Corona/ Vorweihnachts-Restaurationsprojekt Linhof Präzisionskamera

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    • Corona/ Vorweihnachts-Restaurationsprojekt Linhof Präzisionskamera

      Vor kurzem kam ich günstig an ne alte Balgenkamera, bei der ich gleich an Linhof dachte. Der frühere Besitzer hat anscheinend ganz kreativ ein anderes Rückteil angebracht, sprich angeklebt, supi. :D :D
      Nach meiner Recherche müsste es eine frühe Valentin Linhof Präzisionskamera München sein, sie hat noch ein dünnes Fokusrad rechts und ist natürlich prä-Technika.
      Müsste zwischen 1909-1914 gebaut sein, vllcht wissen die Linhof-Profis hier mehr.. ?(

      Eine nettes, kleines, kompaktes Ding , 6x9, und trotzdem was ganz besonderes, dreifacher Auszug, drehbares Rückteil, abklappbarer Laufboden, zurückkippbare Standarte, Seitwärtsshift.
      Sie hat praktisch die gleichen features wie ihre modernen Schwestern, das gleiche Prozedere beim Benutzen für Weitwinkel, innerer Laufboden bis zum Klick zurückschieben, Laufboden abklappen, Standarte kippen, zurückschieben, shift..


      bleibt gesund!

      Andreas

      The post was edited 2 times, last by eagleEye72 ().

    • mit dabei war noch ein Goertz Anastigmat Syntor 13,5 f6,3, könnte auch aus der Zeit der Kamera stammen, und ein Mono-Werk Magdeburg 105mm f6,3, beide mit Compound ( Zeiten stimmen nicht).

      Zustand der kamera ist ok, es funzt ja alles ausser dem Rückteil, aber dazu später..






      Balgen macht nach über 100 Jahren noch nen guten Eindruck, das is doch deutsche Wertarbeit :D , gleich neu fetten..






      der Laufboden, da die alte Farbe eh kaum noch vorhanden ist, werd ich die einfach ganz abschmirgeln bis auf die unterste Schiene, die bleibt schwarz.
      Die Details, sehr schön verarbeitet die Fokusschiene.. Ich hatte ja bereits ähnlich Kameras, wie die Feinak oder ne Perka, aber die hier is trotzdem besser, die haben an alles gedacht, toll.

      bleibt gesund!

      Andreas

      The post was edited 1 time, last by eagleEye72 ().

    • Jetzt das Rückteil, au weia..die unterste Ebene könnte aber ok sein, mal sehn, was die damals verbaut haben..aus feinem Holz wie ne Zeiss Ideal oder Voigtländer?

      erstmal den Scheiss runter hier..und was sieht man hier, unglaublich..der Vorbesitzer hat das mit zwei NÄGELN gemacht, das geht doch nicht.. ;(













      unter dem Holz war echt der originale Mattscheibenhalter aus Aluminium, sehr fein gearbeitet.
      Der Einschub sieht auch noch super aus, etwas korrodiert, klar, aber selbst der Samt sieht aus wie neu, witzig.


      bleibt gesund!

      Andreas
    • eagleEye72 wrote:

      unter dem Holz war echt der originale Mattscheibenhalter aus Aluminium, sehr fein gearbeitet.

      Der Einschub sieht auch noch super aus, etwas korrodiert, klar, aber selbst der Samt sieht aus wie neu, witzig.
      Apropos Aluminium: Besorge Dir mal konzentrierte Phosphorsäure (85 %ig) und behandle die Aluteile damit. Ich habe eine Technika III 5x7 gefangen (vor 1950), da sah die Platine eklig aus, vorher-nachher Bilder habe ich mal beigefügt.
      Phosphorsäure löst den Mist von der Oberfläche und bildet eine Schutzschicht aus Aluminiumphosphat AlPO4, die sich nicht weiter auflöst (jempfalz nicht, wenn man ein paar Minuten (15-30) bei Raumtemperatur behandelt).

      HTH & VG

      Andreas
    • eagleEye72 wrote:

      servus Andreas..
      Phosphorsäure? Autschn, wo kriegt man des, in der Apotheke? werd ich mal fragen..
      Gute Frage...
      Die Apotheke ist eine Möglichkeit, Du mußt dem Apotheker erklären, wofür Du das brauchst und mit der Menge nicht so gierig sein, also nicht gleich eine 2,5 L-Pulle... Auf diese Weise habe ich ein bißchen Salzsäure konz. und Salpetersäure konz. für Königswasser (will einen Spiegel neu machen) bekommen, allerdings kann ich auch sagen, daß ich Chemiker bin.

      Bitte auf *KEINEN FALL* einen Kalk-/Kloreiniger mit Ameisensäure (riecht stechend und "enthält organische Säuren" wenn nicht direkt Ameisensäure angegeben ist) verwenden, auch nicht für Stahl/Eisen u.a., die Metalle laufen braun/schwarz an und sehen dann widerlich aus!

      Letzte Möglichkeit: Schick es mir zur Behandlung.

      VG Andreas
    • ja, danke euch für die Tipps,macht wahrscheinlich aber schon Sinn, das abgeschliffene Aluminium reagiert schon nach einem Tag mit dem Sauerstoff, klar.

      Ich plane eh die grossen Flächen mit Leder neu zu bekleben, und da was zu finden was sich mit Kleber nicht auflöst is gar net so einfach. hab bei ebay den Kamerafuchs gefunden, aber da gibts nur Kunstleder bis 30cm, ich bräuchte da eher 45cm, so dass ich das Gehäuse in einem Stück schaffe..


      so, weiter gehts mit der Arbeit am Mattscheibenhalter, wirklich toll wie präzise das damals bearbeitet wurde.
      Musste alle Klebstoffreste entfernen aus jeder Ritze, und siehe da, in den kleinen Nut war innen sogar noch die originale Feder, die die Mattscheibe in der Mitte hält ( und so auch austauschbar ist).







      ich geh davon aus, dass die Mattscheibe deswegen die Dicke dieser Nut hatte ( 1,5 mm) und in der Mitte sass. So sitzt die Fokusebene aber etwas zu weit entfernt und ist anders als bei den Planfilmkassetten.

      links jetzt original wie vorgesehen, rechts wie vom bastelfreudigen Vorbesitzer, er hatte ein 3mm dickes Glas benutzt und is deswegen funktionabler. :D

      bleibt gesund!

      Andreas
    • der Ruheschlitten braucht auch etwas Zuwendung, die Standarte klemmt, sie ist sehr schwer herauszuziehen. Unter der Standartenschiene ist rechts ein dünnes Metallband, hmm.
      Es erhöht natürlich die Reibung, hab ich bei Voigtländer oder Zeiss noch nie gesehn...komm mir langsam vor wie ein Archäologe.. :D




      to-do Liste:

      - passendes Kameraleder finden
      - Gehäuse und Deckel bekleben
      - Rekonstruktion des Mattscheibenhalters mit Lichtschacht, Alternative einfach nackt lassen
      - Anfertigen der Messinghalter für Ledergriff
      - Anfertigen eines Ledergriffs
      - Anfertigen eines Platinenhalters/ -klips (?)
      - als Plus: Zubehör wie Newton-Finder oä
      bleibt gesund!

      Andreas

      The post was edited 2 times, last by eagleEye72 ().

    • Ohne den Laden persönlich zu kennen: Leder
      Du kannst aber auch sehen, dass Du so einen Laden in M findest. Ich hatte eigentlich einen gesucht, der bei mir in der Nähe ist, finde aber gerade die Adresse nicht... Aber wenn Du persönlich vorbeigehst findet sich oft passendes in der Wühlkiste.
      Ansonsten, für sehr dünnes Leder sind auch Buchbinder eine gute Anlaufstelle.
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Moin,

      zwar schon häufiger erwähnt; ich verstärke nur die Aussage: als Rostlöser verwende ich fast nur noch Cola light aus dem Discounter. Die Kohlensäure erleichtert den Austausch am Anfang, und ohne Zucker klebt das auch nicht so. Je nach Befall mehrfache Anwendung (ein oder mehrere Tage einlegen); zwischendrin immer gut abspülen und saubermachen. Günstig, einfach, schonend.

      Grüße,
      Christoph
      „When you change the way you look at things, the things you look at change.“— Max Planck
    • eagleEye72 wrote:

      Ich plane eh die grossen Flächen mit Leder neu zu bekleben, und da was zu finden was sich mit Kleber nicht auflöst is gar net so einfach. hab bei ebay den Kamerafuchs gefunden, aber da gibts nur Kunstleder bis 30cm, ich bräuchte da eher 45cm, so dass ich das Gehäuse in einem Stück schaffe..
      Schau mal bei Micro-Tools. Die haben zwar nur Kunstleder, aber viel interessanter ist der Kleber, da gibt es speziellen der auch Leder klebt. Leder bekommst du dann im „Lederfachhandel“. Es gibt in Übersee ein paar Anbieter die Kameraleder anbieten (aki-asahi oder cameraleather.com) aber die sind imho nur Interessant, weil es da fertig zugeschnittene Kits gibt. Die Meterware bekommst Du bestimmt auch hier. Nimm aber nichts was zu dick ist, das sieht immer verbastelt aus.
    • AndreasJB wrote:

      eagleEye72 wrote:

      servus Andreas..
      Phosphorsäure? Autschn, wo kriegt man des, in der Apotheke? werd ich mal fragen..

      Bitte auf *KEINEN FALL* einen Kalk-/Kloreiniger mit Ameisensäure (riecht stechend und "enthält organische Säuren" wenn nicht direkt Ameisensäure angegeben ist) verwenden, auch nicht für Stahl/Eisen u.a., die Metalle laufen braun/schwarz an und sehen dann widerlich aus!

      Ich hatte einen Lackbeizer für lackierte Aluteile, die ich dann auf Hochglanz polierte; Ameisensäure war ein wesentlicher Bestandteil, widerlich wurde da aber nichts.


      eagleEye72 wrote:

      Unter der Standartenschiene ist rechts ein dünnes Metallband, hmm.

      Alu auf Alu bremst, ja frißt sogar; da wird gerne eine weitere Metallkomponente als Lauffläche verwendet, könnte ich mir hier auch vorstellen.
      Auch zum Ausgleichen von eingelaufenem Spiel ist dünnes Metallband machbar..
    • Shen Hao wrote:

      AndreasJB wrote:

      Bitte auf *KEINEN FALL* einen Kalk-/Kloreiniger mit Ameisensäure (riecht stechend und "enthält organische Säuren" wenn nicht direkt Ameisensäure angegeben ist) verwenden, auch nicht für Stahl/Eisen u.a., die Metalle laufen braun/schwarz an und sehen dann widerlich aus!
      Ich hatte einen Lackbeizer für lackierte Aluteile, die ich dann auf Hochglanz polierte; Ameisensäure war ein wesentlicher Bestandteil, widerlich wurde da aber nichts.
      Eben, Lackbeizer, nicht Reiniger, die Rezeptur ist eine andere. Ameisensäure ist ein starkes Reduktionsmittel (quasi flüssiger Wasserstoff mit CO2) und gerade Eisenteile werden dann braun/schwarz. Kannst Du mal Poligrat gucken, was man alles machen kann, wenn die Rezeptur stimmt.

      VG Andreas
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      so, nachdem endlich mal das Kameraleder angekommen is gings heut weiter..recht dünnes Kunstleder, der Pattex-ähnliche Klebstoff wird beidseitig auf Kamera und Leder aufgetragen und dann aufgeklebt.
      Man muss schon relativ fix arbeiten, da er in ein paar Min anzieht, obwohl das Leder noch bisschen ziehbar ist..gar nicht so einfach, weil das Stück sich doch gerollt hat .
      naja, perfekt is anders aber das passt ja eh besser zu ' vintage look'. :D


      auf dem zweiten Bild sieht man die rückseitigen Einschubschienen für die Kassetten, da musste das Leder 3d-mässig um die Ecke geklebt werden und dann auf Kante.. X/




      dann der Mattscheibenhalter, der wurde auch auf der Rückseite beklebt, den sieht an ja auch von hinten.






      mal sehn, vllcht konstuier ich da hinten noch einen Lichtschacht mit Aufklappdeckel druff, die schönsten hatten ja Zeiss Ikons/ Ideal, mit seitlichen 'Aufstellern'..
      würde schon Sinn machen bei so nem kleinen 6x9-Format. 8)


      morgen mach ich dann die Halter des Griffes fertig und evtll schon den Lederriemen..
      die neuere Version gefällt mir besser als die erste, alles runder wie beim Original..





      sind dann noch zwei passende alte 10,5 Tessare eingeflattert, ein rim-set Compur und ein älterer.

      bleibt gesund!

      Andreas