Lippmann-Verfahren

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    • Lippmann-Verfahren

      Angeregt durch die Erwähnung von @Vipitis hier, habe ich mich mal schnell dazu belesen und bin begeistert. Dagegen wirkt das Kollodium-Nassplatten-Verfahren ja plötzlich fast wie Handyknipsen ;) (Scherz). Ich hatte bisher nie davon gehört und streue daher einfach mal ein paar Links:



      Foto: Häll, Peter/Tekniska Museet Sverige

      Hier eine schöne Zusammenfassung: alternativephotography.com/lippmann-colour-photography/

      Die darin genannte Methode ohne Quecksilber (puh!): holographyforum.org/data/lippm…-Lippmann_Photography.pdf

      Hier gibt es einen Lissaboner Architekten der das Verfahren heutzutage betreibt und auch Workshops macht: lippmannphotography.com

      Und hier der ursprüngliche Prozess erläutert: zauberklang.ch/filmcolors/time…try/1335/#/infobox/1335-1

      Ich finde es jedenfalls schön, dass sich heutzutage wieder Menschen für diese sehr alten Techniken interessieren. Die physikalischen Grundlagen sind auf jeden Fall sehr spannend und am Ende dann auch wieder erstaunlich unkompliziert.
      Weimar aus der Vergangenheit in die Zukunft geholt, oder anders herum
      http://zeitsprung.weimar.jetzt
    • Als "Fünftel-Physiker" finde ich das Lippmann-Verfahren natürlich super. Ich hatte es richtig in Erinnerung: Der Abbildungsprozess ist mit der Holographie entfernt verwandt. Es ist mit Sicherheit ein typisches GF-Verfahren - lange Belichtungszeiten und viel Fläche, damit man auch was sieht. Zu meinen statischen Motiven passt das gut. BTW, scanbar sind diese Bilder nicht gerade!

      Die Praktikabilität scheint mir leicht eingeschränkt. Glasplatten sind ok. Aber die Beschichtung dürfte schwierig sein. Immerhin scheinen die Slavich-Platten erhältlich zu sein:
      integraf.com/shop/pfg-03c-holographic-film-plates
      Sie sind auch nicht so teuer,wie ich befürchtet hatte, zumal sie keinen E6-Prozess benötigen, den es auch nicht um Gotteslohn gibt.

      Versuchsaufbau: Kassette bauen, stabiles Stativ, lichtstarke Optik (naja), nur keine Bewegung ... ?

      Reizen würde mich das schon, jedenfalls deutlich mehr als die Scannerrückteile.

      Angefixte Grüße von hp
      Al é bun sciöch' al é ...
    • Vielen Dank für die Sammlung.
      Ich finde dem Prozess faszinierend, denn man hat sowohl ein Farbpositiv als auch monochrome Negativ je nach Sichtwinkel und Licht. Freue mich auch die Erfahrungsberichte und Erfolge, falls sich jemand mit dem Prozess befasst oder ein bisschen weiter reinliest.

      Aber das liegt noch weit in der Zukunft für mich: ich baue erst morgen früh meine Dunkelkammer und werde meine ersten Aufnahmen auf Papier basteln.
    • hppruefer schrieb:

      und viel Fläche, damit man auch was sieht
      Wenn ich das richtig herausgelesen habe, scheinen die größeren Formate schon wieder nicht so gut geeignet zu sein. Der Betrachtungswinkel über das ganze Bild wird dann wohl dann zu groß. Die zu sehenden Beispiele scheinen sich alle so um 9×12 zu bewegen.
      Weimar aus der Vergangenheit in die Zukunft geholt, oder anders herum
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    • animaux schrieb:

      Wenn ich das richtig herausgelesen habe, scheinen die größeren Formate schon wieder nicht so gut geeignet zu sein. Der Betrachtungswinkel über das ganze Bild wird dann wohl dann zu groß. Die zu sehenden Beispiele scheinen sich alle so um 9×12 zu bewegen.
      Das ist so ähnlich wie mit den Hologrammen ... prinzipiell gehen auch größere Formate, sofern die Beleuchtung stimmt. Den Betrachtungswinkel kann man ja durch einen größeren Betrachtungsabstand in den Griff bekommen.

      Ich sehe die Größenprobleme eher auf der Kostenseite. Wirklich große Formate planparallel mit allerfeinster Emulsion extrem konstanter Dicke hinzukriegen, dürfte nur mit Glas möglich sein (ich hatte bei Slavich auch Filmmaterial gesehen). Große Platten sind nicht gut handzuhaben. Es erscheint mir auch unwirtschaftlich: Selbst die kleineren Formate enthalten recht viel Information, siehe das Beispiel der "Ausschnittvergrößerung".

      Was wirklich schwerwiegt, dürfte die Präsentation sein. Das bleibt letztlich eine "one man show", wenn man das nicht kopierbare Original mit all seinen Feinheiten betrachtet. Oder man macht die beschriebene episkopische Projektion. Schön groß, viele Details, aber es ist dann wie der Unterschied zwischen Dia auf Leuchtkasten und Dia "an die Wand". Tja. Einen Tod stirbt man immer. Ich schätze, das ist auch das Killerargument, warum sich die Lippmannfotografie nicht durchgesetzt hat. (Farb)filmmaterial ist entschieden einfacher einem größeren Betrachterkreis zugänglich zu machen. Und man stelle sich ein Familienfotoalbum mit lauter Lippmannkistchen vor! Das wird dann sehr voluminös. Was wir in den Beispielen sehen, ist böse gesagt nur ein trauriges Surrogat. Die Vorzüge sind nur im einmaligen Original enthalten.

      Also insgesamt wunderbare Technik, aber nur begrenzt praktikabel.

      Freitägliche Grüße, hp
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