Objektiv für 4x5 und 8x10

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    • Objektiv für 4x5 und 8x10

      Hallo zusammen,

      vorneweg, ich bin ein absolutes GF-Greenhorn, habe nur praktische Erfahrung mit KB und MF. Nach vielen Stunden der Recherche und vielem Für und Wieder wird mein Einstieg in die GF-Fotografie die Intrepid werden. Bei der Formatfrage - 4x5 oder 8x10 - bin ich noch unentschlossen, noch denke ich heute so und morgen so. So wie ich mich kenne, wird es wohl aber recht schnell darauf hinauslaufen, mit beiden Formaten zu fotografieren.

      Ich bin nicht so der Freund von Objektiven horten und beschränke mich in der Regel pro System auf das Notwendigste. Da mein Sujet die People Fotografie on location ist, fotografiere ich 95% aller Arbeiten mit 58mm und 85mm (beides bewusst Altglas) im KB bzw. 90mm und 180mm im 6x7 MF. Gelegentlich packe ich noch ein WW für Landschaften ein, aber das ist die Ausnahme. Generell mag ich für Portraits Objektive alter Rechnung, schließlich fotografiere ich nicht für einen Dermatologen Kongress.

      Auf der Suche nach meinem ersten GF-Objektiv (und vorerst möchte ich mich wirklich auf ein Objektiv beschränken) rudere ich immer noch ein wenig bei allgemeinen Verständnisfragen (Bildkreis, Verschlusstyp, Board, etc.). Immer wieder stoße ich auf das Heliar 210mm.

      Nun meine Frage: Gibt es für meine Anforderungen ein Objektiv, dass ich sowohl für 4x5 als auch 8x10 verwenden kann, sprich von der Bildwirkung je nach Format als Normalbrennweite oder leichtes Tele fungiert? Ich habe zwar keinen wirklichen Plan, aber ich gehe nicht davon aus, dass ich bei Portraits die Frontstandarte bei keinem Format in akrobatische Positionen bringen muss. Im Regelfall wird es sich um einen leichten Tilt handeln. Ich lasse mich hier aber gerne eines Besseren belehren.

      Und hier ein, bestimmt bei den alten GF-Hasen schon oft gesehenes Beispiel, was mir in etwas so gaaaanz grob vorschwebt: largeformatphotography.info/portrait-lenses/Evgeniya4.jpg

      Hat jemand einen Tipp für mich? Muss ich beim Objektivkauf noch auf etwas achten?


      Besten Dank und viele Grüße
      Michael
    • Du nimmst für Portrait in KB 58 bzw. 85 mm, in MF 90 bzw. 180. Das hat seinen Grund, weil ja der Bildausschnitt, den Du bekommst, von Format und Brennweite abhängt.
      Das ist zwischen 4x5 und 8x10 nicht anders. Da ein gemeinsames Objektiv für Portrait zu finden, wird schwierig.
    • Hallo Michael!

      Willkommen im Nebel der großen Formate *gg*

      Ich bin auch erst vor einigen Monaten in diese Liga aufgestiegen und mir wurde eben hier dazu geraten, mit 4x5 zu beginnen.
      Aus heutiger Sicht ein guter Rat, aber vielleicht nicht der Beste.

      4x5 ist deutlich einfacher, kleiner, leichter, billiger. Die Auswahl an Optiken und Filmen ist größer und, besonders für den Anfänger wichtig, ein verhauter Schuß kostet nicht soviel (daher verwende ich gerne Fomapan 400).
      Ich habe jetzt eine Intrepid (in rot) und bin damit recht zufrieden. Wenn man den Vergleich hat (und ich habe auch eine Sinar F2 und kenne ein paar Linhof Geräte), dann ist es natürlich nur ein einfaches Sperrholzkasterl. Aber gerade bei GF spielt die Kamera imho die allergeringste Rolle (das werden Andere anders sehen *g*).

      Zur Formatfrage: 4x5 ist fein, hat aber den großen Nachteil, daß Kontaktkopien halt auch nur Postkartengröße haben, Vergrößerer aber schon Platz brauchen.
      Ein Kontaktkopie bei 8x10 ist schnell gemacht, ist fast A4 groß und kann man so an die Wand hängen.

      Daher wäre meine Empfehlung eine 8x10 mit 4x5 Rückteil - falls Du flexibel bleiben willst.


      Gruß
      Stefan
    • Vielen Dank Ralph für deinen Hinweis und vielen Dank an Stefan!

      Etwas off-topic zu Stefan: Die Intrepid spricht mich aus folgenden Gründen an: Understatement, super leicht und kompakt zum Transport on location, pfiffige Innovationen (bald kann man die 4x5 Intrepid als Vergrößerer verwenden) und preiswerte Anschaffung. Was mich am GF immer abgeschreckt hat, ist, dass alles so kompliziert zu sein scheint. Und irgendwie nimmt mir diese Mandarinenkiste diese Angst. Ich weiß, viel Kopfsache.

      Aktuell arbeite ich im KB und MF per Vergrößerer, jedoch nur in SW. Dias und Farbnegative und auch immer mehr SW-Negative verarbeite ich hybrid per Digicam auf Reprostativ mit Leuchtplatte.

      Der Unterschied von Rollfilm zu 4x5 ist ja nicht die Welt und seitdem ich bei einem GF-Workshop ein 8x10 Dia in den Händen hatte, schreit alles in mir nach 8x10. Ja, 4x5 ist fast so unkompliziert wie Rollfilm; ich kann es problemlos als Tacco in meiner Jobo per Kipp oder Stand SW-entwickeln. Aber 8x10 reizt mich doch dann mehr.

      Ich werde wohl deinem Rat folgen und mir die 8x10 mit einem zusätzlichen 4x5 Rückteil bestellen. Was für Glas verwendet du?

      Viele Grüße
      Michael
    • Moin Michael,
      wie Ralph schon schrieb, Glas welches beide Formate gleichzeitig abdeckt, ist schwierig.
      Für 4x5 wäre etwas ab 180mm ok ( wenns knapp bei Normalbrennweite liegen soll, dann was mit 150)
      Alles unter 300 ( bzw. 360/355 ) wäre bei 8x10 ein WW.

      Meine Palette für 4x5 sieht so aus : 90,120,135,150,210 ( gelegentlich noch 75 )
      und für 8x10 : 240,300,355.

      -: eine 8x10 ist schon ein ziemlicher Brocken.auch mit 4x5 Rückteil.
      aber du bist vom Format 8x18 fasziniert und da geht kein Weg vorbei.
      Ich würde mir( an deiner Stelle ) das 4x5 Format abschminken und nur mit 8x10 arbeiten.
      Gerade heute vormittag habe ich mir wieder Portrait-Prints angeschaut, 8x10 mit dem 355er G-Claron.
      Hat schon was !
      Viele Grüße
      Peter

      9x12 und 8x10 Gedöns
    • Hallo!
      Zur Objektivfrage: es gibt z.B. von Nikon ein Nikkor 300/9 Objektiv, das an beiden Formaten genutzt werden kann. Da hast Du bei 4x5 eine Telebrennweite und bei 8x10 eine Normalbrennweite auf KB bezogen.
      Der Vorteil von dem Objektiv ist zum einen, dass es mit Blende 9 als Anfangsöffnung nicht so groß und damit auch nicht so schwer ist. Was ja gerade für die Intrepid ein wichtiges Argument ist...
      Und der Preis für das Objektiv ist recht moderat.
      Es gibt bestimmt von anderen Herstellern auch ein vergleichbares Objektiv, allerdings kann ich keines davon empfehlen, da ich "nur" das Nikkor habe... ;)
      Und herzlich willkommen in der Welt der Großformatfotografie!
      Markus
    • Also ich überlege ja, ob ich mir zu meiner Sinar F ein 5x7 Rückteil besorge - dafür reicht der Bildkreis fast aller meiner Objektive noch aus und der Unterschied im Blickwinkel ist nicht ganz so extrem.
      Und das Verbrauchsmaterial kostet auch nur die Hälfte im Vergleich zu 8x10...wenn auch die Auswahl geringer ist.
    • Ein Objektiv, das einem 58er für KB in 8x10 ungefähr entspricht, ist z.B. ein 360mm. Das benötigt schon für Unendlich einen Auszug von ungefähr 360cm. Wenn man ein Porträt machen möchte, nimmt der Balgenauszug noch erheblich zu. Die Minimalanforderung an die Kamera sollte also die Möglichkeit sein, diesen Auszug auch herstellen zu können.

      Vergrößerer für 4x5 sind noch relativ handhabbar, für 8x10 sind die Vergrößerer selten und sehr voluminös und groß.
      Wenn dir so ein Miniformat von 20x25cm als Endformat reicht, kannst du Kontakte machen von 8x10.
    • Ich weiß, daß "Hybrid" nicht überall ankommt.

      Aber obwohl mein Labor noch steht (weil ich nichts mehr dafür bekomme) arbeite ich mit der GB meist hybrid, scanne meine Negative und Dias ein und gebe sie auf Original-Fotopapier wieder aus.
      Für die Wand finde ich 8x10" einfach zu klein. Mein Minimalformat (das ich selbst noch ausbelichten kann) ist DIN A3+, alles andere geht heute ins Labor. An der Wand hängen meist 24/30cm (minimal) oder wechselweise 50x70cm.

      Und dazu reicht eigentlich eine 4x5" Kamera völlig aus.

      Gruß
      Winfried
    • Winfried Berberich wrote:

      Für die Wand finde ich 8x10" einfach zu klein. Mein Minimalformat (das ich selbst noch ausbelichten kann) ist DIN A3+, alles andere geht heute ins Labor. An der Wand hängen meist 24/30cm (minimal) oder wechselweise 50x70cm.
      Genau darum ging es in einem Teil meines Beitrags weiter oben -> Miniformat. Und welch ein Mühe, um nachher nur einen solchen kleinen Schnippel zu haben!

      Gruß
      Dieter
    • Das Heliar kannst Du an 8x10" nicht einsetzen, das leuchtet nur bis 13x18 aus.
      An der Intrepid 4x5 finde ich es auch schwierig, es wiegt mehr als die Hälfte der Kamera....
      Auch der Empfehlung ein 300-er für 4x5 und 8x10 zu nehmen kann ich bei der Intrepid nicht zustimmen, bei der 4x5 ist die längste Brennweite, die man sinnvoll einsetzen kann ein 240-er.
      Bei dem, was Du vorhast würde ich Dir eher eine Bank empfehlen, am Besten Sinar oder eine andere Kamera, an die man den Sinar HiLi adaptieren kann (hab ich z.B. für eine Plaubel mal gemacht). Da kannst Du alles an Altglas anschrauben und hast kein Problem mit der Stabilität.
      Ich würde die Intrepid auch nicht zum Vergrößerer upgraden. Bis Du das eingestellt und im Wasser hast ist das WE vorbei.....
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Hallo analogpoet,

      im Artikel zu deinem Bildbeispiel wird auch das Schneider Xenar (ein Tessar, aber meiner Meinung nach bei Weitem nicht so analytisch wie beispielsweise die CZJ Tessare) genannt. Das habe ich damals nach der Lektüre des Artikels für 4x5 als 210 4.5 in Compur und für 8x10 als 360 4.5 auf einer Sinarplatte in Kombination mit einem Sinar Hinterlinsenverschluss erworben. Wunderschönes Bokeh vertikal wie horizontal, vorne wie hinten. Jedoch anfällig für flare...

      Wenn es der Geldbeutel hergibt, muss es jedoch das 210 Lanthar sein ... hier noch Beispiele eines geliehenen 210er Lanthars aus 2013 auf Sellin.

      Grüße
      Stefan
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