Kleinstformat

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    • Kleinstformat

      Diese kleine Kamera habe ich vor kurzem in der Bucht erstanden, da keiner etwas damit anfangen konnte war sie auch recht preiswert.
      Zu Größenvergleich habe ich unter dem Kleinod einen Streichholz mit ins Bild drapiert.
      Der Massstab ist etwa 1:2 Daher ist die Tiefenschärfe auch sehr gering.
      Die Kamera ist ein Einzelstück, vermutlich aus den 1930er Jahren, so wie sie gearbeitet ist wurde sie von einem Gold - oder Silberschmied gefertigt. Filmformat ist 12x16mm auf 21mm breitem Film.
      Es kann sein das sich hier jemand eine Kamera gebaut hat mit der er Kinofilmmaterial testen konnte auf die tatsächliche Empfindlichkeit, also der gleiche Grund warum Oskar Barnak 1914 die Urleica fertigte.
      Das Filmmaterial schwankte sehr stark in er tatsächlichen Empfindlichkeit und zudem war es unglaublich teuer, da machte es Sinn vorher einen kleinen Teil zu belichten und zu entwickeln.
      Die Kamera funktioniert nach wie vor einwandfrei, sie hat sogar einen Bildschrittindikator eingebaut.
      Ebenso ist das eingebaute Objektiv sehr interessant, es dürfte das kürzeste Voigtländer Heliar sein das von diesen Objektiven gebaut wurde, ich wusste zwar das für Kinokameras kurzbrennweitige Varianten hergestellt wurden nur hatte ich bis dato keines davon zu sehen bekommen.

      Das Foto ist auf einer Glasplatte von Jason Lane entstanden mit ISO 2
      Da diese Platte nur für blaues und UV Licht empfindlich sind habe ich sie dieses mal mit einem Astro Berlin Quarz Objektiv 2,1/120mm belichtet das auch das UV Licht ungehindert passieren lässt. Die Lichtquellen waren zwei Gesichtsbräuner die ordentlich UV A Licht aussenden.
      Die Belichtungszeit betrug hier 30 Minuten, ich habe es absichtlich wirklich übertrieben, eigentlich müsste die Platte komplett schwarz sein aber diese Platten sind unmöglich dahin zu bekommen das eine 100% Schwärzung eintritt.
      Eine Überbelichtung im üblichen Sinne ist also nicht möglich, das einzige was mit zunehmender Belichtungszeit passiert ist das der Kontrast abnimmt.

      Zumindest bin ich nun zu 100% sicher das meine Theorie stimmt das der Silbergehalt in den Platten nicht ausreicht um eine reine schwarze Fläche zu bekommen. Ist gut zu wissen. Einen Belichtungsmesser kann man sich bei diesem Material getrost sparen.
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      • jpl-2.jpg

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    • Ein richtig schönes, kleines Schmuckstück zeigst Du hier.

      Deine fotohistorischen Erklärungen finde ich interessant. Vor allem auch weil es nicht nur Theorie ist. Du arbeitest ja auch mit den Objektiven.

      Willst Du mit der kleinen Kamera auch mal einen Film belichten?

      Die Grautöne, so wie sie sich mir auf meinem Bildschirm zeigen, gefallen mir gut. Aber ich muss Deinen Erläuterungen zu den J. Lane Glasplatten entnehmen, dass es seine Tücken hat damit zu arbeiten. Dass dann auch oftmals die Emulsion schlierig aufgetragen ist schade und bei vielen Motiven wohl richtig lästig.

      Freundliche Grüsse, stephan