Olympiastadion, Berlin - Wetplate

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    • Olympiastadion, Berlin - Wetplate

      Hi alle,

      nachdem ich das letzte Mal schon die funktionierende Dunkelkammer fürs Auto gezeigt habe, habe ich nach weiteren Modifikationen (Regale, Trockenplatz und Dichtungen) nun ein Motiv gewählt, welches ich schon länger einfachen wollte.

      Chamonix 4x5", Plaubel Rapid-Weitwinkel Orthar 9cm @ f 38, 12s. (stark komprimiert fürs Web)


      Chamonix 4x5", Lancaster Landscape Lens @ f 40, 6s. (stark komprimiert fürs Web)



      Hier noch ein paar "Behind the Scenes" Bildchen


      Schönes Wochenende euch,
      euer Max
    • Servus,

      sehr imposante Aufnahmen. Kann mich nur nicht ganz entscheiden, welches mir davon besser gefällt.
      Ohne jetzt ein zu großes Fass aufmachen zu wollen oder dich in eine bestimmte Ecke drängen zu wollen, kommt da bei mir so ein leichter "Triumph des Willens"-Vibe bzw. die olympischen Spiele '36 durch. Da trägt natürlich die Kombination von Motiv und Aufnahmemedium entscheidend dazu bei.

      Gruß
      Mario
      35 ist kleiner als 67
      67 ist kleiner als 45
      ?????

      mariocuradosulo.com/
    • Ich schließe mich @mec an: Warum muss das so nach Leni Riefensthal aussehen? Ich hätte zeitgemäßere Bildwinkel mit modernen Details gewählt. Das wäre – verbunden mit der alten Technik – doch ein viel interessanteres Projekt. Ich bin sowieso der Ansicht, dass man die heutigen Wetplate Potraits nur mit modernen Accessoires machen sollte (Smartphone in der Hand, Knopf im Ohr, Coronamaske FFP3 im Gesicht, u.s.w.).
      Nicht missverstehen: Tolle Sache und schöne Bilder!

      Gruß, Sharif
    • Sharif wrote:

      Ich hätte zeitgemäßere Bildwinkel mit modernen Details gewählt.
      Was wären da "zeitgemäßere Bildwinkel"? Bekommt man (diese) Architektur, die zum einen sehr markant, aber halt andererseits "vorbelastet" und mit diversen Assoziationen behaftet ist, wirklich durch Perspektive/Bildwinkel so dargestellt, dass zum einen die Architektur noch erkennbar ist, zum anderen die negativen Assoziationen nicht mehr greifen? Auf Nassplatte?
    • Danke für euer Lob und euren Zuspruch. Das war schon ein langer Weg für mich, die Qualität endlich auf den Platten zu haben - so ganz ohne FFP3 Maske, die brauche ich um die Rohchemie zu mischen).

      Ich denke mal, die Diskussion um vorbelastete Architektur, Bildwinklel etc. richtig führen zu können, muss vorher wirklich viel gelesen werden. Und immerhin wird jedes Jahr (dieses vielleicht nicht) das Pokalfinale ausgetragen, letztes Jahr war die Leichtathletik WM in Berlin und somit gibt es viele Veranstaltungen, die das Gebäude entmystifizieren.
      Vielmehr finde ich es doch interessant, in wiefern kontrastreiche Bilder mit einer älteren Aufnahmetechnik bei diesen Gebäuden eine Zeitreise ansteuern, im Jahr 2020.
      Gestern war ich am Mäusebunker - da gibts auch sofort Assoziationen.
    • Sharif wrote:

      ...Ich bin sowieso der Ansicht, dass man die heutigen Wetplate Potraits nur mit modernen Accessoires machen sollte ...
      Warum?

      VG
      Holger

      P.S. Riefenstahl lässt sich nicht nur reflexartig auf ihre NS-Nähe reduzieren; Mick Jagger oder David Bowie u.a. wären da einer eigenen Meinung - hat sich mal jemand die Werke aus dem Sudan angeschaut?
      Sie konnte es einfach... handwerklich!
      In den beiden gezeigten Bildern kann ich die Bilderwucht genannter Frau nicht wirklich erkennen...im Ansatz vielleicht noch beim ersten Bild...

      P.P.S. Weiteres erspare ich dem Administrator/Moderator....ich mag eine sofortige Politisierung von Bildern halt nicht...wohl ein Ergebnis der Sozialisierung...
      Diverse Dresdner Kameras und einige dazugehörige Objektive aus Jena und Görlitz

      The post was edited 2 times, last by DD_Ihagee ().

    • Erstens gefallen mir die unvolkommenen Ränder, daß ist ja das was die Wetplate ausmacht. Die Bilder sind für diese Chemotechnik einfach Klasse.
      Übrigens, Die Leni, die braune, sie hatte privat mit Leica, also KB Format fotografiert. Womit sie die Propaganda Bilder geschossen hat entzieht sich zum Großteil meiner Kenntnis. Es war sicherlich das beste was das "Tausendjährige Reich" zu bieten hatte aber bestimmt kein Wetplate. Übrigens vor drei Jahren wurde ihr Nachlass versteigert. Die leere Paapschachtel ihrer Leica hatte alleine schon so um die 500 Ocken gebracht. Es gibt also immer noch Bewunderer Ihrer Kunst die auch bereit sind viel Geld für ihre Memorabila auszugeben
      Joachim
    • DD_Ihagee wrote:

      Mick Jagger oder David Bowie u.a. wären da einer eigenen Meinung - hat sich mal jemand die Werke aus dem Sudan angeschaut?
      Sie konnte es einfach... handwerklich!
      Ob Mick Jagger und David Bowie als Kronzeugen taugen, kann ich nicht beurteilen. Die Sudanbilder kenne ich; die waren in diversen, sogar fotospezifischen Gazetten zu sehen. "... handwerklich" trifft es. Die Bilder sind auf ihre Weise großartig. Aber ich hatte schon damals leichte Beklemmungen. Es kam mir immer so ein bisschen vor wie eine - schon sehr gut gemachte - Zurschaustellung exotischer Objekte.

      Das war und ist aber wirklich ausschließlich mein Empfinden, und es ist weder böse gemeint noch als Schmähung gedacht.
      Al é bun sciöch' al é ...
    • Das Interessante ist ja nun, das jeder das Gefühl von Nazi-Ästhetik (ich spreche das Wort, dass hier jeder zu vermeiden sucht mal aus) vor allem bei dem ersten Bild entwickelt. Und sei es auch nur in Form eines unbestimmten Unwohlseins. Wenn man es jedoch genau betrachtet, ist es das genaue Gegenteil. Es ist das, was man sich heutzutage als Nazi-Ästhetik vorstellen würde. Seht euch die dunklen Schatten an. Seht euch an wie das Gebäude scheinbar sagt: "Ich bin böse!".

      Auf einem Olympiaprospekt aus dem Jahr 1936 wäre hell und glorreich abgebildet worden und mit einer zeitgenössisch modernen Technik. Wetplate war damals schon Vergangenheit.

      Ich könnte mir Bild gut als ein Buchcover für einen Roman von Christophe Grangé vorstellen.

      Mit Leni Riefenstahl siehts genauso aus, da gibt es heute weitaus "schlimmere" Bilder.

      Gruss Sven.
    • hppruefer wrote:

      Ob Mick Jagger und David Bowie als Kronzeugen taugen, kann ich nicht beurteilen. Die Sudanbilder kenne ich; die waren in diversen, sogar fotospezifischen Gazetten zu sehen. "... handwerklich" trifft es. Die Bilder sind auf ihre Weise großartig. Aber ich hatte schon damals leichte Beklemmungen. Es kam mir immer so ein bisschen vor wie eine - schon sehr gut gemachte - Zurschaustellung exotischer Objekte.
      Ich halte die beiden zumindest nicht einer NS-Ideologie nahestehend. Nicht mehr und nicht weniger.

      Aus dem Olympiastadion wie auch den allermeisten anderen Großbauten dieser Zeit wird nie etwas Lebensbejahendes sondern zeigen bis in die heutigen Tage den Zeitgeist bei ihrer Errichtung: einschüchternd, überdimensioniert, streng, vielfach auch verachtend.

      Die hier gezeigten Aufnahmen zeigen dies schon aufgrund der Wahl des Aufnahmematerials sehr deutlich schon aufgrund der Menschenleere.
      Was ist da jetzt aber zu schlußfolgern? Solche Bauten dürfen niemals mit niedrigempfindlichen Material und auch noch in SW aufgenommen und gezeigt werden ohne sich einer Nähe der Propaganda von 33-45 verdächtig zu machen?
      Wenn schon, dann wenigstens graffitiverschmiert oder mit Scootern oder Skateboardfahrern im Hauptfokus?
      Das ist mir zumindest ein wenig viel Pawlow.

      Zur Zurschaustellung von Exotik - da finde ich die allermeiste Bildliteratur bis in die 1960/70er Jahre...nun...nicht wirklich herausragend.

      VG
      Holger
      Diverse Dresdner Kameras und einige dazugehörige Objektive aus Jena und Görlitz
    • DD_Ihagee wrote:

      Ich halte die beiden zumindest nicht einer NS-Ideologie nahestehend. Nicht mehr und nicht weniger.
      Auf eine solche Idee wäre nicht mal ich gekommen! Im Ernst!

      Pawlow spielt da eine untergeordnete Rolle; es gibt einfach Formen der Ästhetik, die mir fremd sind. Heroisch - hier definitiv nazifrei gemeint - ist einfach nicht mein Ding. Und selbstverständlich darf man derartige Bauten, die auch z.B. in Italien zu finden sind, mit sämtlichen verfügbaren Medien wiedergeben. Das ist kein Problem. Nennen wir es historisierend. Ob das ästhetisch befriedigend ist, für wen auch immer, ist eine ganz andere Frage.
      Al é bun sciöch' al é ...
    • Es geht hier um Fotografie und um Kunst, nicht um Politik oder die Braune Vergangenheit und deren Bewältigung. In der Fotografie so wie in jeder darstellenden Kunst gibt es eben verchiedene Themenbereiche. Dazu gehört auch die Darstellung von Morbidität , Tod, Chaos, verheerende Naturgewalten oder auch die Darstellung des absolut Bösen oder der Spuren die das Böse hinterlassen hat.
      Um es mal deutlich zu sagen. Vor ein paar Jahren hat es im Olympiastadion die Internationalen Jüdischen Wettkämpfe gegeben. Gut so ! das ist in Tritt in die braune Fratze gewesen. Lange Zeit war das Geburtshaus von Adolf Schickelgruber (genannt Hitler) in Braunau am Inn, ein Heim für geistig Behinderte gewesen. auch gut so. Die Umwidmung solcher Bauwerke ist die Arbeit von Verbänden und von verantwortlichen Politikern. Unser Feld ist die Fotografie und somit die Darstellung ALLER Bereiche und ihrer Facetten
      Grüße Joachim
    • Die beiden Bilder gefallen mir persönlich sehr gut!

      Warum hier einige Zeitgenossen beginnen diese Bilder zu politisieren ist mir unverständlich.

      Vermutlich ist es der Bau an sich, der hier einige gestrige auf den Plan ruft. Das der dann auch noch
      bildhaft „40er Jahre-mäßig“ interpretiert wurde muß nicht zwangsläufig ein ideologisches
      Statement beinhalten. Das dies alles dann auch noch in Brauntönen daher kommt, verlangt ist
      von manchen vermutlich ein wenig zu viel Toleranz. Schade.
      Klar hat eben dieses Olympiastation eine betrübliche Geschichte hinter sich, doch die ist 75 Jahre her.
      So könnte man sich auch darum eine etwas andere Sicht der Photographie zu eigen machen.

      Nebenbei ist mir besagte Leni Riefenstahl eher von ihren Portraits in Erinnerung.
      Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.