George Hurrell

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    • ich muss ehrlicherweise gestehen:

      mir sagen die allermeisten porträtfotografien rein gar nichts. ich erfahre nichts neues. ganz aktuelles beispiel:

      smb.museum/museen-und-einricht…-kleber-augen-blicke.html

      wenn ich mir diese bilder anschaue bekomme ich nur bestätigt, dass die abgebildeten tatsächlich stark den gesichtern ähneln, die ich auch schon aus filmen kenne, in denen diese abgebildeten auftraten. aber etwas neues wird der welt mit diesen bildern für mich nicht hinzugefügt.

      überflüssig.

      auch dem viel zu häufig beschworenen mythos vom "eingefangenen wesen der abgebildeten person" ist pures geschwätz.

      aber es gibt auch tolle porträtbücher. der rolling stone hatte in den 80er oder 90ern großformatige bücher seiner künstlerporträts ediert. ich erinnere da ein foto von jack nicholson, sein diabolisches gesicht, mit offenem mund, sich selbst noch eine lupe davorhaltend. sehr gelungen. ich glaube da war auch pete townshend drin, gelangweilt in die kamera blickend, während ihm blut am arm herunterläuft.

      habe das buch daheim stehen, bin aber gerade auf tour, deswegen kann ich genauere angaben später nachreichen.
      dislikes? wenn es dir in deiner kleinen welt weiterhilft...
      likes? lieber nicht. unnötig.
    • Da das ein Thread über Bücher ist, dachte ich, wir reden über Bücher. Und weil ich nicht Weidner bin und meine Bilder nicht sooo toll, brauchst Du mich jetzt nicht unbedingt als Negativbeispiel herauszustellen. Denn das wirkt angestrengt. Ich habe oft genug die simple Lichtmessung verteidigt.

      - Sieh's mal von der anderen Seite: wo, wenn nicht hier, kann ich meine Fragen über Filme, Entwickler, Lichtquellen denn loswerden? Im Hüppi-Einhorn-Forum für vierjährige Prinzessinnen?

      Ich frage mich, warum Du mich so didaktisch von oben herab hier als Negativbeispiel anzuführen versuchst. Habe ich Dir auf die Füße getreten, ohne es zu merken? Sorry schon mal im Voraus.

      PS. Und wo steht eigentlich, dass Farbfotografen nicht herumtesten? Und Du: Du kalibrierst sogar Deinen Monitor und wirfst mir vor, Dein Ausgabegerät als Finalität meiner Produktionskette unberücksichtigt zu lassen.
    • ähm . . .

      das ist das war Du dazu denkst.

      Für mich sind dies Ikonen der Portraitphotographie, so wie ich mir das vorstelle.
      Ich sehe Handwerk, phantastische Lichtführung und . . . das gewisse Etwas.

      Mir gefällt das! Darum steht dieses wundervolle Buch in meinem Bücherschrank!
      Von dem fulminatem Druck, z.B. die Typogaphie und dem Satzspiegel rede ich hier mal nicht.
      Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.
    • lohi wrote:

      brauchst Du mich jetzt nicht unbedingt als Negativbeispiel herauszustellen.
      Das tue ich auch nicht. Nur da dein Thema dort gerade aktuell behandelt wird, bietet es sich als Beispiel an. Negativbeispiel ist sowieso die unpassende Sichtweise, darum geht es nicht. Mein ausgeführter Gedanke ist eher, daß man sich all diese Sorgen machen kann, aber daß man auch ohne ein Stück weit kommen kann. Und ich denke auch nicht, daß du den denjenigen gehörst, die meinen fotografieren zu können, wenn sie Filme eintesten.

      Mein Beitrag war gar nicht an dich adressiert.

      lohi wrote:

      Ich frage mich, warum Du mich so didaktisch von oben herab
      So verstehst du das? Also noch mal ganz klar: es ging um die angeführten Bücher und die beschriebenen Reaktionen darauf. Wenn jemand sich von den von einigen als Großen gehandelten die Bücher kauft und dann zusammenzuckt bei dem Anspruch, den er bei der Lektüre aufbaut, dann läuft da etwas falsch.
      Und wenn irgendwo ein Eindruck vermittelt wird, daß SW-Fotografie nur mit Eintesten und nur mit Zonensystem zum Erfolg führt, dann läuft da auch etwas falsch. Vielleicht kann man damit Grenzen überwinden, wenn man irgendwann an solche stößt.
    • Hm. Ich weiß nicht recht. Also Hollywood-Beleuchtung lässt sich nachlesen. Dann braucht man noch einen klassischen Film (vorzugsweise sowas wie einen Foma oder einen Classic Pan) und ein älteres nicht zu stark vergütetes Objektiv für den Schmelz.. Fehlen noch die Models. Also ich habe Fotografen-Aufnahmen meiner Familie aus den 50er, 60ern die stehen den Hollywood-Portraits in nichts nach und stammen aus Lübeck. Letztendlich also nur Zeitgeist.

      Wenn eine vielleicht best of Auswahl in einem Buch abgedruck ist das zugegebener Maßen spannend. Wenn man aber weiß dass davon noch 1000 existieren, die im gleichen Prozess entstanden sind relativiert sich dass.

      Gruss Sven.
    • Urnes wrote:

      Also Hollywood-Beleuchtung lässt sich nachlesen
      Nachlesen läßt sich vieles - das begreifen, und - bestenfalls - etwas besseres zu draus machen ist dann eben doch Kunst.
      Ein paar Teelichter (z.B. 500er Bowens oder Multiblitz) irgendwo aufzustellen und ne Rübe zu photographieren ist nicht das gleiche.
      Nicht umsonst hatten die Hollywood Studios wirklich stattliche Ausmaße, die für ein wirklich schönes Portraitlicht notwendig war.

      Nebenbei - ist es mich unverständlich, warum ihr: ANDERE NICHT ANDERS SEIN LASSEN KÖNNT ?

      Photographie ist ein schönes Medium, das (glücklicherweise) eine beeindruckende Vielzahl an Interpretationen ermöglicht.
      Viele von denen gefallen mir nun wirklich nicht. Doch würde ich nie meine Sicht als die alleinig richtige anpreisen wollen.

      Ich wünschte mir hier im Forum ein wenig mehr Toleranz.
      Toleranz, so sagte es ein guter Freund von mir, ist die Einsicht in die Bedingtheit aller Wahrheiten. oder anders formuliert:

      Die Wahrnehmung, die jemand hat, ist die Wahrheit. Aber es muss nicht die Realität sein.
      Es ist seine Realität. Wenn wir das begreifen, sind wir in dem Bereich schon mal ein ganzes Stück weiter.
      Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.

      The post was edited 1 time, last by der-photofreund ().

    • Deine Hinweise zu Portraitfotografen ist durchaus interessant. Allesamt sind anerkanntermassen hervorragende Portraitisten.
      Am besten gefällt mir Thomas Ruff, weil er unbekannte Personen portraitiert hat. Die anderen Fotografen portraitierten vor allem Berühmtheiten. Da frage ich mich immer wieder, ob der Erfolg der Bilder nicht zu einem grossen Teil mit der Berühmtheit der abgebildteten Personen zusammenhängt? Aber natürlich sind die Bilder, vor allem im Falle von Yousuf Karsh, hervorragend gemacht.

      Mich persönlich interessieren Portraitfotografien von Berühmtheiten und Stars eher nicht. Mögen sie noch so gut gemacht sein. Natürlich muss das auch auf die Bilder, der eingangs in diesem Thread erwähnten Fotografen gelten. Aber bei den Hollywood- Portraits interessiert mich vorwiegend die Lichtsetzung und die gesamte Bildgestaltung.
      Und ich gebe zu, dass ich der Schönheit einer Garbo, Dietrich, Hayworth oder Louise Brooks erlegen bin.
    • Clickma wrote:

      Hinweise zu Portraitfotografen
      Mir ging es vor allem um Stilfragen - die Auffassung von Porträts hat sich im Laufe der Zeit ja geändert.


      Clickma wrote:

      Da frage ich mich immer wieder, ob der Erfolg der Bilder nicht zu einem grossen Teil mit der Berühmtheit der abgebildteten Personen zusammenhängt?
      Die Vermutung habe ich auch. Bei den von mir verlinkten Fotografen spielt da aber wohl auch die Auswahl eine Rolle aus einem weit umfangreicheren Werk.

      Sehr empfehlen möchte ich dieses Buch, in dem das Thema Porträt in seiner zeitlich stilistischen Entwicklung aufgearbeitet ist; in Bildern und Text:

      abebooks.de/9783792706619/Lich…t-Altertum-379270661X/plp
    • Lieber Photofreund,

      in Wirklichkeit waren die Hollywood Studios deswegen so groß, weil man dort Filme gedreht hat und die Kulissen unterbringen musste und nicht um die Portraits zu machen. Die wurden ja nur für Werbezwecken gemacht.

      Die Sache mit der Rübe ist auch keine schlechte Übung. Es immer spannend was bei so etwas heraus kommt. Alternativ kann man 5 Kinder, ein paar Kameras mit Filmen, einen neutralen Hintergrund und zwei Baustrahler nehmen. Es ist wirklich erstaunlich was dabei heraus kommt, alle dabei ihre Ideen verwirklichen.

      Hollywood-Portaits sind Handwerk. Keine Kunst. Die Ausleuchtung war wesentlichen einfacher, als das was man heute macht und dann auch nur als Handwerk bezeichnet.

      Ich habe übrigens den Weidner weggeworfen statt der Technika. Gut, die Umwelttips waren gar nicht schlecht. Der Barnbaum musste dann gehen, weil er zumindest grotten schlecht übersetzt ist.

      Den Rest deines Posts habe ich auf Grund mangelnder Relevanz in meiner Wahrnehmung wegignoriert. Oder um es mit den Worten vom Heinz Becker zu sagen: Isch bin jo weis Gott ned tolerant...

      Gruss Sven.
    • Um nochmal auf Walter Nurnberg: Licht und Beleuchtung in der Fotografie. Düsseldorf, 1955, zurückzukommen: auf S. 102 schreibt er zu Hurrells Bildnis der Barbara Stanwyck: »Normale, durch Oberlicht ergänzte Vorderlichtbeleuchtung.« Hier das Bild: classic.esquire.com/article/1937/3/1/barbara-stanwyck. - Velleicht ist die Technik hinter den Glamour-Bildern wirklich einfacher, als man denkt. Was Svens Auffassung stützt.

      Das Portrait ist mehr als das Licht, und es spricht mit Hilfe des Lichtes jeden einzelnen Betrachter separat an. Dunkelheit, Bildintro, Frontalität, Augen als Partie mit höchstem Kontrast, Verunklarung / Blickfänger der Locke, was will man mehr als Fotograf? Dazu kommen Formrahmungen und Überleitungen ins hellere Gesicht.

      Schaut man auf andere Bilder, z.B. Barbara Stanwycks, so zeigt sich ein ziemliches Spektrum, vgl. google.ch/search?q=barbara+sta…DQ&bih=618&biw=1328&hl=de

      Und außer der fotografischen Gestaltung, vgl. google.ch/imgres?imgurl=https%…1AKHUucDB4QMygPegUIARDUAQ vs. google.ch/imgres?imgurl=https%…pA1AKHUucDB4QMygZegQIARAg, gibt's ja auch Retusche, und das betrifft anscheinend nicht nur Negativ oder Positiv, sondern auch die des Modells, das Make Up.

      Damit ein Bild als 1930er Star-Bildnis funktioniert, müsste also nicht nur das Fotografische stimmen, sondern auch Kostümierung und Make Up, sogar die Haltung und die Typisierung.
    • Hallo Lohi,

      im Grunde ist es ja immer eine Frage des Zeitgeistes.

      Wenn du etwas machen möchtest musst du die Bilder studieren und dich dann herantasten.

      Wir haben heute das Problem, dass wir zu komplex denken. In Wirklichkeit war das alles viel einfacher, weil die Möglichkeiten damals viel beschränkter waren. Als Bert Stern angefangen hat, hatte er ein Tageslichtstudio aber keinen Beli. Er hat also gewartet bis das Licht einigermaßen Stand und dann belichtet. Der Laborant hatte dann natürlich entsprechend mehr Arbeit. Es war damals die Zeit der Autodidakten. Wenn du ohne Make-up arbeitest kannst du bspw. auch versuchen 1-2 Blenden überbelichten, damit bekommst du dann die Hautunreinheiten heraus, hast aber einigen Aufwand um die Augen abzuhalten. Du bekommst dann einen porzelanartigen Taint.

      Gruss Sven.
    • lohi wrote:

      Ja. Und es gibt auch noch das Buch von Walter Nurnberg: Licht und Beleuchtung in der Fotografie. Düsseldorf, 1955. Dort werden die Bilder berühmter Fotografen, u.a. auch Hurrells, z.B. Bildnis Barbara Stanwyck, S. 102, besprochen. Irgendwie waren die Bilder damals auch gar nicht so scharf. Aber vielleicht liegt das einfach am Druck. Oder daran, dass die Engländer Harristweed tragen und die Deutschen Nadelstreifen ...

      Zum Erfolg: Erfolg hatte vermutlich nur derjenige, der überhaupt Bilder von den Berühmtheiten hatte. Damals gab es einfach nicht so viele Bilder wie heute.
      Das stimmt das die gleiche Bilder in den früheren Ausgaben anders ausgesehen haben. Es gab zu der Zeit keine Scanner und keine EBV Anlagen mit denen man ausnahmslos jedes Bild so präparieren kann wie man es haben will. Im Grunde genommen das Aussehen eines Bildes (In diesem Fall Reproduktion) ist immer eine Frage des Geldes.