. Das Papier (ADOX MCC 100) war an den Stellen, die nicht geklebt haben, schön glänzend ohne Stippen oder matte Flecken.
      Die Umlaufgeschwindigkeit stand auf 3 Minuten, die Temperatur auf rot. Das ist nicht so hoch, wenn ich die Logik des Reglers richtig interpretiere.
      Was kann ich tun, um zu vermeiden, dass das Papier wieder an der Trommel kleben bleibt?

      Grüße
      Klaus
      Hallo Klaus,
      es ist ja eine ganze Weile her, dass Du Deine Trommelpresse "neu" bekommen hast. Ich habe ebenfalls eine solche Presse und finde leider sehr wenig konkrete Information zum Gelingen von Hochglanz bei größeren Formaten. Der Glanz ist prima und die Bilder lösen sich gut ab. Bei größeren Formaten (>= 20x25 cm) ist der Rand allerdings immer sehr wellig und ich bekomme ihn auch nach längerem Pressen in Büchern nicht mehr glatt. Die Ränder "dehnen" sich scheinbar aus. In Foren wird gesagt, dass das passiert, wenn man zu heiß presst aber auch wenn man zu kalt presst. Ich verwende ILFORD Multograde FB Warmton.
      Kannst Du mir vielleicht von Deiner Erfahrung berichten?
      Grüße Andreas
    • Hallo luxikon.
      Die Abzüge bleiben auf der Trommel kleben:
      a) die Trommel ist nicht ganz sauber
      b) die Gelatine auf dem Papier muss gehärtet werden

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      a) wenn das Papier schon einmal auf der Trommel/Platte eingebrannt war wird das einfache reinigen nicht ausreichen. Die Platte muss du Polieren und danach am besten mit dem reinen Alkohol entfetten. Zum polieren einer Chromplatte oder Trommel verwende ich Autopolitur für neuwertigen Lack.

      b) der beste Härter für das Barytpapir ist eine Wasser Formaldehydlösung (Fish Pharma Formalin = 20 ml + 1000ml Wasser) 10 min das Papier baden und danach kannst die Fotos richtig backen lassen.
      Alternativ (A 400) Härter = (Aluminiumkaliumsulfat /Alaun 100 gr + 1000 ml Wasser)

      Damit das Papier danach auch plan liegt kannst es nach dem Härter in einer 10% Glyzerin Lösung 5-10 Minuten Baden und für den besseren Glanz kann man getrösst die Ochsengalle 1/200 - 1/400 als Netzmittel verwenden.

      PS:
      Das heutige FOMA Papier ohne zu härten ab 35 Grag bleibt immer auf der Trommel/Platte hängen
    • Hallo Klaus & geo,

      das Kleben ist nicht das Problem, dennoch danke für die Tips.

      Das Problem ist die Welligkeit am Rand bei großen Formaten. @geo: Was ist denn das größte Format (z.B. 40x50 cm), dass Du ohne Wellen am Rand mit Deiner Methode trocknen kannst? Ich bade die Bilder vor dem Trocknen in Tetenal Glanzol (ist, glaube ich, eine Glyzerinlösung); hat meiner Erfahrung nach keinen Effekt bezüglich der Welligkeit.

      Andreas
    • Hallo apa
      ich habe eine Büscher 50x60 Presse. Die 40x50 Abzüge auf Kartonpapier bei mir nach diesem Prozess sind fast wellen frei. Und wenn die ne Weile auf einer Plannfläche liegen sieht man so gut wie nichts.

      Ist das Spanntuch bei dir auch richtig stramm?

      Fällt mir noch gerade ein. Wie paradox das nicht klingt, aber für eine gute Planlage muss die das Gerät recht heiß sein.
    • Hallo geo,

      danke für die Tipps.

      Ich habe grade nochmal Fotos auf Hochglanz getrocknet und die Temperatur von 40–50 auf 70 °C hochgedreht. Ich hatte sehr niedrige Temperatur genommen, weil ich irgendwo gelesen hatte, dass bei Welligkeit die T zu hoch sei. Ich kann Dich bestätigen, es scheint bei 70 °C besser zu gehen. Ich habe die Bilder nach dem Hochglanztrocknen noch einmal zum "Bügeln" umgekehrt (mit der glänzenden Schichtseite zum Tuch hin) durchlaufen lassen. Das hat noch Biegung aus dem Papier genommen, ohne dass der Hochglanz irgendwie Schaden genommen hat.

      Grüße Andreas
    • Hallo geo,

      danke für die weiteren Tips. So ganz habe ich das Problem noch nicht im Griff. Die randliche Welligkeit ist praktisch weg; es bleibt aber noch ein kleineres "Durchschüsseln", dass sich beim Aufziehen sehr negativ auswirkt bzw. das Aufziehen aufgrund der Spannung ganz unmöglich macht. Das Verschwinden der Welligkeit führe ich auf die Erhöhung der Temperatur von 40-50 auf 70°C zurück; das ist schon mal gut. Ich werde die Temperatur noch einmal leicht erhöhen (75–80°C, Du hattest ja auch gesagt, dass Wärme die Welligkeit verringert) und sehen, ob das "Schüsseln" dann nicht auch noch weggeht. Ansonsten ist der Hochglanz praktisch perfekt und die Bilder lösen sich sehr gut von der Trommel.

      Grüße Andreas

      Zur Info: Die Presse ist eine Kindermann 480 U (siehe Bild). Das Tuch sieht oben etwas zerfranst aus. Das ist aber nur die Stelle, an der das Tuch zusammengenäht ist. Insgesamt ist das eine sehr schöne Maschine und ich komme damit bezüglich Hochglanz viel besser klar als mit einer von mir früher verwendeten flachen Pressen + Chromblech.

    • Hallo Andreas,
      so ein Apparat hatte ich mal auch, aber in fast 70 cm Breite. Das Spanntuch bei diesen Maschinen muß überall die gleiche Spannung haben und bei diesen Temperaturen recht stramm auf der Trommel liegen, auch die Walzen mal anschauen.
      Ich hatte schon weiter oben geschrieben; Glyzerin kann Wunder bewirken. Ich kenne das Tetenal Glanzol nicht und verwende keine Exoten, aber rein Beschreibung ist es ein Reines Netzmittel um Wasser von der Oberfläche abzuperlen. Glyzerin hat eine andere Wirkung, es macht das Papier samt der Gelatine geschmeidige, weniger holziger und ist am Ende nicht so starr.