Rollstuhlfahrer sucht die richtige Kamera

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    • Ich schließe mich an Ritchies Idee mit der "Handy-Kamera" an. Wenn du schon zum Fokussieren an der Canon einen Hilfsmotor brauchst, wird das mit GF noch etwas mühsamer. Die typischen Verstellungen (horizontal, vertikal, tilt, swing) sind auch nicht gerade leichtgängig. Da erscheint mir die eher starre Ausführung entsprechend Sinar Handy tatsächlich sinnvoller.

      Ich erinnere mich, dass es mal irgendwo eine komplett computerisierte, mit vielen Servomotoren versehene GF-Kamera gab. Die konnte man via Monitor kontrollieren ... meine ich wenigstens. Das wäre vermutlich eine Lösung deiner Probleme, aber ziemlich sicher unrealistisch. Und das ist jetzt wirklich nicht böse gemeint.

      Bei Landschaft könnte es ohne Verstellorgien gehen, bei Porträt auch. Zumindest bei Porträts wirst du allerdings fokussieren müssen (oder "vorfokussieren" und den Rest durch Regie erreichen; hat wohl Jim Rakete so ähnlich gemacht).

      Grüße von hp [noch ohne konkrete Lösungsidee[
      Al é bun sciöch' al é ...
    • hppruefer schrieb:

      Ich erinnere mich, dass es mal irgendwo eine komplett computerisierte, mit vielen Servomotoren versehene GF-Kamera gab. Die konnte man via Monitor kontrollieren .

      Das war die Sinar "E".
      Gehen tut alles, heute auch kleiner, mit Arduino, mit Schrittmotoren, mit Triangulation :-), aber das wird wohl doch zu komplex hier.

      Ich denke an eine schnuckelige Individuallösung ohne Firlefanz.
      Könnte ich sogar bauen und praxisgerecht ans Gefährt anflanschen , berlinnah.
      Ist fast wie beim Kochen - ob nun für ein, oder für 2 Personen :)
    • Google mal nach Sinar Handy, Gaoersi, Fotoman, Alpa, Gottschalt. Es gab sowas auch von Linhof, da fällt mir der Name nicht ein.
      Ob Du die Kameras alleine bedienen kannst kann ich natürlich nicht einschätzen.
      Mit entsprechend genauen Stativköpfen kann man die Kamera auch umdrehen, die Optik einstellen und (meist) exakt genug zurückdrehen und die Aufnahme machen.
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Ich habe viel mehr von diesem Motorzeug. Ein Pan/Tilt Head habe ich auch. Damit kann ich die Kamera rauf und runter schwenken, das alles über einen Joystick. Hat mir ein Kollege gebaut und programmiert. Den Joystick steuere ich mit meinem Mund. Joystick zum bewegen 4 Achsen und 3 Sensoren zum pusten/saugen. Funktioniert sehr gut.

    • Och, sowas reift nach Rücksprache und Bedarf.
      Mit Deiner Technik und meinem bescheidenen Maschinenpark könnte ich mir spontan z.B. eine starre GF-Kamera vorstellen, die womöglich eine Mattscheibe zur Beurteilung des Motives hat, welche wiederum auf einem Schiebeschlitten sitzt, der über die Kamera hinausragt und rechts und links je eine Filmkassette trägt, die man nach der Kameraeinstellung in Position schubst, also anstelle der Mattscheibe plaziert wird.
      Der Schieber der Kassette müsste allerdings immer noch gezogen werden..

      Entweder eine sehr kurze Brennweite dran, die einmal vorfokussiert keinen weiteren Fokussierbedarf mehr hat, oder eine gemäßigte Brennweite in fokussierbarer Aufnahme ( meist als Helicoide Fokussierung benannt).
      Das wäre zumindest schon mal ein denkbares Setup für Landschaft u.Ä.
      Geht natürlich auch ohne Schiebeschlitten :)

      Portrait, also da sehe ich ohne Fokussiermöglichkeiten ziemlich schwarz, es sei denn, Du richtest ein "starres" Studio ein, wo die Parameter/Distanzen gleich bleiben; Rücken und Kopf angelehnt, Kamera in exakter Position.

      Natürlich würde sich hier auch eine Kamera a la Graflex mit Entfernungsmesser und Sucher anbieten, aber ob Du die Bedienung dann gewuppt bekommst?
    • Fokussiert wird im GF klassisch über die Längenveränderung des Balgenauszuges, oder bei diesen starren Handydingern über einen längenverschiebbaren Tubus.

      An dieser Stelle empfehle ich dann doch, dass Du Dich erst mal en detail mit der Bedienung einer GF-Kamera auseinandersetzt.
      Zum Einen hilft das dem Verständnis allgemein, zeigt also die zu nehmenden Hürden auf, und zum Anderen ergeben sich dann daraus sicherlich mögliche Umsetzungsideen im Rahmen Deiner persönlichen Möglichkeiten.

      So wie ich es bis hierher verstehe, brauchst Du eine GF-Kamera, die es noch nicht gibt - aber geben könnte.
      Im Einzelnen, unter der Vorraussetzung einer starren Kamera mit Fixfokus, also ohne Balgen und schnellschußtauglich, sehe ich die Herausforderungen im Bereich

      - Blende/Verschluß einstellen
      - Ausrichtung der Kamera auf das Objekt bei lotrechter Mattscheibe
      - Einlegen der Kassette/Ziehen des Schiebers.

      Bei Fokussierwunsch käm dann wohl eine Mimik zum Verschiebn er optik ins Spiel
    • bequalm schrieb:

      Das war die Sinar "E".
      Stimmt, die gab es auch mal, danke für den Hinweis ... ich hatte allerdings diffus was niederländisches in Erinnerung. Und dann gab es auch noch ein nie gewordenes Ding mit Hexapod-Positionierung.

      Das löst aber sleimys Probleme überhaupt nicht. Da finde ich deine konstruktiven Ideen praktikabler. Das Fokussieren sollte mit einfachen Mitteln per Servo machbar sein, der "Rest" bleibt eine Frage des Aufwands. Wie soll das mit den Kassetten gehen? Da ist für jeden Bedienungsvorgang relativ viel Kraft erforderlich. Bei Rollfilm würde es eine motorisierte Kassette tun. Klar, die gibt es. Da könnte man sich sogar Gedanken über einen motorisierten/-baren Wechselschlitten machen. Ist dann aber nicht mehr so richtig GF.

      Eigentlich müsste man eine komplette Bedarfsanalyse machen ... dann wäre das Konstruieren/Anpassen etwas realistischer. So ins Blaue hinein fällt mir nicht allzuviel ein.

      Ich drücke die Daumen!
      Grüße, hp
      Al é bun sciöch' al é ...
    • sleimy79 schrieb:

      Ich habe meistens jemanden dabei, der mir hilft. Je weniger die Person helfen müsste wäre mir lieber.
      Der hat dann die klassische Assistentenrolle, wie man sie von den Studiofotografen (und früheren Starfotografen) her kennt!

      Ganz im Ernst: Um so "untergeordnete" Tätigkeiten wie Kassetten laden, einschieben, Schieber ziehen etc brauchst du dich wirklich nicht selbst zu kümmern. Das macht das Foto ja nicht aus. Aber Bildausschnitt und ggf Verstellungen sind definitiv deine Aufgabe. Da sollte man soviel mechanisieren wie möglich. Also wäre als erster Ansatz eine relativ starre Kamera nach Ritchies Vorschlag eine gute Idee (aus meiner Sicht sogar der Königsweg!), natürlich dann mit Servofokus. Bei den starren Gehäusen hat man in der Regel eine Einstellschnecke, da geht dann im Prinzip auch eine angepasste Version deines Fokusmotors. Der Rest hängt davon ab, wieviel Spaß du damit konkret haben wirst und ob es für die schwieriger zu mechanisierenden Verstellungen überhaupt Bedarf gibt. Der Appetit kommt bekanntlich beim Essen.

      Grüße von hp

      ps: So ein Kamerakonzept - weitgehend mit Servomotoren ausgestattet - wäre was für die Maker-Community. Da ist 3d-Druck genial. Vielleicht sollte ich mir auch mal konstruktive Gedanken machen!?
      Al é bun sciöch' al é ...
    • Man kann ja erstmal klein anfangen. Mir erscheint der Sinar-HiLi mit den Objektiven im Druckblendenkörper ein guter Ausgangspunkt zu sein. Damit muss die Zeit-/Blendensteuerung nur einmal mechanisiert werden, nicht individuell für jedes Objektiv. Passende Objektive gibt es zuhauf. Außerdem kann man die Einstellungen auch von der Mattscheibenseite her sehen. Das halte ich in deinem Fall für praktisch.

      Kameraseitig denke ich zuerst vorwiegend an Modifikationen. So reizvoll eine echte Neukonstruktion ist, so lange dauert es, bis man zu verwertbaren Konzepten kommt. Jede Kamerafunktion, die über so genannte Feintriebe betätigt wird, sollte motorisierbar sein. Dummerweise gibt es das Feintriebkonzept aber nur bei den eher klobigen Bankkameras. Auf Anhieb fallen mir da die üblichen Verdächtigen ein: Sinar, Linhof, Arca Swiss, Plaubel, ... Chamonix ist als Laufbodenkamera schön leicht und handlich und hat als Vorteil die Fokussierung mit Gewindestange (motorisierbar! der Rest allerdings nicht).

      Ich werde weiter nachdenken.
      Abendgrüße, hp
      Al é bun sciöch' al é ...
    • Das habe ich befürchtet ... es kommt eben wirklich (!!!) darauf an, ob und wenn ja, welche Verstellungen nötig sind. Wie gesagt, bei Porträts genügt meiner Meinung nach Fokussieren. Bei Landschaften könnte schon mal eine Vertikalverschiebung oder die "gefürchtete" Scheimpflugverstellung gebraucht werden. Ich kann dazu nicht viel sagen, weil ich weder Landschafter noch Porträtfotograf bin. Ich kann nur Bauwerke ...
      Al é bun sciöch' al é ...