neue günstige 8x10" Kamera von Stenopeika

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    • Ist aber schon ein Kampfpreis für eine aus Metall gefertigte, neue Kamera in 8x10". Erfahrungsberichte fände ich durchaus interessant.

      550mm Auszug sind doch schon einiges für eine "Field Camera". Damit lässt sich schon was anfangen, und zur Not kann man verlängerte Platinen verwenden. Mehr als 480mm würde ich sowieso nicht mit so einer Kamera verwenden, und das wäre in Kombination mit einer verlängerten Platine für Landschaft schon in Ordnung.

      Für Studio-Anwendungen nimmt man halt eine Sinar. :)

      Viele Grüße
      Wilfried
    • Die Linearführungen sind keine echten Schneebergertypen sondern sehen aus wie Schubladenauszüge. Zumindest sind sie definitiv genauso nur aus Blech gekantet/gezogen.
      Aus Metall sind allenfalls die Bügel, Führungen und ein paar andere Anbauteile, das Gehäuse ist aus dunkel gebeiztem Holz.
      Sonst wäre auch das Gewicht von 3,5kg nicht zu halten.
      Zum Vergleich, eine Toyo Field 810M, eine komplett aus Metall gefertigte Kamera, allerdings mit dreifach Auszug, wiegt knappe 7kg

      Ob eine solche Holzkamera 1000 Euronen wert ist kann ich natürlich nicht beurteilen solange man selber keine in Augenschein genommen hat.

      Erfahrungsgemäß sind Verschraubungen in diesem Schichtholz, vermutlich ist es Birke, bei weitem nicht so sicher wie in einem gewachsenem Nussholz, Rosenholz oder ähnlichem Edelholz.

      Denke das eine gebrauchte Tachihara/Wista 8x10 oder die besagte Toyo die bessere Wahl wären, auch wenn sie teurer sind.

      Lasse mich aber gerne überzeugen wenn jemand die vorgestellte Kamera mal in Benutzung hatte und aus erster Hand berichten kann.
    • Die Führungen betrachte ich auch mit gewissem Mißtrauen. Schichtholz muß aber wirklich nicht schlecht sein. Das verwende ich selbst gerne weil es sich weniger verzieht und eigentlich robuster ist als Massivholz. Flugzeugsperrholz ist sogar richtig gut.

      Ich werde sicher keinen Testkauf machen, ich habe ja schon genug Kameras. Aber Erfahrungsberichte werde ich mit Interesse verfolgen. Von der Preislage her konkurriert die Kamera beinahe mit Intrepid. :)

      Gruß
      Wilfried
    • Natürlich gibt es bei den Schichthölzern deutliche Unterschiede nur was für eine Sorte wird bei dieser Preislage verwendet werden?
      Sicher nicht die Sorte die mit extrem hohem Druck und ausgesuchten Hölzern verklebt und dann für Propeller oder andere Flugzeugteile verwendet werden.
      Es wird eher die Sorte sein die auch bei der Intrepid Verwendung findet und da bin ich halt aus Erfahrung sehr skeptisch.
      Wenn in diese Hölzer Einsatzgewinde, in Form von Rampamuttern oder Ensat eingesetzt werden, dann halten die Gewinde nahezu ewig, nur wird das kaum so sein weil das recht aufwendig und somit teuer ist.
      Persönlich mag ich es eh lieber wenn eine Kamera aus Metall gebaut ist, mag auch daran liegen das ich sein 40 Jahren im der Metall verarbeitenden Indistrie tätig bin, also nicht ganz unparteiisch bin :D

      Angefügt habe ich hier ein Foto von einer Holzkamera die ich vor vielen Jahren selber gebaut habe, dann verkaufte und vor etwa einem Jahr bei einem Händler in England auftauchte.

      Das Holz ist sogenanntes Pertinax, unter extrem hohem Druck mit Phenolharz verleimtes Holz.
      Es ist so hart das es sogar mit Werkzeugen für die Metallverarbeitung bearbeitet werden sollte, Werkzeuge für Holz versagen daran kläglich.
      Alle Gewinde bestehen aus Ensat Einsätzen, Schrauben sind komplett aus Edelstahl, die Laschen für den Kamerariemen habe ich ebenfalls aus Edelstahl gemacht und sind drehbar ausgeführt.
      Das Objektiv auf ist auf 1/2000mm genau auf unendlich abgestimmt.
      Das Rückteil stammt von der Firma Plaubel, wurde auch bei der Peco Junior 6x9 verwendet, also für wechselkassetten, mit dabei war auch eine Mattscheibe.
      Das Objektiv, die Einstellfassung und der Sucher waren unbenutze original Ersatzteile für die Plaubel Proshift, bin ich mal günstig rangekommen.
      Der Griff und der Auslöser sind, wie unschwer zu erkennen, von der Firma Linhof.
      Die Kamera ist für 6x9cm auf 120er Rollfilm.
      Also, ich kann auch mit Holz, wenn ich will:

      The post was edited 1 time, last by norma ().

    • norma wrote:

      Das Holz ist sogenanntes Pertinax, unter extrem hohem Druck mit Phenoharz verleimtes Holz.
      Das weckt Erinnerungen. Ich kenne Pertinax aus dem Elektromaschinenbau als Isoliermaterial, Träger für Klemmbretter etc. Macht man heute wohl nicht mehr. Jedenfalls ist das Zeug nicht nur hart, sondern auch rech spröde. Respekt für deinen Eigenbau!
      Al é bun sciöch' al é ...
    • norma wrote:

      das Gehäuse ist aus dunkel gebeiztem Holz
      Da bin ich mir nicht so sicher. Für mich sieht das Ding mehr nach einem Verbund von 3d-Druck-Teilen und Metallkomponenten aus. Für Holz ist das Material zu dünn. "Schubladenauszüge" klingt gut! Schlimmer als die Führungen der Kamera, deren Name nicht genannt werden darf, sind die aber auch nicht. Naja, Maschinenbau/Feinmechanik sieht anders aus ...
      Al é bun sciöch' al é ...
    • hppruefer wrote:

      norma wrote:

      das Gehäuse ist aus dunkel gebeiztem Holz
      Da bin ich mir nicht so sicher. Für mich sieht das Ding mehr nach einem Verbund von 3d-Druck-Teilen und Metallkomponenten aus. Für Holz ist das Material zu dünn. "Schubladenauszüge" klingt gut! Schlimmer als die Führungen der Kamera, deren Name nicht genannt werden darf, sind die aber auch nicht. Naja, Maschinenbau/Feinmechanik sieht anders aus ...
      Zuerst dachte ich auch das es Matrerial aus dem Drucker ist aber ich vermute dass das zu teuer wäre, daher denke ich das es Holz ist. Deren anderen Kamera sind ebenfalls aus Holz aber aus recht gutem, die Preise sind auch entsprechend höher.
      Für jemandem der in homöopathischen Dosen in 8x10 fotografiert, also so jemand wie ich, mag das die richtige Wahl sein, leider bin ich zu pingelig und daher habe ich eine Toyo 810M die viel zu wenig benutzt wird.

      The post was edited 1 time, last by norma ().

    • Die berüchtigte salvatorische Klausel vorab: Ich habe die Kamera bisher weder in natura gesehen noch in der Hand gehabt. Meine Äußerungen beziehen sich also ausschließlich auf die "Papierform".

      Auf 3d-Druck bin ich gekommen, weil die Struktur recht filigran aussieht (die Unsagbare hat dagegen Materialdicken, die einen eher an Fred Feuerstein denken lassen!) und die Seitenflächen der Nichtmetallteile sehr geschichtet wirken. Nach genauerem Lesen der Herstellerseite dürfte es aber in der Tat Holz sein. Das sieht im Übrigen gut verarbeitet aus (btw, Präzisionsfertigung in Holz - CNC? - dürfte nicht billiger sein als 3d-Druck, ist aber sicher genauer). Was die Schubladenauszüge betrifft: Sofern die kugelgeführt sind, sollte es mit der Präzision reichen. Ich erwähne ja immer gerne als Beispiel die historischen Holzreisekameras ... präziser waren die nicht.

      [Für mich wäre so eine Kamera allenfalls als nette spielerische Ergänzung interessant, weil ich im Grunde wenig Interesse an 8x10 habe, das für mich außer der schieren Größe (Kontakte?) und vielleicht dem tatsächlich geringen Nettogewicht keinen wirklichen Mehrwert brächte.]

      Genug Mutmaßungen. Jedenfalls warte auch ich gespannt auf seriöse (!!!) Erfahrungsberichte, gepaart mit polemikfreien Kommentaren.

      Hoffnungsvolle Grüße, hp
      Al é bun sciöch' al é ...
    • Ich freue mich, daß jetzt hier (und schon schlappe sechs Wochen nach meinem initialen Beitrag!) auch über diesen Kamerahersteller, bzw. über dieses Budget-Modell diskutiert wird. Es gibt ja durchaus noch weitere Alternativen, die neu sind und sich in diesem Preissegment tummeln.

      Man braucht übrigens keinerlei Mutmaßungen über die Materialien und den Herstellungsprozess anzustellen, da es dazu deutlich mehr als 800(!) Werkstattbilder auf dem instagram account zu sehen gibt:
      instagram.com/stenopeika_cameras/

      Zusätzlich gibt es auch einen youtube-Kanal, auf dem z.Zt. 85(!) Videos veröffentlicht sind.:
      youtube.com/user/79samu/videos

      Warum allerdings auf der Stenopeika-Website kein Hinweis darauf zu finden ist, bleibt wohl ein Firmengeheimnis... ;)
      Beste Grüße
      Lutz

      instagram.com/remjetlab
    • Blindfisch wrote:

      Man braucht übrigens keinerlei Mutmaßungen über die Materialien und den Herstellungsprozess anzustellen, da es dazu deutlich mehr als 800(!) Werkstattbilder auf dem instagram account zu sehen gibt
      Danke für diesen hilfreichen Hinweis. Mea culpa (allerdings sind insta und facebook nicht gerade meine Lieblinge). Sieht seriös aus!

      Blindfisch wrote:

      Warum allerdings auf der Stenopeika-Website kein Hinweis darauf zu finden ist, bleibt wohl ein Firmengeheimnis
      Allerdings. Da steht nicht mal allzuviel zu den Materialien, außer zur Holzauswahl, aber die nur bei den teureren Modellen. Deshalb auch meine Unzulänglichkeit ...

      Blindfisch wrote:

      und schon schlappe sechs Wochen nach meinem initialen Beitrag
      Hach!

      Davon abgesehen betrachte ich das Ganze als (nützliche) Information. Das Grundübel besteht ja gerade darin, dass man außer mit viel Reisetätigkeit - bei Budgetkameras eher sinnfrei - keine Chance hat, sich ein reales Bild von den Produkten zu machen.

      Dezent zerknirschte Grüße, hp
      Al é bun sciöch' al é ...
    • Blindfisch wrote:

      Man braucht übrigens keinerlei Mutmaßungen über die Materialien und den Herstellungsprozess anzustellen, da es dazu deutlich mehr als 800(!) Werkstattbilder auf dem instagram account zu sehen gibt:
      instagram.com/stenopeika_cameras/

      Zusätzlich gibt es auch einen youtube-Kanal, auf dem z.Zt. 85(!) Videos veröffentlicht sind.:
      youtube.com/user/79samu/videos
      Meine unwesentlichen Impressionen: wenn ich das so sehe, dann kommt mir das tausendmal transparenter, seriöser und freudvoller vor als in dem Laden, dessen Produkte man nicht erwähnen darf und auch nicht erwähnen möchte. Jedenfalls bin ich mittlerweile seit drei Monaten ganz froh ohne das, was mich mal störte, bevor ich es an jemanden abgab, dessen Namen ich hier - aus begreiflichen Gründen - ebenfalls nicht nennen will. - Fehlt nur noch, dass die wirklich auch liefern, statt nur zu kassieren. - Jedenfalls bleiben die ja noch ein wenig in unserer Gemeinschaft, deren Namen von einigen ja auch nicht mehr so gerne gehört wird. wo doch jetzt der eine am Ruder bleibt und dem anderen das Maul gestopft wurde.

      Die Youtube-Arbeit ist toll. Und Italienisch lernt man noch gleich mit. Grazie!
    • lohi wrote:

      wenn ich das so sehe, dann kommt mir das tausendmal transparenter, seriöser und freudvoller vor als in dem Laden, dessen Produkte man nicht erwähnen darf und auch nicht erwähnen möchte.
      .. schön, wie du den namen endeprütt versteckt hast - ich selbst kann das nicht so gut, wie du hier lesen kannst! : )
      "phantasie ist etwas, was sich manche leute nicht vorstellen können!"
    • wenn das ding tatsächlich aus pertinax (geschichtet verklebtes papier) ist, würde ich mir um mechanische stabilität wenig sorgen machen. ich habe das gehäuse meines LED-kaltlichtkopfes daraus gebaut:

      der krempel ist extrem hart und widerstandsfähig, verwindungssteif und mechanisch belastbar. stinkt halt brutal beim bohren/schleifen/feilen/sägen. wie es sich halt gehört im analogen labor. :D
      dislikes? wenn es dir in deiner kleinen welt weiterhilft...
      likes? lieber nicht. unnötig.