Aus dem ewigen Eis...

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    • Aus dem ewigen Eis...

      ... eines Tiefkühlers oder zumindest aus den Ecken eines kühlen Kellers kommen zuweilen alte Perlen zum Vorschein. In diesem Fall nicht aus meinem Keller, sondern mutmaßlich aus dem Keller eines freundlichen ebay-Händlers, der mehrere Posten abgelaufenen Planfilm-Materials angeboten hatte.
      Zugegeben: bei Material, das deutlich länger als 10 Jahre abgelaufen ist und dazu auch noch eine unbekannte Lagerhistorie hat, schwingt immer das Risiko mit, dass man Geld für etwas ausgibt, das dann nicht mehr funktioniert.
      Aber wenn es um Material im ohnehin mittlerweile recht seltenen 13x18cm Format geht, dann riskiere ich schon mal einen Fuffi für insgesamt etwa 100 Blatt 13x18cm und 30 Blatt 9x12cm...
      Bis auf eine Schachtel waren alle noch versiegelt, also kam anfangs der Woche der erste Test mit einem Blatt aus der bereits offenen Schachtel:



      Dr. Staeble Reisekamera Modell F, Caltar 305mm f/6.3, abgelaufener Kodak Vericolor III Type S @ISO50, Tetenal C41 Chemie bei 30°C, Scan vom Negativ

      Wir reden hier von einer Packung Kodak Vericolor III Type S, zu entwickeln bis 01/1989 !!!
      OK, unten sieht man einen deutlichen Magenta-Stich, den ich aber erst einmal der seit x Jahren geöffneten Packung zuschreiben würde.
      Wenn ich nun annehme, dass die übrigen Packungen (2 weitere Vericolor aus der gleichen Charge, 3 etwas neuere Vericolor, 3 etwas neuere Ektachrome und 1 T-Max von 1996, alle ungeöffnet) gleich gelagert wurden, bin ich verhalten optimistisch, dass ich einen Gutteil davon auch tatsächlich und ohne große Einschränkungen verwenden kann. Ich muss halt auf jeden Fall jeweils das erste Blatt einer Schachtel testen...
    • Mir gefällt das. Den Stich muss man sich halt schön trinken.

      Dem Aberfeldy (=einziger trinkbarer Single Malt, den es auch beim Discounter gibt) ein würdiges Denkmal gesetzt.

      Slainte mhath!
      Grüße aus dem Schwarzwald, Euer Jens

      instagram: jmkfotodesign I MK: JMK fotodesign I strkng: JMK fotodesign
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      <3 Sinar P2/F2 8) Graflex Crown Graphic Special :thumbsup: Tachihara 8x10
    • JMK fotodesign wrote:

      Den Stich muss man sich halt schön trinken.
      ... oder zunächst einmal das Positive insgesamt sehen:
      • Ich habe mehrere Schachteln etwa gleich alten und gleich gelagerten Films. Der Test mit einem Blatt aus der einzig geöffneten Packung zeigt lediglich dort, wo die Packung geöffnet war, einen Farbstich, ansonsten sehen Negativ und Scan nicht wesentlich anders aus als nicht-abgelaufener Film. Ich kann also erst einmal annehmen, dass die übrigen Packungen (zumindest die 5 weiteren Packungen Vericolor) wahrscheinlich brauchbare Ergebnisse zulassen werden.
      • Selbst die übrigen Blätter aus dem bereits geöffneten Pack sehe ich nicht als unbrauchbar an. Im Zweifelsfall kann ich farbstichige Bilder immer noch in Schwarzweiß-Bilder umwandeln :) . Oder auch einfach nur für Objektivtests oder ähnliches verwenden. Oder auch für (Herbst-) Waldbilder, bei denen noch etwas Farbe fehlt. :saint:
      • Der nächste Test mit einem Blatt aus einer bislang ungeöffneten Packung wird zeigen, inwieweit meine Vermutung bzgl. Farbstich und Brauchbarkeit richtig ist (zumindest bezogen auf die 5 Packungen Vericolor). Ich werde hier weiter berichten (Drum ist dieser Thread auch in der Bastelecke).

      JMK fotodesign wrote:

      Dem Aberfeldy (=einziger trinkbarer Single Malt, den es auch beim Discounter gibt) ein würdiges Denkmal gesetzt.
      :thumbsup: wusste gar nicht, dass man den Aberfeldy auch bei nem Discounter kriegt (bei welchem?). Egal, teuer war er auch so nicht und bei der ersten Verkostung ist er auch eher positiv aufgefallen.

      JMK fotodesign wrote:

      Slainte mhath!
      wie sehr man doch durch die Musik seiner Jugend geprägt ist. Darauf werde ich heute nach getaner Arbeit anstossen :mrgreen:
    • ekech wrote:

      dass man den Aberfeldy auch bei nem Discounter kriegt (bei welchem?)
      Im "Real" steht der im Regal!
      Grüße aus dem Schwarzwald, Euer Jens

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    • Jockel123 wrote:

      Da habe ich mit meinem SW Film NP20 in 13x18, der in 1991 abgelaufen ist, nicht so viel Glück.
      Leider schönen Schleier und massiver Abfall der Empfindlichkeit. Muss aber noch weiter testen.

      Grüße
      .. ich wollte eigentlich gar nicht daumen hoch drücken - sondern zitieren ..
      na-ja

      auf jeden fall lernen wir - alten whisky kann man mal kaufen,
      alte filme vielleicht nicht! :)

      saufberater.io/whiskey-test/
      "phantasie ist etwas, was sich manche leute nicht vorstellen können!"
    • Hast du mal versucht, die Perspektive zu korrigieren (so, daß alle senkrechten Kanten parallel zum Bildrand abgebildet sind - ich meine, daß dies der Standard bei solcher Art von Aufnahmen ist, wenn du die als Auftrag gemacht hättest)?
    • lookbook wrote:

      auf jeden fall lernen wir - alten whisky kann man mal kaufen,
      alte filme vielleicht nicht!
      @lookbook:
      Ich bin mir absolut im Klaren darüber, dass es hier im Forum einige Leute gibt, die solch alten Film einfach nur entsorgen würden. Ich hatte dementsprechend schon ähnliche Kommentare (auch von Dir) erwartet und nehme diese auch zur Kenntnis.
      Allerdings habe ich das hier auch bewusst in der Bastelecke gepostet, so dass Du durchaus auch davon ausgehen kannst, dass "meine" Vorgehensweise und mein Spieltrieb nicht zwingend allgemeingültig sein sollen.
      Ich zeige hier nur, dass man auch mit sehr altem und/oder billigem niedrigpreisigen Material durchaus brauchbare Ergebnisse erzielen kann.
      Wenn Du allerdings mal Deiner eigenen Signatur gerecht werden möchtest, dann stelle Dir vielleicht mal folgende Fragen oder mach Dir mal folgende Gedanken:
      • woher bekomme ich HEUTE überhaupt noch neues bzw. noch nicht abgelaufenes Farbnegativ-Material im Format 13x18cm?
      • wieviel muss ich HEUTE für neues bzw. noch nicht abgelaufenes Farbnegativ-Material im Format 13x18cm zahlen?
      • wenn ich einen gewissen Spass am Experimentieren habe und mein Hauptanliegen nicht zwingend Farbtreue oder absolute Qualität sind, muss ich dann unbedingt neues/teures Material verballern?
      • Ist es nicht auch mal schön, wenn man noch brauchbares Material vor der Entsorgung rettet?
      • Könnte es nicht auch ermutigend sein, wenn man sich daran erinnert, daß man noch ein paar alte Packungen "irgendwo" herumliegen hat?
    • Diesch wrote:

      Hast du mal versucht, die Perspektive zu korrigieren (so, daß alle senkrechten Kanten parallel zum Bildrand abgebildet sind - ich meine, daß dies der Standard bei solcher Art von Aufnahmen ist, wenn du die als Auftrag gemacht hättest)?
      @Diesch:
      Nein, habe ich in diesem Fall nicht - wie schon angedeutet, ist dies einfach nur ein schneller Testschuß gewesen, um die Brauchbarkeit des Filmmaterials bewerten zu können. Da es durchaus hätte passieren können, dass das Material komplett unbrauchbar ist (blank, Schleier, ...), habe ich hier nur den minimalsten Aufwand betrieben, um ein Bild zu bekommen.
    • Diesch wrote:

      Hast du mal versucht, die Perspektive zu korrigieren (so, daß alle senkrechten Kanten parallel zum Bildrand abgebildet sind - ich meine, daß dies der Standard bei solcher Art von Aufnahmen ist, wenn du die als Auftrag gemacht hättest)?
      Auch wenn es als Auftrag gemacht worden wäre müsste es nicht zwangsläufig perspektivisch korrigiert sein. Gerade bei Werbeaufnahmen könnte das sogar kontraproduktiv sein.


      Gruesse, klw
    • ekech wrote:

      lookbook wrote:

      auf jeden fall lernen wir - alten whisky kann man mal kaufen,
      alte filme vielleicht nicht!
      @lookbook:Ich bin mir absolut im Klaren darüber, dass es hier im Forum einige Leute gibt, die solch alten Film einfach nur entsorgen würden. Ich hatte dementsprechend schon ähnliche Kommentare (auch von Dir) erwartet und nehme diese auch zur Kenntnis.
      Allerdings habe ich das hier auch bewusst in der Bastelecke gepostet, so dass Du durchaus auch davon ausgehen kannst, dass "meine" Vorgehensweise und mein Spieltrieb nicht zwingend allgemeingültig sein sollen.
      Ich zeige hier nur, dass man auch mit sehr altem und/oder billigem niedrigpreisigen Material durchaus brauchbare Ergebnisse erzielen kann.
      Wenn Du allerdings mal Deiner eigenen Signatur gerecht werden möchtest, dann stelle Dir vielleicht mal folgende Fragen oder mach Dir mal folgende Gedanken:
      • woher bekomme ich HEUTE überhaupt noch neues bzw. noch nicht abgelaufenes Farbnegativ-Material im Format 13x18cm?
      • wieviel muss ich HEUTE für neues bzw. noch nicht abgelaufenes Farbnegativ-Material im Format 13x18cm zahlen?
      • wenn ich einen gewissen Spass am Experimentieren habe und mein Hauptanliegen nicht zwingend Farbtreue oder absolute Qualität sind, muss ich dann unbedingt neues/teures Material verballern?
      • Ist es nicht auch mal schön, wenn man noch brauchbares Material vor der Entsorgung rettet?
      • Könnte es nicht auch ermutigend sein, wenn man sich daran erinnert, daß man noch ein paar alte Packungen "irgendwo" herumliegen hat?

      .. jeder wie er will - ich habe nichts dagegen. deshalb das "vielleicht" in meiner aussage.
      ich selbst verstehe das gesagte als warnung mich nicht damit abzugeben,
      weil mir der aufwand zu hoch wäre.
      "phantasie ist etwas, was sich manche leute nicht vorstellen können!"
    • kleines Update, nachdem ich gestern spontan mit der 13x18 und zwei weiteren Kassetten mit dem o.g. Vericolor unterwegs war. Außerdem stand auch noch der Test der Cinestill C41 Chemie an, das ich eigentlich nur deshalb gekauft habe, weil das von mir hochgeschätzte Tetenal C41 Kit vor kurzem nicht verfügbar war.


      Dr. Staeble Reisekamera F 13x18cm, Caltar 305mm, abgelaufener Kodak Vericolor III (01/89), Cinestill C41 Chemie bei 30°C, Scan vom Negativ.

      Auch hier hatte ich wieder einen Bereich (in diesem Fall links; hier aber nicht sichtbar, da weggeschnitten), mit Magenta-Farbstich. Einer meiner Tests war auch, ein Blatt umgekehrt in die Kassette zu legen (Kerben nicht rechts oben, sondern links unten), um so festzustellen, ob der Bereich mit dem Farbstich dem Filmmaterial oder Kassette/Kamera/Lichteinfall geschuldet ist. Da der farbstichige Bereich sowohl beim "richtig-", als auch "falsch-herum" eingelegten Blatt jeweils unten auftritt, kann ich den Farbstich wohl eindeutig dem Material bzw. der seit x Jahren geöffneten Packung zuordnen.

      Zum Cinestill C41 Kit:
      Es scheint bei den ersten beiden Entwicklungsgängen genauso gut zu funktionieren, wie das Tetenal Kit. Was mir weniger gefällt, sind die US-/angelsächsischen Maßangaben und z.T. deutlich abweichende Zeitangaben gegenüber der Tetenal Chemie - was zwar bei den ersten beiden Entwicklungsgängen kaum eine Rolle spielt, später aber beim 5. oder 6. Entwicklungsgang doch zu etwas Unsicherheit meinerseits führt...
    • ekech wrote:

      mit Magenta-Farbstich
      Dein Geröll hat ja ebenso einen Magenta-Ton. Das kenne ich aber auch: Im Wald hat man sehr viel grünes Licht durch die vielen Blätter. Vor Ort filtert es das Gehirn aus und wir bemerken es nicht. Eigentlich müssten die Steine grüner sein (da kein weißes Licht). Schwierig wird es dann bei der Ausfilterung daheim. Dort möchte man dann gegen Grün ausfiltern und erhält dann häufig magentafarbenes Gestein oder vertrocknetes Laub am Boden. Hier finde ich es noch gut gelungen bzw. kaum störend. Ich nehme nach der regulären Filterung häufig bei solchen Lichteinflüssen eine selektive Magenta-Korrektur mit dem Computer vor bzw. entferne diesen (einzigen) Farbton in entsprechenden Bereichen.
      Gruß,
      Thomas
    • Jockel123 wrote:

      Ansonsten gefällt das Bild und hat ein schönes Bokeh
      Danke ;) Wenn ich das noch richtig im Hinterkopf habe, war das Blende 8 beim 305mm Caltar (was ja ein Kodak Commercial Ektar 12" Klon ist - m.W. eine Tessar-Rechnung).

      Thora wrote:

      Dein Geröll hat ja ebenso einen Magenta-Ton.
      Zugegeben: Ich habe mir gestern abend beim Scannen und der leichten Nachbearbeitung relativ wenig Mühe gegeben, hier einen "sauberen" Weißabgleich zu finden ;)
      Aber Danke für Deine Hinweise+Erklärung!
    • ekech wrote:


      Thora wrote:

      Dein Geröll hat ja ebenso einen Magenta-Ton.
      Zugegeben: Ich habe mir gestern abend beim Scannen und der leichten Nachbearbeitung relativ wenig Mühe gegeben, hier einen "sauberen" Weißabgleich zu finden ;)
      Ich finde das ist dir – genauso wie die Aufnahme – gut gelungen.

      Der Kontrast könnte gerne etwas höher sein. Einen Hauch wärmer dürfte es dann evtl. auch sein, ist aber natürlich Geschmackssache :)


      Gruesse, klw
    • lookbook wrote:

      also zusätzlich zu den fehlfarben unten, sehen beide fotos doch irgendwie "angestaubt" aus oder?
      woran könnte das denn liegen?
      meinst Du jetzt tatsächlich die (zugegebenermaßen reichlich vorhandenen) Fussel + Staubkörner oder insgesamt die Bildanmutung?

      Im Falle von Staub/Fusseln: Das hat jetzt nichts mit dem verwendeten Material zu tun, sondern vielmehr damit, daß ich hier nicht in einem Reinraum leben und speziell bei Bildern, die für mich eher "Testbild"-Charakter haben, keinen großen Aufwand betreibe, den Staub zu entfernen.
      Hinzu kommt noch, daß ich die Negative im 13x18 Format im Epson V800 mit der Epson Software nur direkt vom Glas scannen kann, was die "ICE" Funktionalität deaktiviert - und die alternative Funktionalität "Staubentfernung" tut irgendwie nix...
    • .. nein @ekech,

      ich meinte die bildanmutung. das ist mir vorher bei dem ersten foto nicht so aufgefallen.
      jetzt wo das zweite foto da ist, meine ich es bei beiden fotos zu sehen - beim 2. auf jeden fall ganz deutlich.
      (bildanmutung wie von einer grauen schicht bedeckt)
      "phantasie ist etwas, was sich manche leute nicht vorstellen können!"