Direktpositivpapier - Mitmachthread, Erfahrungen, ...

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    • Ah, mit Datenblatt, auf deutsch ("PDF-Datenblatt"), aber leider in englisch :)
      Also mit den beiden ersten Bildern dort würde ich nicht hausieren gehen, aber zumindest bestätigt das pregeflashte Bild meine Kurzerfahrung - außer einem unschönen , ich sag mal lack of overall contrast, hab ich keine Verbesserung ausmachen können, aber da müsste man sicher auch den Schwellenwert des Papieres besser eingrenzen, als ich das wegen Materialmangel gemacht hab.

      Preflashing ist eine ganz klar definierte Verbesserung der Lichter ( bei normalem Papier), oder der Schatten (beim Negativ) - steuerbar und in Zonen ausdrückbar.
      Reproduzierbar.
      Die Angaben " könnte, kann eventell nicht, vielleicht muß" - nun ja, das hilft nicht weiter...

      Unklar bis gänzlch unverständlich sind mir darüberhinaus die extrem kurzen Stopzeiten, nur 10sec sind angegeben, dito beim Fixieren, nur 1 Minute - immerhin reden wir hier ja über Barytpapier - die sich andererseits gegen die extrem lange Wässerungszeit ( 1 Sunde) widersprüchlich verhalten.

      Ich schwing mich gleich mal an die Globica und will noch mal schauen, wie mein kräftiger Hartentwickler im Vergleich zu Moerschs Warmtöner das Bild hervorruft, und ob ich bei anderem Vesuchsaufbau mit meinen ermittelten Asawerten richtig liege...
    • Der Digi-Akku ist mal wieder leer, also heute nur ein kurzer mündlicher Rapport, Bildergebnisse dann morgen.

      Der Aufbau:
      13x18 auf Rädern, ein Imagon für mildernden Charakter, ermittelte und angesetzte 3 Asa, f/ 5,8 bei handgezählten 8 Sekunden.
      Kontrastumfang rund 5 EV, Gesicht in Zone 6 geschoben, den Rest als unwichtig erachtet, gemessen auf der Mattscheibe.



      Moerschs Warmtöner gewann das erste Stechen per Probestreifen gegen meinen hart arbeitenden Entwickler (ähnlich Rolleis RHC).
      Zwar kamen die Schwärzen nicht satt genug, dafür sind die Haare von Hasi, meiner Gummipuppe, sichtbar "braun", und vor Allem kommen die Hauttöne etwas sympathischer.

      Hart entwickelt stehen die Schwärzen besser, aber die "Haut" wirkt mir zu wächsern, wobei die Lichter hier eine, ja was, eine viertel Blende?? dunkler kamen und dafür etwas bessere Zeichnung haben.
      Gut möglich auch, daß ich nur 7,5 sec statt 8 sec bei der Belichtung abgezählt habe :)

      Würde ich mit dem Papier arbeiten wollen, würde ich den Kontrast grundsätzlich z.B. mit 2 unterschiedlich charakterisierten Entwicklern, und einem Schälchen Warmwasser feinsteuern.
      Wenn man die Möglichkeit hat, das Endergebnis zu manipulieren/perfektionieren, warum nicht nutzen...

      Wie auch immer, die Unterschiede liegen im Detail, und die Details sind letztlich entscheidend. Und ein Stück weit geschmacksuntergeordnet.

      Fürs erste echte Foto, aus dem Rest vom 1. Blatt, ca 11x15cm, entschied ich mich fürs Entwickeln in Warm, und leichtes Sättigen der Schwärzen im harten Folgebad.
      Das Gesicht liegt übrigens eher in gut Zone 7, also wäre eine etwas knappere Belichtung denkbar - satteres Schwarz, und mehr Schmuddeltöne dann wohl als Folge.

      Es entstand das Bedürfnis, das Ergebnis später noch umtonen zu wollen, mir gefallen die hellen Mitten, eigentlich schon Lichter, einfach nicht.
      Morgen dann die Sichtproben...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von bequalm ()

    • Hier der Vergleich Warm/Kaltentwicklung:





      Beim Foto, warm plus kalt entwickelt, hab ich erwartungsgemäß sattere Schwärzen, aber der homogen-milde Charakter des Imagon ging mir flöten.
      Hier würde ich also, gäbe es ein nächstes Mal, ein halbes Blendchen knapper belichten, und weich oder warm entwickeln:




      Bis hierhin hab ich anscheinend mit ähnlichen grundsätzlichen Veranlagungen des Papieres wie beim Papiernegativ/Positiv-Prozeß zu rechnen, muß allerdings auf wesentliche Einflußnahme wie beim Umkopieren des Negatives aufs Positiv verzichten, ein für mich äusserst herber Verlust :)

      Nebenbei muß ich mal noch die oft hervorgehobene Unikatfrage aus meiner persönlichen Sicht schildern:
      Wenn nun auch wirtschaftlich langsam total unsinnig, spräche ja nix dagegen, geglückte oder mißglückte "Endergebnisse" ggf. unter Zuhilfenahme von Abwedeln, Nachbelichten und sonstigem Rumzischeln, wieder umzukopieren.

      Was sich mir hier jedenfalls zeigt, ist die nicht vorhandene Notwendigkeit des Vorbelichtens, unter kontrollierten Kunstlichtbedingungen, und bei normalem Motivkontrast.
      Total gegen den Charakter des Papieres arbeiten zu wollen halte ich für mich für unsinnig, da kann ich ja gleich die Papiersorte wechseln, mit allen dazugehörigen Vorteilen.


      Dem verbliebenen zweiten Blatt werde ich dann mal etwas Tageslicht, exakt zu High Noon, angedeihen lassen, da wirds dann wohl etwas krasser werden, vermute ich.

      Vielleicht vorbelichte ich mal von vornherein ein Sekündchen ; über den Einsatz eines sinnvollen Filters muß ich noch sinnieren...
    • Wenig Feedback hier..

      Sharif schrieb:

      Am Anfang waren die Positive immer sehr rotstichig.
      Das liegt meines Erachtens an dieser pinkfarbenen Beschichtung; ich hab stellenweise auch so einen rosa Schimmer im Bild, aber kein Material zur Verfügung, um mal zu gucken, wie an das wegbekommt.
      Das Datenshiet schweigt sich da ja aus..
      Überhaupt kommt mir der Farbton der Beschichtung verdächtig bekannt vor, und siehe, in meiner Ilfordgradationsfilterbox meine ich ihn wiederzusehen.
    • bequalm schrieb:

      Wenig Feedback hier..
      Ich habe Deine letzten Beiträge hier sehr interessiert gelesen und werde für meine nächsten Versuche mit Sicherheit auch von Deinen Erkenntnissen profitieren können - allerdings kann ich diese erst angehen, wenn ich "richtige" 5x7 Kassetten habe. In meinen 13x18 Kassetten sitzen die Blätter leider nicht sicher genug (im 5x7 Thread hatte ich ja schon geschrieben, dass dem Harman DPP in 5x7 zu "echten" 5x7 leider 2 mm in der Breite fehlen)
    • Was nicht hält, wird reintapeziert, so mach ich das seit Jahren.

      Schneid einfach einen knappen Zentimeter unten vom Papier wech, ein schneller Scherenschnipp im Rotlicht, dann drück das Papier oben ( nicht zu press, sonst wölbts) und rechts (oder links, je nach persönlicher Preferenz) in die Halter, und kleb unten 1mm überlapend mit Krepp fest - datt hält wie Sau :)
      Uff die Matscheibe ggf auch einen Kreppstreifen, dann ist der Kopf auch mit im Bild.

      Die Streifen kannste ja noch als Teststreifen benutzen, hier mal schnell die Lichter, dort die Schatten prüfen, optimieren, Schuß.
    • wenn ich dieses ganze flickschustern, pröbeln und passend machen in diesem thread hier so lese frage ich mich: geht dabei nicht genau DER qualitative vorsprung flöten, weswegen man überhaupt erst mit GF anfängt?

      nix gegen basteln, ich habe mir auch sehr vieles selbst angefertigt. aber wenn ich lese was ihr hier mit dem papier so veranstaltet (ohne offenbar auf brauchbare ergebnisse zu kommen) kommen mir leichte bis mittelschwere zweifel.

      oder kapier ich nur den ansatz dahinter nicht?
    • Also mir ist mein Ansatz klar.
      Mich überkam der Spieltrieb, und nach meinen 2 Blatt bin ich raus, mir selbst macht das Material keinen Sinn.
      Anderen mags helfen, etwas zu flickschustern.

      Basteln?
      Eintapezieren gehört für mich zum Handwerk, sonst werden meine 30x40cm Negative so konkav; andererseits frickle ich auch gerne mal nen Probestreifen in eine Kassette, ob nun Film oder Papier - ich halte das durchaus für legitim :)
    • renros schrieb:

      wenn ich dieses ganze flickschustern, pröbeln und passend machen in diesem thread hier so lese frage ich mich: geht dabei nicht genau DER qualitative vorsprung flöten, weswegen man überhaupt erst mit GF anfängt?
      Die Gründe, warum hier Jemand und mit welchem Material Großformatfotografie betreibt, stehen hier nicht zur Debatte. Nur soviel aus meiner ganz persönlichen Sicht: die Qualität war und ist allenfalls ein Teilaspekt, weshalb ich mich mit der Großformatfotografie beschäftige.
      Deiner Fragestellung mit dem "flickschustern, pröbeln und passend machen" folgend, müsstest Du dementsprechend auch z.B. Nassplatten oder auch die Fotografie mit alten Kameras und/oder unvergüteten Objektiven anzweifeln. Oder auch sämtliche Labortechniken im Positivprozess, bei denen mehr als eine einfache Belichtung, Entwickeln, Fixieren und Wässern gemacht wird (Maskieren, Abwedeln, Nachbelichten, Tonen, ...)

      Ich sehe es da viel eher so:
      • es gibt Aufnahmematerial, das sehr gutmütig und fehlertolerant ist, mit dem man sehr leicht eine sehr gute Qualität erzielen kann. Nimm z.B. einen Fuji Acros. Ob Du den jetzt eine halbe Blende über- oder unterbelichtet hast, spielt in der Praxis keine so große Rolle wie z.B. bei einem Velvia 50.
      • es gibt Aufnahmematerial, das sehr weit verbreitet ist und für das es dementsprechend sehr viele Erfahrungswerte und erwiesenermaßen brauch-/belastbar "Kochrezepte" gibt. Direktpositivpapier gehört da halt eher nicht dazu.
      • Wenn Du mit Material arbeitest, für das jetzt relativ wenig belastbare Erfahrungswerte vorliegen - egal, ob das nun ein neuer SW-Negativfilm oder nun DPP ist - wirst Du nur mit viel Glück auf Anhieb "(technisch) perfekte" Ergebnisse erzielen - oder das Material ist halt zufälligerweise extrem gutmütig. D.h. nun auch, dass ein gewisses "Eintesten" nötig ist, um reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen. Bei manchen läuft das sehr geplant und wissenschaftlich, bei anderen ist es eher trial&error. Was speziell Ritchie hier dokumentiert hat, ist halt "rudimentäres Eintesten unter erschwerten Bedingungen".
    • Feedback kommt noch, wenn ich selber damit loslege. Habe das Papier schon da, aber leider noch keine Zeit.
      Ich will mal schauen, ob ich alte Farbdias irgendwie auf DPP rüberholen kann (natürlich in SW). Das wird bestimmt auch nicht ganz einfach. Und dann möchte ich auch noch direkt in der Kamera belichten, ganz ohne Entwickeln.
      Da finde ich es schon klasse, dass ich da jetzt nicht mehr bei Null anfangen muss, sondern hier jetzt etwas habe, worauf ich aufbauen kann. Bis hierher also schonmal vielen Dank fürs Experimentieren.
    • renros schrieb:

      geht dabei nicht genau DER qualitative vorsprung flöten, weswegen man überhaupt erst mit GF anfängt?

      Ich glaube nicht, daß man heute , bei den sensationell guten MF-Filmen und -Optiken, und womöglich auch wegen der digitalen Fortschritte, noch einen derartigen qualitativen Vorsprug hat, dass der einen zwangsläufig zum GF-Format führt.
      Ausserdem muß man sich die beeindruckende, maximal erreichbare Qualität unter Mühen erarbeiten - auch das machen wohl heute die Wenigsten.

      Ein Einengen des Genres GF auf technische Qualität hielte ich darüberhinaus für stark einschränkend.
      Da gibt es soo viel mehr...

      Qualität, wie Du sie verstehst, lässt sich doch aber weiterhin rausziehen, wenn man sie will oder braucht.

      Zu meinem Treffen brachte Alex ein paar Originale mit, die schon mal deutlich besser als die hier gezeigten, verscannten Beispiele aussahen.
      Ein paar sicher noch nicht reproduzierbare Zufallstreffer sorgten durchaus für Anklang hier, und unser nun wirklich kompetente Fotografenmeister Jörg war sogar regelrecht begeistert.

      Die Qualität eines Fotos wird also nicht nur gemessen, sondern auch empfunden, und das von jedem anders.
      Wie man da nun hinkommt, sollte aus meiner Sicht jedenfalls egal sein.

      Bei genauer Betrachtung sind bisher aber allenfalls althergebrachte Hausmittelchen zum Einsatz gekommen, die einst zum redlich Tagwerk des Photographen dazugehörten; der Eine vorbelichtet, der Nächste nachentwickelt, und Du schmeißt Deine Negative eben in Borax.
      Was sich Alex von den vielen Optionen, die Er noch nicht kennt, heausziehen wird, werden wir sicher noch sehen :)

      VG,
      Rtchie
    • Danke Ritchie, das bringt es wirklich auf den punkt

      bequalm schrieb:

      sicher noch nicht reproduzierbare Zufallstreffer
      nur das würde ich gern etwas korregieren wollen :D das klingt so, als ob das absoluter zufall war, dass überhaupt was bei rum kam. aus deiner sicht mag das vielleicht so rüber kommen, aber ich habe mich durchaus - wenn auch wirklich nicht so gezielt und erfahren wie du mit - dem material auseinander gesetzt und komme nun schon gezielter zu meinen ergebnissen. (und die 10 meiner meinung nach besten Bilder hängen auch hier an der wand und waren noch nicht mal beim treffen :) )

      das heißt aber natürlich noch lange nicht, dasshier schluss sein wird. selbstverständlich werde ich versuchen die hier genannten techniken für mich zu testen.

      bequalm schrieb:

      Was sich Alex von den vielen Optionen, die Er noch nicht kennt
      und für mich hat GF sogar überhaupt nix mit qualität zu tun, sondern nur mit der kontrolle über die unschärfe/schärfe und dem extremen spiel damit. das DPP war für mich der einfache und schnelle weg zu prints zu kommen. was den umgang mit chemie und entwickeln anging (hatte keine erfahrung damit) war das auch genau richtig. auch look/feel gefallen mir sehr. aber bei einfach im sinne von einfach zu belichten habe ich mich sehr geirrt.
    • Phasma schrieb:

      nur das würde ich gern etwas korregieren wollen

      Oh, entschuldige bitte, da hab ich wohl ein falsches Bild geschaffen.

      Ich hatte es so verstanden, dass Du die Belichtung und Vorbelichtung) noch nicht einschätzen kannst, und nicht beobachten kannst, was in der Entwicklung abgeht - damit sind die Ergebnisse für mich eher zufällig.

      Phasma schrieb:

      aber bei einfach im sinne von einfach zu belichten habe ich mich sehr geirrt.
      Ich denke, das wäre hier auch der springende Punkt, und das muß sitzen.
      Meine Spielereien sollten dann vielleicht als Feintuning verstanden werden, was aber ohne kontrollerte Belichtung nicht wirklich sinnvoll ist.
      Was mich wieder zu der Frage bringt, wie ich bei einem Direkpositiv, bei Tageslicht und entsprechend höherem Motivkontrast, die Lichter effektiv kontrollieren kann.
      Ich hab immer noch Probleme mit der Umdenke..
    • bequalm schrieb:

      Oh, entschuldige bitte, da hab ich wohl ein falsches Bild geschaffen.

      Ich hatte es so verstanden, dass Du die Belichtung und Vorbelichtung) noch nicht einschätzen kannst
      kein Thema. aber auch wenn ich da meine Probleme habe, habe ich nun mit über 75 Bildern auch Erfahrung sammeln können.

      Ich nutze zum bestimmen der Belichtungszeit einen GossenMastersix mit Profi Spot aufsatz (auf ISO 1 gestellt). mit DPP multipliziere ich ABER trotzdem total unwissenschaftlich aber durch viel probieren herausgefunden die Belichtungszeit mal 3 bei Tageslicht (gewisser rotanteil..) oder etwa mal 2 bei hellem LED licht (gern recht bläulich) - fragt mich bitte nicht warum das sinn macht, aber es funktioniert meißtens. Das würde aber auch bedeuten, dass die ISO vom DPP deutlich unter 1 liegen würde. Da das stark vom Datenblatt abweichen würde, dachte ich erst, dass der Beli einfach immer um 3EV's daneben liegt. aber mit Foma 100 (den ich nun auch mal zum testen habe) brauche ich nix zu multiplizieren, da passt alles so, wie es mir der beli sagt.

      heute habe ich mal lust gehabt meine digitale kamera zu fotografieren um einfach zu üben.
      360mm bei f5,6. Balgenauszug aber knapp 800mm - also effektive Blende von ca 11.
      bei Blende 11 gab mir der Mastersix 30sek für ISO 1.
      x2 = 1min -> ergebnis:



      Foma in die Kamera,
      bei ISO 100 gibt mir der Mastersix bei blende 11 1/4s
      genau so genommen ->
      ergebnis:



      jetzt wo ich weis, dass mein Beli scheinbar korrekt funktioniert, wie kann es sein, dass er selbst bei ISO 1 die Belichtungszeiten 2-3EV's zu dunkel einschätzt?
      Bilder
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    • ekech schrieb:

      Die Gründe, warum hier Jemand und mit welchem Material Großformatfotografie betreibt, stehen hier nicht zur Debatte.

      wer entscheidet das? ist für genau so etwas ein forum nicht eigentlich da?

      ich fände es durchaus erhellend zu erfahren, warum sich man sich selbst um eine der zentralen vorzüge des GF (nämlich die überragende abbildungs- und kopierqualität) bringt, indem man freiwillig papier nutzt, das aufgrund seiner eigenschaften (zitat hier aus dem thread: "Das Zeug kommt leider nicht plan aus der Packung") genau diese vorzüge konterkariert. fehlende planlage ist ein häufig unterschätzter faktor. wer bei 8x10 einmal kennengelernt hat welchen unterschied adhäsiv/vakuumkassetten zu herkömmlichen kassetten machen, wird mit letzteren nie wieder arbeiten wollen.

      ich kenne jetzt die von euch genutzten papiere nicht. aber ich denke ich irre nicht wenn ich behaupte, das deren grammatur garantiert über der des "schwersten" filmes liegt. also auch die besten adhäsiv/vakuumkassetten nicht für die notwendige planlage sorgen könnten.

      ekech schrieb:

      Deiner Fragestellung mit dem "flickschustern, pröbeln und passend machen" folgend, müsstest Du dementsprechend auch z.B. Nassplatten oder auch die Fotografie mit alten Kameras und/oder unvergüteten Objektiven anzweifeln. Oder auch sämtliche Labortechniken im Positivprozess, bei denen mehr als eine einfache Belichtung, Entwickeln, Fixieren und Wässern gemacht wird (Maskieren, Abwedeln, Nachbelichten, Tonen, ...)

      nein, muss ich gar nicht anzweifeln.

      1. ich denke auch bei nassplatte oder der von dir beschriebenen technik kann man sehr gute praktische ergebnisse erzielen. wenn man das potential der jeweiligen technologie ausschöpft. und auch ausschöpfen KANN. nach allem was ich bisher hier über DDP gelesen habe, scheint das da aber nicht der fall zu sein: man bleibt immer unter der theoretisch erreichbaren qualität, weil es die beschaffenheit des DDP selbst gar nicht zulässt.

      2. maskieren, abwedeln, nachbelichten, tonen sind keine verlegenheitslösungen in der analogen fotografie, sondern den eigenschaften fotografischen materials angepasste arbeitstechniken. (bild-)silber hat nun mal bestimmte - natürlich determinierte - eigenschaften, die sich auch durch noch so gute technische entwicklung nicht ändern lassen werden. DPP hingegen scheint mir eine verlegenheitslösung für vergrößerer-lose "ich-will-aber-trotzdem-mal-meine-GFkamera-vorführen"-fotografen zu sein, die - was kopierumfang und planlage angeht - eher zwei schritte rückwärts in der entwicklung der fotografie darstellt.

      macht doch einfach mal den realitätscheck: bildet ein motiv einmal auf DDP und einmal "klassisch" (also film/abzug) unter identischen gegebenheiten ab. aus gründen der fairness der klassische abzug von mir aus auch gern maximal als kontaktkopie. und geht dann raus und fragt 100 leute, welcher print ihnen besser gefällt. nach allem was ich bisher von DDP-basierenden bildern gesehen habe dürfte das meinungsbild eindeutig ausfallen.

      ekech schrieb:

      Wenn Du mit Material arbeitest, für das jetzt relativ wenig belastbare Erfahrungswerte vorliegen - egal, ob das nun ein neuer SW-Negativfilm oder nun DPP ist - wirst Du nur mit viel Glück auf Anhieb "(technisch) perfekte" Ergebnisse erzielen - oder das Material ist halt zufälligerweise extrem gutmütig. D.h. nun auch, dass ein gewisses "Eintesten" nötig ist, um reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.

      hahaha, da sprichst du mit mir leider den völlig falschen an. respektive den völlig richtigen. denn: ich wurde hier im forum bei sich jeweils bietender gelegenheit mit kopfschütteln und skepsis bedacht wenn ich geschrieben habe: leute, testet ein! was besseres könnt ihr im sinne eures erfolges und eurer geldbörse gar nicht tun. und das empfehle ich - anders als du es tust - nicht nur für material mit "wenig belastbaren Erfahrungswerten", sondern schlichtweg IMMER, für JEDES material. denn der analoge prozess besteht ja nicht nur aus film und dessen entwickler. dazu gehören ja noch einige andere einflussfaktoren (lichtquelle des vergrößerers, bauart des vergrößerers, benutztes papier etc.)

      zurück zum DPP: nach allem was ich bisher darüber gesehen und gelesen habe scheint mir da ein "eintesten" theoretisch zwar dringend geboten, praktisch aber völlig müßig zu sein wenn ich - um auf brauchbare ergebnisse zu kommen - sehr häufig vorbelichten muss. denn niemand wird wohl draußen vor ort - vorm motiv - seine vorbelichtung so standardisiert hinbekommen, das sie zum durchgeführten eintest-ergebnis passt. eine echte reproduzierbarkeit dürfte auf (dem momentan erhältlichen) DDP also utopie bleiben.

      bequalm schrieb:

      Ich glaube nicht, daß man heute , bei den sensationell guten MF-Filmen und -Optiken, und womöglich auch wegen der digitalen Fortschritte, noch einen derartigen qualitativen Vorsprug hat, dass der einen zwangsläufig zum GF-Format führt.

      ritchie, du schelm! du wirst doch nicht vom GF-glauben abfallen? :D

      so ganz nebenbei hast du mit diesem einen satz mein gesamtes unverständnis über die sinnhaftigkeit der kombination von GF und DDP zusammengefasst. danke!

      ein bisschen muss ich dir aber trotzdem widersprechen: der unterschied zwischen "sensationell guten MF-Filmen und -Optiken" und der selben geschichte in 8x10 ist auch trotz des digitalem fortschritts immer noch augenfällig.

      Phasma schrieb:

      und für mich hat GF sogar überhaupt nix mit qualität zu tun, sondern nur mit der kontrolle über die unschärfe/schärfe und dem extremen spiel damit.

      diese kontrolle könntest du leichter, schneller, überzeugender (und auf dauer auch billiger) auf anderem wege erlangen. dafür muss man keine GF durchs unterholz wuchten.

      wenn man konsequent vom ende her denkt (also: was wird man am ende des gesamten prozesses als ergebnis vor sich liegen haben; diese vorgehensweise empfiehlt sich eigentlich immer) und man dabei festellt: es ist ein bild mit den abmessungen 8x10 Inch (größer geht ja nun bei DDP nicht, oder?), dann erklären sich viele dinge eigentlich fast von selbst.

      wozu eine kuh halten, wenn´s einem einzig um ein glas milch am tag geht?
    • renros schrieb:

      wer entscheidet das? ist für genau so etwas ein forum nicht eigentlich da?
      Man kann über alles diskutieren, aber nicht überall. Wenn Du die Diskussion über die Sinnhaftigkeit bestimmter Techniken führen willst, was sicher seine Berechtigung hat, würde ich einen eignen Thread empfehlen. Hier soll es doch um die Weitergabe der Erfahrungen damit gehen, da finde ich Dein Kapern nicht ganz angebracht.

      LG Ralph