Kamera und Regen bzw. Gischt

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    • Kamera und Regen bzw. Gischt

      Hallo allerseits,

      nachdem ich nun drei Wochen in der Bretagne war (und auf dem Handy alles kleinschreiben musste) und mit der Horseman 985 50 Rollfilme vollgeknipst habe (viel zu viel, aber ich hatte sie dabei und wollte sie nicht leer zurückbringen...), stelle ich mir beim Putzen meines Schießeisens die Frage, wie Ihr das so macht, wenn es regnet oder wenn die Brandung gegen Felsen knallt und der Sturm die Gischt frontal auf die Linse bläst. Solches passierte mir an jedem zweiten Tag ...

      Auf der Kamera ist so ein schmieriger, weißlicher Belag, so wie die Salz-Öl-Schmiere auf einer guten Focaccia. Schmeckt auch so. Allerfeinstes Jodsalz aus dem Atlantik. Vom Filter habe ich den immer wieder abgeschmiert und dann mit einem sauberen Taschentuch nachgewischt. Die Seiko-Verschlüsse habe ich jetzt nicht abgeklebt - das mache ich das nächste Mal, wenn ich wieder an die Küste komme, mit Klebeband.

      Aber am Rest der Kamera würde ich das Zeug doch gerne entfernen. Auch wenn die Kamera eigentlich aus Aluminium ist. Oder ist die Kamera nun ein Abschreiber? Sie fiel mir sowieso um, der Wind knallte die Kamera mit Stativ einfach so, plopp, im Winkel von 90° auf den steinigen Boden, woraufhin ein Knopf für die technische Rückwandverstelllung abplatzte ... Naja, man kann auch mit drei Schrauben noch die Rückwand feststellen.

      Im Internet gibt es einen schönen Link, könnt Ihr mir das empfehlen?



      Irgendwie traue ich mich nicht so, wegen des Entfernungsmessers. Ich habe Angst, dass ich das Wasser nicht mehr rauskriege!

      Generell lässt sich fragen, wie ihr bei Nässe knipst. Nehmt Ihr einen Schirm? Ich versuchte das, aber dann war es mir händemäßig zu mühsam, ich stellte nämlich fest, dass ich nur zwei davon habe.

      Dann probierte ich die Plastiktüte. Aber der Wind zettelte an dem Ding. Und die Linse muss ja doch frei bleiben.

      Gibt es da gute Lösungen? Was haltet Ihr davon:

      tutti.ch/de/vi/aargau/foto-vid…en-mantel-tasche/26327131

      Wie wäre es mit einer Aero-Technika als gestähltes Gehäuse? Kann man da die Entfernung einstellen? Vielleicht kaufe ich mir ja doch noch die Malefic ...

      Gruss euch allen
    • lohi wrote:

      Auf der Kamera ist so ein schmieriger, weißlicher Belag, so wie die Salz-Öl-Schmiere auf einer guten Focaccia.
      Wenn ich meine Kamera so versaut hätte, dann käme ich auf folgenden Gedanken, um den Mist wieder zu entfernen:
      Wischen und Reiben fällt flach, da extrem kontraproduktiv, weil man es ja immer in die nächste Spalte reinschmiert.

      Ich würde mein Dünnschichtsprühgerät mit dem entsprechenden Lösungsmittel füllen (also in diesem Fall erstmal mit dest. Wasser) und die Kamera zart einnebeln.
      Das sollte hoffentlich so gerade reichen, das Salz zu lösen, ohne daß die Salzbrühe gleich in irgendwelche Ritzen reinzulaufen droht.
      Dann gleich mit einem starken Sauger alles absaugen. Wobei die starke Saugleistung ja alleine dadurch hinzubekommen ist, daß man den handelsüblichen Saugrohrdurchmesser deutlich verringert.

      Womöglich den Vorgang mehrfach wiederholen.

      Prinzipiell könnte man das auch mit einem Blumensprüher machen, aber der spuckt oft und die Wassertröpfchen sind nicht wirklich fein.
      Aber vielleicht gips ja auch Profiblumensprüher für Profikameras... ;)
      Wer ein Airbrushgerät hat, könnte es damit probieren.

      Keine Ahnung, ob's funktioniert, aber mir fällt erstmal nix besseres ein.
      Beste Grüße
      Lutz

      instagram.com/remjetlab
    • Das mit den Ritzen ist ein Argument!

      Am Gehäuse finde ich das nicht so schlimm, am Objektiv schon eher.

      An Gemälden nimmt man den Dreck von der Ölfarbe, indem man ein Stück Weißbrot locker zusammenknetet, ohne Kruste freilich, und dann über die Oberfläche rollt, leicht angedrückt. Vielleicht könnte ich ja den Verschluss von außen auf diese Weise reinigen, ohne dass Flüssigkeit nach innen dringt.

      Gruss

      The post was edited 2 times, last by lohi ().

    • lohi wrote:

      Generell lässt sich fragen, wie ihr bei Nässe knipst.
      Hauptsache knipsen. Multitasking überfordert mich. Lenkt zu sehr ab. Professionelle Vorbereitung kriege ich nicht hin. Ist fürchterlich, ich weiß.

      Das Bild ist halt wichtiger als die Kamera, denn die kann man nachkaufen ersetzen, reparieren.

      Improvisation ist dem Fotografen immanent. So zumindest meine bisherige Berufserfahrung... ;)
      Beste Grüße
      Lutz

      instagram.com/remjetlab
    • Ich habe gerade erst meinen 6x7-Eigenbau in Dänemark auf genau die gleiche Weise geschrottet.
      Erst wehte auf der Mole nur ein wenig Schaum um die Füße und ich dachte: Egal. Dann spritzte Gischt an die Schienbeine und ich dachte: Ach, egal. Dann erwischte mich die erste Woge und ich konnte ihr gerade noch den Rücken zudrehen. Bin nur ein bisschen nass geworden und hatte die Kamera geschütz weggedreht. Also egal. Dann hat mich eine Welle auf der Mole voll erwischt und ich und die Kamera waren klatschnass. Das war mir dann doch nicht mehr egal.

      Im Ferienhaus dann alles abgewischt und über Nacht in eine Tüte mit Salz gestellt. Am nächsten Tag machte der Compur noch in einziges Mal Knirsch, und das wars. Seitdem ist der Verschluss Schrott. Der Rest, einschließlich Gläser des Apo-Grandagons ließen sich vom Salz befreien. Mit ein bisschen Süßwasser und nach dem Trocknen mit Pinsel und Mikrofasertuch.

      Nächstes Mal werde ich mindestens eine Plastiktüte drumwickeln und einen Skylightfilter montieren. Ob's reicht? Am Meer liegt ja immer Salzwasser in der Luft und Sand auch.

      The post was edited 1 time, last by Schwarzweißseher ().

    • Schwarzweißseher wrote:

      Im Ferienhaus dann alles abgewischt und über Nacht in eine Tüte mit Salz gestellt.
      Upps, das musst Du mir jetzt aber doch noch genauer erklären. Die Idee könnte glatt von mir sein, von wegen Konzentrationsgefälle und so!

      Vermutlich werde ich das nächste Mal eine alte Mamiya Press für 6x9 mitnehmen. Die kosten kaum mehr als ein Zehnerpack Rollfilme und man kann hinten ja auch verstellen, zur Not. Darauf setze ich dann einen Sportsucher. Das Ganze kommt dann ich einen wasserdichten Sack, wie Du ihn beschreibst. Vorne ein Filter, der mit dem Sack verbunden ist, oben ein Blitzschuh für den Sportsucher.

      Wäre das nicht ein tolles Kickstarterprojekt?

      Der Witz ist ja der, dass ich die D2X nie verpackt habe, die ging im Regen immer mit, ohne Schutz.
    • Salzwasser und Kameras sind immer ein Problem. Am besten so weit es geht verpacken und Glasfilter für die Frontlinsen verwenden. Aber manchmal ergeben die widrigsten Bedingungen die schönsten Motive.... ;)




      Grüsse
      Andreas

      To infinity... and beyond!
    • ich bin jetzt mal ein bisschen ketzerisch:
      für solche Einsatzorte wurde speziell die Intrepid gebaut. Bei dem Preis kann man die auch danach einfach verschrotten :P :D :evil: :saint: :lol: :mrgreen:

      und bitte nicht Schwarzweißseher nachmachen, wenn schon dann Reis nehmen hat eine höhere hygroskopische ( wasseranziehende ) Wirkung.

      Grüße und ein schönes Wochenende
    • Jockel123 wrote:

      für solche Einsatzorte wurde speziell die Intrepid gebaut. Bei dem Preis kann man die auch danach einfach verschrotten
      Ja, schon, aber dafür braucht man nicht noch so weit zu fahren. Das geht auch zu Hause.

      Im Ernst: die Horseman 985 kostete inkl. Rangefindercams für 65, 90 und 150mm 220 CHF (gebraucht), das sind rund 190-200 Euro. Da wäre die Verschrottung ja noch günstiger ...

      Vorher probiere ich aber noch das Brot für den Verschluss und das Durchspülen des Gehäuses. Wird schon werden.
    • Echt, Reis zieht das Wasser besser an? Und ich dachte, Salz wäre besser. Deshalb habe ich Salz genommen : (

      Ich habe einfach eine ganz Packung in eine Plastiktüte gestreut, Kamera rein, und dann zugeknotet über Nacht. Wahrscheinlich hätte man erstmal alles mit Süßwasser fluten müssen?!

      Lohi, wie meinst du das mit dem Brot für den Verschluss?
    • Ich habe gute Erfahrungen mit folgender Methode gemacht:
      Wenn mal eine meiner Kameras zu viel Salzwasser abbekommen hat, nehme ich nach dem Trocknen einen nicht flusenden Lappen, sprühe sehr wenig Kriechöl (z.B. WD-40) drauf und reibe das Gehäuse damit ab. Kriechöl unterläuft nicht nur den Salzwasserschmier, sondern auch eventuelle Feuchtigkeit in den Ritzen. Danach reibe ich die Kamera mit einem anderen trockenen Lappen wieder ab.

      Über meinen Filter- und Frontlinsenschutz bei Regen hatte ich ja vor einiger Zeit schon mal berichtet: grossformatfotografie.de/threa…?postID=119528#post119528
      LG, Klaus
      ___
      www.bonnescape.de
    • @schwarzweißseher: das innere eines brotes zum knetwürfel (walnussgrösse) zisammenkneten. saugt auf, aĺles haftet, wenn man dann über die dreckige oberfläche rollt. das könnte man an den aussenseiten des verschlusses machen, ohne dass der dreck in die ritzen des verschlusses (zb am zeiteneinstellrad) gerät.

      aber der lappen mit wd40 ist auch plausibel. morgen probiere ich das alles aus. einen tag kann das jetzt auch noch zuwarten.

      gruss und gute nacht
    • Hallo,
      wenn ich mit der Sinar mal unter widrigen Wetterbedingungen unterwegs bin, verwende ich für solche Fälle zunächst für das Objektiv einen UV-Filter und um das Objektiv einen Folienschlauch mit Kordel zum zuziehen (gibt es für Digicams in verschiedenen Größen und Längen). So ist das Objektiv und der Verschluss schon mal geschützt. Der Folienschlauch ist so weit, dass man von hinten ggf. noch Einstellungen am Verschluss vornehmen kann. Da selbst der größte Folienschlauch für die ganze Sinar nicht ausreicht, habe ich für den Balgen und die Standarten einen durchsichtigen alten Regenschutz für Kinderwagen aus recht dicker und zäher Folie. Da passe ich dann zum Einstellen der Standarten mit dem Kopf auch auch noch drunter.

      Den Filter dabei mit einem Microfasertuch und einem Gemisch aus dest. Wasser und ein wenig Isopropanol regelmäßig reinigen. Sind Salzwasserrückstände auf der Kamera, werden die abends mit einem saugfähigen und fusselfreien, mit dest. Wasser getränkten, Lappen abgewischt. An Kanten nur tupfen, nicht wischen.

      Da die ganze Konstruktion recht windanfällig ist, werden die Stativbeine eine Stufe weiter abgespreizt. So kann die Kamera nicht kippen.

      Viele Grüße
      Frank
    • Was mir wirklich weh tut ist, wenn die Verschlüsse leiden. Mechanische Großformat-Verschlüsse werden ja meines Wissens nicht mehr hergestellt. Daher, wenn es um Salzwasser oder Wüstensand geht, stelle ich mir die Frage, ob ich nicht sowieso eine Langzeitbelichtung machen will, und dann brauche ich keinen Verschluß dabeizuhaben, höchstens vielleicht ND-Filter.

      Gruß
      Wilfried