Nagaoka / Tachihara - ist es für mich sinnvoll?

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    • Nagaoka / Tachihara - ist es für mich sinnvoll?

      Hallo liebe Mitforenten,

      ein bisschen was habe ich zu den beiden Kameras gefunden, aber so richtig umfassend ist nichts (in Deutsch und Englisch). Zu meiner Wista hätte ich gern noch eine kleine leichte Ergänzung für längere Touren und so bin ich auf die japanischen Holzkameras gestoßen. Da bei mir bislang jegliche Optik auf linhofartigen Platinen hockt, wäre also das schon einmal ein Grund zur Auswahl. Hin und wieder lese ich etwas von "frickeliger" oder "instabiler" Handhabung dieser Kameramodelle. Könnt Ihr das bestätigen bzw. inwieweit lässt sich das bestätigen?
      Was mich auch lockt, sind die (in Japan) doch recht günstigen Gebrauchtpreise - das käme mir sehr gelegen. Ich brauche nicht viele Verstellmöglichkeiten, vor allem wenn die Rückstandarte nicht viel kann, ist das nicht schlimm - dafür hätte ich dann ja noch die Wista oder eine alte Linhof Color, mit denen ich sonst sehr glücklich bin obwohl sie auch nicht alles können. Oder gibt es gar einen Geheimtipp von Euch, wonach ich auch schauen könnte?

      Geplante Negativgröße ist Unterforengemäß 4x5.

      Habt Dank für Eure Antworten
      René
    • du würdest den landrover defender gern zuhause lassen und den 1970er r4 mitnehmen, weil der weniger verbraucht und sich besser einparken lässt.

      du sparst gegenüber der wista 1kg. dafür schlägst du dich mit einer kamera rum, die du nicht kennst. die wackelt und schlottert. die kein graflok hat. mit zweifelhaftem balgen, den du nicht wechseln kannst. holz verzieht sich.

      kannst du nicht woanders 1kg reduzieren? einfacherer stativkopf, statt einstelltuch von 800g (meines, ungelogen!) die fleeceweste in schwarz mitnehmen, statt des 90er superangulons ein leichtes 110er oder 125er fujinon, überhaupt: nur 1 objektiv benutzen, dafür aber richtig und in der wista lassen, was mit den vogelhäuschen aus holz eben nicht geht? grafmatics statt kassetten? nur 6 kassetten statt 10 usw, oder nur 3 ... auf die fototasche verzichten zugunsten eines großen wildlederfleckens (fensterleder).

      es gibt für das geld auch tolle mammut-bergrucksäcke, da spart man gleich 1-5 kg gewicht, je nach vorhandenem vergleichsmodell. es gibt auch ultraleichte schlafsäcke, kocher, flaschen, zelte usw., aber das ist dann speziell für das übernachten draußen interessant.

      ich würde bei der metallkamera bleiben. die kennst du. die ist kompakter. der kannst du vertrauen.

      geheimtipp: linhof kardan color. hat ein zerlegbares bankrohr, kann viel mehr als die technika, insbesondere von 65mm bis 400mm.

      ps. eine zweitwista 45n ist in japan günstiger als die genannten holzkameras! und zwar beträchtlich.

      pps. hast du noch das teilbare bankrohr zur kardan color?

      The post was edited 3 times, last by lohi ().

    • Hallo Lohi,

      danke für die Denkanstöße. Du hast ja Recht, an Stabilität ist die Wista sicherlich kaum zu überbieten. Derzeit fotografiere ich sowieso nur mit Objektiven zwischen 135-180 mm , davon reicht dann eh eins - so gigantisch ist der Unterschied ja nicht. Ich muss wohl, wie so oft, in mich gehen.

      Das Bankrohr habe ich nun nicht mehr, es reist bereits anderweitig durch die Welt.

      Liebe Grüße
      René
    • 135 und 180 ist doch DIE geniale kombi!

      das 180er ist ein normalobjektiv, das ein wenig drumrum ausblendet und das bild zweidimensionaler macht.

      das 135er ist ein normalobjektiv, das etwas mehr integriert und plastischer macht.

      gruss
    • Ich kann Lohi nur zustimmen. Das Gewicht der Kamera ist im Gesamtkontext fast zu vernachlässigen. Da ist mir die stabilere Kamera aber deutlich wichtiger. Wenn ich mal in LF fotografiere (wenn ich das mal mache ...... :S ) dann überlege ich mir auch immer, ob ich alles mitschleifen muss oder ob es nicht auch einfacher geht. Und dann nehme ich häufig nur das 150er Symmar mit, die Linhof Technikardan, eines der beiden Stative und entscheide mich dann noch ob ich 4x5 oder 6x9 machen will. Fertig.

      Ich hatte früher die Walker Titan 4x5 - tolles Werkzeug - wackelt wie die Hölle, wenn man nicht sämtliche Schrauben angezogen hatte. Und wenn dann alles angezogen ist, hat sich bestimmt die Schärfe wieder verstellt. Das hat mich genervt, dass kann ich keinem erzählen. So habe ich dann die extra als eine der letzten 10 Kameras für mich gebaute NEUE Kamera wieder zurück gegeben und mir die uralte Technikardan gekauft - und siehe da, damit bin ich viel glücklicher. Weil die einfach super präzise ist und da nix wackelt, schlabbert oder sonst wie nervt.

      Aber wie immer: das sind just my two cents - und nichts generelles.

      Lieben Gruß
      Klemens
      Man(n) ist nie zu alt was neues zu lernen.
    • RZahl wrote:

      Zu meiner Wista hätte ich gern noch eine kleine leichte Ergänzung für längere Touren


      Und an diesem Aspekt sollte man nicht vorbeiquatschen.
      Längere Touren mit unnötigem Gewicht machen wenig Spaß.
      Folgerichtig suchst Du also nach einer geeigneten Kamera, und da ist es denn halt so, daß man ein paar Abstriche machen muß.

      Ich hatte sogar auch auf kürzere Touren (Rad) keine große Lust mehr, weil mir mein Gedöns zu schwer wurde, und bin dann mit einer recht neuwertigen Shen Hao (HZX), gut 2 Kg, sehr glücklich, und vor Allem wieder aktiver geworden.

      Die Shen Hao konnte alles was ich brauchte, lag mir fantastisch in der Hand, und sah auch noch schnuckelig aus.
      Da sie auch noch nicht ausgeleiert war, gabs für mich auch keine Abstriche.
      Diese Punkte sind natürlich subjektiv geschildert.

      Gehen mußte sie, weil ich 13x18 vermißt hatte, "mein" Format.
      Da hatte ich ja als Erstkamera mal eine massige Mentor, aber die wog um die 5Kg, machte mir draußen also nicht so den Spaß.

      Ich kann heute mit einer 100 Jahre alten 13x18cm Reisekamera Spaß haben, auch wenns da etwas schlabbert.
      Das kann ich aber nach und nach verbessern.

      Ein Bekannter hatte sich vor einiger Zeit eine Tachi gekauft, und tatsächlich ist Seine auch etwas labberig, was er aber ebenfalls zu Seiner Zufriedenheit nachkorrigierte.

      Wie gesagt - manchmal ist das Gewicht fürs Fotografieren wichtiger als eine schwere Toptechnik, so zumindest meine Erfahrungen.

      VG,
      Ritchie
    • Niemand quatscht hier nirgendwo vorbei, sondern wir kommen im Gegenteil zum Kern des Problems.

      Schaut mal da: largeformatphotography.info/mono-field.html - Da vergleicht einer eine Horseman LE Studiokamera mit einer Horseman 45HD. Die Gewichtersparnis liegt bei 19%. Obwohl die 45HD nur halb soviel wiegt wie die LE. Warum? Weil man noch anderes Geraffel mitnimmt, das man so oder so braucht, meint man.

      Sodann vgl. man dies: thalmann.com/largeformat/lightwei.htm - das kennt sicherlich ein Jeder von uns schon auswendig. Und recht hat der Mann. Es muss weder das 65er sein, noch das 400er Tele. Wer G-Clarone oder Apo-Ronare oder das hervorragende Fujinon A statt Symmaren, Sironaren, Nikkoren nimmt, spart jeweils auch die Hälfte ein, hat dafür 1 Blende weniger. Dafür baut man eine Fresnellinse ein, gibt's für wenig Geld: ebay.ch/itm/Fresnel-Acrylic-Fo…c4e72b:g:jT4AAOSwI59aJvE3

      - Ich laufe viel durch die Gegend. Sei es in Flussauen, in den Alpen, mit und ohne Schneeschuhe, mit und ohne Hütten- oder Biwakgeraffel und Verpflegung samt Küche. Ich nehme eher die 3kg Metallkamera mit dem 2-3kg Gitzo mit als die Intrepid, spare dafür aber woanders ein. Ich ziehe ja auch lieber die Meindl Perfekt an als die Trekkingsandale, weil ich mit den Bergschuhen weiter und sicherer vorankmme als mit den Schönstehern. Auf gutes Material kann man sich verlassen, das Objektiv ist im Gehäuse geschützt, wenn alles umfällt, ist nicht alles kaputt. Nichts ist so schwer wie Schrott, dessen Funktion verloren ging und dessen Überreste man mit nach Hause nehmen muss. Deshalb benutze ich auch keine China-Carbon-Stative.

      Gewicht lässt sich sehr gut woanders einsparen. Wer heißen Tee will, nimmt sich eine Blechdose und einen Brenner mit, wiegt 73g, braucht 4 Minuten für 1l Wasser - eine Edelstahlthermoskanne mit 1l Flüssigkeit wiegt 1,5kg ... transa.ch/p/msr-pocketrocket-2-121818-001001/

      Gerade Transa bietet Ausrüstung mit geringem Gewicht an. Die optimieren das für die zahlreichen Bahnfahrer in der Schweiz, die mit dem Generalabonnement wöchentlich outdoor gehen. Ich würde die 500 Euro in leichte Ausrüstung investieren statt in einen Japanfalter. Eine leichte Trekkinghose, die am Feuer in 30 Minuten trocknet, ist angenehmer und leichter als eine Jeans, für die man auch noch Ersatz mitnehmen muss. Sie kostet aber 250 Euro, während es die Jeans billiger gibt.

      Wer die 500 Euro für eine Holzkamera spart, kann aber auch 1-2 Woche lang eine Ferienwohnung in Frankreich mieten, z.B. an der Küste, via gites-de-france.com/fr - dort macht man mit der schweren Wista bessere Bilder als mit dem japanischen Edelfliegengewicht am Göttelborner Baggersee (nichts gegen Göttelborn). Belichtet man dort zwei Packungen FP4 und arbeitet man die 50 Aufnahmen zu Hause adäquat aus, hat man ein ganzes Jahr zu tun.
    • Habt vielen Dank für Eure Gedanken und Anmerkungen. Ich muss ja auch ehrlich zugeben, dass ich von den Holzkameras im allgemeinen total fasziniert sind (auch von den ganz alten hierzulande gebauten Reisekameras o. ä. - wobei mir da nicht klar ist, wie ich die heute mit modernem Film noch benutzen könnte). Ganz alte Geräte sind ja auch toll. Hach, wenn es doch nur nicht alles gäbe :D

      Ich bleibe erstmal bei dem, was ich habe. Zum Geld ausgeben bleibt ja immer Zeit. Dass die Kameras wackelig sind, empfinde ich dann doch als deutlich abschreckend. Ohne so ein Stück gesehen zu haben, ist es doch immer schwer, eine Entscheidung zu fällen.
    • Die Erkenntnis ist ja nicht neu, dass man sich ganz stark zu etwas/jemandem hingezogen fühlt, und daraufhin die Ratio einschaltet, um dieses Gefühl zu bestätigen.
      So ging es mir auch mit meiner Tachihara!
      Natürlich ist meine Linhof Kardan Color der Tachi in allem, was mit der Qualität der Ergebnisse zu tun hat, mindestens gleichwertig, meist aber überlegen.
      Guck Dir die beiden doch mal an: hier die vernünftige, robuste, zuverlässige Bayerin, und da drüben die schnuckelige, etwas leichtfertige, kapriziöse, attraktive Geisha.
      Sowas brauche ich nun wirklich nicht, ich habe doch die Linhof! Hmmmhhhh....
      "Die Linhof ist aber ja doch ziemlich schwergewichtig..."

      "Und die Tachi ist aus 300 Jahre altem Kirschbaumholz..."

      "Und schau mal, wie gut die aussieht..."

      "Und Ansel Adams hat doch auch mal ganz positiv über die Tachi berichtet..."

      "Wenn sie nicht zuuuu teuer ist...."
      Jetzt habe ich beide, die Linhof guckt zuhause Krimi oder Quiz, und die Tachi ist da, wo die Action is...
    • Die Graflex Crown Graphic ist aus Holz, das Objektiv kann aber dranbleiben, sie ist vergleichsweise leicht, aber doch stabil, sie hat ein Graflok-Back, Messucher, sie kostet nicht viel. Das wäre doch eigentlich auch eine gute Alternative, oder?
    • hose und kamera würden da vielleicht sogar noch harmonieren.

      nee, ich bin ja eingewandert in die schweiz. und da habe ich mittlerweile akzeptiert, dass die leute sich hier räsonabler und wertiger ernähren (röschti, salat, härdöpfistock) und auch viel mehr schuften als - sagen wir mal an der saar, wo ich herstamme (gefüllte klöße, lyoner, dibbelabbes, verheiratete, flammekuche) - hauptsach gudd gess, geschafft hamma späda.

      sprich: der gewöhnliche helvet ist ranker und schlanker als der gemeine mediomatriker. ergo brauche ich nur den schlussverkauf abzuwarten, bevor die xxl-teile ins outlet gehen. und weil gute ware lange freude bereitet, mache ich das auch nur einmal in ein oder zwei jahren.
    • 1. Man(n) kann nie genug Kameras haben!
      2. Wenn dir die Tachi gefällt, kauf sie dir!
      3. Wenn sie dir in 2(3,5) Jahren nicht mehr gefällt, verkauf sie wieder! (das mach ich mit der Sinar F2 so. Hab ich mir gekauft, war nicht glücklich, hab sie verkauft, hab mir 2 Jahre später wieder eine gekauft,...)
      4. Wenn du von deinen Bildern leben musst, brauchst du verlässliches, stabiles Zeug. Beim Hobby seh ich das nicht so eng!
      5. Ob ich ein Bild mit meiner Shen Hao gemacht habe oder mit der F2, sieht man dem Negativ nicht an (ich finde auch so genug möglichkeiten ein Bild zu vermasseln!)
    • Diesch wrote:

      lohi wrote:

      ranker und schlanker
      Auch eine Möglichkeit der Gewichtsreduzierung :)
      Ich habe mich mal für die Kameras von Tachihara interessiert, bis ich die Gelegenheit hatte, eine in die Hand zu nehmen. Mir war die zu wacklig. Es gibt Holzkameras, die weit stabiler sind - z.B. Ebony.
      Ebony ist meiner Meinung nach die schönste Kamera dieser Gattung, nur noch gebraucht zu bekommen und dann zu stattlichem Preis. Deshalb habe ich mich letztes Jahr (ergänzend zur Linhof Kardan) für eine Chamonix H1 entschieden und bin äußerst zufrieden damit.
    • Diesch wrote:

      lohi wrote:

      ranker und schlanker
      Auch eine Möglichkeit der Gewichtsreduzierung :)
      Yep. Vor allem freundlicher für die Knie. Irgendwie spielt mein Alter aber eine Rolle. Die Wechseljahre. Nachdem ich jahrzehntelang herausgefunden habe, was am besten schmeckt und wie man am feinsten schlemmt, spielt mein Körper verrückt: ich brauche ein Millefeuille nur anzuschauen und schwupps wiege ich 1 Kilo mehr.
    • lohi wrote:

      Nachdem ich jahrzehntelang herausgefunden habe, was am besten schmeckt und wie man am feinsten schlemmt
      eine wertvolle Erkundung und bereichernde Jahre.

      Wenn man dann die Gesamtgewichtsbilanz - wie oben angeregt - so anlegt, daß auch der Fotograf selbst mit einbezogen wird, ist eine Gewichtsersparnis von 1kg völlig zu vernachlässigen.