Fresnel Scheibe an Intrepid

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    • Fresnel Scheibe an Intrepid

      Freunde der Großen,

      ich lese immer mal wieder dass eine Fresnel Scheibe an der Intrepid sehr sinnvoll wäre.
      Könnte das mit dieser Scheibe was werden? :huh:
      Guckst du hier, ... Fresnel!
      Gruß Martin
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      Am schwersten fällt es uns, das zu sehen, was wir vor Augen haben. (Goethe)
    • Wenn ich das richtig deute, ist das eine Mattscheibe inkl. Fresnel. Sollte gehen, aber je nach Linse ist es auch manchmal besser ohne Fresnel, also gut wenn man diese auch abnehmen kann. Dazu soll die Intrepid-Scheibe ja auch von sich schon schön hell sein.

      Um so weitwinkliger Du unterwegs bist, um so mehr hilft eine Fresnellinse.

      Die Sparvariante funktioniert aber auch prima: ebay.de/itm/Blattlupe-Handlupe…OV3VIU2AZxs5t2g:rk:2:pf:0

      Habe eine A4+ Lupe auf meinem Eingebau 8×10 Rückteil und eine 9×12 auf einer alten Plattenkamera. Geht beides prima.
      Weimar aus der Vergangenheit in die Zukunft geholt, oder anders herum
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    • Die sollte schon gehen. Aber:

      animaux schrieb:

      Leselupe aus dem Supermarkt, auch genannt Blattlupe. Funktioniert einwandfrei.
      Alan Brock hat ein Video zum Einbau einer Fresnellinse gemacht:


      Ich habe an einer Linhof mal eine Fresnellinse ausprobiert und fand das total unbrauchbar. Ich würde evtl. ein anderes Glas probieren, aber niemals wieder eine Fresnellinse <X (Das ist meine persönliche Präferenz, andere dürfen Fresnellinsen gerne verwenden und gut, wichtig oder unverzichtbar finden).

      Gruesse, klw

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von klw ()

    • Marsupilami72 schrieb:

      animaux schrieb:

      Wenn ich das richtig deute, ist das eine Mattscheibe inkl. Fresnel.
      Das ist eine reine Fresnellinse.
      Bei meiner Sinar möchte ich darauf jedenfalls nicht mehr verzichten...
      Stimmt: »place the Fresnel in front of the ground glass«. Ich würde auf meine Fresnellinsen auch nicht verzichten wollen. Sonst muss man sich immer so hin und her neigen ;)
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    • Ja, und genau das macht mich etwas wirr! :huh:

      Die Jungs bei Interpid sagen ... "The correct place for a Fresnel lens to go is in between you and the ground glass"
      Und der Ebay-Mann sagen ... between ground glass and lence.

      Und nu? ?(
      Gruß Martin
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    • Moin Moin,

      das entscheidende ist, dass die Position der Mattscheibe nicht verändert werden darf, da sonst der Fokus nicht mehr stimmt. Du darfst die Fresnelscheibe also nicht einfach unter die Mattscheibe legen. Außer sie wird im Inneren des Rückteils so angebracht, dass die Mattscheibe dennoch korrekt auf den beiden Holznasen aufliegt. Also z.b. ein Stück der Fresnelscheibe abfeilen/schleifen. Das hat den Vorteil, dass die sehr kratzerempfindlichen Fresnelscheiben geschützt sind. Aber ehrlich gesagt, bis auf eine Kamera habe ich alle Fresnelscheiben stinknormal hinter die Mattscheibe (also der mir zugewandten Seite) montiert, geht...

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich
    • edewolf schrieb:

      Außer sie wird im Inneren des Rückteils so angebracht, dass die Mattscheibe dennoch korrekt auf den beiden Holznasen aufliegt.
      Würde aber selbst das nicht das Auflagemaß verändern, da der Strahlengang ja durch die (Fresnel-)Linse VOR dem auftreffen auf die Mattscheibe verändert wird?
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    • animaux schrieb:

      edewolf schrieb:

      Außer sie wird im Inneren des Rückteils so angebracht, dass die Mattscheibe dennoch korrekt auf den beiden Holznasen aufliegt.
      Würde aber selbst das nicht das Auflagemaß verändern, da der Strahlengang ja durch die (Fresnel-)Linse VOR dem auftreffen auf die Mattscheibe verändert wird?
      Ich habe versucht, mich zu dem Thema einzulesen und je mehr Leute und Quellen man befragt, umso mehr wird das zu einer Gaußschen Normalverteilung bei "Vielleicht".
      Ist durchaus vergleichbar mit "Vorwässern bei Filmentwicklung" ... ;)

      Wenn meine Fresnel-Linse eintrifft werde ich das probieren (so sich das "probieren" läßt) und dann ... schaumamal.

      Gruß
      Stefan
    • animaux schrieb:

      Für mein Physik-LK-Verständnis...

      mycroft schrieb:

      Ich habe versucht, mich zu dem Thema einzulesen und je mehr Leute und Quellen man befragt...

      Physik - LK, hihi, ich hatte Bio - LK und empfehle lumineszierende Algen in der Mattscheibe...
      Deswegen traue ich mir selber nicht über den Weg, und ging u.A. bei selig Peter K in die Lehre.

      Packende Wissensschlachten mit Seinesgleichen, berufsbedingt fundiertes Handwerk-und Physikwissen, miteißende Geschichten, wo Chamonix nach Jahren entdeckte, dass eine falsch platzierte Fresnellinse zu Unschärfen im fertigen Bild führt, weiterbildende Fresnel-Essays zu den Fragen wierum denn nun und wohin überhaupt ( wenn man mal die "Leute" ausblendet), geschickt eingestreute Cosinüsse und andere Merkwürdigkeiten für den aufstrebenden Physikler - also das steht doch alles hier (GFF) bzw dort (LFF) geschrieben?
    • Moin,

      da guckt man fuer einen Tag mal nicht hierein und dann schon wieder eine dieser Fragen/Diskussionen.

      Eigentlich ist es ganz einfach, dann wird es ein wenig unbequem und am Ende ist es wieder ganz einfach.

      Fange ich ganz unwissenschaftlich am Ende an: ausprobieren. Teil 1 ist -- ohne Fresnel und mit Fresnel, Teil 2 ist einmal vor Mattscheibe und einmal hinter. Schaerfetest ist empfohlen.
      Vorteile der Vorgehensweise: kostet hoechstens zwei Blatt Film und ein wenig Zeit, und danach ist man besonders fuer kurze Brennweiten "erleuchtet".

      Fuer die mit langem Atem:
      Am Anfang steht eigentlich die Ueberlegung, was das eigentlich fuer komische Objekte im Strahlengang sind: Mattscheibe und Fresnellinse. Nehmen wir die Mattscheibe einfach mal hin als naturgegeben (Achtung: verschwurbelte Zwischenrufe der Art "auf Luftbild scharfstellen mit Klarglasfleck" werden ignoriert). Und konstatieren, dass Filmebene und "Rauflaeche" kolokal -- am gleichen Ort -- sein sollten. Ein optisches Element, dass hinzufuegt wird veraendert den Strahlengang. Nach geometrischer Optik veraendert eine Linse (Fresnel oder nicht) die Richtung der einlaufenden Strahlen. Und was heisst das nun?
      Einerseits ist das der Grund, warum das Bild "heller" wird. Je weiter man sich von der optischen Achse entfernt, desto geringer wird die Intensitaet. Aus physiologisch-massiven Gruenden bringen die Kompensationshandlungen wenig -- das schraege Schauen ist irgendwann einfach nicht mehr moeglich. Unabhaengig davon wo nun die Fresnellinse liegt, werden die Lichtstrahlen in eine andere Richtung gelenkt.

      Bezueglich der Schaerfeebene wird das ganze nun etwas unangenehmer. In Jaegersprache: pirschen wir uns langsam an. Der simpelste Fall ist, dass exakt ein Punkt durch die Kamera abgebildet wird, exakt (also "scharf") auf die Mattscheibe. Lege ich nun eine Fresnellinse mit exakt der Brennweite des Linse-Mattscheiben-Abstands ein, dann passiert mit den optischen Abstaenden: Nichts! Denn wie wir alle wissen, wird ein Lichtstrahl, der exakt im Abstand der Brennweite einfaellt parallelisiert. [Am Rande bemerkt: das find ich persoenlich immer noch extrem cool!] Der positive Nebeneffekt ist, dass egal, wohin der Lichtpunkt abgebildet wird -- auf die Mitte der Mattscheibe oder in eine Ecke -- die Leuchtrichtung ist nun senkrecht zur Mattscheibe. Ohne Zeichnung ist das nicht so gut zu erklaeren -- daher stelle man sich vor, in welche Richtung ein Randstrahl weiterliefe -- eben gerade nicht senkrecht zur Mattscheibe (wie in der Mitte), sondern in der gedachten Fortsetzung vor der Mattscheibe.[**]
      Und was ist mit den komplizierteren Faellen? Als Physiker erklaere ich nun jeden anderen Fall als eine Variation der ebigen Argumentation. Letztlich moechte man als Photograph, dass das Negativ richtig scharfgestellt ist -- so wie auf der Mattscheibe gesehen. In Realitaet sind Fresnellinsen leider eben nicht unendlich duenn und veraendern/verlaengern den optischen Weg doch ein bisschen. Hat man nun ein Kamerarueckteil, welches so kalibriert (!) ist, dass die Filmebene auf der Mattscheibe liegt, dann wird das optische System fuer den Fall "Fresnel zwischen Linse und Mattscheibe" ein wenig verschoben. Daraus resultiert dann, dass das Mattscheibenbild nicht mehr da scharf ist, wo der Film liegt. Der eine Anteil ist rein geometrisch die Dicke der Fresnelscheibe, die die Mattscheibe verschiebt -- der andere Teil ist die "optische" Dicke. Und wir landen wieder an der Eingangsempfehlung: nachmessen und passend einstellen. Dann liegt nicht nur "man", sondern auch "es" richtig.

      Ergo: Fresnellinse "von aussen" auf die Mattscheibe legen ist nie "falsch". Aber nicht optimal, weil die Strahlausrichtung erst nach der diffusen Streuung erfolgt. Trotzdem ist der scheinbare Helligkeitsgewinn bei kurzen Brennweiten sehr gross. Fresnellinse auf Mattscheibenseite Richtung Linse ist besser -- muss aber entsprechend eingestellt sein. Bei "unendlich"-Bildern ist der Effekt einer nicht-re-kalibrierten Mattscheibe zumeist klein.

      Als Nachwort: ich habe einige reale Einfluesse vernachlaessigt um die wesentlichen Aspekte klarer dastellen zu koennen.

      Gruesse,
      Christoph

      Anmerkung: je technischer die Erklaerung wird, desto exakter muss eigentlich auf die Sprache geachtet werden. Aber verstaendlich sollte es auch bleiben. Ich bessere ggf. nach, falls es entweder zu verschwurbelt wird, oder doch zu trivialisiert.

      [**] Falls jemand anmerkt, dass man den scharfen Lichtpunkt doch auch mit dem geraden Blick auf die Mattscheibe sieht: ja. Die mattierte Flaeche dient als Streuzentrum, so dass aus dem komplett gerichteten Lichtstrahl ein diffuses etwas wird. Trotzdem kann man mal aus Neugier das Mattscheibenbild aus unterschiedlichsten Blickwinkel betrachten und sein Augenmerk auf die unterschiedlichen Helligkeiten richten.
      „When you change the way you look at things, the things you look at change.“— Max Planck

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von cherub () aus folgendem Grund: Rechtschreibung, Zeichensetzung und ein paar Formulierungen verschlimmbessert.

    • cherub schrieb:

      Fange ich ganz unwissenschaftlich am Ende an: ausprobieren. Teil 1 ist -- ohne Fresnel und mit Fresnel, Teil 2 ist einmal vor Mattscheibe und einmal hinter. Schaerfetest ist empfohlen.
      Vorteile der Vorgehensweise: kostet hoechstens zwei Blatt Film und ein wenig Zeit, und danach ist man besonders fuer kurze Brennweiten "erleuchtet".

      danke für die erläuterung, christoph. leider hast du eine sache vergessen:

      hier im forum scheint es quasi gesetz zu sein, eintesten (egal in welchem zusammenhang) für zeit- und geldverschwendung zu halten. lieber schluckt man von anderen vorverdautes, egal, ob das auf das eigene system oder zum eigenen workflow passt oder nicht.
    • Fresnel ist schon fast ein Reizwort für mich!
      Ich hatte früher eine Arca Swiss F-Line da ist die Mattscheibe mit einer Fresnel vor der Mattscheibe verheiratet! Das hat Vor aber auch Nachteile wie so vieles!
      Bei sehr kritischen Scharfeinstellungen ist es bei der Arca viel schwieriger den genauen Schärfe Punkt zu finden, habe immerhin ca. 12 Jahre mit der Arca gearbeitet! Vorteil ist bei gewissen Optiken mit der optimalen oder fast optimalen Brennweite ist die Arca Mattscheibe heller wie die Sinar mit Fresnel hinter der Mattscheibe!
      Aber für kritisches fokussieren kann ich bei Sinar die Fresnel einfach entfernen und habe dann nur noch mit "den Schneeflocken" der Mattscheibe zu kämpfen!
      State of the art sollen ja die Maxwell Fresnel sein, nur fragt der für welche Brennweite soll der Fresnel optimal sein, weil er klar sagt das man eine Fresnel nur für eine bestimmte Brennweite optimal abstimmen kann! Das weiss ich aus früheren mail wechseln mit ihm und anderen Kollegen aus dem LF Forum!
      alanbrockimages.com/blog/2014/…creen-seeing-is-believing

      Viel Spass mit Fresnel, Armin
      " You push the button and we do the rest."
      Kodak Werbespruch!
      Today
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