Pull-Entwicklung Farbnegativ C41 / Unterentwickeln

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    • Pull-Entwicklung Farbnegativ C41 / Unterentwickeln

      Hallo liebe Entwickler und Entwicklerinnen,
      Ich plane nun auch wieder meine Farbfilme C41 selbst zu entwickeln.
      Mit gewissem Interesse an Pull-Entwicklung zur Steigerung des Dynamikumfangs, bin ich auf folgende Bilder gestoßen: benedictredgrove.com/bertone-concept-cars/ bzw. Bei Google-Bilder: ‚benedikt redgrove bertone’ eingeben.
      Kann eine kompetente Person beurteilen, wie die hier entstandene Bildwirkung erzeugt wurde? Also relativ flacher Kontrast, die blassen Farben sind vermutlich der Film, ists überhaupt Negativfilm etc. ... ? Natürlich spielt die von vornherein vorhandene Farbpalette auch eine wesentliche Rolle …
      Gruß, Tobi
    • Servus,

      falls es auch eine halbkompetente Meinung sein darf da ich Farbfilme selbst noch nicht mit Pull/Push entwickelt habe:

      Evtl. kannst du dass Pullen anfangs auch umgehen, wenn du Portra
      1-2 Blenden überbelichtest. Der neigt von sich aus schon zu einer flacheren Kurve und pastelligen Farben.
      Das könnte man wahrscheinlich auf erwähntem Negativfilm ohne weitere Bearbeitung schon ganz gut erzielen bzw. Nah drankommen. Vielleicht kann man sich auch Diafilm in der Belichtung/Entwicklung auch so hinbiegen. Die Motive (Concept cars) sind zumindest an sich von
      der Kontrastverteilung der Situation nicht so kritisch, also von vorneherein schon relativ ausgeglichen.

      Gruß
      Mario
      35 ist kleiner als 67
      67 ist kleiner als 45
      ?????

      mariocuradosulo.com/
    • denke ich auch.

      und es hat hier ein sehr diffuses licht aus neonröhren in sehr grossen hellen räumen. das licht kommt von überall.

      überbelichtet scheint mir das nicht: siehe dunklere autoteile.

      die autofarben verblassen mit der zeit. und früher waren die autos weniger satt in den farben.
    • Ich glaube auch nicht, dass allzu viel Vodoo dahintersteckt. Die Innenaufnahmen sind im Museumsbereich unter nahezu optimalen Licht entstanden. Keine Probleme mit großen Schlagschatten oder dem Kontrast. Farbtemperatur müsste man wahrscheinlich auf Tageslicht filtern.

      Draussen hat er dann überbelichtet, um die dunklen Details des Wagens hervorzuheben. Deswegen erscheint der Park und Teile des Carports leicht überbelichtet. Geht aber auch nur bei bedecktem Himmel

      Ich würde mal einen (Roll-) Film opfern und eine Belichtungsreihe Richtung Plus machen. Also Normal, plus 1, plus 2.

      Gruss Sven .
    • Die Push-Entwicklung ist eigentlich ein alter Hut. Zwangsläufig (wenig Licht) oder absichtlich unterbelichtete Filme (bis zu 2 Blenden) konnten duch verlängerte Entwicklung normalisiert werden. Dabei steigt aber der Kontrast und die Filmkörnigkeit stark an, die Farbbalance bei Farbfilmen verschiebt sich (vor allem bräunliche Schwärzen bei Diafilmen). Während man bei Schwarzweiss durch Gradation des Fotopaiers das ganz gut beherrschen kann, deshalb man generell bei SW "reichlich" belichten sollte, ist es beim Farbvergrössern nicht möglich, da es keine Gradationspapiere gibt, weshalb man Farbfilme "korrekt" belichten sollte. Soweit die klassische Lehrmeinung.

      Umgekehrt bei der Pull-Entwicklung. Reichliches Belichten und (!) Unterentwickleln verflacht den Kontrast und ergibt bei Farbfilmen tendenziell einen eigenartigen Effekt pastellartiger Farbe, mit gedämpftem Weiss und untergesättigten Farben. Ab den 70er Jahren wurde dieser Effekt bei einer neuen Generation von Fotografen wie Meyerowitz, Shore, Sternfeld auch zusammen mit dem von Eggleston eingeführten Dyetransfer-Prints als neue künstlerische Farbfotografie erhoben. Auch die Becher-Schüler siehe anderen Thrad haben in ihren Filmzeit bis in die 90er damit hantiert.

      Ab Mitte der 90er veränderte sich alles radikal insofern, dass durch die hochwertigen digitalen Trommelscanner Filme in unerreichter Qualität digitatisiert, farblich beliebig bearbeitet und dann wieder digital auf Fotopapier ausbelichtet werden konnten. Jeder computerversierte Fotograf kann die Geheimrezeptur der frühen Fotokünstler nun in der eigenen Bildbearbeitung kontrolliert durchspielen.
      Und auch die Farbzauberer von einst lassen heute ihre Filme standardentwickeln, digital scannen und "zaubern" nur noch in der Bildbearbeitung. Auch das Dyetransfer ist obsolet, da seine "Effekte" auch im Digitalprint erzeugt werden können, nämlich selektive Farbverschiebung und erhöhte Farbsättigung. Und noch viel mehr ...

      Aufs Thema bezogen heisst das: Eine Pullentwicklung ist schon bei SW-Filmen wegen der Gradationspapiere nicht sehr aufregend, bei Farbdiafilmen unkontrollierbar weil auch durch Bildbearbeitung nicht mehr korrigierbar, bei Farbnegativfilmen wird das richtige Scannen, das für Laien sowieso die Schwierigkeitshürde bei Farbnegativ ist, zur Quälerei.

      Ein richtig belichtetes und entwickeltes Farbnegativ hat auch so schon einen Dichteumfang von ca. 15 Blenden, mindestens so viel wie jede RAW-Datei der besten Digitalkameras. es gibt also keinen technischen Grund und auch keine technische Möglichkeit, das durch Pullentwicklung "zu steigern". Die einzige "interessante" Anwendung wäre das Farbvergrössern im eigenen Labor. Aber wer kann das schon noch heute im normalen Prozess, geschweige denn mit den Farbzaubereien der früheren "Farbfotokünstler", denen das heute sebst zu kompliziert geworden ist.
    • Hallo allerseits,

      das sind doch ein paar sehr interessante Antworten und Sichtweisen, damit lässt sich was anfangen.
      Macht dann doch immer einen Unterschied, ob auch ein Paar mehr Augen und Hirne sich der Sache annehmen.

      Vielen Dank auch und beste Grüße!
    • rawitz wrote:

      . Die einzige "interessante" Anwendung wäre das Farbvergrössern im eigenen Labor. Aber wer kann das schon noch heute im normalen Prozess,
      Das kann ich seit Jahrzehnten und brauche dazu selten mehr als vier Probeblätter um die korrekte Belichtung +Farbbalance auf Papierabzügen zu erreichen. Ohne Analyser!!

      Weil ich früher, als nebenberuflicher Betreiber eines Portraitstudios die Abzüge von der Aufnahme bis zum verkaufsfähigen Produkt selbst gemacht habe mußte ein entsprechendes schnelles Verfahren her.
      Bis heute gibt es keine praktikable Anleitung zum Ausfiltern eines Farbfilms im Hobbylabor, daher habe ich eine eigene, sehr kurze, verfaßt die bis heute noch zuweilen angefordert wird.

      Mein Problem damals in den 1980ger Jahren war, daß die beiden Farbfilter yellow und magenta kombiniert werden müssen. Jedes Filterrad am Vergrößerer hat 150 Positionen das ergibt 22500 mögliche Kombinationen und nur eine davon ist richtig. Ich habe das Problem damals mit einer geometrischen Überlegung und einer Kodak Greycard gelöst. . .

      aragon
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      • Herbst 2001.jpg

        117.78 kB, 974×997, viewed 24 times
      Wo kämen wir hin,
      wenn jeder sagte, wo kämen wir hin
      und keiner ginge, um zu sehen
      wohin wir kämen,
      wenn wir gingen.
    • Markus C wrote:

      Hi
      an dieser Anleitung wäre ich sehr interessiert..
      vielen Dank
      Markus
      Hi Markus,
      Kein Problem,
      wenn die Anleitung für dies Forum zu groß ist, kann ich sie dir in jedem Fall als e-mail-Anhang senden, wenn du mir deine e-mail-Adresse sendest.
      Hat funktioniert,sehe ich gerade! Ob Du das aufmachen kannst kann ich nicht beurteilen.
      wenn nicht, mit e-mail geht´s immer.
      Wenn Fragen dazu kommen sollten. . . . .nur zu! [meine e-mail: horstsanders@freenet.de]
      Grüße,
      aragon
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