Über E6 Diafimentwicklung, hier mit Hängermaschinen

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    • Über E6 Diafimentwicklung, hier mit Hängermaschinen

      Wenn es interessiert, schließlich ging es ja um 8x10 Dias aus dem Wald . . .

      Die Entwicklungsmaschinen die als Hänger konzipiert waren, arbeiten sehr genau. Die Temperatur des
      Erstentwicklers lies sich auf ein 1/3° genau steuern. Manche Bäder waren weniger temperaturempfindlich.
      Aie Agitation (also die Bewegung) war ein Fall für sich. Das wurde immer mit Stickstoff gemacht, damit
      der Entwickler nicht oxidierte, zudem durfte der Stickstoff nie trocken sein, so würde durch die Verdunstung
      wenn der Stickstoff den Entwickler verlässt, der Entwickler zu konzentriert. Also mußte der Stickstoff durch
      ein Wasserfilter angefeuchtet werden. Dauer des Stickstoffstoßes, Druck und die Taktung z.B. 3x pro Minute)
      waren eine Wissenschaft für sich wollte man reproduzierbare Ergebnisse bekommen.

      Ich suche mal, ob ich noch ein Bild von „meiner“ Entwicklungsmaschine finde,
      derweil hier mal, meine letzte &6 Entwicklung, hier ein 4x5 Rahmen für Planfilme. :cry:
      Die hatte ich zuvor in der Trocknung immer angewärmt, denn wenn ich z.B. vier Rahmen hintereinander reinhängte,
      konnte die Temperatur der Erstentwicklers (immerhin 70 Liter Tankinhalt) empfindlich sinken.




      Rechts im Bild ein Kontrollkeil. Wie manche vielleicht sehen können, ist hier das mittlere Grau nicht mehr grau,
      sondern leicht grünlich. Dann ist in der Regel das Umkehrbad oxidiert und muß neu angesetzt werden.

      Wer Frage hat, der frage, wenn gewünscht erzähle ich gerne weiter . . .
      Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.
    • der-photofreund wrote:

      wenn gewünscht erzähle ich gerne weiter . . .
      Ja, ja, ja...

      Bin schon länger auf der Suche nach einer (kleinen) E-6 Hängermaschine. Während der letzten zwei Jahre habe ich nur zwei gefunden.
      Die eine wurde leider zwei Tage vor meiner Entdeckung verschrottet...
      Und die andere wäre absolut perfekt geeignet gewesen: eine Sitte Divomat Mini. Die habe ich aber schlichtweg verpennt... X( X/

      Mittlerweile sind wohl praktisch alle aufgegebenen verschrottet worden. Die Fachlabore, die bis jetzt überlebt haben, werden wohl nicht mehr geschlossen.

      Und nein, ich bin (noch) nicht größenwahnsinnig. Ich weiß schon, was ich da vorhabe... ;)
      Beste Grüße
      Lutz
    • Wurden die Kontrollkeile von AGFA geliefert oder vom jeweiligen Labor erstellt?
      wurden der Film in die Hängerahmen in absoluter Dunkelheit gespannt oder gab es da ( elektronische ) Hilfsmittel?

      Interessant wenn man mal Einblicke in die Labortätigkeit bekommt.

      Grüße
      Jockel123
    • Die Entwicklung in Hängern hatten wir noch gemacht, als sehr viel Diameterial anfiel.

      Als es dann weniger wurde (keine Katalogaufnahmen mehr) haben wir umgestellt auf die Jobo ATL-III. Sie braucht wenig Chemie und ist temperaturmäßig wesentlich genauer als ein (kleiner) Hänger. Hänger funktionieren gut ab etwa 20 Liter Chemie und Stickstoffzuführung. Darunter ist der Hänger meines Erachtens zu kompliziert und aufwendig. Dazu ist die ATL-III ein Einmalentwickler, den man nicht regenerieren muß.
      Nun sagen die einen, das wäre Entwicklerverschleiß ohne Ende, wir haben aber herausgefunden, daß es günstiger ist, da sich viel Chemie im Vorrat schneller verbraucht (oxidiert, die Ergebnisse bleiben nicht gleich). Am Anfang, wenn sehr frisch, geht der Film leicht in Magentahafte, bei älterem dann wieder ins Grüne (oder war es umgekehrt? - Ich weiß es nicht mehr so genau).

      Unsere ATL-III steht übrigens im Frühjahr zum Verkauf, da wir unseren Betrieb nach und nach in diesem Jahr auflösen.

      Gruß
      Winfried
    • Hier habe ich ein paar Bilder von den beiden (Hänger) Entwicklungsmaschinen gefunden.

      Blöderweise hatte ich zum Zeitpunkt der Fotos nicht daran gedacht, die jemals in einem
      Großformatforum zu posten. Im Nachhinein denke ich mir, hätte ich mehr & bessere Bilder
      machen sollen.

      Die Hostert war das für mich immer „Arbeitspferd“, sehr robust und zuverlässig.



      Einfache Technik, wo man zu Not auch mal selbst Hand anlegen konnte um etwas zu reparieren.
      Diese Maschine hier hatte eine konstruktive Besonderheit: Sie ließ sich durch einen Anruf, egal von woher, starten.
      Das war großartig, so musste ich z.B. Sonntags nicht erst meine Maschine anstellen und drei Stunden warten bis alles auf
      Betriebstemperatur gelaufen war.



      So sah die Hostert von innen aus. Eigentlich ist da eine Wand dazwischen, doch die Maschine wurde gerade abgebaut. Die
      recheckigen grauen Kästen waren die Halter für die oben drauf sitzenden Umwälzpumpen. Oben wurde angesaugt, unten
      durch die Schläuche wieder in den Tank eingepumpt. Tankinhalt des Erstentwicklers 70 Liter.


      Ganz anders die Autopan, der „S-Klasse“ unter den Entwicklungsmaschinen. Konstruiert für die Ewigkeit.
      Technisch alles etwas eleganter konstruiert. Aber mit „rumschrauben & so“, das war nur bedingt möglich.
      Die Autopan hatte mehr Einstellmöglichkeiten den Entwicklungsprozess zu steuern.
      Dafür reichte seiner Zeit ein simpler PC noch ohne Internetanschluss. Diese Maschine von der Raffinesse der Steuerung,
      zumindest mit denen ich gearbeitet hatte, das Maß der Dinge.



      Sehr schön war die Inline-Regenerierung. Da klemmte man die „Cubitainer 19Liter an die Regenerierpumpen und hatte ziemlich lange Ruhe. Die Pumpen zugen sich das Regenerat das Wasser wurde automatisch dazu gemischt. Im Vordergrund links kann man noch eine Ecke der Autopan Contimat Entwicklungsmaschine für Colorpapier sehen, hier mit einer Einlaufbreite von 1,30m. Unkaputtbar, ebenfalls eine perfekte Maschine.




      Von den Entwicklungsergebnissen her waren, hatte man seine Maschine und den E-6 Prozess richtig im Griff, beide gleich gut.
      Das A&O war peinlichste Sauberkeit, abends immer die Bäder mit Schwimmdeckeln abdecken und . . . die Prozesskontrolle.

      Eure Frage beantworte ich noch.

      MIt einer Sitto Divomat Mini hatte ich auch einmal gearbeitet. Für C-41. Allerdings hatte diese Maschine große Probleme mit der
      Prozesssteuerung. Mehrmals musste ein Techniker kommen und Steuerplatinen auswechseln.
      Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.
    • @ Blindfisch
      Die Sitte Maschinen sind an und für sich gut konstruiert, möglicherweise hatte ich seinerzeit
      mit einer der ersten gearbeitet, die noch ein paar Kinderkrankheiten hatte.
      Solltest Du tatsächlich einen kleinen Häger suchen, laß mich das wissen, möglicherweise
      könnte ich Dir helfen.

      @Jockel123
      Die Kontrollkeile wurden von Agfa geliefert. Man kaufte eine Packung mit E6 Kontrollstreifen.
      Der jeweiligen Packung war immer ein Referenzstreifen beigefügt. Ich kaufte die immer in
      10er Packungen. Dann wurde der neue Referenzstreifen ausgemessen und nach den
      gemessenen Werten wurde die von mir entwickelten Keile ausgemessen.

      @ Winfried
      Die ATL-III ist eine ganz wunderbare Maschine, - doch wehe wenn die nicht peinlichst
      sauber gehalten wird . . . Bei „bunten Bildern“ ist das alles schön, aber wehe, Du mußt viele
      Katalogaufnahmen auf z.B. grauem Hintergrund entwickeln. Da konnte ich schon am
      Leuchttisch mein farbmäßiges Waterloo erleben.

      Übrigens, hat man die Übung, konnte man auch einfach mal den Referenzkeil neben den entwickelten
      Keil auf den Leuchtkasten legen. Wenn die Zeit kanpp war . . .
      Sofort erkennt man mit geschultem Auge – wegen des grauen mittleren Feldes zum Beispiel -
      die Farbbalance, Empfindlichkeitsausnutzung, Lichter und Maxialschwärze.
      Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.
    • Ich war um 90 herum "auf der anderen Seite".
      Das Schlimmste war 2x im Jahr einen Schuhkatalog zu fotografieren. Da wurde dann eine Kiste mit 20 Kodak EPP bestellt und eingetestet, weitere reserviert. Danach wußte man, wieviel ASA er exakt hatte (eigentlich immer 80 oder 100) und wie man filtern mußte. Ich weiß noch, wie ich das erste Mal einen 0,05M Filter in der Hand hatte. Ich dachte, mein Chef verarscht mich und hat mir eine Klarsichtfolie in die Hand gedrückt ;) Aber irgendwann sieht man es. Muss aber auch nicht immer dafür sein, es neutral hinzubekommen. Eine der schwierigsten Sachen war, Schinken gut aussehend zu fotografieren. Da sind wir bei Fuji Provia gelandet wenn ich mich recht entsinne, auch nochmal gefiltert. Aber das war auch immer im ständigen Kontakt mit dem Labor. Aber da wußten wir im Studio auch, dass wir vom Labor abhängen. Und Tipps hat man da gerne befolgt.
      Ne ATL hatten die nur für Clips oder Pressefilme rumstehen.
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Peter,

      ... das kenne ich auch noch. In der Kruschtelkiste liegen noch die ganzen Kodak-CC Filter, ein riesiger Satz. Mein Lehrling wunderte sich auch, was denn diese 005-er Filter seien....
      Filme hatten wir bei Wolf-Labor in Nürnberg-Fürth gelagert, dort im Kühlhaus und immer mit einer Emulsion. Entwickelt haben wir dort, aber auch bei uns, wenn`s eilig war. Zum Glück sind die Zeiten vorbei, eintesten müssen wir nur noch die LED Scheinwerfer für die Digitalkamera, aber das dauert ja nur 1-2 Minuten. Nicht stundenlang auf die E6 Entwicklung warten und die Filme trocknen, um sie beurteilen zu können.
      Da hat sich vieles zum Guten verändert.

      Gruß
      Winfried