Ilford ID11 mit grobem Korn

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    • Ilford ID11 mit grobem Korn

      Hallo ins Forum,

      evtl. ist das jemandem von euch auch schon mal passiert: Meine Entwicklungsergebnisse mit ID11 auf Ilford FP4+ weisen sehr grobes Korn auf.

      Film: Ilford FP4+, Rollfilm, belichtet wie ASA100
      Entwickler: Ilford ID11, 1 Liter Stammlösung frisch angerührt und auf 1+1 verdünnt, ergibt 2 Liter.
      Zwei Filme auf eine Spule gespult und in einem JoboTank (500 ml) mit dem Kippverfahren lt. Ilford Anleitung (10 sec zu Beginn, dann jeden Minute 10 sec gekippt) entwickelt. 21 Grad für 10 min.
      30 sec gestoppt, 4 min fixiert, gewässert.

      Anschließend habe ich zwei weitere Filme, ebenfalls 1+1, 500ml, entwickelt: 20 Grad, 11 min. Gleiches Ergebnis.

      Erwartet hatte ich ein feines Korn, Ergebnis ist ein grobes Korn.
      Hat jemand einen Tipp oder eine Idee?

      Ein Beispiel in der Anlage (gescannt und auf 100% dargestellt).

      Freue mich auf eure Antworten!

      Weitere Infos:
      - wir haben hier sehr hartes Wasser, weshalb ich die Entwicklerlösung mit demineralisiertem Wasser aus dem Baumarkt ansetze. Das mach ich schon immer so und hatte noch nie Probleme damit
      - die ID11 Chemikalien habe ich aus einer Großpackung für 5Liter mittels einer Briefwaage anteilig separiert. Evtl. führt das zu den Ergebnissen?
      - der Fixierer ist schon älter, allerdings sollte er die Farbe wechseln, wenn er nicht mehr taugt. Und bei der Fixierung ist doch alles schon gelaufen, oder?
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    • Könnte es ein Temperaturgefälle gegeben haben? Zu kaltes Waschwasser, Fixierer zu kalt o.ä.
      Ich tippe auf das sogenannte Runzelkorn. Dabei wird nicht das Korn gröber sonder die Struktur der Gelatine ändert sich bei einem Temperaturschock.
      Das mit dem Teilansatz von Pulver ist hier schon diskutiert worden.
      Ich mache es nicht. Das Argument der Entmischung ist nicht von der Hand zu weisen.
      Nicht ohne Grund bekommt man die Großpackungen günstig angeboten.
      Man kann versuchen den Entwickler mit weniger Wasser anzusetzen um auf ein geringeres Volumen zu kommen. Funktioniert mit einigen Entwicklern.(nicht mit A49)
      Oder man setzt die komplette Menge an und füllt sie in geeignete Glasflaschen (Aponorm) ab. Sorgfältig abgefüllt und mit Schutzgas behandelt verlängert sich die Haltbarkeit mit etwas Glück um den Faktor2.


      Matthias
    • Danke für eure schnellen Antworten!

      Mischen werde ich künftig nicht mehr :- (

      Und den Hinweis mit dem Temperaturschock finde ich auch sehr interessant: der Fixierer hatte ca. 18 Grad, das Waschwasser ca. 11 Grad.

      Bin jetzt dabei, zwei weitere Filme zu entwickeln:
      - ID11 aus einer 1L-Packung angesetzt
      - Fixierer und Waschwasser werde ich temperieren

      Melde mich nochmal ...
    • 10 Grad Temperaturdifferenz sind heftig, das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Ich hatte es im Sommer auch mal geschafft Runzelkorn zu produzieren.
      Dies ein sehr seltener Fehler da die "modernen" Emulsionen entsprechend behandelt sind "gehärtet".
      Aber es auch für diese Emulsionen Grenzen.
      Matthias
    • Zwischen Fixieren und Waschen kann sich meiner Meinung nach kein Runzelkorn mehr bilden, nicht bei 7 Grad Differenz. Das ist eher ein Thema zwischen den Chemie-Bädern. Ich würde da eher auf ein Problem beim Entwickeln tippen.
      Hast Du ID11 schon öfter verwendet? Erster Versuch? An und für sich sollte der nicht schlechter funktionieren als irgendein anderer Entwickler.

      Ansatz aus Pulver ist heikler als aus Flüssigkeiten. Oft dauert es, bis sich alles wirklich ausgelöst hat. Ich warte da lieber bis zum nächsten Tag. Zu kalt sollte das Wasser auch nicht sein. Teilmengen anzusetzen ist immer eine schlechte Idee, da die Substanzen nicht immer gleichverteilt sind.
      Rodinal (Adox Adonal) oder Tetenal Ultrafin sind da viel einfacher in der Handhabung.

      Und beim Scannen immer die Schärfung ausschalten.

      Poste doch mal das ganze Bild!
    • Eine typische Empfehlung beim Ansatz von Pulverentwicklern lautet:
      Nach dem Ansatz der Stammlösung diese über Nacht stehen lassen. Erst dann sollte man sie benutzen.
      Nur so ist sichergestellt, dass sich alles komplett gelöst hat einschließlich der feinen und feinsten Schwebeteilchen.
      Aus der Beschreibung oben geht leider nicht hervor wie der Ansatz genau erfolgt ist. Auf alle Fälle sollte man keinen Teilansatz machen. Aber das wurde ja schon angemerkt.
      Beste Grüße,
      Otto!
      https://www.fotografie-in-schwarz-weiss.de
    • Ja, ich hatte mit ID11 bisher gute Erfahrungen gemacht. Ansatz lt. Anleitung bei 40 Grad Celsius.

      Schärfung ist ausgeschaltet, hier (ein anderes) ganzes Bild ...
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    • Otto Beyer wrote:

      Eine typische Empfehlung beim Ansatz von Pulverentwicklern lautet:
      Nach dem Ansatz der Stammlösung diese über Nacht stehen lassen. Erst dann sollte man sie benutzen.
      Nur so ist sichergestellt, dass sich alles komplett gelöst hat einschließlich der feinen und feinsten Schwebeteilchen.
      Aus der Beschreibung oben geht leider nicht hervor wie der Ansatz genau erfolgt ist. Auf alle Fälle sollte man keinen Teilansatz machen. Aber das wurde ja schon angemerkt.
      Beste Grüße,
      Otto!
      ... danke für den Tipp, das werde ich in Zukunft beherzigen! Den Ansatz habe ich tatsächlich direkt im Anschluss verwendet.
      Die nächsten beiden Filme sind allerdings auch schon entwickelt (wie oben geschrieben: aus einem 1Liter Pulveransatz).

      Der Film hat wesentlich mehr Schwärzung und sieht auf den ersten Blick besser aus.
      Allerdings ist der innere der beiden Filme (zwei Filme auf einer Spule) zu ca. 2/3 der Bildhöhe nun mit einem schwarzen Vorhang bedeckt, der ab dem drittletzten Bild dann ausläuft... Meine erste Vermutung: zu wenig Entwicklerflüssigkeit, welche nicht die gesamte Bildhöhe des Films bedeckt, aber die Schwärzung geht über die Bildränder hinaus ...

      Heute ist nicht mein Tag! Komme mir vor wie ein Anfänger!
    • Falls es dich tröstet, dass mir jedes Jahr wenn ich den ersten Film der Saison entwickel. Irgendwas passiert immer.

      Du solltest als erstes deinen Prozess stabilisieren.

      Nimm nur einen Film pro Dose. Entwickler ist billig. Es nutzt dir auch nicht wenn du später mangels Durchsatz einen halben Liter ungebraucht weg schütten musst.

      Mach einen ordentlichen Ansatz.

      Und sieh zu, dass du beim Wässern keinen allzu großen Temperaturabfall hast. Waschwasser für die Ilfordmethode lässt gut und sparsam aus der Mischbatterie zaubern.

      Und vor allem mach es immer gleich!

      So nun nimm noch ein paar Filmer und zieh wieder los.

      Gruss Sven.
    • Also, hier nun das Ergebnis der zweiten Entwicklung. Wie schon geschrieben, war das heute nicht mein Tag.
      Evtl. lag es ja daran, dass ich den Pulverentwickler sofort verwendet habe (eure Einwände hatte ich erst danach erhalten).

      Mitten im Bild ein heller Bereich. Was mir auffällt, ist, dass der untere Bildrand nicht völlig schwarz, sondern dunkelgrau ist ....
      Es liegt also vermutlich nicht an der Aufnahme / der Kamera.

      Schöne Grüße
      Gerhard
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    • tmx wrote:

      Ich habe es ebenfalls noch nie geschafft das Runzelkorn zu erzeugen, obwohl bei mir die Wässerung generell immer (Sommer wie Winter) im kalten Leitungswasser erfolgt; egal welches Filmmaterial
      Das ist bei den modernen Filmen auch kaum mehr möglich. Die sind da ziemlich resistent dagegen!
      " You push the button and we do the rest."
      Kodak Werbespruch!
      Today
      "You push the button and the pixels do the rest"
    • Urnes wrote:

      Nimm mal frischen Fixierer und pack das Negativ nochmal ein paar Minuten rein und guck mal ob es sich noch klärt.

      Es ist auf den Scan nicht so leicht zu erkennen, aber es könnte nicht richtig ausfixiert sein.

      Gruss Sven.
      Hi Sven,

      so viele tolle Antworten, bei denen ich auch noch was gelernt habe, aber du hast ins Schwarze getroffen!

      Allerdings ist das ja ein Beispiel, was mit dem eigentlichen Beitrag nichts zu tun hat (siehe erstes Foto).

      Und ich hatte sogar noch eine dritte Fehlerquelle in dieser Serie: auf meinem 7. Film scheint es so, als dass der Vorhang durchgehend gehangen hat. (immer 2/3 eines jeden Bildes deutlich zu dunkel). Die Kamera schicke ich jetzt zu Herrn B. nach B.

      Danke euch!

      Liebe Grüße
      Gerhard
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      The post was edited 1 time, last by Lamprecht ().