Warum man in der Vorlesung lieber aufpassen sollte

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    • Warum man in der Vorlesung lieber aufpassen sollte

      Hallo Leute, mein Name ist Michael, 24 und ich bin Student aus Salzburg (AT).

      Vor einem knappen Jahr hab ich mit dem fotografieren angefangen, kleine Digitalknipse gekauft und im Laufe der Monate auch mit den alten Kameras aus Vaters und Opas Regal gespielt. Bis vor einigen Tagen habe ich noch nie eine Großformatkamera in Realität gesehen, fasziniert haben sich mich aber schon länger (man googlelt halt mal nach allem was mit Fotografie zu tun hat). Jedenfalls hab ich in einer Vorlesung nebenbei in den Kleinanzeigen geschmökert, da wurd ich auf eine Kiste mit Großformatsachen aufmerksam, nur ein paar km von meinem Wohnort.

      Da konnte man Standarde sehen, diverse Rückteile, darunter auch ein Rollfilmrückteil. Verhältnismäßig günstigen Mittelformatfilm verwenden zu können, und evtl. auch das Objektiv von dem Mittelformat-Faltkamera Erbstück reizte mich, also hingefahren, anschauen kann man ja mal. Nach einem netten Gespräch mit dem Verkäufer (Berufsfotograf) hab ich mich dann entschieden die Kiste zu kaufen.

      Und das Wochenende damit verbracht nachzusehen was ich eigentlich nun hatte, angefangen zu zerlegen, zu reinigen und zu überlegen was es jetzt noch braucht. Hier mal ein Foto von meiner neuen (alten) Plaubel Peko Universal III 18x13cm :D

      (Zumindest der vordere Standard stammt von einer, der Hintere hat eine andere Farbe).
      Dabei waren eine normale Objektivplatte, eine Weitwinkelplatte, 18x13cm Rückteil für Kunststoffkassetten, 4x5" Rückteil für Blechkassetten (inkl. Kassetten), Rollfilmrückteil 6x9cm mit 2 Rollfilmkassetten. Weiter eine 4x5" Kunststoffkassette und 18x13cm Blechkassetten mit denen ich nichts anfangen kann. (Gerne wenn meine Beiträge für den Marktplatz reichen hier im Forum zum tauschen/bei den Blechkassetten zu verschenken). Dazu eine angebrauchte Schachtel Ektarchrome 100 in 4x5".

      Leider waren Teile wohl Feuchtigkeit ausgesetzt und haben daher teilweise Rost angesetzt. Die 4 Blechkassetten für 4x5" sind am Schlimmsten, ich werde versuchen die Beste davon zu retten. Bei den Rollfilmrückteilen hab ich mir vom Rostigen die bessere Mechanik auf das Rostfreie umgebaut. Das Mittelformat Objektiv wird nach der Testplatte aus Karton eine aus Blech erhalten. Ein Blechteil für eine Lochblende ist auch schon zurechtgeschnitten/gefeilt.

      Auch wenn ein bisschen Bastelei erforderlich ist bin ich happy. 6x9cm mit Fokussierung und zusätzlicher Möglichkeit für Tilt/Shift ist schonmal deutlich interessanter als 6x6 mit Fokusskala und mit den Teilen/Film, die ich jetzt hab kann ich auch mal bei 4x5" die Zehen ins Wasser halten. Langfristig vielleicht auch 18x13cm mit einem richtigen Großformatobjektiv dann. Da hab ich mir ja was angefangen, man sollte in der Vorlesung wohl doch lieber aufpassen :/

      Naja, Fragen meinerseits werden sicher in nächster Zeit auftauchen und wenn Interesse besteht kann ich ja die "Inbetriebnahme", also basteln von Stativ und Balgen hier ein bisschen dokumentieren. :)
    • Hallo,

      die Kiste ist ja schon fast überkomplett.
      Alles, was Du da hast, gibt es bei uns im Atelier auch und ist auch heute noch im Einsatz. Das Rückteil stammt aus einer etwas späteren Serie, gehört aber auch zur Universal. Unsere ist komplett grau und stammt von 1957.
      Ideal ist das 6x9 Rückteil, das ist zum schieben. Erst mit der Mattscheibe einstellen und dann die Kassette rüberschieben. Aber nicht vergessen, den Verschluß zuvor zu schließen! Das 6x9 nehme ich oft für Architektur, wenn viele Einstellungen gemacht werden müssen (Kostenersparung).
      Vorne liegt ein neues Rückteil für die Universalkassetten (Doppelkassetten). Das ist neueren Datums.
      Hinten rechts das Blechrückteil 9/12 mit Reduzierrahmen von 13/18 auf 9/12. Das ist für die Blechkassetten mit Rada Falz.
      Dem Bild nach müsste es aber eine Universal II sein, denn die III hatte Feinverstellungen, was Deine nicht hat. Ist aber unwichtig.

      Viel Spaß damit,
      Winfried
    • Winfried Berberich schrieb:

      Hinten rechts das Blechrückteil 9/12 mit Reduzierrahmen von 13/18 auf 9/12. Das ist für die Blechkassetten mit Rada Falz.
      Vielen Dank, das hatte ich dann direkt falsch. Dann erübrigt sich auch das Entrosten der Blechkassette, weil da ja gar keine 4x5" Filme reinpassen :D
      Ich werde mal nebenbei die Augen für ein 4x5" Rückteil für Universalkassetten offen halten, wenngleich das wohl das begehrteste für die Kamera sein wird (und demnach selten/teuer). Bei 4x5" scheint die Filmauswahl ja am Größten zu sein.
    • Stimmt, aber im Vergleich zu 4x5" ist die Auswahl recht dünn und die Blechkassetten im Grunde ein Fall fürs Recycling. Hab gestern noch weiter gegooglet und hab jetzt mal ein bisschen mit meinen Optionen im Kopf jongliert. 4x5" Rückteile dürften selten/teuer sein und ich hab 2 von den neueren 18x13cm Rückteilen. Beide Mattscheiben sind beschädigt, eine ist durchgebrochen und einer fehlt eine Ecke. Dazu noch einen Standard für eine Plaubel Profia (also zumindest wenn ich das richtig verstanden hab, die mit den drei Nuten) in gutem Zustand.

      Ich schätze ich werde die 4x5" Universalkassette, das 9x12cm Rückteil (mit intakter Mattscheibe) und das schönere 18x13cm Rückteil mit dem Profia Standard verkaufen (ich glaube das war unter dem Namen Plaubel PR 3 / 433 sowieso einmal ein Set?). Das Geld vielleicht als Anzahlung für ein 150mm Objektiv nutzen und 2 Kassetten für 4x5" Film basteln, die in das verbleibende 18x13cm Rückteil passen (mit der 5-Eckigen Mattscheibe). Alternativ kann ich mir dann ja immernoch 18x13cm Kassetten kaufen wenn es mich reizt.

      Heute hab ich mal den 6x9cm Schlitten zusammengebaut, die M2,5 Gewinde waren leider durch, also aufgebohrt und M3 Gewinde reingeschnitten. Mit etwas Moosgummi als Lichtdichtung zusammengeschraubt und auch dem 18x13cm auf 4x5" Adapter etwas Moosgummi spendiert.



      Die Kassette schaut etwas wild aus, da ist der Überzug abgegangen. Ich hab schon einen Plan wie ich das verschönere, aber ich möchte zuerst mithilfe des Türchens herausfinden wie der Mechanismus beim Laden funktioniert, und dann das Türchen entfernen. Das wird also erst nach meiner ersten Rolle Film geschehen :D
    • m.k schrieb:

      und die Blechkassetten im Grunde ein Fall fürs Recycling
      Nein, sind sie nicht. Ich nutze sie mehr als die Doppelkassetten. Warum? In den Kamerakoffer passen bei mir genau 18 Blechkassetten, aber nur 6 Doppelkassetten, also habe ich mehr Material dabei. Zudem ist das Rückteil schmaler und leichter. Einziger Nachteil, man muß beim Belichten in heller Sonne das schwarze Tuch über die Rückwand hängen, um Vorbelichtungen zu vermeiden. Gilt aber nur für uralte Blechkassetten, die nicht mehr ganz dicht sind.
      Rada Rollfilmkassette: ganz einfach. Man nimmt das Innenteil heraus und lädt dann den Film. Der Anfangspfeil muß aun der aufzuwickelnden Rolle liegen. Dann schließen, auf Null stellen und den Hebel entspannen. Dann drehen bis der Film stoppt. Am besten mal mit einem Uraltfilm probieren, ist etwas gewöhnungsbedürftig, geht dann aber ganz schnell.

      Gruß
      Winfried
    • Nein, nicht Blechkassetten generell, sorry, die verrosteten in meiner Kiste. Wenn die noch gut wären, könnt ich mir 9x12 ganz gut vorstellen fürs Erste. Danke für die Info mit dem Pfeil, so etwas ist für einen Anfänger wie mich Gold wert!

      Naja, ich werd mal in den Keller gehen und schaun ob ich es schaffe ein einfaches Stativ für die Kamera zu bauen ;)
    • Bevor du die Blechkassetten wegwirfst, solltest du versuchen den Rost zu entfernen.

      Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht verrostete Teile in heisser Askorbinsäure zu baden: Kochtopf mit Wasser und ein paar Löffel Vitamin C, Teile rein und dann eine zeitlang sieden lassen).

      (Die Dichtungen musst du danach wahrscheinlich erneuern)

      Gruesse, klw
    • So, Stativ ist fast fertig. Vorweg: es war keine Halterung für eine Objektivplatte dabei, nur die Runde Schiene und die Standarde.

      Da ich mit dem 85mm Objektiv arbeiten will hab ich mich dazu entschieden, wenn ich schon keinen Halter für ein Objektiv habe könnte ich die Schiene ja als Teil des Stativs nutzen und die Beine vorne & hinten montieren, dann kann ich mit den Standarden auch näher beisammen sein. Für ein langes Objektiv kann man die Halterungen ja in die Mitte geben, so wie es normalerweise wäre.

      Die Halterungen hab ich mir zusammengeschweißt, mit einer M10 Mutter für jedes Bein. Die Beine sind aus Holz, hat herumgelegen. Jedes Bein hat 2 Teile und kann 10cm ein- und ausgeschraubt werden um das Stativ gerade richten zu können. (Vermutlich werde ich mir noch ein 4rtes, kürzeres Bein machen für ungleichmäßigeres Gelände.)





      Lackierung der Metallteile steht noch aus...

      @klw: Falls du interesse an den verrosteten Kassetten hast, Adresse per PN und sie kommen zu dir. Porto zahlt das Christkind. Kann dir auch gern noch Fotos machen, damit du entscheiden kannst ob es den Aufwand für dich wert ist. Wenn ich schon mit Lichtdichtungen etc. basteln muss dann kann ich das gleich bei einer 4x5" Kassette tun, bei den 9x12 passe ich... :D

      Zitronensäure hat bei mir zum Entrosten normal auch gut funktioniert. Dürfte etwas billiger sein als Vitamin C. Das kommt in den Entwickler :D
    • Dankeschön!

      So am letzten Freitag habe ich ein paar Stunden erörtert warum an mir kein Schneider verloren gegangen ist, Ergebnis ist ein Weitwinkelbalgen der zwar nicht aus der Nähe betrachtet werden sollte aber eigentlich Lichtdicht sein müsste. Heute noch fertiggenäht und hier gerade beim verkleben mit der Halterung:

    • Während der Kleber am zweiten Rahmen trocknet habe ich heute mal die recht schmutzigen Zierteile (die zusätzlich noch in 2 Farben, beige und schwarz, ausgeführt waren) durch Überbleibsel vom roten Kunstleder ersetzt. Ich weiß, rote Punkte sind in der Fotografie gerade nicht so in, aber ich schwimme mal ganz frech gegen den Strom ;)