Für die Freunde der Nassplatte

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    • "Ich glaube die kürzeste Beschreibung meines Stiles ist authentisch..."

      dass kann man schon so behaupten. wenn man authentizität mal als das nimmt was sie eigentlich bedeutet - nämlich originalität - gleitet man mit so einer aussage aber auch schnell mal etwas ins "geschwätzige":

      1. glaube ich das die zeit von stilistischer "originalität" in der fotografie längst geschichte ist. das medium scheint mir in dieser hinsicht auserzählt (dürfte auch in seiner stark technischen bedingtheit begründet sein). was aber auch nicht schlimm ist, motive selbst gibt´s ja immer noch genug.

      2. wenn der kollege glaubt das diese bilder eine "originalität" hätten, würde ich da auch widersprechen. derlei abbildungen gibt´s zuhauf. auch und gerade in der werbefotografie.


      3. handelt es sich hierbei ja in gewissen sinne auch um eine tautologie. ein stil der nicht wenigstens versucht "authentisch" zu sein, ist keiner.

      was ihn aber ehrt: sich für eine solche gebrauchsbildnerei der analogen, chemischen mühsal zu unterziehen. denn einen ähnlichen bildstil bekommt man digital viel leichter und schneller hin. und die, für die diese bilder gemacht wurden (also die käufer der sportschuhe) dürften mögliche unterschiede zwischen einem digitalisat und einem wetplate-abzug kaum erkennen. wenn das trotzdem zufälligerweise einmal der fall sein sollte spielt das für ihre kaufentscheidung wohl eher keine rolle.

      jetzt kann man nur noch hoffen, das er seine wetplates auch auf analogem baryt geprintet hat. archivfest vergrößert und sauber ausgefleckt. und die wetplate nicht nur über´n scanner gezogen und die datei aufs papier gespritzt hat. sonst wäre der ganze aufwand ja irgendwie für die katz´ gewesen.

      "Ich für meinen Teil liebe diese intensive Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Bild."

      das ist schön für ihn, bleibt aber trotzdem eine floskel.
    • "Ich für meinen Teil liebe diese intensive Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Bild."

      Was ist jetzt daran eine Floskel oder kritikwürdig? Ist es nicht das was einen Fotografen ausmachen sollte?
      Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.

      - Henri Cartier-Bresson -
    • Diesch schrieb:

      renros schrieb:

      "Ich für meinen Teil liebe diese intensive Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Bild."
      Das habe ich schon häufiger als Begründung für die Großformatfotografie gehört oder gelesen.
      eben. genau dieser umstand macht diese itw-aussage zu einer floskel. weil: anders als durch eine intensive auseinandersetzung mit dem motiv und der verwendeten GF-technik wird´s nix.
    • Neu

      Naja, eine Nassplatte vorzubereiten und damit zu fotografieren, ist schon was anderes als mal eben schnell den Motor an ner KB-Kamera durchjagen zu lassen. Natürlich macht sich ein guter (!) Fotograf einen Kopf über das wie und was und warum. Aber analog ist auch nicht analog.
      Ich denke schon, dass Nassplatten eine intensivere Vorbereitung, mental, geistig, sowie auch technisch erforderlich macht, ebenso wie der Einsatz einer Fachkamera. Bei dem ganzen Aufwand, den man da treiben muss, will man einfach, das das eine Bild vernünftig wird.
    • Neu

      einer Behauptung, die NIE aufgestellt wurde, muss man nicht widersprechen:

      NIEMAND hat bisher in diesem thread die analoge arbeitsweise dieses fotografen kritisiert (ich habe ihn sogar ausdrücklich für seine anstrengung, etwas analog zu tun obwohl es digital schneller und billiger zu erreichen gewesen wäre, gelobt!) . was dagegen kritisiert wurde: die Äußerungen eines fotografen ÜBER seine analoge arbeitsweise! ICH führe eine diskussion über etwas gesagtes (das interview), nicht über einen technischen aspekt desjenigen, der dieses interview gibt! denn über das interview kann ich mir eine Beurteilung erlauben, da ich es gelesen habe. über die arbeitsweise des fotografen kann ich das nicht, da ich sie nicht gesehen habe.

      es wäre also bei der diskussion hilfreich (weil nicht verzerrend) nicht eine sache an sich mit dem zu verwechseln, was darüber gesagt wird.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von renros ()

    • Neu

      Schwarzweißseher schrieb:

      Naja, eine Nassplatte vorzubereiten und damit zu fotografieren, ist schon was anderes als mal eben schnell den Motor an ner KB-Kamera durchjagen zu lassen. Natürlich macht sich ein guter (!) Fotograf einen Kopf über das wie und was und warum. Aber analog ist auch nicht analog.
      Ich denke schon, dass Nassplatten eine intensivere Vorbereitung, mental, geistig, sowie auch technisch erforderlich macht, ebenso wie der Einsatz einer Fachkamera. Bei dem ganzen Aufwand, den man da treiben muss, will man einfach, das das eine Bild vernünftig wird.
      Denke ich auch. Aber ich denke nicht, dass der Fotograf das umgesetzt hat.Meine Meinung ist, das ein Bild insgesamt funktionieren muss. Sprich ob ich Wetplate oder ein normales Negativ mit der GF aufnehme, sollte erstmal egal sein. Beide Bilder, das Wetplate und der Abzug vom GF-Negativ sollten "funktionieren". Aber das Wetplate sollte den Zusatzaufwand aufzeigen, noch einen draufsetzen. Aber nicht einfach Mittel zum Zweck sein. Sorry, aber man sollte wenigstens Optiken, die einen ausreichenden Bildkreis haben einsetzen, bei so Aufnahmen alles gerade stellen und aufhellen hätte man die Schuhe auch können, eigentlich sollte es ja um die gehen...
      Aber einfach nur meine Meinung :)
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Neu

      Wertpaket und Fotografie mit einem normalen Silbergelantie Negative sind zwei unterschiedliche Dinge. Die Kollodiomlösung ist hauptsächlich UV-Licht empfindlich, so dass die Farbtöne in Schwarz-weiß ganz anders wiedergegeben werden als bei einem „normalen“ Schwarz-weiß-Negativ. Ein Kollodiumfotograf setzt diese Bildwirkung bewusst ein. So dass es meines Empfindes sehr stark von dem jeweiligen Motiv und der UV-Licht Situation abhängt ob ich ein Motiv als Wetplate fotografieren kann. Diesen speziellen Überlegungen muss sich ein Fotograf mit Silbergelantinenegativen nicht stellen. Er kann jedoch mit seinen Fotografien keinen Wetplat-Look kreieren.

      VG Torsten
      Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.

      - Henri Cartier-Bresson -
    • Neu

      -Meinst Du, der Fotograf oben hat das geschafft?
      -Wiederspricht meiner Aussage nicht, dass ein Foto so oder so funktionieren muss, das Wetplate aber eben einen draufsetzen "muss", sonst ist es nur technikverliebtheit (was ja völlig okay ist, aber dann bitte nicht als Kunst verkaufen).
      -Du kommst verdammt nahe an den Look, wenn Du blauempfindlichen Röntgenfilm nimmst.
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      Da steht auch nur X-ray, nicht welcher. sieht für mich eher wie grünempfindlich aus.

      Ein bisschen selbst suchen mußt Du schon, aber hier findest Du viele Beispiele.
      Natürlich wird ein Print auch nie so aussehen wie Wetplate, allein die Oberfläche bekommst Du ja nicht hin. Aber die spektrale Empfindlichkeit ist wohl ähnlich. Aber auch die Wetplateresultate sind nicht alle gleich. Es gibt welche, da sehen alle bärtigen Männer (machmal sogar die ohne Bart ;) aus wie die Werwölfe in Filmen aus den 20-ern des letzten Jahrhunderts. Das bekommt man mit X-Ray Film nicht hin :)
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