Was der Fotograf so braucht

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    • Was der Fotograf so braucht

      Eine kleine Zusammenstellung von etwas älteren Objektiven.
      So konnte ich den seit 1996 abgelaufenen 4x5" Technical Pan nutzen, entwickelt in Caffenol C-L mit einem Hauch Kaliumbromid.
      Als Objektiv habe ich mein altes Schneider Symmar 5,6/150mm genommen welches immer noch eine wunderbare Optik ist die ich gerne einsetze in diversen Brennweiten.
      Sinar F1 mit Copal Hinterlinsenverschluss.
      Zu sehen sind auch ein paar nicht so häufige Objektive, das Othostigmat von Steinheil habe ich hier schon vorgestellt. In der Technika Platte sitzt ein Voigtländer Portrait Objektiv 2,0/105mm in Compur II Verschluss, wurde meines Wissens nie in Serie gebaut.
      Das Apo Lanthar ist auch keine Massenware ebenso das Glunz Hannover Geroplan 6,3/165mm im Wollensak Verschluss, ein Dagor Typ.

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    • bonnescape.de wrote:

      Ah, was für eine herrliche Sammlung!
      Hast du Erfahrungen, welche bildmäßige Charakteristik die einzelnen Objektive haben, um sie gezielt zum Fotografieren einzusetzen?
      Bei voller Öffnung sind schon z.T. deutliche Unterschiede in der Wiedergabe zu sehen die aber mit zunehmendem Abblenden nahezu verschwinden.
      Meine Erfahrung ist jedenfalls das ich für meine Schwarz/Weissarbeiten eigentlich jedes Objektiv nehmen kann, wenn ich auf f/22 abblende.

      Eine ganz besondere Widergabe hat aber das 2/105mm Portrait Objektiv von Voigtländer, es behält immer eine einzigartige Wiedergabe, ähnlich dem des Heliars bei voller Öffnung.

      Hier zwei Beispiele die ich einfach machen musste nachdem ich es dann endlich in einen Verschluss gesetzt hatte.
      Interessant sind die Schärfeverläufe und die Doppelungen der Kanten.
      Das erste Bild bei f/2 und das rechte dann mit f/5,6
      Als Film habe ich einen B&G 6,5x9cm Planfilm benutzt, ist wohl der Fomapan 100. Also Grundformat ist das Objektiv sicher nur bis 6x6cm ausgelegt, vielleicht auch nur bis 4,5x6cm.
      Es hat ein recht kurzes Auflagemaß, ich konnte diese Bilder ohne Probleme mit dem WW Balgen an der Teka 23 machen.

    • kds315 wrote:

      Ohhh was für Schätzchen, besonders das Apo Lanthar!!
      Das Apo Lanthar hat so seinen Ruf, eigentlich wollte ich gar keines haben, war mir immer viel zu teuer aber dieses hier habe ich günstig bekommen.

      Viel interessanter und auch deutlich seltener ist das 3,5/150mm Heliar vorne links, Baujahr 1929, in einem anderen Fred hatte ich bereits erwähnt was ein solches Objektiv damals gekostet hat, im Verschluss waren es um die 90 US Dollar was dem damaligem Gegenwert von 4,5 Unzen Feingold entsprach.

      Wo wir aber gerade dabei sind, warum sind die Apo Lanthare eigendlich so teuer? Ist das Angebot und Nachfrage oder nur wegen Geschichten aus der Vergangenheit?
      Selber bin ich noch gar nicht so recht dazu gekommen etwas mit dem Objektiv zu machen kann also zu den optischen Qualitäten noch gar nichts sagen. Sicher weiss ich nur das es von Voigtländer keine Objektive gegeben hat die nicht gut waren, sie waren immer für ihren Einsatz perfekt gerechnet und gefertigt.

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    • In den 50-er Jahren eroberte der Color-Film auch die Profi-Studios. Das Heliar (alte Ausführung - nicht das umgelabelte Dynar!!!) hatte einen Ruf wie Donnerhall, so hat zum Beispiel der japanische Kaiser verfügt, daß er und seine Familie nur noch mit dem Heliar fotografiert werden durften. Die Heliar / dynar Konstruktionen wurden mehrfach geändert, je nachdem, wie sich die Ansichten zum Korrektionszustand innerhalb der Geschäftsleitung änderten. Während des Krieges war zum Beispiel Prof. Harry Zöllner von Zeiss zu Voigtländer abgeordnet worden, um dort eine Luftbildobjektiv-Produktion hochzufahren, da Zeiss in Jena durch die Lage in einem Talkessel sehr gefährdet war (Luftangriffe). Dort gab es einen regen Austausch zwischen den Wissenschaftlern und die Voigtländerleute tendierten später zu nüchternerer Widergabe und höherer Sprungschärfe, während Zeiss später die Späroachromate herausbrachte....

      Das Apo-Lanthar war eben auch für das 3. Spektrum korrigiert, das Marketing von Voigtländer war eben hervorragend. Nicht desto trotz ist es ein hervorragendes, aber eben auch total überbewertetes Objektiv. Der Bildkreisdurchmesser ist ebenfalls nicht so berauschend, wie beim Planar von Zeiss auch. Nicht ohne Grund wurden die modifizierten Gauß-Typen von Rodenstock und Schneider zu den meistangewendeten Objektiven. Ich selbst liebe Heliare, allerding die alten Typen und nicht die umgelabelten Dynare.

      Viele Grüße

      Thomas
      Der Fotograf zum Maler: Geiles Bild - mit welchem Pinsel gemalt?
    • Das die später gerechneten Heliare/Dynare eine andere Bildwiedergabe haben konnte ich selbst festgestellen, sie sind schon bei offener Blende recht scharf was bei den alten Heliaren f/4,5 noch nicht so war.

      Machen wir uns aber nichts vor, wirklich brauchen tut man weder die Einen noch die anderen nur ich kann nicht daran vorbeigehen und muss sie wieder zum Leben erwecken.

      Für die damalige Zeit waren es schon wirklich gute Objektive und an Verstellungen wurden allenfalls Vershiftungen vorgenommen wofür die Bildkreise völlig ausreichend waren, ein 135mm an einer Bergheil kann den kompletten Verstellweg der Kamera nutzen, der Bildwinkel der f/4,5 Heliare wurde mit 58° angegeben, das Dynar f/6 mit 60° und die f/3,5 Heliare mit 50°
      Das passt auch ganz gut, der ausgeleuchtete Bildwinkel ist noch deutlich größer aber die Schärfe lässt dann schon in den Ecken deutlich nach.

      Jetzt suche ich noch ein 4,5/75mm Heliar, die wurden meist nur in den Stereo Modellen verbaut, das würde ich gern mit dem 6x7cm Rollfilm austesten, mein 3,5/75 leuchtet das Format aus, sogar 6x9cm ohne Probleme aber wie gesagt mit schwachen Ecken.
      Wer soetwas hat darf sich gerne bei mir melden, braucht keinen Verschluss oder Fassung haben, dat kriege ich alles hingebaut.
    • norma wrote:

      braucht keinen Verschluss oder Fassung haben, dat kriege ich alles hingebaut.
      Neid macht sich bei mir bemerkbar. Ich brauche immer einen versierten Fachmann, der mir Gewinde dreht und sonstige Anpassungen macht.

      Aber selbstverständlich gönne ich Dir Deine handwerklichen Fertigkeiten und bewundere, dass Du alles hingebaut kriegst.
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      Hier eine Aufnahme die ich Gestern gemacht habe, sie ist mit dem Emil Busch Doppel Anastigmat Leukar 6,8/190mm entstanden und ich habe auch die volle Öffnung genutzt um mal zu sehen wie die Bildwiedergabe so ist.
      Abgeblendet auf f/22 sind die Unterschiede so gering das sie eigentlich keiner Erwähnung mehr wert sind.

      Verwendet habe ich Rollfilm 56x72mm, Fomapan 200 @100, Wehner Entwickler 7,5+7,5+270ml, 18Min bei Rotation von Hand.