Stillebenprobleme

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    • Bei den dreien oben ist das rechts das beste, erstens ist der Horizont ( Tischkante ) am wenigsten Schräg, 2. hat es oberhalb der Flasche noch etwas mehr Luft/Raum es wirkt nicht so an den Rand gequetscht und es hat nicht die Tarzan Verzeichnung.

      FG Armin
      " You push the button and we do the rest."
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      Today
      "You push the button and the pixels do the rest"
    • Stillleben sind höchst akademisch. Ich habe ein Kunstgeschichtestudium hinter mir.

      Das Grundproblem deines Arrangements ist der Inhalt. Im Moment scheint es dir egal, Chemikalienflasche, Elektrokerze, Pistill, Golfbälle und ein Maurerlot zu versammeln. Doch wenn du dir selbst einst das gut erstellte Bild ansiehst oder jemand anderes, wird die Frage kommen, was es soll. Die Gegenstände haben miteinander so wenig zu tun, daß es zum Achselzucken kommt, Kopfschütteln womöglich.


      Wenn es dir nur ums Technische geht, muß ich sagen: Schau hin! Schau die nature morte so lange an, bis sie lebendig wird, bis die Gegenstände zu sprechen anfangen. Eine Geschichte wird erzählt, vielleicht die von Arbeit und Müßiggang, der Maurer, der Golfspieler. Chemikalien, Apotheke, moderner Advent, der Bogen würde sehr weit gespannt werden.


      Du fotografierst mit einem geschlossenen Auge, wenn du nur die Form siehst. Mach beide Augen auf, blick auf den Tisch, sieh dich um, betrachte dich selbst als Spiegelbild auf der Einstellscheibe. Dann wirf dir das Einstelltuch über den Kopf und denke an meine Worte: Form und Inhalt lassen sich nicht voneinander trennen. Wenn doch, dann finde ich das Licht langweilig.
    • Es geht mir nur um die Form, ich hätte auch Bauklötze hinstellen können. Gegenstände dicht am Bildrand, vor allem in den Ecken, zeigen die geometrischen Besonderheiten, die durch die Projektion des Raumes auf eine Fläche entstehen.
      Wenn es um das Licht geht: Hier sind Gegenstände, die dicht beieinander stehen, unterschiedlich beleuchtet - das war für mich eine technische Herausforderung, die mit der eigentlichen Fragestellung nach der Geometrie nichts zu tun hat.
    • offenbar besteht eine starke korrelation zwischen kunstgeschichtsstudium und grossformatfotografie.

      die kunsthistoriker fliegen jedenfalls tief hier.

      oder winfried ist wieder da. oder ich selber bin Alles-von-Hand. aber ich kann mich nicht erinnern.

      aber jetzma im ernst: es gibt gerade in der kg eine lange tradition bloß formaler zusammenstellungen. jeder akademiker fing in der zeichenklasse damit an. das ist also nicht höchst akademisch, sondern basisakademisch. ohne das geht es garnicht weiter. erstens. und zweitens: diesch wollte keine kunst machen, sondern ein formales problem erörtern, oder? wozu ihn an etwas messen, was er gar nicht intendierte? kunst und ästhetik sind bekanntlich zwei paar schuhe.

      Alles-von-Hand wrote:

      Stillleben sind höchst akademisch. Ich habe ein Kunstgeschichtestudium hinter mir.

      Das Grundproblem deines Arrangements ist der Inhalt. Im Moment scheint es dir egal, Chemikalienflasche, Elektrokerze, Pistill, Golfbälle und ein Maurerlot zu versammeln. Doch wenn du dir selbst einst das gut erstellte Bild ansiehst oder jemand anderes, wird die Frage kommen, was es soll. Die Gegenstände haben miteinander so wenig zu tun, daß es zum Achselzucken kommt, Kopfschütteln womöglich.


      Wenn es dir nur ums Technische geht, muß ich sagen: Schau hin! Schau die nature morte so lange an, bis sie lebendig wird, bis die Gegenstände zu sprechen anfangen. Eine Geschichte wird erzählt, vielleicht die von Arbeit und Müßiggang, der Maurer, der Golfspieler. Chemikalien, Apotheke, moderner Advent, der Bogen würde sehr weit gespannt werden.


      Du fotografierst mit einem geschlossenen Auge, wenn du nur die Form siehst. Mach beide Augen auf, blick auf den Tisch, sieh dich um, betrachte dich selbst als Spiegelbild auf der Einstellscheibe. Dann wirf dir das Einstelltuch über den Kopf und denke an meine Worte: Form und Inhalt lassen sich nicht voneinander trennen. Wenn doch, dann finde ich das Licht langweilig.
    • lohi wrote:

      offenbar besteht eine starke korrelation zwischen kunstgeschichtsstudium und grossformatfotografie.

      die kunsthistoriker fliegen jedenfalls tief hier.
      Das wundert mich eher nicht. Ich bin zwar kein Kunsthistoriker, aber mir bedeuten die alten Meister viel. Große Leinwand und Großformat liegen vermutlich nicht soweit auseinander ...
      Grüße aus dem Schwarzwald, Euer Jens

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    • Nun, zum Formellen habe ich mich geäußert, das Licht macht nichts her. Fotografie ist Lichtzeichnen, wörtlich. Wenn du Bauklötze hinlegst oder stellst, dann werden auch die etwas aussagen. Jeder Gegenstand, den du ablichtest, bringt etwas mit sich, darum kommst du nicht herum.

      Streng technisch scheinen dich die Geometrie der Abbildung und die Schärfentiefe zu beschäftigen, genauer noch, wo die Schärfenebene liegt. Zur Abbildung: Unrunde Bälle rufen einem zu: Wir können nichts dafür, daß wir so aussehen, das war die Fotografin bzw. der Fotograf. Mit der Schärfeverteilung lenkst du den Betrachter.

      Zurück zum Licht. Sofern die Farben nicht von Bedeutung sind, geht es ums Zeichnen. Farben ziehen immer in die Fläche, verflachen das Bild, im Extrem unten grün, oben blau und irgendwo etwas Rotes, das Knipsbild schlechthin. Mit Schwarzweiß kann man ganz leicht Tiefe, Raumgefühl erzeugen. Die Flasche bietet sich da an, Gegen-, schräges Rück- oder Seitenlicht aufzunehmen und weiterzugeben. Die Golfbälle verlangen förmlich nach Schatten in ihren Grübchen. Das Lot mit der fasrigen Schnur kann Oberflächenkontraste geben. Solche Aspekte mit Farben tragen die Frage in sich: Siehst du mich? Genau an der Stelle entscheidest du über Zweck oder Nutzen von scharf-unscharf.
    • Alles-von-Hand wrote:

      Siehst du mich? Genau an der Stelle entscheidest du über Zweck oder Nutzen von scharf-unscharf.
      Das genau ist überhaupt nicht mein Thema.

      Für die, die sich hinter dem Motto "too long, didn't read" versammeln noch mal die Fragestellung:
      Bei diesem vorgegebenen Augenort zum Tisch gibt es mit der Großformatkamera (mit der verstellbaren Kamera) unterschiedliche Möglichkeiten der Abbildung, die jede bestimmte Vorteile und Nachteile haben. Mit welchen Nachteilen kann man leichter leben, welche sollte man unbedingt vermeiden? Welche Version gefällt am ehesten?
      (die natürliche, also die, die unserem Blick ohne Kamera entspricht, ist die mit der Normalbrennweite an der unverstellten Kamera)

      Alles-von-Hand wrote:

      Streng technisch scheinen dich die Geometrie der Abbildung und die Schärfentiefe zu beschäftigen, genauer noch, wo die Schärfenebene liegt.
      Nö - siehe mein Text dazu.

      Alles-von-Hand wrote:

      Die Flasche bietet sich da an, Gegen-, schräges Rück- oder Seitenlicht aufzunehmen und weiterzugeben.
      Du mußt die Idee bei der Beleuchtung nicht verstehen - die ist eine Spielerei von mir (unterschiedliche Lichtzonen - Mikrolichtzonen - auf engem Raum. Das ist kein Bild, in dem die Glasflasche besonders schön abgebildet sein soll. Dadurch, daß sie im Schatten gerade noch auszumachen ist, bildet sie einen Hintergrund für den vorderen Bildteil.

      Das Untersuchungsinteresse ist die Geometrie der abgebildeten Gegenstände abhängig von den Kameraverstellungen.

      Ich habe gerade noch die Idee, daß die Unterschiede in der Geometrie der Gegenstände in den kleinen Bildern nicht so gut sichtbar sind (wenn man die Wirkung der Verstellungen der Kamera nicht sowieso präsent hat).
    • ich habe noch nicht mal erkannt, dass es eine chemikalienflasche und keine rotweinflasche ist...

      Diesch wrote:


      Ich habe gerade noch die Idee, daß die Unterschiede in der Geometrie der Gegenstände in den kleinen Bildern nicht so gut sichtbar sind (wenn man die Wirkung der Verstellungen der Kamera nicht sowieso präsent hat).
    • Diesch wrote:

      Alles-von-Hand wrote:

      Siehst du mich? Genau an der Stelle entscheidest du über Zweck oder Nutzen von scharf-unscharf.
      Das genau ist überhaupt nicht mein Thema.
      Für die, die sich hinter dem Motto "too long, didn't read" versammeln noch mal die Fragestellung:
      Bei diesem vorgegebenen Augenort zum Tisch gibt es mit der Großformatkamera (mit der verstellbaren Kamera) unterschiedliche Möglichkeiten der Abbildung, die jede bestimmte Vorteile und Nachteile haben. Mit welchen Nachteilen kann man leichter leben, welche sollte man unbedingt vermeiden? Welche Version gefällt am ehesten?
      (die natürliche, also die, die unserem Blick ohne Kamera entspricht, ist die mit der Normalbrennweite an der unverstellten Kamera)

      Alles-von-Hand wrote:

      Streng technisch scheinen dich die Geometrie der Abbildung und die Schärfentiefe zu beschäftigen, genauer noch, wo die Schärfenebene liegt.
      Nö - siehe mein Text dazu.

      Alles-von-Hand wrote:

      Die Flasche bietet sich da an, Gegen-, schräges Rück- oder Seitenlicht aufzunehmen und weiterzugeben.
      Du mußt die Idee bei der Beleuchtung nicht verstehen - die ist eine Spielerei von mir (unterschiedliche Lichtzonen - Mikrolichtzonen - auf engem Raum. Das ist kein Bild, in dem die Glasflasche besonders schön abgebildet sein soll. Dadurch, daß sie im Schatten gerade noch auszumachen ist, bildet sie einen Hintergrund für den vorderen Bildteil.
      Das Untersuchungsinteresse ist die Geometrie der abgebildeten Gegenstände abhängig von den Kameraverstellungen.

      Ich habe gerade noch die Idee, daß die Unterschiede in der Geometrie der Gegenstände in den kleinen Bildern nicht so gut sichtbar sind (wenn man die Wirkung der Verstellungen der Kamera nicht sowieso präsent hat).
      Moin Dieter,

      na das ist doch mal Frage!

      Ich beziehe eindeutig Stellung für das voll ausgeglichene. Also das von der Sinar bzw. das rechte Digicam Bild.


      Ich hab mir das auf dem Küchentisch mal angeschaut. Man muss schon ziemlich genau hinsehen um zu erkennen, das meine Tetrapacks nach unten verjüngen. Ich denke das Auge gleicht aus.

      Gruss Sven.
    • Diesch wrote:

      noch mal die Fragestellung:


      Mit welchen Nachteilen kann man leichter leben, welche sollte man unbedingt vermeiden? Welche Version gefällt am ehesten?
      (die natürliche, also die, die unserem Blick ohne Kamera entspricht, ist die mit der Normalbrennweite an der unverstellten Kamera)

      Das Untersuchungsinteresse ist die Geometrie der abgebildeten Gegenstände abhängig von den Kameraverstellungen.

      Ich frage mich, warum du öffentlich fragst, was du selber beantwortest. Ich lasse mich nicht gern in Diskussionen ziehen, die bloß der Bestätigung der eigenen Meinung dienen. Wer ist denn man?
    • Urnes wrote:

      Ich beziehe eindeutig Stellung für das voll ausgeglichene. Also das von der Sinar bzw. das rechte Digicam Bild.


      Ich hab mir das auf dem Küchentisch mal angeschaut. Man muss schon ziemlich genau hinsehen um zu erkennen, das meine Tetrapacks nach unten verjüngen. Ich denke das Auge gleicht aus.
      Das war bisher auch immer meine Auffassung.

      Aber vielleicht ist das auch eine Frage von Sehgewohnheiten - ich empfinde ja auch vollständig ausgerichtete Architekturfotos nicht als überkorrigiert.
    • Urnes wrote:

      mein Beitrag 10
      Den fand ich auch sehr klug.

      Das andere Einstellungsextrem mit der Kamera wäre, die Filmebene parallel zum Tisch auszurichten.

      Ich denke, daß bei deinem Blick auf die Dinge auf dem Küchentisch du die Aufmerksamkeit nicht gleichzeitig auf auch den waagerechten Gegenständen hast. Bei einem Bild (Foto) ist das anders, da funktionieren die Ausgleichsmechanismen, mit denen unser Wissen unser Sehen beeinflußt, wohl nicht mehr.

      Für lohi, der noch keinen Unterschied sehen konnte, der Vergleich in größer: (die Bilder sind extra flau, damit die Flasche und der Metallkörper gut zu sehen sin -> die Lichtkritiker sehen die richtige Lichtverteilung im SW-$x5"-Sinarfoto ganz oben.

      Hier ist nun links mit nicht verstellter Kamera - recht ist die Kamera waagerecht ausgerichtet und durch Parallelverstellung der Bildausschnitt herbeigeführt. Wegen der Deutlichkeit habe ich hier das mittlere Foto, das eine Mischung aus links und rechts ist, herausgelassen. Ein Klick auf das Foto zeigt es größer.

      The post was edited 1 time, last by Diesch ().

    • Ich gehe da mal völlig anders ran !
      Ob die Blickachse , die Zusammenstellung etc .
      anderen gefällig ist , ist völlig wurscht !
      Dir allein muss es gefallen !
      Oder , wann ist ein Foto gut ?
      Wenn man zB. den Abzug an der Wand
      auch nach Jahren noch geil findet !
      Was schon erwähnt wurde , einfach alte Gemälde begutachten und man hat einen guten Durchschnitt , was die Masse als angenehm betrachtet .
    • Hallo Diesch,
      wenn du schon solche Probleme hast dann frage ich mich warum du nicht Stils von anderen Fotografen nachbaust.
      Google mal nach Daniel Jouanneau Paris, hat in den 80er ,90er jahren viel für die französische Vogue gemacht,
      da wird dir geholfen. Gleichfalls Peter Knaup Paris, habe soeben gelesen dass er heuer gestorben ist, war ein ganz großer.

      profifoto.de/szene/notizen/2019/07/23/peter-knaup-1939-2019/


      Grüße