Fotodrucker: Empfehlungen und Erfahrungen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Fotodrucker: Empfehlungen und Erfahrungen

      hallo,

      ein bekannter (auch ein analoger) hat mich kürzlich nach einer kaufempfehlung bezüglich eines fotodruckers gefragt. speziell zum druck von SW-aufnahmen bis format A1 oder A0 (drucke sollten baryt-anmutung haben). leider konnte ich ihm nicht weiterhelfen, da ich mich damit auch nicht auskenne. vielleicht gibt´s ja hier im forum jemanden, der digital printet und ihm folgende fragen beantworten könnte:

      1. gibt´s spezielle drucker nur für SW? er hat keinen bock für farbige tinten zu bezahlen, wenn er sie gar nicht braucht.

      2. canon oder epson: welche unterschiede gibt´s da? was ist für professionelle ansprüche eher zu empfehlen?

      3. laser oder tinte? was ist besser für fotodruck?

      4. ist zwar etwas pauschal weil motivabhängig, aber vielleicht hat ja trotzdem jemand ungefähre erfahrungswerte: mit welchen kosten für tinte muss man im SW-modus ungefähr pro quadratmeter rechnen bei einer "normal-verteilten" tonalität (also kein low-key oder ähnliches)?
    • renros schrieb:

      hier im forum jemanden, der digital printet
      Ich drucke mit einem Canon IPF6100 (der mittlerweile Nachfolger hat): barytiertes Papier von der Rolle. Das Format geht bis zur Durchlaufbreite von 24", die Länge ist nahezu frei wählbar bis maximal Rollenlänge. Der Druck ist mit nahezu nicht wahrnehmbarem Raster auch in sehr hellen Bildteilen.

      SW? nachfragen, ob der Drucker unbunt druckt, also ob er mit den Farben auch Grauabstufungen mischt. Bei Farbpatronen kann man dem Foto einen Ton geben, indem man das SW Foto nach RGB wandelt und dann etwas einfärbt. Das fällt dann als Farbe eigentlich nicht auf, macht aber das Bild in manchen Fällen angenehmer.

      Canon oder Epson? vorführen lassen! (Wenn der Bekannte in der Nähe von Bremen wohnt, kann er bei mir schauen.)

      Kosten: die Kosten sind weit geringer als bei kleineren Druckern, denn die Tintentanks sind viel größer, kosten aber aber nicht in gleichem Maße mehr (ca. 68 Euro pro Tank mit 130 ml bei 12 Patronen).

      Laser oder Tintenstrahl? Nach allem, was ich weiß, ist der Fotodruck von Tintenstrahldruckern weit besser als der von Laserdruckern.
    • Hi, vor ein paar Jahren habe ich mir einen EPSON stylus pro 7800 geleistet und bin begeistert was der in SW kann.
      Gerade für große Drucke ist es einfacher erst mal in LR oder PS das Bild vorzubereiten.
      Auf Hahnemühle Photo Rag Papier kommt es so richtig gut obwohl er nur zwei Tanks für Schwarz hat.
      Was nicht so gut geht ist ihn im Farbmodus sw drucken zu lassen.
    • Hallo,

      ich habe damals die Generation Epson 7900 vs. Canon ipf6300 verglichen und mich für Canon entschieden. Beim Canon kann ich die Druckköpfe einzeln ersetzten - bereits 2x passiert aber günstiger und weniger aufwendig, als den Drucker durch Epson warten zu lassen.

      Beim SW-Mode muss beim Epson vom Wechsel von Matt-Black zum Foto-Schwarz durchgespühlt werden - beim Einsatz verschiedener Papiere z. B. Torchon vs. bereits genanntem Rag Baryta 315 nervig und einige ml Tinte gehen verloren.

      Tintentanks sind beim Canon kleiner (130ml) also ca. 700€ zur Komplettbefüllung (bei der aktuellen Version kann man glaube ich auch größere Tintentanks einsetzen, was den ml Preis reduziert). Bei Epson kannst du zwischen 350ml und 700ml wählen (aktuelle Epsons haben auch 150ml zur Auswahl!). Wenn du nicht den Durchsatz hast sind die kleineren Patronen von Vorteil - da man immer relativ frische Tinte nutzt (Drucker IMMER anlassen für regelmäßige Druckkopfreinigung).

      Advanced Black&White Modus: sind bei beiden Herstellern über jeden Zweifel erhaben. Über Verringerung / Verstärkung der Tintenmenge zuerst pro Papier DMAX ermitteln - also der Punkt an dem gerade noch kein Bronzing sichtbar ist und auch die Tonung warm/kalt lässt sich hier auf die eigenen Bedürfnisse optimieren (hier werden dann auch Farben genutzt!). Daher sehe ich kein Grund für dedizierte S/W Drucker - Einsatz SW-Tinten, bei denen auch die Garantie des Druckers flöten geht.

      DMAX ist bei meinen genutzten Papieren (2,4 beim Rag Baryta 315 gemessen mit kalibriertem Techkon RT120) beim Canon ipf 6350 höher als beim Epson 3880 (2,2) - wobei die Tinten nicht verglichen werden können. Da müsste jemand mit den Epson x900 Modellen etwas dazu sagen.

      Liniarität: hier muss man beim Canon mehr biegen als bei den Epsons. Insbesondere die Zonen 1-5 liegen hier mal 1/2 bis 1 Zone drunter. Idee ist hier eine der Abweichung möglichst exakt inverse Kurve in PS zu erstellen, die vor dem Druck im ABW Mode zugewiesen wird. Einfach mal (bitte in PS korrekte Einstellungen hierfür nutzen!) Graukeil ausdrucken und mit dem Densitometer messen und Korrektur in die Kurve “gießen”. Ich verweise hier auf den Digitalen Zonensystem-Workshop von Rolf Walther in Mainz.

      Gamut: da ich keine eigenen Epson Profile habe kann ich nur sagen, dass der Canon nicht Adobe RGB abdeckt, aber teilweise aus diesem herausragt - bei grün und orange kann mein Cintiq (hardwarekalibriert!) die Farben nicht darstellen - ich bearbeite hier also im Ungewissen - <Denkfehler>im Zweifelsfall ignoriere ich hier also beim Softproofing in PSdie Gamut-Warnung</Denkfehler>.

      Minimales Format: glaub ich in beiden Welten A4 - wobei hier beim Canon die meisten Probleme auftreten. Ich habe regelmäßige Druckkopfspuren oder Tinte auf der Rückseite. Also kleiner geht gar nicht - zum Einmessen also schon mal höhere Kosten als bei den kleineren Druckern und nicht wirklich geeignet A4 zu verarbeiten, da immer nur ein Blatt!

      Als Quelle empfehle ich das fineartprinter.de Forum.

      Viel Erfolg beim Printen!

      Grüße
      Stefan

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von gentoo ()

    • Wenn der mann konsequent SW drucken will, sollte er einen eigenen Drucker dafür nutzen. Bei farbenwerk.com/Schwarzweiss gibt es Tinten, die alle einzelnen farben des Druckers gegen Grautinten verschiedener Schwärzung ersetzen. Damit wird SW richtig klasse!

      Laser ist nichts dafür. Als ich Fotografie studierte, gabe es an unserer FH Hunderte Epson-Nutzer. Die 2, die einen HP ihr eigen nannten, waren wie Außerirdische. Epson ist also wirklich gut, wenn es um erstklassige Qualität geht.
    • habe den link zu diesem thread an meinen bekannten weitergeleitet und ich soll euch allen einen großen dank aussprechen, die infos haben ihm sehr weitergeholfen. eine frage hat er noch:

      wie regelmäßig sollte das teil zum drucken benutzt werden, wie schnell trocknet die düse ein?

      was mir persönlich jetzt noch aufgefallen ist: ca. 1000 euro für einen liter tinte - kommt das hin oder habe ich mich da verrechnet? da wäre ja druckertinte - nach einem grand cru aus den großen jahrgängen oder einem macallan m single malt - so ziemlich die teuerste flüssigkeit der welt.
    • Wir hatten früher den Epson 4000,

      zusammen mit der EFI-Software. Der war ideal, kann man mit original Fotopapier kaum oder nicht unterscheiden.
      Man kann ihn auch als SW-Printer verwenden.

      Nachteil: er muß laufend in Betrieb sein, sonst trocknen die Düsen und Schläuche aus. Die Grundreinigung verschlingt eine Menge Tinte, also sehr teuer.
      Da wir ihn als Proofdrucker verwendet haben, wurde er nach 3 Jahren wieder verkauft. Nun lassen wir größere Drucke beim Dienstleister machen, das kommt am Ende viel billiger, wenn man ihn nur ab und an benutzt.

      Als "Universaldrucker" haben wir den Canon C1+, eine größere Digitaldruckmaschine, allerdings nur bis A3+. Der ist in der Anschaffung zwar extrem teuer, aber er arbeitet als Laserdrucker sehr billig, was den Tonerverbrauch anbelangt. Zwischenzeitlich hat er mehr als 2 Millionen Seiten A4 auf dem Buckel und arbeitet immernoch sehr gut und ist FOGRA zertifiziert, also nix mit "taugt nichts". Lohnt aber nur für "Großverbraucher", da wi unsere Prospekte damit drucken.

      Resumè: Fremddrucken ist auf jeden Fall günstiger, da Anschaffung und Unterhalt bei Tintendrucker doch recht teuer sind.

      Gruß
      Winfried