Interview mit Michael Wesely bei Perlentaucher

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    • Schwarzweißseher wrote:

      Habe gerade ein Interview mit Michael Wesely auf Perlentaucher entdeckt:
      ja, habe ich auch gelesen. sehr aufschlussreich. das, was wesely zur porträt-fotografie sagt, entspricht auch meiner meinung. auch wenn ich mit weselys bildern selbst auch nicht richitg warm werde. "the decisive moment". ein witz.

      ich habe früher selber auch mehrere jahre porträtfotografie betrieben. meistens für reportagen. hunderte von gesichtern abgelichtet. aber diesen "moment", das wesen eines menschen in einem einzigen bild zu erfassen, habe ich leider auch nie getroffen, bei keinem bild. und so schlecht als fotograf kann nicht mal ich gewesen sein.
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    • Schwarzweißseher wrote:

      Bei Perlentaucher gibt es wohl öfter mal interessante "Foto-Storys". Nennt sich dort "Fotolot":

      perlentaucher.de/fotolot

      dem kann ich nur unumwunden zustimmen, ich lese den truschner auch häufig mit genuss und gewinn.

      seine einschätzung zur immer häufiger auftretenden einfallslosigkeit, mutlosigkeit und - nicht selten - "wirtschaftlichen befangenheit" einiger kuratierender ist wohl leider richtig. wenn man es etwas grob formulieren will: die großen institutionen treiben immer häufiger immer wieder die selbe sau durch´s dorf. dafür muss dann oft die düsseldorfer schule herhalten. eigentlich findet man in europa oder nordamerika immer grad irgendwo eine ausstellung mit werken von gursky, ruff, struth, hütte oder höfer. wenn nicht die, dann eben tillmanns. und wenn der grad nicht zu haben ist, dann müssen eben deren altvordere ran: sander, becher, blossfeldt oder renger-patzsch. ||

      das sind sicher alles stellenweise sehr gute künstler. aber die welt hat mehr zu bieten. den mut zu neuem haben dagegen die wenigsten kuratierenden. das überlässt man am liebsten dem zufall. oder den kleinen galerien oder der underground-szene. um danach - wenn sich tatsächlich mal ein neues gesicht durchgesetzt hat - auf den fahrenden zug zu springen und den rahm abzuschöpfen. *öchl*, sorry für die phrasendreschmaschine.

      wenn das nur die privatwirtschaftlich organisierten institutionen so machen würden - geschenkt, weil erwartbar (stichwort gewinnerzielungsabsicht). aber leider verlieren auch die öffentlich-rechtlich finanzierten institutionen (galerien, stiftungen, aber auch medien wie z.b. arte und 3sat) immer häufiger ihren bildungs- und informationsauftrag aus dem sinn und verstoßen gegen das pluralitätsprinzip. und schielen stattdessen auf quote, klick und massengeschmack. warum muss die stadtsparkasse münchen eine ausstellung mit repliken (!) von michelangelo präsentieren? oder die stadtgalerie münchen seit einem halben jahr - tusch! - thomas ruff!

      empfehlenswert übrigens truschners text zur zensur. "narzissmus der feinsten unterschiede": das ist wunderbar formuliert.
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    • Ja, das ist das Elend mit der Kunst: Wenn man es erst einmal geschafft hat, rollt der Rubel. Aber auch erst dann. Der Weg dahin ist finanziell hart und lang. Da kann man dann schnell mal auf die Idee kommen, mit gefälligem Mainstream-Kram von seinem Weg abzuweichen, um die Rechnungen bezahlen zu können.

      Und Leute zu finden, die neue, unkonventionelle oder sogar kritische Sachen veröffentlichen oder ausstellen, ist noch schwieriger.
    • Dem kann ich - leider - nur zustimmen.
      Wenn ich mir anschaue, wie Becher bzw. die Becherklasse hochgejubelt wird (Ausstellung mit viel Bohei im Frankfurter Städel und wie die sich da überschlagen haben). Technisch-handwerklich sicherlich gut gemacht. Aber keine Bilder, die ich als so herausragend bezeichnen wollte.

      Naja.... zum Schluss ist da natürlich auch persönlicher Geschmack dabei...
      The 11th Commandment
      And God said onto the people of the world: "Thou shallt not snap photos but shoot well"