E6 Densitometrie und Graukeile

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    • E6 Densitometrie und Graukeile

      Nach langem Suchen habe ich noch zwei Packungen unterschiedlicher E6 Kontroll-Keile gefunden. Von meinem
      alten Entwicklungströdel habe ich noch einiges aus meiner beruflichen Vergangenheit aufgehoben, da kann ich
      mich nur schwer von trennen.

      In einem früheren Post hatte ich über die Technik der E6 Hängerentwicklung geschrieben.



      Das Bild der beiden Keile klebte die Keile kurz an die Fensterscheibe, also kein Scan oder sowas.

      Jeder Keil besteht aus 5 unterschiedlich hellen Kontrollfeldern, dem (Meß-) Graukeil.

      Feld Nr.1: D-min, die hellste Stelle des Kontrollstreifens, misst auch den Schleier.
      Feld Nr.2: ohne messtechnische Bewandtnis
      Feld Nr.3: Empfindlichkeitskontrollstufe LD = low Density
      Feld Nr.4: Farbkontrollstufe HD = high Density
      Feld Nr.5: D-max, die maximale Dichte



      Idealerweise schauen alle entwickelten Keile wie ein linear abgestufter Graukeil aus. Legt man den Referenzkeil
      direkt neben den entwickelten Graukeil auf den Leuchtkasten, kann man mit viel Erfahrung recht gut den momentanen
      E6 Prozess einschätzen, ohne groß densitometrisch ausmessen zu müssen.
      Sollte es mal schneller gehen müssen, was auch mal vorkommt.
      Leider hatte ich keinen Referenzkeil / entwickelten Keil der gleichen Firma gefunden, darum sind es hier Kodak / Agfa.
      Dennoch kann man hier sehr schön den Vergleich zwischen Soll und Ist erkennen. Besonders Feld Nr.3 ist hier maßgeblich
      von Bedeutung: Man kann auf einem Blick die z.B. die Empfindlichausnutzung und die Farbbalance des Prozesses erkennen.
      Halte ich die schwarze Fläche direkt vor das Auge, (und einen Leuchtkasten) kann ich auch sofort erkennen, ob das Schwarz
      tatsächlich schwarz ist. Klingt komisch, ist im (Entwicklungs)Alltag von immenser Bedeutung (gewesen).

      Hat z.B. das Conditionierbad z.B. eine zu hohe Konzentralion (Überregenerierung oder Verdunstung) gibt’s im Schwarz
      rote Dichten. Wäre das mittlere Feld Nr. 3 z.B. zu grün, ist meistens das Umkehrbad kaputt und muß ausgewechselt werden.
      Um nur zwei Beispiele zu nennen.

      Das war für mich im Nachhinein eine herrlich entspannte Zeit: „Keilchen eiern lassen“.
      Morgens erstmal die Maschine startklar machen, alle Bäder abdecken, saubermachen, kurze Kontrolle (Temperatur,
      Stickstoff, Umwälzpumpen laufen, Schläuche dicht . . . so was) und dann den ersten Keil rein. Das dauerte immer gemütliche
      42 Minuten von trocken zu trocken. Dann einen Kaffee schlürfen und ab zu Densitometer.
      Bei mir war es ein MacBeth TD-391. Ich hatte eine über 2m lange Liste, da ich immer die Milimeterpapiere aneinander klebte.
      Wenn ich es noch finde gibts das Foto auch noch.

      Wenns prozessmäßig mal richtig gut lief (das meistens der Fall war, wenn viel zu photographieren und entwickeln war, oder
      idealerweise viele Filme des gleichen Herstellers wie die Chemie war anfielen), hatte ich einfach eine eigene Graukarte fotografiert,
      entwickelt und neben „mein“ Referenzgrau gelegt.
      Da stand dann in einer Ecke eine abgedeckte SINAR Norma vor einer Kodak Graukarte, dazu ein ausrangierter Multiblitz.
      Muß ja immer alles gleiche Bedingungen haben. Zuvor, sollten die ausgemessenen densitometrischen Kurven optimal sein.
      Dann hatte ich mein „Referenzgrau“ auf den gleichen Planfilm belichtet mit dem wir auch bei Aufnahmen belichteten, also gleiche
      Emulsionsnummer. So schuf ich mir, ohne viel Aufwand, meine eigene Referenz. Dazu muß man wissen, das wir früher die Planfilme
      kistenweise orderten. Agfachrome R100 S und später Agfachrome RS 100. (Herrlich, immer die gleiche Emulsionsnummer)
      Da war es völlig unerheblich ob eine Belichtung mehr oder weniger gemacht wurde. Meistens war das 13x18.
      Das war z.B. bei Katalogaufnahmen vor immer gleichem Licht der Fall.
      Ein Blick auf dem Leuchtkasten genügte dann, wenn keine Zeit war, die langwierige Ausmesserei kam später, - auch dass kam mal vor.
      Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.