Blechkassetten: Schieber rausziehen oder drinlassen?

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    • hppruefer wrote:

      Sehr interessante Technik der Textilproduktion ... jetzt weiß ich endlich, wie Samt entsteht!
      Echter Samt, wohlgemerkt.

      Ritchie warnt aber zurecht vor Flockensamt. Bei dem werden Kunststofffasern auf ein Gewebe aufgeklebt. Mit dem Zeug verhunzte ich mir mal die Technika. Ich schnitt passgerechte Stücke von einem geflockten Samtband von Amazon ab und brachte die mit doppelseitiger Neschenfolie im Mattscheibenrahmen an, um die Verbindung zwischen Rahmen und Filmkassette abzudichten. Dort, wo ich aber geschnitten habe, lösten sich sukzessive immer mehr Fäden bzw. kurze, etwa 1mm lange Faserstücke, die sich dann in der ganzen Kamera verteilten. Grundreinigung. Man kann da sehr viel falsch machen. Zum Glück bekam ich wenigstens die Klebefolie ohne Probleme ab.

      Man bedenke: die Hersteller der Kameras und Kassetten hatten passgenaue Bänder, die sie nicht groß zurechtschneiden mussten. Und sie hatten tatsächlich noch echten Samt, der mit Schuss- oder Kettfäden gesichtert und nicht bloß aufgeflockt war.

      Zur Samtbeschaffung: stoffe.de/17-poso-k19-212_stretch-samt-uni-schwarz.html - wie wäre es mit dem da?

      Was auch gut dichtet, das kenne ich aus meiner Praxis mit Mamiya-Magazinen, ist dünner Moosgummi, in einer Neoprenartigen Konsistenz. Der Schaum ist fest und drückt plastisch zurück, wenn man Druck auf ihn ausübt. Er zersetzt sich nicht so schnell und lässt sich auch gut wieder entfernen, wenn man ihn mit Neschenfolie (doppelseitige Klebefolie) aufbringt. Er ist günstig, im Expeditions- und Klempnereifachgeschäft bei uns um die Ecke zu erwerben. Er muss schräg angebracht werden, damit der Schieber nicht hängen bleibt. Kein Problem: Neschenfolie zum Kassetteninneren hin etwas dicker umschlagen.

      The post was edited 3 times, last by lohi: Ein wenig präzisiert ().

    • lohi wrote:

      hppruefer wrote:

      Sehr interessante Technik der Textilproduktion ... jetzt weiß ich endlich, wie Samt entsteht!
      Echter Samt, wohlgemerkt.
      Ritchie warnt aber zurecht vor Flockensamt. Bei dem werden Kunststofffasern auf ein Gewebe aufgeklebt. Mit dem Zeug verhunzte ich mir mal die Technika. Ich schnitt passgerechte Stücke von einem geflockten Samtband von Amazon ab und brachte die mit doppelseitiger Neschenfolie im Mattscheibenrahmen an, um die Verbindung zwischen Rahmen und Filmkassette abzudichten. Dort, wo ich aber geschnitten habe, lösten sich sukzessive immer mehr Fäden bzw. kurze, etwa 1mm lange Faserstücke, die sich dann in der ganzen Kamera verteilten. Grundreinigung. Man kann da sehr viel falsch machen. Zum Glück bekam ich wenigstens die Klebefolie ohne Probleme ab.

      Man bedenke: die Hersteller der Kameras und Kassetten hatten passgenaue Bänder, die sie nicht groß zurechtschneiden mussten. Und sie hatten tatsächlich noch echten Samt, der mit Schuss- oder Kettfäden gesichtert und nicht bloß aufgeflockt war.

      Zur Samtbeschaffung: stoffe.de/17-poso-k19-212_stretch-samt-uni-schwarz.html - wie wäre es mit dem da?

      Was auch gut dichtet, das kenne ich aus meiner Praxis mit Mamiya-Magazinen, ist dünner Moosgummi, in einer Neoprenartigen Konsistenz. Der Schaum ist fest und drückt plastisch zurück, wenn man Druck auf ihn ausübt. Er zersetzt sich nicht so schnell und lässt sich auch gut wieder entfernen, wenn man ihn mit Neschenfolie (doppelseitige Klebefolie) aufbringt. Er ist günstig, im Expeditions- und Klempnereifachgeschäft bei uns um die Ecke zu erwerben. Er muss schräg angebracht werden, damit der Schieber nicht hängen bleibt. Kein Problem: Neschenfolie zum Kassetteninneren hin etwas dicker umschlagen.
      Man nimmt in diesem Fall kein Klebeband, sondern Kontaktkleber für Stoffe oder Leder dann wird sich von dem Samtband auch nichts lösen.
      Ich habe schon alles mögliche ausprobiert. Das einzige was nicht fasert staubt oder noch irgendwelche Probleme macht sind die Samtbänder. Und die halten dicht.
    • lohi wrote:

      dünner Moosgummi, in einer Neoprenartigen Konsistenz
      das mag bei Lichtdichtungen funktionieren, bei denen nix reibt, sondern nur etwas in die Moosgummifläche eingedrückt wird. Sobald hier aber ein Schieber drüber reibt, wird es den Moosgummi schon sehr schnell zerbröseln - das hatte ich nämlich bei der allerersten Version meines 6x12 Rückteils feststellen müssen.
    • Shen Hao wrote:

      Arolfinger wrote:

      normalen Samtstoff genommen
      Könnt Ihr mal bitte die Bezugsquelle von "normalem Samtstoff" nennen?
      Oder ist das auch dieses dünne Kunststoffersatzprodukt, daß den Vergleich mit normalem Samt nicht standhalten kann?
      Ganz einfach:
      stoffzentrale.ch/stoff-filialen/
      Stoffzentrale Aarau
      Oder jeder andere Laden, der Stoffe feilbietet.
      Reingehen und sagen, "Ich hätte gerne schwarzen Samt"
      (Es soll so komische Leute geben, die nicht alles online kaufen)
      Ich glaube nicht, dass man zu den Zeiten, wo die Kassetten gefertigt wurden, Spezialsamt für Fotografische Zwecke gefertigt wurde.
      Gruss Arolfinger
    • ekech wrote:

      lohi wrote:

      dünner Moosgummi, in einer Neoprenartigen Konsistenz
      das mag bei Lichtdichtungen funktionieren, bei denen nix reibt, sondern nur etwas in die Moosgummifläche eingedrückt wird. Sobald hier aber ein Schieber drüber reibt, wird es den Moosgummi schon sehr schnell zerbröseln - das hatte ich nämlich bei der allerersten Version meines 6x12 Rückteils feststellen müssen.
      Was auch noch funktioniert: Filz.

      Mit Moosgummi hatte ich jetzt die letzten 20 Jahre eher keine Probleme (RB, Press). Es handelt sich um eine Gummiplatte, wie sie auch Kinder zum Basteln verwenden, wenn sie Formen ausschneiden und aufkleben. Sie ist recht glatt und stabil, keine Schaumstruktur an der Oberfläche, also nichts, was hakeln könnte. Auch muss man die Gummikanten, die in Richtung Schlitzöffnung liegen, unterhalb der Schieberführung halten: sie dürfen nicht als Grate hervorschauen. - Für mich ist das immer noch besser als flusender Flockensamt.

      The post was edited 2 times, last by lohi: Rechtschreibung (Groß- und Kleinschreibung), sowie Hinweis auf Filz. ().