Katja

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    • Portrait Katja


      Scan vom Negativ Ilford FP4+
      Kodak Tmax 100
      Sinar P
      Rodenstock Imagon 300mm H 9.5





      Nach dem ich das Imagon nun doch schon seit zwei Jahren besitze, habe ich mich daran gemacht, es auch einmal zu benutzen. Das Arbeiten mit dem Imagon ist etwas gewöhnungsbedürftig.

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    • Moin Moin,

      Kompliment! Der Phänotyp eines hervorragenden Imagon-Portraits.

      Könntest du etwas zu Deiner Arbeitsweise mit dem Imagon erzählen (gern auch ausschweifend), gerade in Bezug auf dessen Tücken? Ich besitze selbst erst seit kurzer Zeit das 300er und bin außer einer wenig ergiebigen Recherche, deren Ergebnisse meist auf allgemeinen oder theoretischen Überlegungen beruhen, noch nicht zum Einsatz gekommen.

      Ein Schönes neues Jahr und mit besten Grüßen,
      Friedrich
    • In der Tat gibt es nicht viele praktische Hinweise zur Vorgehensweise mit dem Imagon im Internet zu finden. So habe ich nach entsprechender Literatur gesucht. Der Titel von Alfons Scholz: "Lichtbilder mit dem Imagon" ist kaum zu finden. Nach zweijähriger Suche habe ich vor wenigen Tagen doch ein Exemplar gefunden und zu einem stolzen Preis kaufen können. Es ist noch auf dem Postweg.
      Es gibt noch einen anderen Titel von Michael Neumüller: "Praxis der Weichzeichnung" aus dem Wilhelm Knapp Verlag Halle (Saale). Der sollte antiquarisch noch greifbar sein und bietet einen guten Überblick zu dem Thema Fotografie mit Weichzeichnern. Darin ist das Imagon und die Arbeitsweise damit auch recht ausführlich beschrieben. So bin ich auch vorgegangen.
      Für erste Versuche empfiehlt Neumüller eine mittlere Blende von H 9. Ich habe die Siebblende H 9.5 - H 11.5 gewählt. Bei geschlossener Siebblende habe ich die Schärfe eingestellt. Das hat sich bei den recht düsteren Lichtverhältnissen im Studio als schwierig erwiesen. So ganz richtig scharf, wie ich mir das z. Bsp. vom 240er Apo Sironar gewöhnt bin, wurde es nicht. Dann habe ich die Siebblende auf H 9.5 geöffnet. So ist das Bild oben entstanden. Die dabei entstanden Überstrahlung in den Lichtern finde ich noch nicht übertrieben. Ich habe insgesamt sechs Negative mit unterschiedlichen Einstellungen belichtet. Bei einigen ist der Effekt kaum zu sehen. Zwei sind unterbelichtet.

      Um die Eigenschaften des Imagon's ausgiebig zu erkunden, wäre ein anderes Motiv besser. Beispielsweise ein Stilleben. Das ist geduldiger als ein Mensch (besonders als Katja). Bei einem Stilleben hat man auch mehr Zeit das Licht zu richten, um dann die Wirkungsweise des Imagon zu sehen.

      Nun - ich gehe nicht akribisch vor. Meistens einfach mal drauf los und durch Versuche und manchmal auch mit ein bisschen Glück, gelingen zuweilen ganz passable Bilder. Was ich aber mehr machen sollte, sind ausführliche und nachvollziehbare Notizen. Doch für die Arbeit mit dem Imagon werde ich mich wohl vorerst noch an die Empfehlungen aus dem Buch von Neumüller halten und warte gespannt auf den Titel von Alfons Scholz, wo ich mir noch einige hilfreiche Hinweise erhoffe.

      Mit freundlichen Grüssen, stephan
    • Wenn ich mich recht erinnere ist das bis jetzt dein bestes, gefällt mir sehr gut, ob es mit dem nächst stärkeren Weichzeichnergrad nicht noch besser geworden wäre, kann ich nur vermuten.
      Aber auf jedenfall schon sehr schön! :thumbsup: :thumbsup:
      " You push the button and we do the rest."
      Kodak Werbespruch!
      Today
      "You push the button and the pixels do the rest"
    • Moin Stephan,

      vielen Dank für Deine Hinweise. Das Werk von Scholz hatte ich auch im Blick, habe es aber nirgends zu einem auch nur ansatzweise angemessenen Preis finden können. Also entweder ist es der heilige Gral der Weichzeichner oder es wird mangels Verfügbarkeit gehyped... Den Neumüller habe ich hingegen gleich beim Antiquariat des Vertrauens ordern können.

      Ich bin Deinem Rat des Still-Lebens gefolgt und habe die ersten Versuche zunächst mit adaptierter DSLR durchgeführt. Es ist tatsächlich ein sehr herausforderndes Objektiv, da sich die Effekte je nach Lochblende (offen vs. geschlossen), Reflektionsgrad des Motivs, Lichtgebung, high-/low-key extrem unterscheiden. Ich werde versuchen, die Tage mal zu einer systematischen Erarbeitung zu kommen, denn Spaß macht das Imagon in jedem Fall.

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich
    • Hallo Friedrich,

      das freut mich, dass Deine ersten Versuche mit dem Imagon Spass machten.
      Ich finde ja schon das Adaptieren eines 300er Imagon an eine DSLR als eine Herausforderung, ist aber sicher dienlich, um sofortige Eindrücke sammeln zu können.

      Heute hat mir der Postbote das Buch von A. Scholz gebracht. Nach einem ersten Durchblättern kann ich sagen, das Buch beschreibt das Imagon und die optisch-physikalischen Begebenheiten umfassend und verständlich. Es lohnt sich durchaus den Titel zu erwerben. Aber wie Du beschreibst, ist das Buch kaum auffindbar und sehr/zu teuer. Das mir vorliegende Buch hat eine Auflage von 3000 Exemplaren. Das dürfte die Seltenheit und folglich den hohen Preis des Titels erklären.
      Aber mit der "Praxis der Weichzeichnung" von Neumüller bist Du gut bedient. Die Beschreibung des Imagon und seiner Anwendung ist darin praxisgerecht beschrieben. Darüber bin ich froh, denn die Eigenheiten dieser Optik würden sich mir wohl nicht einfach so ohne weiteres erschliessen.

      Nun bin ich gespannt, wie es mit Deinen Erfahrungen mit dem Imagon weiter geht und was für Bilder Du kreieren wirst.

      Freundliche Grüsse, stephan
    • Moin Stephan,

      Danke für die Rückmeldung zu den Büchern. Siehst Du im Scholz'schen Werk Vorteile, die eine Anschaffung rechtfertigen würden?

      Die Adaption war in diesem Fall ganz simpel, da ich lediglich die DSLR mittels Graflok-adapter an die GF angesetzt habe ;)
      Aber um die prinzipielle Wirkung zu testen und zu üben, genügt das Setup völlig.

      Auf den Geschmack des Weichzeichners bin ich entgegen meiner sonstigen "Alles Scharf - Manie" erst vor kurzem gekommen, als 'Phasma' seine Aufnahmen vom Tiergarten gezeigt hatte und ich so lang an der zunächst misslungenen Aufnahme hängen geblieben bin. Neben vielen Ideen zum experimentieren, ist mein Bild im Kopf eine ganz ähnliche Wirkung, wie bei jenem von Phasma, allerdings hinsichtlich der Reduktion und des Motivs orientiert an den ganz frühen japanischen Fotografen, inkl. ganz sanfter Nachcolorierung... kurzum, nichts, was ich in absehbarer Zeit umzusetzen in der Lage wäre, aber unglaublich auf den langen Weg zum Ziel gespannt bin.

      Als erstes werde ich mich an high-key Floralem üben, um ein besseres Verständnis der Imagon-Wirkung bei Verstellungen zu bekommen.

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich
    • Wirklich gut gelungen :) Darf ich fragen womit/wie du beleuchtet hast?

      Ich würde gerne mehr Aufnahmen mit verschiedenen Einstellungen vom Imagon sehen.

      Clickma wrote:

      Heute hat mir der Postbote das Buch von A. Scholz gebracht. Nach einem ersten Durchblättern kann ich sagen, das Buch beschreibt das Imagon und die optisch-physikalischen Begebenheiten umfassend und verständlich. Es lohnt sich durchaus den Titel zu erwerben. Aber wie Du beschreibst, ist das Buch kaum auffindbar und sehr/zu teuer. Das mir vorliegende Buch hat eine Auflage von 3000 Exemplaren. Das dürfte die Seltenheit und folglich den hohen Preis des Titels erklären.
      Glücklicherweise gibt es das in der Bibliothek :)

      Gruesse, klw
    • edewolf wrote:

      Danke für die Rückmeldung zu den Büchern. Siehst Du im Scholz'schen Werk Vorteile, die eine Anschaffung rechtfertigen würden?

      klw wrote:

      Glücklicherweise gibt es das in der Bibliothek
      Wenn es denn in einer erreichbaren Bibliothek verfügbar ist.

      Für mich hat sich die Anschaffung gelohnt, auch wenn ich 100 Euro dafür hingeblättert habe. So habe ich jetzt erstmal kapiert, was es mit dem Focus-Shift auf sich hat. Ich muss immer alles hundert und mehr Mal lesen, bis ich es verstanden habe. So ist ein greifbares Buch schon von Vorteil.


      klw wrote:

      Darf ich fragen womit/wie du beleuchtet hast?
      Es waren zwei Blitzköpfe von Profoto.
      Das Hauptlicht war mit einem weissen Beauty-Dish von vorne, leicht nach rechts versetzt, ca. ein Meter über dem Gesicht. Der zweite war mit dem Normalrelflektor auf der Position 6 und mit einer 10 Grad Wabe bestückt und leuchtete von hoch auf den Hinterkopf. Der sollte etwas Licht in die Haare bringen. Dann war noch ein Aufheller mit gold/silber Zebra- Muster mit im Spiel. Diesen habe ich links vorne, in etwa 45 Grad so positioniert, dass er die Schatten auf der linken Gesichtshälfte etwas aufhellt. Die Beschreibung ist aus der Sicht der Kamera.
      Ich hoffe die Beschreibung ist verständlich.

      Freundliche Grüsse, stephan
    • klw wrote:

      Ich würde gerne mehr Aufnahmen mit verschiedenen Einstellungen vom Imagon sehen.
      Ein weiteres Portrait von Katja mit dem Imagon:



      Scan vom Negativ Kodakt Tmax 100
      Sinar P
      Rodenstock Imagon 300mm bei H 11.5

      H 11.5 ist die kleinste Blende, also die Drehblende geschlossen, für das 300er Imagon.
      In den Lichtern ist nur noch ein Hauch von Überstrahlung zu sehen. Die Haare zeigen einen schönen seidigen Glanz. Die Schatten werden immer noch angenehm aufgehellt. Die Haut zeigt schon bedeutend mehr Struktur.
      Insgesamt gefällt mir das besser, als beim ersten Bild. Ich bin gar nicht so sehr ein Freund von zu starker Weichzeichnung. Dennoch finde ich es hochinteressant mit dem Imagon zu fotografieren.

      Gekauft habe ich mir das Objektiv, weil es ein interessantes Angebot war und weil ich in den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, während meiner Schulzeit sehr von den Fotografien von David Hamilton angetan war. Damals habe ich in der Zeitschrift "Photographie" einen Artikel über das Imagon gelesen und seitdem hat dieses Wort fast etwas mystisches für mich. Nun habe ich also so ein Objektiv und muss es natürlich auch benutzen.

      Freundliche Grüsse, stephan
    • Das Licht hier ist für mich etwas zu kontrastreich. Etwas aufgehellte Schatten würden mir besser gefallen.
      Die Pose finde ich viel besser.
      Hast du ohne den Ring am Finger deines Modells versucht? Ich meine, das täte dem Foto gut. Ringe ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und geben dem Foto etwas persönliches.
    • Meine Blickfolge war Augen, Lippen, Haare, Busen, Daumennagel. Dort verharrten meine Augen eine Weile bei der Überlegung, wie präsent ein Daumennagel sein kann. Den Ring habe ich erst nach Dieters Beitrag wahrgenommen.

      Zu den Bildern: So will ich auch mal portraitieren können, wobei mir das erste etwas zu elegisch ist..
    • Clickma wrote:

      klw wrote:

      Glücklicherweise gibt es das in der Bibliothek
      Wenn es denn in einer erreichbaren Bibliothek verfügbar ist.
      Für mich hat sich die Anschaffung gelohnt, auch wenn ich 100 Euro dafür hingeblättert habe. So habe ich jetzt erstmal kapiert, was es mit dem Focus-Shift auf sich hat. Ich muss immer alles hundert und mehr Mal lesen, bis ich es verstanden habe. So ist ein greifbares Buch schon von Vorteil.
      Über Fernleihe bekommst Du fast alles. Von der Anschaffung von Büchern brauchst du mich nicht zu überzeugen, da bin ich schmerzbefreit. Ich hätte es mir aus der Bib besorgt um sofort an die Information zu kommen aber es auch bei der ersten sich bietenden Gelegenheit – aus den gleichen Gründen die du genannt hast – gekauft ;)

      Vielen Dank für die Information zur Beleuchtung, ist gut verständlich beschrieben :) Weisst du noch wieviel Leistung du in etwa gebraucht hast?

      Vielen Dank auch für das zweite Bild, der Unterschied ist deutlich zu sehen. Tatsächlich spricht mich das erste mehr an. Ich könnte mir vorstellen das sich viel Schmuck mit dem Imagon gut machen würde. Ausserdem habe ich – ohne zu wissen warum – Art Deco vor Augen.

      Bitte auf jeden Fall mehr vom Imagon :)


      Gruesse, klw

      The post was edited 1 time, last by klw ().