Verschlechtert sich die Schärfe durch Scheimpflug und Swing?

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    • Verschlechtert sich die Schärfe durch Scheimpflug und Swing?

      Hallo,

      Kann es sein, dass sich die Schärfe duch das Scheimpflugen oder Swingen verschlechtert? Bei meinem Leitz Epis 3,5/325 ist das so, oder ich bin einfach zu blöd.

      An den Rändern ist die Schärfe bei 9x12 ohnehin nicht so top, aber das finde ich noch okay, weil es ja ein Projektionsobjektiv ist, was vielleicht ja dafür gedacht ist, dass ein kleinerer Bildkreis genutzt wird, keine Ahnung, stört mich aber auch nicht.
      Was mich aber stört, ist, dass ich unverstellt im mittleren Bildbereich ein schöne Schärfe habe, wenn ich dann aber scheimpfluge oder swinge, wird es deutlich unschärfer, was auf der Mattscheibe und auch auf dem fertigen Bild zu sehen ist. Mir ist natürlich klar, dass ich beim Vestellen nachfokussieren muss, aber trotzdem wird es nicht mehr richtig knackscharf. Ist das normal und bei absoluten Topoptiken mit Apo und allen drum und dran auch so?

      Viele Grüße
      Schwarzuweißseher
    • 325mm ist ja an 9x12cm schon eine recht lange BW, was wiederum bei Nahaufnahmen eine größere Distanz Objektiv-Motivebene verlangt, und andererseits nach ordentlichem Zerren an der Standarte schreit.

      In welchem Maßstab hast Du aufgenommen, wieviel Grad hast Du getiltet, und was hast Du fokussiert >> welche Blende kam zum Einsatz?
      Oder anders gefragt, wie groß ist die Auszugsdifferenz zwischen Deinen max. Schärfepunkten?

      Ich glaub, da steckt dann auch die Antwort auf Deine Frage drin ..
    • Das ist mir bei einer Landschaftsaufnahme in zwanzig Metern Entfernung schon genau so gegangen wie bei einem Ausschnitt eines Baumes in vielleicht fünf Metern Entfernung oder im Nahbereich bei zwei, drei Metern Entfernung. Blende war immer 3,5. Das Epis kann man nicht abblenden, es ist ein Projektionsobjektiv. Und immer so ab ca. 10 Grad Verstellung, egal ob Scheimpflug oder Swing. Verwacklunsunschärfe kann es nicht sein, weil sich das schon auf der Mattscheibe zeigt.
    • Bei derart langer Brennweite wandert der (ohnehin knappe) Bildkreis des Objektivs schon bei geringem Scheimpflugen weit aus der Mitte des Bildes. Da hilft nur das Verschwenken der Bildebene statt der Objektivebene; dabei bleibt das Bild immer im Zentrum des Bildkreises. Allerdings handelst Du Dir dann perspektivische Verzerrungen ein. Da muss man dann die jeweiligen Nachteile abwägen...
      "Mehr Licht!" (angeblich die letzten Worte des berühmten hessischen Dichters J.W.Goethe)

      The post was edited 1 time, last by Hugo ().

    • Schwarzweißseher wrote:

      Blende war immer 3,5. Das Epis kann man nicht abblenden, es ist ein Projektionsobjektiv.
      Jo.
      Und wie soll man da aus der gekippten Schärfeebene einen sinnvollen Schärfekeil generieren?


      Hugo wrote:

      Bei derart langer Brennweite wandert der (ohnehin knappe) Bildkreis des Objektivs schon bei geringem Scheimpflugen weit aus der Mitte des Bildes.Da hilft nur das Verschwenken der Bildebene...Allerdings handelst Du Dir dann perspektivische Verzerrungen ein...

      Da wiederum hilft die indirekte Verstellung, mit Shift, und Ent-Zerrung.

      The post was edited 1 time, last by Shen Hao ().

    • Schwarzweißseher wrote:

      Das ist mir bei einer Landschaftsaufnahme in zwanzig Metern Entfernung schon genau so gegangen wie bei einem Ausschnitt eines Baumes in vielleicht fünf Metern Entfernung oder im Nahbereich bei zwei, drei Metern Entfernung. Blende war immer 3,5. Das Epis kann man nicht abblenden, es ist ein Projektionsobjektiv. Und immer so ab ca. 10 Grad Verstellung, egal ob Scheimpflug oder Swing. Verwacklunsunschärfe kann es nicht sein, weil sich das schon auf der Mattscheibe zeigt.
      Wenn Du die Objektivstandarte neigst (oder schwenkst), trifft die optische Achse nicht mehr auf den Mittelpunkt des gewählten Bildausschnitts. Um das zu beheben, sollte man die im Lot befindliche Bildstandarte entsprechend verändern. Bei einer Neigung der Objektivstandarte nach vorne müsste in diesem Fall die Rückstandarte entsprechend angehoben und abschließend die Kamera um diesen Betrag abgesenkt werden, um den Bildausschnitt wieder herzustellen.
    • Es ist schon mehrfach gesagt oder gemeint worden ...
      Jedes Objektiv ist nur in der optischen Mittelachse am schärfsten. Nur in der Normalstellung der Kamera ist diese auch der Mittelpunkt der Mattscheibe. Sobald das Objektiv verschwenkt wird,
      wandert auch der Punkt der maximalen Schärfe vom Mittelpunkt der Mattscheibe in Richtung der Verschwenkung ab, also zum Rand der Mattscheibe oder gar darüber hinaus.
      Also ist deine/Schwarzweissseher Beobachtung völlig normal/korrekt und wird auch bei Super-Linsen mit Riesenbildkreis im Prinzip nicht anders, höchstens weniger merkbar sein.
      Das ist keine "Fehlbedienung", sondern einfach etwas, was es mit Kameras mit feststehenem Objektiv nicht gibt, man aber bei Verstellkameras wissen und berücksichtigeen sollte.

      Gruss
      Rainer
    • Ein paar Gedanken von mir zum Thema:
      1.) Dass sich beim Verschwenken der Frontstandarte die Bildmitte verlagert, behebt man durch entsprechenden "rise" oder "fall" der Standarten, d.h. der optimale Schärfebereich des Objektivs bleibt weiterhin an derselben Stelle.
      Das kann also nicht die Ursache sein.
      2.) Ein optimaler Punkt hat eine Fläche von Null mm² und wäre somit zwar optimal scharf aber gleichzeitig unsichtbar. Daraus folgt, dass ein sichtbarer Punkt zwangsläufig eine Fläche haben muss. Wenn nun während der Aufnahme beide Standarten parallel stehen, ergibt sich bei gewissenhafter Fokussierung ein Punkt mit optimaler Schärfe, aber eben auch einer Fläche (sonst könnte man ihn ja nicht sehen). Wenn ich nun die Standarten gegeneinander kippe, trifft diese optimal fokussierte Punktfläche nicht mehr rechtwinklig auf den Film, sondern schräg, und damit wird die klitzekleine Kreisfläche zu einem Oval gedehnt, und somit geringfügig unschärfer. Daraus folgt, dass ein Tilt immer zu einer Verringerung der Schärfe führt.
      Klingt für mich recht überzeugend...
    • Na gut, dann musst Du halt die ganze Kamera verschwenken, bis der Kopf von Onkel Erwin wieder in der Bildmitte ist.

      Nachtrag: Aber du hast recht, wird mir gerade klar, dann zeigt die Objektivmitte nicht mehr auf die Bildmitte. Dadurch gewinnt der Aspekt der Randunschärfe wieder an Boden...hmmhhhhh.....Aber meine Kreis/Oval-Überlegung ist damit noch nicht völlig aus dem Rennen, oder?
    • Schwarzweißseher wrote:

      Würde Abblenden reichen, wenn es denn ginge?

      Wir reden noch über die eingangs erwähnten Schärfeprobleme beim Scheimpflügen?


      Scheimpflug:
      Ob ein Abblenden reichen würde, liegt an der Lage des Schärfekeils, an der Größe des Keiles nach oben und unten entlang der Schärfeebene, bzw auch am Abstand zum Motiv und somit der Länge des Keiles.

      Ja, Abblenden verbessert die Schärfe durch Aufspreizen des Keiles, aber das Motiv muß auch in den Schärfekeil hineinpassen.
      Bei Blende 3,5 gibts halt noch keinen Keil, also Schärfe oben/unten, sondern Schärfe vorn/hinten entlang einer Ebene mit vorgewählten Lagepunkten.
      Abblenden vergrößert dann den Winkel des Keiles, also den Bereich der Schärfe.


      Bila Sukari wrote:

      Wenn ich nun die Standarten gegeneinander kippe, trifft diese optimal fokussierte Punktfläche nicht mehr rechtwinklig auf den Film, sondern schräg, und damit wird die klitzekleine Kreisfläche zu einem Oval gedehnt, und somit geringfügig unschärfer.

      Das schrieb mal ein Ami in einer Abhandlung, mir wurde das jedoch zu theoretisch-komplex.
      Ich kann daher mangels Durchlesen nichts wiedergeben, hege aber 2 stille Hoffnungen:
      1) daß daß Oval nicht irgendwohin, sondern auch ein wenig entlang meiner Schärfeebene fällt, und
      2) daß ich das Aas mit einer oder zwei Blende zu ohnehin wieder scharf kriege

      WSt wrote:

      Schwarzweißseher wrote:

      Würde Abblenden reichen, wenn es denn ginge?
      Der Bildkreis würde zunehmen, die Beugung aber auch. Ich würde mir dann das Ergebnis bei einer Abblendung um etwa 2 Stufen genauer ansehen.

      Er wäre dann bei ca f/6, was etliche Optiken noch nicht mal, oder grad eben so, als Anfangsöffnung bieten - da sähe ich weit und breit noch keine Beugungsprobleme.
    • Ok.
      Anheimgestellte Beugungserscheinungen dann.
      Sehe ich ebenfalls nicht, bei einem Blendendurchmesser von vielleicht 7-8cm.


      Schwarzweißseher wrote:

      ..zwanzig Metern Entfernung.. fünf Metern Entfernung.. zwei, drei Metern Entfernung. .. immer so ab ca. 10 Grad Verstellung,

      Hierüber könnte man noch mal nachdenken.

      Oder hier:

      Schwarzweißseher wrote:

      Verwacklunsunschärfe kann es nicht sein, weil sich das schon auf der Mattscheibe zeigt.