Schatten auf Zone IV : Interessantes Barnbaum Video

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    • Schatten auf Zone IV : Interessantes Barnbaum Video

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      Hallo,
      habe ein interessantes Video von Bruce Barnbaum gefunden :

      Der Erläuterung hat schon was für sich und wenn ich mir seine Bilder so anschaue, würde ich sagen der Mann weis von was er spricht....
      VG Alex
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      Nun ja, für mich ist das Interessanteste an diesem Video, wie Barnbaum die Begriffe "tone" und "texture" vorgeblich unterscheidet und dann doch wieder in einen Topf wirft.
      Dazu konkret meine alternative Betrachtung:
      Die Belichtung, die bei N-Entwicklung eine Dichte von log 0,1 über fbf erzeugt, kennzeichnet die Grenzlinie von Zone 0 zu Zone 1 und dient u.a. zur Findung der praktischen Empfindlichkeit DIN/ASA und somit zur Einstellung meines Belichtungsmessers. Von dort aus in log 0,3-Belichtungsschritten ergeben sich die weiteren Zonengrenzen. Auf jeder dieser Grenzlinien befindet sich genau eine "tone"-Dichte. Eine "texture" ergibt sich naturgemäß aus unterschiedlichen "tones". Die gesamte Zone 3 erstreckt sich also von der Grenze 2=>3 bis zur Grenze 3=>4 und enthält eine Vielzahl von "tones". Wenn ich nun aber meinen Belichtungsmesser auf Zone 3 einstelle, dann stelle ich ihn nicht auf einen log 0,3-breiten Belichtungsbereich ein, sondern genau auf die Grenze 2=>3. Eine "texture" erhalte ich dadurch, dass neben den auf Zone 3 gelegten Schatten Bildelemente existieren, die sich in der Helligkeit, also im "tone" davon unterscheiden. Um die gewünschte "texture" zu erhalten, brauche ich also nicht wie Barnbaum die Schatten auf Zone 4 zu legen, sondern stattdessen einen echten Schatten messen, der auf der Grenzlinie 2=>3 liegt.
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      Bila Sukari wrote:

      Die gesamte Zone 3 erstreckt sich also von der Grenze 2=>3 bis zur Grenze 3=>4 und enthält eine Vielzahl von "tones".

      Nach meinem Kenntnisstand enthält die "Zone III" exakt einen - und zwar einen klar definierten - Tonwert.
      Muß sie auch haben, sonst kippt das ganze Modell.

      Die Gegenprobe:
      Ein Stufen-Graukeil ist kein Gleitgrau-Keil, damit ließe sich auch schwer messen.

      Mr. B. erklärt das von Dir Geschilderte auch zum Schluß, wo Er den "Unterschied zwischen Photographie und der Sensitometrie" anspricht.

      Mit anderen Worten:
      Zone III ist Zone III ist Zone III.


      Bila Sukari wrote:

      Um die gewünschte "texture" zu erhalten, brauche ich also nicht wie Barnbaum die Schatten auf Zone 4 zu legen, sondern stattdessen einen echten Schatten messen, der auf der Grenzlinie 2=>3 liegt.

      Ich will jetzt nicht unsportlich wirken, aber dessen verkomplizierende und m.E. eher wenig Neues sagende Lehre halte ich ohnehin für eine dieser zahlreichen Rad-neu-Erfindungen.

      Dennoch halte ich die Anhebung der Schatten auf IV aus diversen Gründen schon für sinnvoll, zumal das exakte Messen eines "echten " Schattens ja auch eine echte Krux sein kann :)
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      Man kann es auch klar und deutlich, wie z.B. ein gewisser Mr. Ansel Adams, formulieren:
      "... you should find that any texture and detail on the surface photographed is clearly visible in the Value IV and III prints." (Ansel Adams, The Negative, 21. Auflage 1999, Seite 52)
      Wenn Mr. B. also in Zone III diese Detailzeichnung vermisst, dann hat er ganz einfach seine Hausaufgaben nicht gemacht!
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      Für alle, die nicht ganz so gut der englischen Sprache mächtig sind, (ich gehöre auch dazu) hat der Herr Bruce Barnbaum in "Die Kunst der Fotografie" diese (seine) Art der Belichtung auch auf deutsch beschrieben. . .

      Lesenswert allemal, man muss es ja nicht so machen, es gibt ja auch noch andere Herangehensweisen.

      p.s.: Ich kriege eine Provision für diesen Buchtipp.
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      Shen Hao wrote:

      Nach meinem Kenntnisstand enthält die "Zone III" exakt einen - und zwar einen klar definierten - Tonwert.
      Muß sie auch haben, sonst kippt das ganze Modell.
      Um hier die Büchse der Pandora noch ein wenig weiter zu öffnen: Mr. B. (den ich in diesem Punkt wohl ähnlich hoch schätze wie Du) beschreibt ja in seiner "Art of Photography", wie er Lavabrocken auf Hawaii in die Zone 3½ einordnet, was sagste denn dazu???
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      Bila Sukari wrote:

      Shen Hao wrote:

      Nach meinem Kenntnisstand enthält die "Zone III" exakt einen - und zwar einen klar definierten - Tonwert.
      Muß sie auch haben, sonst kippt das ganze Modell.
      Um hier die Büchse der Pandora noch ein wenig weiter zu öffnen: Mr. B. (den ich in diesem Punkt wohl ähnlich hoch schätze wie Du) beschreibt ja in seiner "Art of Photography", wie er Lavabrocken auf Hawaii in die Zone 3½ einordnet, was sagste denn dazu???
      man lernt ja im Leben nicht aus. Es muss nur ein passender Lehrer her.
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      Bila Sukari wrote:

      wie er Lavabrocken auf Hawaii in die Zone 3½ einordnet,was sagste denn dazu???

      Nichts. Auch kenne ich die Brocken nicht..

      Doch, ich sag noch was dazu:

      Wer sich zum Thema "Wie belichte ich meinen Film" gerne 20 Bücher ins Regal steht, sollte sicher auch einen Barnbaum dort stehen haben.

      Ich selbst hatte wohl Glück - ich habe vor 30 Jahren einen noch 30 Jahre älteren Adams zu meiner ersten GF-Kamera dazubekommen, gelesen,verstanden, und das Ganze auch gleich mal mit der damaligen Mentor praktisch umgerubelt und eine schwarze Vase vor einer weißen Strukturtapete in die mir genehmen Zonen drapiert.
      Fand ich als damaliger Farbdiaknipser ohne tieferes Verständnis vom Verhalten meines Filmes sehr beeindruckend, und wesentlich mehr als Adams und die 10 Zonen brauchte ich im Prinzip auch nicht bis heute.
      Oder etwas bildhafter umschrieben: Wenn mein Auto statt seinen 5 Gängen nun plötzlich ein Getriebe mit 20 kurzübersetzten Gängen hätte, würde es kaum schneller fahren :)

      Initial auf dem Weg zum etwas besseren Bild zündeten dann bei mir noch "Way beyond Monochrome", sowie Steve Sherman's Wissen, welches Er mir über die Jahre bröckchenweise anreichte, und das, obwohl dessen Negative kaum so aussehen, als ob man die jemals zu Papier bringen könnte, und obwohl Er gar nicht nach dem ZS arbeitet.
      Idealerweise fügten sich die jeweiligen Aussagen zu einem gemeinsamen Bild, welches dann bei mir "einrastete".

      Auch Steve schiebt übrigens die reichlicher belichteten Schatten teils wieder zurück, aber das hat deutlich andere als vom Herrn Barnbaum genannte Gründe und ist etwas komplexer.

      The post was edited 1 time, last by Shen Hao ().

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      Bila Sukari wrote:

      Mr. B. (den ich in diesem Punkt wohl ähnlich hoch schätze wie Du)
      Hier möchte ich doch mal benenen, daß ich keine Vorbehalte gegen den Mann oder Seine Leistungen habe.
      Er macht definitiv bessere Bilder als ich, und verdient damit auch was, das respektiere ich.
      Ich mag es für mich lediglich nicht leiden, wenn mit viel "selbsterfundenem" Bow-Wow letztlich doch nur mit alten Zöppen gearbeitet wird, oder wenn Dinge unnötig verkompliziert werden, was aber stets mein Eindruck war.
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      Für mich stellt sich da eine andere Frage. Wie soll genau die 35% Schwärzung auf dem Träger (betrifft eigentlich das komplette System) von einem Laien ermittelt werden, wenn kein passendes Messgerät vorhanden ist? Visuell und nach Gefühl passt irgendwie nicht zu genau.

      Ehlich gesagt wenn es um das Zonen System geht plagt mich immer ein Gedanke;
      „du brauchst dringen einen Densitometer (am besten zwei), sonnst wirst nie im Leben ein gutes Foto schaffen“.
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      geo wrote:

      Wie soll genau die 35% Schwärzung auf dem Träger (betrifft eigentlich das komplette System) von einem Laien ermittelt werden, wenn kein passendes Messgerät vorhanden ist?
      wie? ganz einfach: indem man ein passendes messgerät anschafft! densitometer kosten heutzutage einen lächerlichen betrag im vergleich zu früher.

      geo wrote:

      „du brauchst dringen einen Densitometer (am besten zwei), sonnst wirst nie im Leben ein gutes Foto schaffen“.
      diese sorge ist unbegründet. man kann auch ohne zonensystem und densitometer gute fotos schaffen. allerdings sorgen ein sachgemäßer und kenntnisreicher umgang mit dieser technik dafür, dass du wesentlich seltener darauf angewiesen sein wirst, einfach nur ZUFÄLLIG die richtige (korrekter gesagt: gewünschte! im sinne von prävisualisierte) "belichtungszeit-blenden-entwicklungszeit"-kombination finden zu müssen.
      dislikes? wenn es dir in deiner kleinen welt weiterhilft...
      likes? lieber nicht. unnötig.
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      renros wrote:

      geo wrote:

      Wie soll genau die 35% Schwärzung auf dem Träger (betrifft eigentlich das komplette System) von einem Laien ermittelt werden, wenn kein passendes Messgerät vorhanden ist?
      wie? ganz einfach: indem man ein passendes messgerät anschafft! densitometer kosten heutzutage einen lächerlichen betrag im vergleich zu früher.

      geo wrote:

      „du brauchst dringen einen Densitometer (am besten zwei), sonnst wirst nie im Leben ein gutes Foto schaffen“.
      diese sorge ist unbegründet. man kann auch ohne zonensystem und densitometer gute fotos schaffen. allerdings sorgen ein sachgemäßer und kenntnisreicher umgang mit dieser technik dafür, dass du wesentlich seltener darauf angewiesen sein wirst, einfach nur ZUFÄLLIG die richtige (korrekter gesagt: gewünschte! im sinne von prävisualisierte) "belichtungszeit-blenden-entwicklungszeit"-kombination finden zu müssen.
      Dan plagt mich mein Gewissen nicht umsonst. Im Durchsichtbereich habe 3 oder 4 (langsam verliere ich da den Überblick) jetzt brauche ich wahrscheinlich die gleiche Menge an den aufsicht Densitometer.
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      Die Meßgeräte sind Komfort, aber nicht zwingend nötig.

      Wer fotografiert und in der Duka steht, hat ggf. auch schon Einiges beisammen, daß man zweckentfremden kann: Meßsonden, z.B. für die Mattscheibe oder fürs Papier.
      Ein Taschenrechner für die Logarithmen, das reicht für den Anfang :)


      renros wrote:

      man kann auch ohne zonensystem und densitometer gute fotos schaffen.

      Ohne Zweifel reicht selbst die alte Formel "belichte auf die Schatten,...".
      Nichts anderes steht ja hinter dem ZS, welches eben noch präzisiert.
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      Shen Hao wrote:

      Die Meßgeräte sind Komfort, aber nicht zwingend nötig.

      Wer fotografiert und in der Duka steht, hat ggf. auch schon Einiges beisammen, daß man zweckentfremden kann: Meßsonden, z.B. für die Mattscheibe oder fürs Papier.
      Ein Taschenrechner für die Logarithmen, das reicht für den Anfang :)


      renros wrote:

      man kann auch ohne zonensystem und densitometer gute fotos schaffen.
      Ohne Zweifel reicht selbst die alte Formel "belichte auf die Schatten,...".
      Nichts anderes steht ja hinter dem ZS, welches eben noch präzisiert.
      das ist schon ein gutes Zeichen das Hoffnung macht. Denn wenn ich so manch eine Zonen System "Bibel" in die Hand nemme, habe immer das Gefühl das es von einem Densitometer Hersteller geschrieben ist.