Mindestanforderung ans Eintesten von SW-Filmen

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    • Mindestanforderung ans Eintesten von SW-Filmen

      Servus,

      nachdem ich mehrere verschiedene Filme und Entwickler habe, möchte ich gerne herausfinden, wie sich diese untereinander verhalten und daher auch entsprechend eintesten.
      Leider habe ich weder einen Graukeil noch ein Densitometer und wollte daher fragen, ob man mit einem Spotmesser und Leuchtpult/Vergrößerer zumindest die Minimalanforderungen ans Eintesten erfüllen kann.
      Habe bereits einige Infos gefunden, bin mir aber nicht sicher, ob folgende Herangehensweise bereits eine brauchbare Auswertung ermöglicht:

      1. Belichtung auf einem (1) Blatt Planfilm
      - Kamera auf Graukarte/gleichmäßig ausgeleuchtete Fläche formatfüllend ausrichten, Schieber <50% herausziehen und mit Wert für Zone I belichten.
      - Film in der Kassette um 180° drehen, Schieber wieder <50% herausziehen und mit Zone VIII belichten.
      In der Folge habe ich dann zwei, für die weitere Auswertung wichtige Eckpunkte (bzgl. Dichte) & unbelichteten Teil in der Mitte für die Schleierdichte.

      2. Entwicklung nach Herstellerangaben/Datenblatt

      3. Ausmessen per Spotmesser (Minolta Spotmeter F) und Pult
      Da der Belichtungsmesser auch EV-Werte anzeigen kann, würde ich diese dann in die Dichte umrechnen müssen (da 1EV = LogD 0.3).
      Dazu würde ich das entwickelte Negativ dann auf ein Leuchtpult legen und zuerst den Schleier (leerer Teil des Negativs) ausmessen. (Messung Leuchtpult - Messung Leuchtpult&Negativ) x 0.3 = Grundschleier, das Gleiche dann mit Zone I und VIII und hier jeweils die Differenz zum Schleier berechnen.
      Hieraus könnte doch, wenn auch nicht sehr verlässlich, der Gammawert berechnet werden:
      Differenz aus den Dichten geteilt durch Blendenstufen (7EV = 2.1).
      Frage: Ist dieses Vorgehen auch auf einen Vergrößerer (Kondensorkopf) übertragbar? Also quasi Negativ in die Bühne legen
      und Messungen über das Grundbrett vornehmen.

      4. Auswertung und Interpretation der Messung
      - Die Dichte für Zone I sollte idealerweise bei 0.1 - 0.15 über dem Schleier liegen. Wenn der Wert geringer ist, ist dann die angegebene ISO zu hoch?
      - Die Dichte für Zone VIII sollte idealerweise bei 1.2(?) über dem Schleier liegen. Wenn der Wert geringer/höher ist, dann war die Entwicklungszeit zu niedrig/hoch(?)

      Das ist jetzt natürlich die Sparvariante ohne den 21-stufigen Graukeil und Densitometer, aber ich wollte mir damit zumindest einen groben Überblick über verschiedene Film-/Entwicklerkombinationen verschaffen.
      Meine Frage ist daher, ob diese Herangehensweise so richtig ist (evtl. Verbesserungsvorschläge).

      Bin auch aufgeschlossen dafür, wie Ihr das sonst macht (Socke & Shirt, Graukeil, Sparvariante,...).

      Gruß
      Mario
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    • mec schrieb:

      nachdem ich mehrere verschiedene Filme und Entwickler habe, möchte ich gerne herausfinden, wie sich diese untereinander verhalten und daher auch entsprechend eintesten.

      Prinzipell finde ich Dein Vorgehen einerseits als Mindestanforderung, andererseits schon mal aussagekräftig: Du weißt, wie Du den Film zu belichten/zu entwickeln hast, das ist doch schon mal was.
      Ob z.B. Zone 3 auch genau dort zu liegen kommt, nämlich in 3 , dürfte weiterhin unklar bleiben; ob du dieses Wissen brauchst, kann ich nicht sagen.

      Dein Ziel, die Vergleiche von Filmen und Entwicklern, wirst Du aber nicht erreichen; wenn auch alle schwarz und weiß wiedergeben können, finden sich die wirklichen Unterschiede doch eher in den von Dir ausgesparten Bereichen .

      VG,
      Ritchie
    • Danke für die Antwort.
      Ich wollte zunächst nur grob einschätzen können, wie die tatsächliche ISO des Films ist und ob meine Zeiten stimmen.

      bequalm schrieb:

      Ob z.B. Zone 3 auch genau dort zu liegen kommt, nämlich in 3 , dürfte weiterhin unklar bleiben; ob du dieses Wissen brauchst, kann ich nicht sagen.
      Das wollte ich zunächst bewusst ausklammern. Sorry, hatte mich in meiner Einleitung falsch ausgedrückt.
      Einen ausführlichen Test würde ich dann mit einem Graukeil für alle Zonen durchführen um z.B. die Push-/Pull Eigenschaften
      zu erfassen und vergleichen zu können.

      Es gibt aber prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, den Test mit Spotmesser und Messung des Negativs über den Vergrößerer
      durchzuführen?
      Ein Leuchtpult hätte ich zwar auch. Das ist allerdings nur ein selbstgebasteltes mit LED-Schlauch, welches lediglich zum Betrachten der Negative dient. Daher wollte ich den Weg über den Vergrößerer gehen.

      Gruß
      Mario
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    • mec schrieb:

      Es gibt aber prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, den Test mit Spotmesser und Messung des Negativs über den Vergrößerer
      durchzuführen?

      Aus meiner Sicht nicht.
      Im Gegenteil erfasse ich damit reelle Bedingungen, wie ich finde.
      Sozusagen Socke und T-Shirt, direkt auf der Leine :)


      mec schrieb:

      Bin auch aufgeschlossen dafür, wie Ihr das sonst macht

      Mit nem Stouffer Graukeil.
      Ich will sehen, was sich so entlang der Dichtekurve abspielt, und es geht schneller als ein wilder Aufbau mit Licht/Graukarte, Socken und T-Shirts :)
    • Servus nochmal,

      den Stouffer hatte ich schon gesehen. Der ist laut Beschreibung ja recht praktisch, kommt momentan allerdings für mich noch nicht in Frage.
      Kann das in einer "light"-Variante mit einem Aufsichtsgraukeil (z.B. Kodak Q13 in Dichten 0.0 - 1.9 mit 0.1 Steigerung) evtl. auch durchgeführt werden?

      Im Prinzip wie folgt:
      Schiebermethode (wie oben) nur mit aufgelegtem Graukeil (auf Graukarte) auf Belichtung für Zone I. Da ich ja einen blanken Filmteil habe kann ich doch theoretisch die Graustufen auf dem Negativ
      durchgehen und dann schauen, auf welchem Wert ich 0.1 über Schleier bekomme. Somit habe ich doch dann meine Dichte für Zone I auf dem Film.

      Da die Zonen/EV alle 0.3 Schritte um eine Blende erhöhen, kann ich doch ausgehend von meiner bestimmten/gemessenen Zone I auf dem Teststreifen weitere Zonen und deren Dichten durch abzählen bestimmen, oder?

      Sorry, dass ich da so blöd frage, aber ich stehe da etwas auf dem Schlauch mit dem ich eigentlich das Neuland bewässern möchte :D .

      Danke im Voraus
      und
      Gruß,
      Mario
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    • mec schrieb:

      Im Prinzip wie folgt:
      Schiebermethode (wie oben) nur mit aufgelegtem Graukeil (auf Graukarte) auf Belichtung für Zone I.


      Also da würde ich nicht auf Zone 1, sondern mit einer einzigen Belichtung auf Zone 5 messen und belichten, damit im Neg (idealerweise) 3-8 wiedergegeben werden können.
      Dann "auszählen", sollte klappen.

      Abstriche in der Genauigkeit des Ergebnisses wirst Du wegen Fehlerquellen wie z.B. Reflexe und zu kleiner Meßflächen vermutlich machen müssen; andererseits entspräche diese Vorgehensweise ja in etwa dem Belichten nach Zonensystem, würde also theoretisch hinlangen.

      Graukarte und Zone 5 im Keil sollten schon identische Meßwerte ergeben.
      Hier, und allgemein bei Messung auf Graukarten, sehe ich eine weitere Schwäche.
      Vielleicht mal schauen, wie weit Du den Keil maßstabvergrößern kannst, ohne in den Schwarzschildbereich des Filmes zu gelangen.

      Hol Dir doch einfach den Stouffer.
      Da ist alles definiert ( fast alles), und et kümmt reproduzierbar auf den Film, bezw gibt es unmittelbare Rückschlüsse auf die gebotene Entwicklung..

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von bequalm ()

    • bequalm schrieb:

      Also da würde ich nicht auf Zone 1, sondern mit einer einzigen Belichtung auf Zone 5 messen und belichten, damit im Neg (idealerweise) 3-8 wiedergegeben werden können.
      Ja, stimmt...da hast du natürlich recht. Hab hier wohl nicht aufgepasst :whistling: .

      Da es hier scheinbar keine weiteren Einwände gibt, werde ich das testen und schauen, wie brauchbar die Ergebnisse sind. Aktuell ist zumindest erstmal ein grober
      Überblick angesagt.
      Den Stouffer werde ich mir für später im Hinterkopf behalten. Hab den allerdings nur hier und hier gefunden. Sollte preislich (Zoll, Versand...) wohl aufs Gleiche hinauslaufen. Aber die Bezugsquellen sind
      hier ja arg eingeschränkt. Densitometer steht dann auch noch auf meinem Zettel. Ansonsten komme ich auch noch an Tageslichtleuchten, womit die Tests ja dann unter konstanten Bedingungen durchgeführt werden können.

      Für die Antworten bzw. die Hilfe sei dir an dieser Stelle gedankt.
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    • Das Eintesten von Planfilmen mit der "Schieber-Methode" wird hier ausführlich beschrieben:
      moersch-photochemie.de/files/a…s/Filmkalibrierung4x5.pdf
      Die Negative kann man mit einem Spotmeter und Leuchtpult ausmessen. Wird im Buch "Workshop" von Andreas Weidner gut beschrieben. Alles kein Problem.

      Der Nachteil der Schieber-Methode ist allerdings, dass man pro Entwicklungsvorgang nur zwei Messpunkte bekommt. Zuverlässig kann man damit nur Filme eintesten, die bekanntermaßen eine sehr gerade charakteristische Kurve haben oder man hat reichlich zeitraubende Belichtungs- und Entwicklungsdurchgänge. Von Filmkosten nicht zu reden. Der Stouffer-Graukeil ist zwar nicht ganz billig und man muss etwas warten bis er aus den Staaten da ist. Ob es sich lohnt muss jeder selber entscheiden.

      Beste Grüße,
      Otto!
      https://www.fotografie-in-schwarz-weiss.de
    • Otto Beyer schrieb:

      Das Eintesten von Planfilmen mit der "Schieber-Methode" wird hier ausführlich beschrieben:
      moersch-photochemie.de/files/a…s/Filmkalibrierung4x5.pdf
      Danke, Otto...Über deine Seite bin ich erst auf das Eintesten gekommen. Sehr gute Anleitung übrigens. Die hatte ich schon länger als Lesezeichen abgelegt, nur bin ich nie wirklich dazu gekommen
      das genau zu testen.

      Das mit dem Stouffer-Keil werde ich auf jeden Fall später nachholen. Der Preis hat mich, ehrlich gesagt, anfangs etwas abgeschreckt. Aber der scheint ja sein Geld wert zu sein, wenn er auf jeder Seite zu dem Thema als Referenz aufgeführt wird. Habe vorab lediglich nach Methoden gesucht, die ich mit den mir aktuell zur Verfügung stehenden Mitteln jetzt schon durchführen kann.

      Danke auch für den Buchtipp...Der ist bereits abgespeichert.
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    • Ein Densitometer ist toller Komfort, aber ich brauche keinen, es geht auch ohne.
      Meinen Stoffer zu verborgen, und kratzfrei wiederzukommen, das kann ich mir schwer vorstellen.
      Ich schaffe es selber nicht, das Ding kratzerfrei zu verwenden :)
      Der ist bei mir nämlich doch recht häufig im Einsatz, denn er tut es neben der Befriedigung meiner umfänglichen Neugierde auch wunderbar in der Duka.
    • Diesch schrieb:

      Vielleicht gibt es den Graustufenkeil mal als Leihgabe von einem Forenten (und das Densi möglichst gleich mit).
      Nach meiner Vorstellung ist das wohl nicht jeden Tag im Einsatz.
      So weit wollte ich dann nicht gehen, da die anderen Forenten dafür gutes Geld hingelegt haben und dann noch drei Wochen darauf warten mussten. Wenn dann einer ankommt und da nicht ordentlich aufpasst,
      dann hat sich das Messen auch erledigt.
      Daher bin ich da ganz bei Ritchie und der Stouffer-Seite: "The primary causes of degradation are use, followed by ( in no particular order) heat, humidity, fingerprints, splashes including spittle, chemical fumes and vapors, attempts to clean the emulsion with anything other than a soft camelhair brush, and abuse."
      Ich bin zwar kein Tollpatsch und kann auch mit Negativen hantieren, aber das wäre mir dann doch zu heikel mit der Ausleihe.

      Ich sag mal so: Was man hat, das hat man.
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