Wer vergrößert mit einem 8x10" Vergrößerer?

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    • Wer vergrößert mit einem 8x10" Vergrößerer?

      Liebe Großformatler;

      an dieser Stelle gehe ich ganz einfach mal in medias res - und möchte fragen, wer von Euch mit einem 8x10" Vergrößerer selbst vergrößert, weshalb, auf welche Bildformate und mit welchen Erfahrungen; also eine Frage in Richtung "Butcher Clyde", dem legendären Amerikaner in den Everglades von Florida.

      Ergänzen möchte ich, dass mich meine Begeisterung für Photographie seit sechs JAhren zu einer Crown Graphic, 4x5 und einer Sinar F-2, 13x18cm und die für mich einzigartige Möglichkeit, mit einem Laborator 138 vergrößern zu können, geführt hat. - Damit vergrößere ich Bildformate bis 20x28" aus den 13x18cm / 5x7" Negativen.

      Vielen Dank für Euer Interesse!
      Jan-Peter
    • Hallo Jan-Peter,

      eigentlich müsste ich deine Frage für mich verneinen.

      Ich benutze, jetzt fast nur noch die Säule eines Chromega D mit 2 selbstgebauten austauschbaren Aufsätzen.

      Der eine geht von > 6x9 bis 13x18 mit den Latico-Kondensorlinsen,der andere Aufsatz ist ein Diffusor mit LED-Lampe und geht von >13x18 bis 8x10".

      Wenn du diese Riesenvergrößerungen, wie Clyde sie macht, erreichen willst, brauchst du eine sehr hohe und große Duka oder du vergrößerst horizontal, was die Sache auch nicht leichter macht.

      Mit einem 4x5"-Negativ erreiche ich bei mir die größte ausgeleuchtete Fläche. Bei 8x10 komme ich gerade so an den Faktor 5 in der Länge heran.
      Das ist natürlich von den verwendeten Objektiven abhängig.
      Da bin ich noch auf der Suche nach einer Alternative.

      Da ich fast ausschließlich in schwarz/weiß fotografiere, macht für mich ein Kamerasystem nur Sinn, wenn ich das Negativ auch vergrößern kann. . .
      Also musste ich mir etwas einfallen lassen.

      Schönes Restwochenende noch

      Viele Grüße
      Ralf
    • Hallo, Jan Peter,

      schön mal wieder von Dir zu hören :)

      Holy Clyde zeigte ja in Seinen Videos, welche Herausforderungen bei "murals" auf den Laboranten zukommen.

      Wenn Du Glück hast, triffst Du hierzulande noch auf einen alten Hasen; aufgelassene Kinosäle waren bei Profis für Großvergrößerungen, Werbung zumeist, beliebte Objekte, um Ihren Aufgaben gerecht werden zu können.
      Dafür gab es einst Papierrollen in Sondergrößen, hab aber vergessen wie breit.

      Selbst hab ich mit Großvergrößerungen über 60x70cm noch keine Erfahrungen; ich stagniere momentan und bekomme keinen Raum um meinen 30x40cm Vergrößerer gebaut.

      Viele Grüße,
      Ritchie
    • Hallo,

      es gibt noch einige Leute, die auch gelegentlich hier im Forum sind, und die auch 8x10" vergrößern. Und das Vertikal und horizontal. Ich selbst habe hier in Zeitz einen 8x10" Homrich vertikal mit Computersteuerung sowie einen Homrich HVA250 (horizontal) mit Ansaugwand in einem dafür eigentlich zu kleinen Labor. Mein Freund Bernd hat in seinem Labor in Gera auch einen HVA 250 sowie einige VA 250 (Vertikal). Unser Freund und Kollege Ingo hat in Löbau einen 8x10" HK horizontal (englisches Fabrikat, wurde seinerzeit von PSL vertrieben), Andreas in Erfurt hat mindestens einen Horizontalen Homrich von Bernd bekommen. Felix H. Gross in Karlsruhe hatte (?) in den umgebauten Räumen einer ehemaligen Tischlerei mindestens 3 horizontale 8x10"-Vergrößerer. Es gibt also noch einige dieser Geräte.

      VG Thomas
      Der Fotograf zum Maler: Geiles Bild - mit welchem Pinsel gemalt?
    • Ich habe mir vor über 10 Jahren einen Traum erfüllt! Über die elektronische Bucht habe ich einen Homrich 8x10 (eigentlich 10x10) erstanden. An meinem Arbeitsplatz war eine Kammer frei, ich konnte das Ungetüm aufstellen. Erstes Vergrößern: tolles Feeling! Vom Format her spielt man in der Liga Ansel und Clyde! Eine Dukasession dauert 5 Stunden, nachher hat man einen schönen 50x60 cm Abzug und min. 10 Blätter im Abfalleimer. Daneben je 10 L Entwickler, Stopbad und Fixierer, die entsorgt werden müssen.
      Aber wann hat man schon 5 Stunden Zeit, wenn man neben dem Beruf auch noch Familie, Ehefrau, Freunde und andere Interessen ernst nehmen möchte? Wann hat man vorher die Zeit, die 8x10 Kamera auszuführen, etliche Negative zu entwickeln (ich habe ca. jedes 10. Negativ vergrößert). Und auch die Nacharbeit ist nicht zu vergessen: Aufziehen auf 70x80 cm Museumskarton (mit dem Bügeleisen), rahmen , ja und wo eigentlich aufhängen und präsentieren? Ich nenne ja kein Schloss mein eigen - und auch keinen Loft.
      Und dann wurde dar Gebäude, in dem mein Büro ist, umgebaut - dar Homrich musste raus. Im Haus meines Vaters fand er Unterkunft, wurde in einem ehemaligen Badezimmer einer ehemaligen Einliegerwohnung aufgestellt (ideale Bedingungen!).... und da stand er nun 5 Jahre. In der Duka im eigenen Haus wurde 6x6 (Hasselblad), 6x7 (Shen Hao TFC) und 4x5 (Sinar) ausgearbeitet. Überschaubares Format, überschaubarer Zeitaufwand, überschaubare Kosten....
      Und so wurde der Homrich verkauft, mit der 8x10 Kamera mache ich Kontakte, eine Dekade ist zu Ende!
      Alles in Ordnung! Und manchmal frage ich mich, ob ich nicht den Käufer anrufen sollte und fragen, ob ich nicht für einen Nachmittag seine Duka mieten dürfte. Wieder einmal das Ansel & Clyde Feeling.....
      8x10 ist großartig - aber auch aufwändig!
      Und so bleibe ich bei 4x5! Und denke nach, ob ich nicht eine LED-Lichtquelle für die Kamera bauen sollte, damit man zumindest ab und zu......
    • Berthold Seidl wrote:

      Eine Dukasession dauert 5 Stunden, nachher hat man einen schönen 50x60 cm Abzug und min. 10 Blätter im Abfalleimer. Daneben je 10 L Entwickler, Stopbad und Fixierer, die entsorgt werden müssen.
      Ich verstehe überhaupt nicht, warum der Zeitaufwand für das Vergößern von der Negativgröße abhängig sein soll (Wenn man den erhöhten Putzaufwand bei den Gläsern für das größere Negativ mal abzieht). Dabei ist 50x60cm noch eine recht bequeme Größe, die in der Schale entwickelt weden kann.
    • Vielen Dank,

      für Eure Antworten und Beiträge, die auch so vielseitig und verschieden sind! - Spontan fällt mir folgender Vergleich ein: Wenn meine "kleine" Graflex 4x5 einem üblichem VW-Golf entspricht, denn die Sinar F-2, 13x18cm einem FIAT SPrinter, 3,5 to.; eine 8x10" KAmera dürfte dann wohl einem 40-Tonner entsprechen - und soi auch hinsichtlich der Vergrößerer - ??

      Was mich bei Berthold erstaunt hat, ist seine "ratio" zwischen belichteten und vergrößerten Planfilmen - und - auch Vergrößerungen. Ich würde vermutlich "aufhören" - oder "dazu lernen" und die "ratio" verbessern.

      Auch erstaunt mich Thomas eigene Aufzählung und so vieler seiner Bekannter, für die ein 8x10" Vergrößerer beinahe Vergrößerungsalltag darzustellen scheint!?


      Meine kleine Rollei 35 wäre dann einem "matchbox-car" oder Siku-Modellen vergleichbar.


      Allen vielen Dank!!
      Jan-Peter
    • Diesch wrote:

      Ich verstehe überhaupt nicht, warum der Zeitaufwand für das Vergößern von der Negativgröße abhängig sein soll
      War er halt bei mir! Es hat einfach länger gedauert, 30 l Chemie vorzubereiten und wieder zu entsorgen. Das mit dem Putzen (Glasnegativbühne, incl. Negativ 6 Flächen) ist ja schon erwähnt worden. 50x60 Papier mit Magnetleisten festmachen, selbst das Einstellen des Homrich ist zeitaufwändiger (bis 4x5 macht man das im "Handumdrehen", der Homrich fährt mit Motoren, Langsamkeit = Genauigkeit).
      Worauf ich hinaus will: 8x10-Photographie ist (für mich) sehr emotional besetzt. Wenn man das will, soll man es machen. Aber es kann auch sein, dass man es ausprobiert und dann nicht mehr weiterverfolgt.
    • Das geht aber doch ganz schön ins Geld...
      Wenn ich das mal spontan überschlage, käme ich da auf Basis dieser Zahlen zu Beträgen zwischen 150,-- und 200,-- Euro pro Duka-Sitzung.
      Bei mir (4x5-Amateurliga) komme ich zwar auch auf mehrere Stunden pro Sitzung, komme mit Chemie (ca. je 1.8 Liter Adotol, Stopbad, Fixierer im Nova-Tank, hält alles viele Wochen), Ilford FB Classic 24x30, HP5+ (1 - 4 Blätter pro Ausflug, daraus dann evtl. 1 "guter" Abzug zuzügl. Probeschnipsel und 2-3 Probesabzüge) aber kostenmäßig erheblich günstiger davon.
    • Hallo Bila,

      da ist deine Rechnung zu heftig.

      Nimm deine kompletten Aufwändungen für ein ordentlichen Abzug (z.B. in 24x30) und mit 8x10 machst du vielleicht 50x60.
      Dann vielleicht so gerechnet:

      4-fache Fläche = 4- fache Kosten + vielleicht 30% wegen etwas mehr Probeschnipsel (aus Angst u. Perfektionismus).

      Die Anschaffung der Gerätschaften sind dabei nicht berücksichtigt, das was man echt braucht ist sowieso für jeden anders und z.T. philosophisch.
      Auch die Zeit ist nicht beachtet.

      Ich glaube keiner benutzt 30 l Chemie um einen Abzug zu machen. Auch bei mir halten die Bäder viele Wochen.

      Und Stück für Stück und mit Fantasie findet man auch ungewöhnliche Lösungen, die aber zu einem passen.

      Gruß
      Ralf
    • Berthold Seidl wrote:

      je 10 L Entwickler, Stopbad und Fixierer, die entsorgt werden müssen
      Größere Papierblätter bis 50x60cm entwickleich in der Jobo-Trommel. Da braucht man sehr viel weniger Entwickler und auch der mechanische Ablauf ist weniger kritisch, denn man bekommt beim Wechel des Papiers zwischen den Schalen leicht mal einen Knick ins Papier. Der geht dann nicht wieder raus.
    • Diesch wrote:

      Berthold Seidl wrote:

      je 10 L Entwickler, Stopbad und Fixierer, die entsorgt werden müssen
      Größere Papierblätter bis 50x60cm entwickleich in der Jobo-Trommel. Da braucht man sehr viel weniger Entwickler und auch der mechanische Ablauf ist weniger kritisch, denn man bekommt beim Wechel des Papiers zwischen den Schalen leicht mal einen Knick ins Papier. Der geht dann nicht wieder raus.
      Dann geht aber nur PE, soweit ich weiß. Es wäre ein Traum, wenn das mit Baryt auch ginge...
    • Diesch wrote:

      Berthold Seidl wrote:

      je 10 L Entwickler, Stopbad und Fixierer, die entsorgt werden müssen
      Größere Papierblätter bis 50x60cm entwickleich in der Jobo-Trommel. Da braucht man sehr viel weniger Entwickler und auch der mechanische Ablauf ist weniger kritisch, denn man bekommt beim Wechel des Papiers zwischen den Schalen leicht mal einen Knick ins Papier. Der geht dann nicht wieder raus.
      Hallo Dieter,

      Wie ist denn die Entwicklungszeit ggü. der Schale? Und muss ich noch irgendwas Grundsätzliches beachten?

      Ich bin da letzens erst wieder drauf gestoßen. Und 40x50 macht in meiner Duka nicht so viel Spaß, weil ich nicht wirklich Platz für die großen Schalen habe. Aber ich habe eine CPE und jede Menge Dosenverlängerungen.

      Gruss Sven.
    • Ich verwende ebenfalls die Jobo 3063, manuell auf einem Jobo Rollenbock; alles völlig problemlos mit Baryt bei kleinstem Platzbedarf. 300 ml Chemie bei 50 x 60 und nur 250 ml bei 40 x 60 (KB - Negativ). Entwicklungszeit 3 min. Raumtemperatur 20 - 22 Grad.