Angeregt durch den Beitrag: "Kamera für Landschaftsfotografie"

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    • Angeregt durch den Beitrag: "Kamera für Landschaftsfotografie"

      Hallo Ihr Lieben!

      Ich war jetzt etliche Jahre nicht mehr hier - aber ein paar Namen hab ich noch im Kopf . . Diesch, Lookbook und andere ;)
      Ich hab meinen Namen variiert, weil ich die Daten nicht mehr genau genug wußte.

      Damals war ich weggeblieben, weil ich in analoger Fotografie unterhalb von 8x10" keinen Mehrwert für meine Art Fotografie sah gegenüber der
      digitalen Fotografie - 8x10" aber unverhältnismäßigen Aufwand erforderte, um die dem Format inhärente Qualität aufs Papier zu kriegen.
      Wenn man vom Kontaktkopieren absieht.

      Da ich neben dem kommerziellen Fotografieren nicht-kommerziell sehr gerne Landschaft fotografiere hab ich das meist
      analog ab 6x9 bis 8x10" gemacht.

      Weil ich Fotograf bin ist mir Schlepppen nicht ganz unbekannt ;) es ist also NICHT Bequemlichkeit die mich dazu brachte, jetzt auch
      für Landscape allein auf "Digital zu setzen"

      Es ist die Bildqualität!

      klausesser.de/TerrAdl.jpg
      klausesser.de/KB413_Cut_OFF.jpg

      Mein Ansatz, den ich vor Jahren hier schonmal formulierte ist "digitales Großformat" und wie man es erreichen kann, ohne
      gleich seinen Rolls oder seinen Learjet :D zu versetzen.

      Ich hab eine Zeit lang öfter mal versucht, in so einer obskuren Fotografie-Gruppe über solche Themen zu reden -
      aber DIESE Sorte von Amateuren ist fachlich wie auch intellektuell tasächlich mit sowas voll überfordert.
      Philosophieren über Formate hat da keinen Raum. Die verstehen nichtmal, was damit gemeint sein könnte - weil
      es dort nicht um fotografie geht sondern um Geräte und Geknipse - abgesehen von wenigen Ausnahmen, versteht sich.

      Ok - langer Rede kurzer Sinn: besteht hier Interesse daran, diese Thematik WERTFREI auszuloten??

      (Vielleicht suche ich auch nur unbewußt einen Grund, mir die Trennung von einem über lange Zeit geschätzen Medium
      schönzureden . . (NEIN - ich will nix verkaufen!! 8o )

      In jüngster Zeit sind spiegellose digitale Mittelformatkameras im "Crop" Mittelformat von 33x44mm rausgekommen, die aufgrund ihrer Sensorgröße bei
      angemessenen 50MPx einen Pixelpitch von 5,3um aufweist und damit deutlich über dem Pitch von Vollformatsensoren (im Schnitt knapp über 4um) liegt.

      Die Aspect-Ratio liegt bei 4:3, was bei Landscape m.E. ideal ist.

      Die Folge davon ist - im Zuammenhang mit entsprechend weiterentwickelter Elektronik nicht nur eine hohe Auflösung, sondern dazu eine
      Bildqualität, deren Dynamik wir eher von digitalen Rückteilen im Bereich von rund 30000.-€ gewöhnt sind.

      Die Qualität ist völlig unzweifelhaft besser - z.B. wenn ich 3 MF-Schuss hochkant nebeneinandersetze kommt auch 8x10" nicht mehr mit.

      Aber Auflösung ist ja nicht ALLES. Die "ANMUTUNG " von 8x10" ist schon recht "besonders" . . .

      Also - bin auf Reaktionen gespannt.

      Gruß,
      Klaus
    • Hi Klaus,

      > Philosophieren über Formate hat da keinen Raum.
      Meinst du Format im Sinne von Aspect-Ratio oder Formatgröße (Fläche)?

      4:3 find ich auch nicht schlecht aber lieber doch die "originale" wie 10:8 oder 5:4 (1,25). Das Ratio ist für mich ein Grund, auf Analog zu bleiben, da es keine vergleichbaren Kameras im digitalen Bereich gibt. Die Formatgröße spielt für mich insofern eine Rolle, dass mir KB zu "komprimiert" ist. Also gäbe es sowas wie die Mamiya 7 digital und dazu vielleicht noch eine digitale 6x7 Fachkamera, könnte ich schwach werden. Größer bräucht' ich's eigentlich nicht und die Formate im Zusammenspiel mit den typischen MF Objektiven ergäbe die Ästhetik, die ich suche :)

      So etwas wie die Fuji GFX find ich schon interessant, zumal die (glaube ich) auch mehrere Aspect-Ratios unterstützt. Allein, dass das Ding noch so "neu" ist und sich in den nächsten Jahren da noch tausend Dinge ändern werden schreckt mich ein wenig ab. ...hätte lieber was ausgereiftes und abgehangenes; einmal investiert und dann für die nächsten 20 Jahre Ruhe :)

      Zum Thema Format noch: Wie 6x7 oder auch 4x5/8x10 zustande gekommen ist, würde mich schon interessieren; also was waren die Entscheidungskriterien? Welche Beziehung gibt's zu den Papierformaten, etc. :)

      Cheers
      The Print (click)
      MN
    • hi klaus,
      schön mal wieder was von dir zu lesen.
      du hast hier gefehlt!!

      ich weiß natürlich, dass es eine betriebswirtschaftliche notwendigkeit gibt,
      wenn man als profi sein geld mit fotografie verdienen muss.
      ich sehe aber auch, dass die amateur-kollegen die jetzt digital arbeiten,
      ergebnisse liefern, die MIR nicht mehr so gut gefallen.

      meine digitalen ergebnisse bedeuten mir weniger, als meine analogen ergebnisse.
      diese sachen kann ich nicht ausrechnen, aber ich bin auf deine rechnungen schon gespannt,
      die ja schon vor jahren in die digitale richtung gezeigt haben.
      diese rechnungen werden jetzt noch bessere ergebnisse haben und in etlichen jahren noch viel bessere ergebnisse haben!

      ich erfeue mich an meinen hervorragenden kameras von denen es nie mehr bessere geben wird!
      ich steige sozusagen aus dem wettlauf um noch bessere möglichkeiten aus.
      schlechtere kameras schießen gerade wie pilze aus dem boden - aber das ist auch nicht meins.

      also - rechne du vor wieviel besser digital ist - ich glaube es einfach nicht! :)

      uwe
      "phantasie ist etwas, was sich manche leute nicht vorstellen können!"
    • Ich fühle mich - mal wieder! - provoziert, zu reagieren. Vorab: Mir geht diese Gegenüberstellung "analog" vs "digital" fürchterlich auf den Nerv. Inzwischen ist es ja guter (??) Brauch geworden, Altes als analog und Neues als digital zu bezeichnen. Es gibt da etliche Beispiele von grauenvollem Missverständnissen. Ich bin raus, sobald derartige Diskussionen in Ideologie ausarten.

      klaus_esser wrote:

      Die Aspect-Ratio liegt bei 4:3, was bei Landscape m.E. ideal ist.
      Das ist eine Eigenschaft, die mit analog/digital überhaupt nichts zu tun hat.

      klaus_esser wrote:

      Die Qualität ist völlig unzweifelhaft besser - z.B. wenn ich 3 MF-Schuss hochkant nebeneinandersetze kommt auch 8x10" nicht mehr mit.
      Da bekommt man 4:3 nur mit Überlappung hin. Ok. Aber dann kann ich auch aspektrichtige Ausschnitte aus 8x10 machen. Was die Qualität betrifft: Welche? Auflösung? Detailgenauigkeit? Hat eine Bleistiftzeichnung eine bessere Qualität als ein Aquarell? Ich weiß, Äpfel und Birnen.

      Ich hatte mal "verkündet", dass meine Entscheidung, für bestimmte Motive mit so genannten Fachkameras zu arbeiten, aufgrund der Verstellbarkeit gefallen ist. So großartig die Möglichkeiten der Bildbearbeitung auch sein mögen, eine nachträgliche Entzerrung in Photoshop o.ä. ist einfach etwas Anderes. Der Einfluss des Standpunktes (der Objektivposition, speziell tilt/swing) bei der Abbildung von 3d-Objekten (Tiefenstaffelung) ist nicht identisch mit der affinen Abbildung einer zweidimensionalen Projektion. Die Informationen, die in der Projektion fehlen, lassen sich nicht nachträglich wieder herbeizaubern. Das ist einfach eine Frage der Mathematik.

      Der letzte Absatz hat aber überhaupt nichts mit einer Diskussion über "besser/schlechter", "analog/digital" zu tun. Er ist ausschließlich als Begründung für meine Entscheidung zu verstehen. Andere Gründe liefern andere Entscheidungen. Sei es kommerziell, künstlerisch, was weiß ich ...

      Eine Gerätediskussion interessiert mich nicht sonderlich. Mich interessiert nur das visuell wahrnehmbare Endprodukt. Das Bild!

      Morgendliche Grüße von hp

      ps: @Klaus: Ich habe deine Beiträge, gerade auch zum "digitalen Großformat" bzw zur Scanproblematik schon zu meiner ersten aktiven Zeit im Forum verfolgt. Welcome back!
      Al é bun sciöch' al é ...
    • Welcome back Klaus, ich mache ja alles was Geld bringt auch digital zurzeit mit meiner Nikon D 810/610 dem 15mm Zeiss Distagon, dem 19/24mm shift/tilt etc., bei Hochzeiten sind es dann eher die f2,8 Zooms die zum Einsatz kommen! Da ich aber kürzlich bei einer modernen Villa an steiler Hanglage die spannende Hauptfront für mich nicht befriedigend fotografieren konnte, habe ich mir eine Drohne zugelegt! Die kann sogar stittchen und somit auch Hochauflösung abliefern, sie kann hoch und quer stittchen und auch 360°!
      Da aber mein Hauptkunde höchstens mal ein A2 druckt reicht da die Auflösung der D810 locker, 99% wird es für Prospekte gebraucht und da werden dann die Bilder selten grösser wie 13x18cm.
      Wenn es um Auflösung und Kontrastumfang geht ist heute Digital klar im Vorteil mit Bracketing usw!

      Aber bei Landschaft und schnell ziehenden Wolken, wird ja dass dann mit dem Stittchen verfälscht! Und da ich ja bei 8x10 viel grösserer Film/ Sensor habe, wird die Tiefenstaffelung und Schärfentiefe eine viel kleinere sein, bessere Freistellung. Klar mit tilten kann man das zum Teil wieder gut machen wenn man will und kann, geht aber nicht wenn man hohe Bäume im Vordergrund hat!
      Während du mit deinem kleinen Sensor viel mehr DOF hast, dies gibt dann diesen look den mir meist nicht so gefällt, weil es den 3D look einer GF entgegenwirkt.

      Gruss Armin

      P.S. Beim Baustellenbild musst noch den Sensordreck im Himmel wegstempeln, Klaus du wirst nachlässig;--))! Es wird noch schlimmer beim Kran sieht man die Abspannung 4 fach, Klaus du wirst alt;--))
      " You push the button and we do the rest."
      Kodak Werbespruch!
      Today
      "You push the button and the pixels do the rest"
    • Hallo Klaus,

      es fällt mir schwer einem Berufsfotografen, der daran gewönt sein sollte maximale Qualität zu liefern etwas über Anmutung zu erzählen.

      Aber tatsächlich ist es diese Anmutung, die dazu führt das mittlerweile auch wieder viele Hollywood Filme auf analogem Material gedreht werden und auf den Festivals Preise abräumen. Ich könnten auch sagen seit wir den 4k Fernseher haben, macht Fernsehen keinen Spaß mehr, weil du das Makeup der Schauspieler siehst. Die Illusion geht verloren.

      Ich glaub nicht das es dich weiterbringt eine technische Diskussion dadrüber zu führen. Wenn es drum geht Landschaft für sich privat aufzunehmen, muss eben seine eigenen Ziele definieren und dann entscheiden was man nimmt.

      Für einen Amateur ist das einfach. Der kann machen was er will.

      Schön das du wieder da bist.

      Gruss Sven.
    • Hallo Klaus (unbekannterweise),
      als ich anno 1999 (oder war es 2000?) auf das erste One-Shot Rückteil von sinar umswitchen musste (und ja, das war meine allererste "Digitalkamera"...), war mir nach wenigen Wochen klar, daß die Herstellung der Fotografie mit digitalen Werkzeugen und auch das Ergebnis einfach nur anders waren als vorher.

      Ein Vergleich besser <-> schlechter ist seitdem (also seit fast 20 Jahren) für mich hinfällig.

      Dieser Vergleich ist und war von Anfang an ein absolutes Mißverständnis.

      Ich stitche schon seit dieser Zeit Panoramen zusammen, begonnen mit selbstgescripteten "Befehlsdateien", mittlerweile seit Jahren mit einem funkgesteuerten Roboter, für den ich ein Userinterface gebastelt habe, das die simultane, bzw. ablaufgerechte Steuerung von Kamerasoftware, Robotersteuerung, WLAN-Bildübertragung, Bildstitching und Ausgabe im VR-Betrachter auf dem kabellos verbundenen Tablet-Computer automatisiert übernimmt (sehr grob skizziert).
      Interaktives 360Grad-Previewpano ab dem Start der ersten (Teil-)Aufnahme in 90sek, danach High-Res-Durchgang und fertig.

      Ich schildere das jetzt nur so selbstbeweihräuchernd, um zu zeigen, daß ich mich in dem Bereich extrem gut auskenne und weiß, wovon Du sprichst.

      Und ja, wenn man die technische Seite: Auflösung, Schärfe, der Dynamikumfang usw. betrachtet: alles potentiell deutlich besser, keine Frage. Es gibt zwar wiederum neue/andere limitierende Faktoren, aber damit kann man umgehen.
      Ja, man kann mit digitalen Produktionsmitteln einfach unglaubliche Sachen machen.
      Schärfere und cleanere Bilder sehe ich da eher als netten Mitnahmeeffekt am Beginn der Reise...

      Aber: So what?

      Der Prozess nervt mich mittlerweile ungeheuer. Beim Fotografieren und auch beim Bearbeiten am Rechner (da noch viel mehr).

      Es ist ein völlig anderes Handwerk. Beruflich muß ich das halt so machen, aber:

      Mich persönlich macht das einfach nicht (mehr) an.

      Ganz einfach.
      Beste Grüße
      Lutz

      The post was edited 1 time, last by Blindfisch ().

    • Qualität treibt mich auch manchmal ein wenig um. Aber wie Du schon sagst: Auflösung ist nicht alles.

      Dabei finde ich Auflösung trotzdem nicht uninteressant, da ich so meine eigenen Bildvorstellungen habe, die vielleicht nicht ganz mit dem "fotografischen Konsens" kompatibel sind, aber enorm von hoher Auflösung profitieren.

      Es gibt da aber ein paar weitere Qualitätsaspekte, die mir wichtig sind:

      - Bildintegrität. Ein Bild, das in einer einzelnen, zusammenhängenden Belichtung entsteht, ist garantiert frei von jeglichen Artefakten, die durch Bildkomposition entstehen könnten.

      - Detail-Anmutung:
      -- a) Korn sieht einfach anders aus als digitales Rauschen. Für mich klar schöner.
      -- b) Auch hochauflösende Digitalrückteile erzeugen beim Ablichten gewisser sehr feiner Strukturen unschöne Artefakte, nicht zuletzt durch Unterabtastung. Das sieht man z.B. an Siemenssternen, aber auch in der realen Welt gibt es problematische Strukturen. Mir fällt so etwas regelmäßig bei digitalen Bildern auf. Eine Lösung ist, rabiat zu filtern, _bevor_ das Licht auf den Sensor fällt. Aber das kostet dann im Gegenzug ordentlich Auflösung.

      - Superweiche Verläufe: Es gibt analog prinzipiell keine Tonwertabrisse. Egal wie weich die Verläufe sind, egal wie ich sie nachher bearbeite. Es mag etwas körnig werden, aber es gibt niemals Stufen.

      So, und jetzt komme ich doch nochmals zum Thema Auflösung.
      Eins ist klar: Mit Stitching kann man mehr Auflösung erzielen, aber das kostet dann halt in anderer Hinsicht etwas. Ich persönlich bevorzuge es, mit einer einzigen Belichtung hinzukommen. Und hier bin ich analog immer noch im Vorteil!

      Ich habe einige Objektive recht genau unter die Lupe genommen, u.A. mit digitalen Hilfsmitteln. Es gibt sie, die Großformat-Objektive, die (bei deutlich geringerem Abblenden als üblich) extrem hohe Auflösung (im Luftbild) schaffen. Ich rede hier von deutlich über 100 lp/mm über den gesamten bildrelevanten Bildkreis, selbst bei 8x10". Diese Leistung dann tatsächlich fotografisch nutzbar zu machen, ist allerdings eine sehr große Herausforderung, da die "normale" analoge Kameratechnik nicht wirklich darauf ausgelegt ist. Auch die von mir bevorzugten Filme können diese Auflösung nicht ohne Abstriche erfassen, hier addieren sich bekanntlich die Kehrwerte des jeweiligen Auflösungsvermögens. Aber es ist dennoch möglich, viel von der Leistung nutzbar zu machen. Es erfordert technische Perfektion auf allen Ebenen. Aber ich liebe es ja, zu basteln. Eins meiner Langzeit-Ziele ist, ein analoges Großformat-System zusammenzustellen, mit dem dies "relativ" einfach handhabbar wird, so daß ich es in der Landschafts- und Städtefotografie nutzen kann.

      Wenn ich bei 8x10" "nur" eine Auflösung von 72 lp/mm erziele (was mit Diafilm definitiv machbar ist), habe ich eine effektive Auflösung von ca. einem Gigapixel. Es gibt wie gesagt auch Objektive, die soviel Leistungsreserven haben, daß dies prinzipiell möglich wird.

      Warum jetzt ausgerechnet ein Gigapixel? Es geht mir hier nicht um die Zahl. Aber das ist zufälligerweise "die" Auflösung, bei der man ein Bild in "anständiger Größe" immer noch knackscharf bekommen kann. Sagen wir mal: 200x250 cm. Da bleiben dann noch ca. 7 lp/mm übrig, wenn man es schafft, "verlustfrei" vom Dia zum Print zu kommen. Ich behaupte, daß auch dies nahezu möglich ist. Details dazu auf Anfrage. Jedenfalls: Das genügt mir dann auch. Deutlich mehr als 200x250 cm brauche ich nicht in "knackscharf".

      Mein Fazit bei der Sache ist:
      - Ich benötige digitale Fotografie nicht zwingend für die für meine Vorstellungen maximal sinnvoll nutzbare Bildqualität. In ästhetischer Hinsicht hat Film jedoch in vielerlei Hinsicht die Nase weit vorn.

      In der Praxis ist es allerdings so, daß bei vielen "normalen" Motiven dieses "Auflösungs-Ideal" prinzipiell (egal wie perfekt das Kamerasystem sein mag) nicht in einer einzelnen Belichtung erzielt werden kann. Dennoch bevorzuge ich regelmäßig die Einzelbelichtung gegenüber Stitching usw.. Und nicht jedes Bild muß 5 Quadratmeter groß werden. ;) Völlig ungeachtet dieser Betrachtungen mache ich zur Zeit gelegentlich (und sehr gerne) "ganz normale" Fotografie in 8x10" (und auch in kleineren Formaten). Also ohne solch extreme Auflösungen anzustreben. Mit "ganz normaler Technik" und ganz normalen Motiven. Meine Erfahrung hierbei: Wenn ich eine solche "normale" Aufnahme in 8x10" z.B. um den Faktor 4 vergrößere, bekomme ich ein sehr schönes, auch schon recht groß wirkendes Bild, das eine hohe ästhetische Qualität hat.

      Davon abgesehen sehen die Dias auf der Leuchtplatte toll aus. :mrgreen:

      Weiterhin habe ich die merkwürdige Erfahrung gemacht, daß mir meine 8x10"-Bilder auf Diafilm oftmals viel besser gefallen, als ich es bei der Aufnahme erwartet hatte. Das verblüfft mich regelmäßig aufs Neue. Im Gegensatz dazu geht es mir bei digitaler Fotografie nur selten so. Ich kann diese Beobachtung nicht abschließend erklären, da "Gefallen" natürlich eine subjektive Empfindung ist. Aber die Regelmäßigkeit, mit der es mir so ergeht, ist schon erstaunlich.

      Viele Grüße
      Wilfried
    • wwelti wrote:

      Qualität treibt mich auch manchmal ein wenig um. Aber wie Du schon sagst: Auflösung ist nicht alles.

      Dabei finde ich Auflösung trotzdem nicht uninteressant, da ich so meine eigenen Bildvorstellungen habe, die vielleicht nicht ganz mit dem "fotografischen Konsens" kompatibel sind, aber enorm von hoher Auflösung profitieren.

      Es gibt da aber ein paar weitere Qualitätsaspekte, die mir wichtig sind:

      - Bildintegrität. Ein Bild, das in einer einzelnen, zusammenhängenden Belichtung entsteht, ist garantiert frei von jeglichen Artefakten, die durch Bildkomposition entstehen könnten.

      - Detail-Anmutung:
      -- a) Korn sieht einfach anders aus als digitales Rauschen. Für mich klar schöner.
      -- b) Auch hochauflösende Digitalrückteile erzeugen beim Ablichten gewisser sehr feiner Strukturen unschöne Artefakte, nicht zuletzt durch Unterabtastung. Das sieht man z.B. an Siemenssternen, aber auch in der realen Welt gibt es problematische Strukturen. Mir fällt so etwas regelmäßig bei digitalen Bildern auf. Eine Lösung ist, rabiat zu filtern, _bevor_ das Licht auf den Sensor fällt. Aber das kostet dann im Gegenzug ordentlich Auflösung.

      - Superweiche Verläufe: Es gibt analog prinzipiell keine Tonwertabrisse. Egal wie weich die Verläufe sind, egal wie ich sie nachher bearbeite. Es mag etwas körnig werden, aber es gibt niemals Stufen.

      So, und jetzt komme ich doch nochmals zum Thema Auflösung.
      Eins ist klar: Mit Stitching kann man mehr Auflösung erzielen, aber das kostet dann halt in anderer Hinsicht etwas. Ich persönlich bevorzuge es, mit einer einzigen Belichtung hinzukommen. Und hier bin ich analog immer noch im Vorteil!

      Ich habe einige Objektive recht genau unter die Lupe genommen, u.A. mit digitalen Hilfsmitteln. Es gibt sie, die Großformat-Objektive, die (bei deutlich geringerem Abblenden als üblich) extrem hohe Auflösung (im Luftbild) schaffen. Ich rede hier von deutlich über 100 lp/mm über den gesamten bildrelevanten Bildkreis, selbst bei 8x10". Diese Leistung dann tatsächlich fotografisch nutzbar zu machen, ist allerdings eine sehr große Herausforderung, da die "normale" analoge Kameratechnik nicht wirklich darauf ausgelegt ist. Auch die von mir bevorzugten Filme können diese Auflösung nicht ohne Abstriche erfassen, hier addieren sich bekanntlich die Kehrwerte des jeweiligen Auflösungsvermögens. Aber es ist dennoch möglich, viel von der Leistung nutzbar zu machen. Es erfordert technische Perfektion auf allen Ebenen. Aber ich liebe es ja, zu basteln. Eins meiner Langzeit-Ziele ist, ein analoges Großformat-System zusammenzustellen, mit dem dies "relativ" einfach handhabbar wird, so daß ich es in der Landschafts- und Städtefotografie nutzen kann.

      Wenn ich bei 8x10" "nur" eine Auflösung von 72 lp/mm erziele (was mit Diafilm definitiv machbar ist), habe ich eine effektive Auflösung von ca. einem Gigapixel. Es gibt wie gesagt auch Objektive, die soviel Leistungsreserven haben, daß dies prinzipiell möglich wird.

      Warum jetzt ausgerechnet ein Gigapixel? Es geht mir hier nicht um die Zahl. Aber das ist zufälligerweise "die" Auflösung, bei der man ein Bild in "anständiger Größe" immer noch knackscharf bekommen kann. Sagen wir mal: 200x250 cm. Da bleiben dann noch ca. 7 lp/mm übrig, wenn man es schafft, "verlustfrei" vom Dia zum Print zu kommen. Ich behaupte, daß auch dies nahezu möglich ist. Details dazu auf Anfrage. Jedenfalls: Das genügt mir dann auch. Deutlich mehr als 200x250 cm brauche ich nicht in "knackscharf".

      Mein Fazit bei der Sache ist:
      - Ich benötige digitale Fotografie nicht zwingend für die für meine Vorstellungen maximal sinnvoll nutzbare Bildqualität. In ästhetischer Hinsicht hat Film jedoch in vielerlei Hinsicht die Nase weit vorn.

      In der Praxis ist es allerdings so, daß bei vielen "normalen" Motiven dieses "Auflösungs-Ideal" prinzipiell (egal wie perfekt das Kamerasystem sein mag) nicht in einer einzelnen Belichtung erzielt werden kann. Dennoch bevorzuge ich regelmäßig die Einzelbelichtung gegenüber Stitching usw.. Und nicht jedes Bild muß 5 Quadratmeter groß werden. ;) Völlig ungeachtet dieser Betrachtungen mache ich zur Zeit gelegentlich (und sehr gerne) "ganz normale" Fotografie in 8x10" (und auch in kleineren Formaten). Also ohne solch extreme Auflösungen anzustreben. Mit "ganz normaler Technik" und ganz normalen Motiven. Meine Erfahrung hierbei: Wenn ich eine solche "normale" Aufnahme in 8x10" z.B. um den Faktor 4 vergrößere, bekomme ich ein sehr schönes, auch schon recht groß wirkendes Bild, das eine hohe ästhetische Qualität hat.

      Davon abgesehen sehen die Dias auf der Leuchtplatte toll aus. :mrgreen:

      Weiterhin habe ich die merkwürdige Erfahrung gemacht, daß mir meine 8x10"-Bilder auf Diafilm oftmals viel besser gefallen, als ich es bei der Aufnahme erwartet hatte. Das verblüfft mich regelmäßig aufs Neue. Im Gegensatz dazu geht es mir bei digitaler Fotografie nur selten so. Ich kann diese Beobachtung nicht abschließend erklären, da "Gefallen" natürlich eine subjektive Empfindung ist. Aber die Regelmäßigkeit, mit der es mir so ergeht, ist schon erstaunlich.

      Viele Grüße
      Wilfried



      Hallo,

      ich frage mich gerade, ob es den oben gezeigten Bilder von Berlin irgendetwas ausmacht, dass sie von einer Kamera im Gegenwert eines Konzertflügels aufgenommen wurden.

      Klar, sie sind scharf, es rauscht nicht, keine Verzeichnung, alle Tonwerte innerhalb der Grenzen usw. usf.

      Aber gerade diese Fehlerlosigkeit demonstriert auch sehr augenfällig - ihre Belanglosigkeit.

      Wie Adams sagte: Es gibt nichts Ärgerlicheres als die scharfe Abbildung eines unscharfen Konzepts.
    • Das interessante an der Fotografie ist unter anderem, daß Kunst und Technik zusammenkommen.

      - Man kann das technische in den Vordergrund stellen, und das künstlerische vernachlässigen.
      - Man kann aber auch das künstlerische in den Vordergrund stellen, und das technische vernachlässigen.
      - Oder man kann auch einfach beide Seiten der Medaille spannend finden, und sich sowohl mit dem technischen als auch mit dem künstlerischen Aspekt intensiv auseinandersetzen.

      Aber ist es nun wichtig, worauf jemand seinen Fokus legt? Das kann doch jeder selbst entscheiden, finde ich.

      In diesem Thread geht es um technische Aspekte. Diese interessieren vielleicht nicht jeden gleichermaßen, sind deshalb aber noch lange nicht irrelevant. Ganz ohne Technik geht's halt nicht -- da wären wir dann bei Höhlenmalerei, und das ist keine Fotografie. ;)
    • lohi wrote:

      Hallo,

      ich frage mich gerade, ob es den oben gezeigten Bilder von Berlin irgendetwas ausmacht, dass sie von einer Kamera im Gegenwert eines Konzertflügels aufgenommen wurden.
      Wie kommst Du zu der Annahme (oder gibt es Konzertflügel unter 8K?). Das sind gut gemachte/bearbeitete Panos....

      Gruß Gerd
    • klaus_esser wrote:

      Die Folge davon ist - im Zuammenhang mit entsprechend weiterentwickelter Elektronik nicht nur eine hohe Auflösung, sondern dazu eine
      Bildqualität, deren Dynamik wir eher von digitalen Rückteilen im Bereich von rund 30000.-€ gewöhnt sind.

      Das ist leider noch nicht ganz so.
      Verstehe mich bitte nicht falsch, ich möchte da nicht rum meckern. Als Besitzer der Formate 44x33 und 54x40 sehe ich schon das 44x33 eine sehr gute Dynamik hat und das für Verhältnismäßig wenig Geld. Aber der 44x33 Sensor hat einen 14 Bit AD Wandler während der 54x40 Sensor einen 16 Bit AD Wandler hat.

      12 Bit = 4096 (Sony Continuous Mode & Co.)
      14 Bit = 16.384 (GFX/645Z/X1D/IQ1-3 50, etc..)
      16 Bit = 65.536 (IQ3100, IQ4150, Hasselblad H6D 100C)

      16 Bit bedeutet 65.536 mögliche Werte pro Farbkanal. Das ist viermal so viel wie bei 14 Bit. Die RAW Dateien sind auch echte 16 Bit RAW Dateien (nicht wie früher gerne gemacht 16 Bit Datei mit 14 Bit Inhalt). Das ist teilweise ein gewaltiger Unterschied. Auch in der Formbarkeit der RAW Daten. Noch ist da aus meiner Sicht ein deutlicher Abstand.

      Aber 44x33 steht ja in den Startlöchern mit 100MPix. und einem Sony Sensor der einen 16 Bit AD Wandler hat (Fuji GFX100s). Die Frage ist nur ob es Fuji implementiert zu Ungunsten der Geschwindigkeit (das werden dann Sekunden pro Bild und nicht mehr Bilder pro Sekunde). Ein weiteres Problem ist der kleine Pixelpitch von 3,74 micron bei 44x33 100MPix. und bei 54x40 150MPix. 50x40 150MPix. wird ja schon ausgeliefert und es gibt RAW Files zum Begutachten. Das Thema Objektiv Leistung und das Thema frühe Beugung, sind da wirklich Themen mit dem sich gerade Landschaftsfotografen neu arrangieren müssen (Thema Stacking).

      Auch die modernen technischen Fachkameras sind sehr gut. Der Feintrieb ist viel besser und auch Kameras wie die GFX (also kein reines DB Back) lassen sich mittlerweile exakt in der Drehachse der Bildstandarte vom Sensor arretieren.

      Da führen diverse Wege zu zum Ziel - da ist keiner richtig oder falsch bzw. kommt es auf die Ziele des Machers an (manchmal ist auch der Weg das Ziel).


      Gruß Gerd
    • Hallo Klaus!

      Ich wollte Dich auch nochmal willkommen heißen!

      Nur noch ein kleiner dezenter Hinweis zum Thema Bildqualität:
      Im zweiten Beispielbild sind einige recht deutliche Stitching-Fehler zu finden. Es gibt nur wenige gestitchte Bilder in sehr hoher Auflösung, in denen es so etwas überhaupt nicht gibt. Das ist für mich halt auch ein Qualitätskriterium. Und hier haben wir "nur" ca. 132 Megapixel. Das ist definitiv noch 8x10"-Terrain. Bei Bildern in Gigapixel-Regionen werden die Fehler bei groß angelegten Motiven in der Regel nicht weniger...

      Bitte diesen Kommentar nicht übel nehmen! Weiterhin gut Licht, egal ob digital oder analog!

      Viele Grüße
      Wilfried
    • Urnes wrote:

      Aber tatsächlich ist es diese Anmutung, die dazu führt das mittlerweile auch wieder viele Hollywood Filme auf analogem Material gedreht werden und auf den Festivals Preise abräumen. Ich könnten auch sagen seit wir den 4k Fernseher haben, macht Fernsehen keinen Spaß mehr, weil du das Makeup der Schauspieler siehst. Die Illusion geht verloren.
      Hi!

      Ich danke Dir! GENAU DAS ist, worauf ich hinaus wollte!

      Die Frage ist ja:
      WIE relevant sind eigentlich "nüchterne" Faktoren wie möglichst(!) artefakt-freie Schärfe im Detail (aka beste Auflösungsfähigkeiten
      von Film/Sensor und Objektiven)??
      WIE wichtig ist "Illusion"??
      Abgesehen davon, daß "Illusion" natürlich immer sehr subjektiv ist meine ich aber doch, daß die Frage letztlich die
      nach einer "Natürlichkeit" sein sollte. Es sei denn, das Ziel ist eine dezidierte Un-Natürlichkeit im Sinne einer -
      mehr oder weniger - "künstlerischen" Gestaltung.

      In DIESEM Fall wäre praktisch "ALLES erlaubt", da gibt es keine Grenzen.

      In meinem Fall ist es so, daß ich mittlerweile sehr begeistert bin, wenn ich einen Film in ECHTEM 4k oder 6k sehe.
      Denn DIESE, durch Detailgenauigkeit entstehende, Plastizität begeistert mich, weil ich sie als erzählerisch empfinde - wenn sie mit der
      Geschichte übereinstimmt. Während ich "die Illusion" betont analog wirkenden Films ebenso empfinde wie die "Illusion" einer analogen
      Schallplatte: schmeichlerisch.

      Völlig unabhängig vom Inhalt: die Wiedergabe des Klangs ist schmeíchlerisch.


      Das ist vielleicht oft ganz nett - aber . . .


      Ähnlich empfinde ich einen Großteil "heutiger"(!) Analog-Fotografie - die analoge Anmutung als Effekt. So, als sei

      ein Foto bereits dadurch "gut", daß es "diesen analogen Touch" hat . . . um es mal blasphemisch;-) zu formulieren.


      Gruß,

      Klaus











      Freu mich auch Dich und alle anderen wieder mal zu lesen!!
    • wwelti wrote:

      Bitte diesen Kommentar nicht übel nehmen! Weiterhin gut Licht, egal ob digital oder analog!

      wwelti wrote:

      Hallo Klaus!

      Ich wollte Dich auch nochmal willkommen heißen!

      Nur noch ein kleiner dezenter Hinweis zum Thema Bildqualität:
      Im zweiten Beispielbild sind einige recht deutliche Stitching-Fehler zu finden. Es gibt nur wenige gestitchte Bilder in sehr hoher Auflösung, in denen es so etwas überhaupt nicht gibt. Das ist für mich halt auch ein Qualitätskriterium. Und hier haben wir "nur" ca. 132 Megapixel. Das ist definitiv noch 8x10"-Terrain. Bei Bildern in Gigapixel-Regionen werden die Fehler bei groß angelegten Motiven in der Regel nicht weniger...

      Bitte diesen Kommentar nicht übel nehmen! Weiterhin gut Licht, egal ob digital oder analog!

      Viele Grüße
      Wilfried
      Hi Wilfried!

      Auch Dir sei Dank für Deine Begrüßung!

      Ja - die Fehler korrigiere ich gerade . . Danke für Deinen und Johnars Hinweis!

      Das Bild ist ein winziger Ausschnitt aus einem 4 oder 6 GPx 360x180°- Pano (hier in Gänze zu sehen: 360impressions.de/KBogen413/
      Bei solchen Bildgrößen von ca. 87000x43500px ist´s enorm aufwendig, bei 100% Darstellung jeden mm auf Fehler zu checken - vor allem,
      wenn bewegte Objekte im Bild sind. Daher bin ich über jeden Hinweis dankbar!

      Gruß, Klaus