Bergger - es geht solo weiter

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    • Bergger - es geht solo weiter

      Versprechen soll man halten. Wie angekündigt neue (Zwischen)ergebnisse, diesmal Bergger solo, ohne Vergleichsbilder mit anderen Filmen, weil ich den Eindruck habe, dass dieses Material meinen Vorstellungen recht nah kommt. Das ist jetzt ein Testbild aus dem dritten 120er Bergger. Das Bild hätte sogar etwas heller werden dürfen. Salvatorische Klausel: Es geht hier nicht um Bildgestaltung!

      Das Bild zeigt einen Teil des alten Bahnhofs in Langendreer. Nach Dortmund Kley hatte ich es entgegen meinen erklärten Absichten nicht geschafft, weil die SBahn mal wieder ausgefallen ist ... das wird dann mit der letzten Rolle Bergger nachgeholt - wenn Licht und Bahn mitspielen. Wie immer eine Gesamtübersicht und pixelgenaue Ausschnitte.

      Entwicklung in Rodinal 1+50 (ich wünsche dazu keine Kommentare, es ist meine Entscheidung) bei effektiv 20°C. Ich hatte den Entwickler zwar mit 18°C angesetzt, aber offensichtlich war die Dose wärmer als erwartet: Messung in der Dose 20°C! Entwicklungszeit insgesamt 22 min.

      Ich kann mit dem Ergebnis recht gut leben. Etwas Korn stört nicht, die Kontraste gefallen mir, der Himmel sieht anständig aus. Da würde ich bei echten 18°C Entwicklertemperatur in der Dose eine weitere Kornreduktion erwarten. Ich habe mir mal den Spaß gemacht, den Scan ganz leicht zu entrauschen. Ist natürlich sehr "computermäßig". Das Ergebnis zeige ich nicht, weil es im Grunde jeder nachbasteln kann. Ob es sich wirklich lohnt, ist mir noch nicht klar. Das entscheidet sich beim Plotten. Da war Korn bislang kein Problem; bei Vergrößern auf 40x50 erwarte ich keine Kornwüsten.

      Möge sich wie üblich jeder seinen Reim darauf machen.
      Experimentelle Grüße (ceteris paribus) von hp

      ps: Wenn mein letzter Bergger 120 tut, was ich erwarte, wenn also meine Prognosen zutreffen, geht es danach mit 4x5er Planfilm weiter. Bei der Größe dürfte das Filmkorn ziemlich irrelevant sein.


      Al é bun sciöch' al é ...
    • Sorry, dass ich da so unpräzise war. Ich habe das Material vor längerer Zeit bei Impex entdeckt, und die Beschreibung wirkte recht reizvoll. Bildersuchen bei flickr (nunja) schien meine Hoffnungen zu betätigen. Man muss allerdings sehr darauf achten, dass sich die Bilder dann auch hinreichend groß ansehen lassen. Wenn man ein 4x5er auf dem Schirm maximal in Postkartengröße betrachten kann, sind Diskussionen über bestimmte Qualitäten eher sinnfrei ...

      Leichtfertigerweise hatte ich - als die Liefersituation halbwegs günstig war - zwei 25er Päckchen bei Impex geordert. Nach meinem Fuji-Ilford-Vergleich habe ich dann doch kalte Füße gekriegt und überlegt, ob ein Vorabversuch nicht vielleicht angesagter wäre, daher auch meine Suche nach Testfilmen.

      Was ich bisher (wohlgemerkt: für mich!) rausgefunden habe, sieht (wiederum) für mich ganz gut aus, also gibt es genug Gründe, weiterzuspielen. Das werde ich gleich während des Fußballspiels (Achtung - Sakrileg!) wie angekündigt in Dortmund Kley tun. Da werden dann wohl nicht allzuviele Leute mit Autos oder zu Fuß unterwegs sein. Licht ist so, wie ich es haben möchte, also auch mit älteren Bildern vergleichbar.

      Achso, Bergger und Frankreich. Wirklich viel bekommt man nicht raus, außer dass zwei nette Menschen die Reste von Guilleminot (die kannte ich aus früheren Zeiten) übernommen haben. Was sie wirklich selbst, vor Ort, produzieren, ist mir nicht klar, vermutlich die Papiere und die Chemie. Die Filme kommen anscheinend chargenweise, daher möglicherweise die zeitweisen Liefereinschränkungen. Es gibt die Meinung, dass die Filme bei Ilford als Lohnproduktion gefahren werden. Von Begussanlagen wie bei Mirko Böddeker/ADOX ist bei Bergger keine Rede!? Vielleicht ultrageheim? Das Emulsionskonzept scheint jedenfalls von Bergger selbst zu kommen. Von der Papierform her interessant, wie bemerkt. Ist mir letztlich auch absolut wurscht, wer das Zeug wo fertigt, solange die Qualität stimmt. Und in dieser Hinsicht habe ich bislang keine Probleme, also keine der bei Foma gelegentlich beklagten Pinholes etc.

      Es geht weiter ...
      Al é bun sciöch' al é ...
    • Theorie und Praxis der Kornreduktion: Niedrigtemperaturentwicklung hilft.



      Links 18°C, rechts 20°C. Sollte deutlich genug sein, trotz leichter Helligkeitsunterschiede.

      @Otto: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, und wer's tut, hat den Vorteil doppelt. Ein Blick auf die Packungsrückseite hätte gereicht ... Zur PMK-Entwicklung habe ich eine Frage. Wenn im Film Farbstoffwölkchen angelagert werden, die das Korn quasi überdecken - wie haltbar sind diese Farbstoffe?

      Auf alle Fälle Danke!
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    • Hier noch das (nicht ganz) Gesamtbild. Es ist an den Rändern leicht beschnitten, weil im Rahmen der Experimentiererei der Bildaufbau zweitrangig war. In dieser Form sieht es für mich akzeptabel aus. Das angeschnittene Auto ist nicht zu eliminieren. Immerhin war dank Fußball so gut wie niemand unterwegs. Solche Fotos sind normalerweise nur an Sonn- und Feiertagen möglich. Achja, ganz leicht ausgefleckt habe ich, waren etwa fünf winzige Stellen (also habe ich sauber gearbeitet, geht doch).

      Ich finde, das durchaus noch vorhandene Korn gibt dem Bild etwas mehr Leben. Geschmackssache; jedenfalls finde ich das schöner als die Feinkornvarianten, die mir manchmal etwas zu klinisch erscheinen. Wenn ich dokumentarischere Absichten haben sollte, werde ich sicher eher auf den auch schon von mir "getesteten" Ilford FP4 zurückgreifen.

      Soweit für heute.

      Sonnige Grüße aus dem besonnten Pott von hp

      Al é bun sciöch' al é ...
    • PMK-Entwicklung: Pyrogallol ist der älteste bekannte Entwickler in der SW-Fotografie. Soweit ich weiß ist noch nie darüber berichtet worden, dass sich die Negative im Laufe der Zeit entfärben. Die Färbung der Gelatine ist äußerst stabil.

      Weiter viel Erfolg beim Testen.
      Beste Grüße,
      Otto!
      https://www.fotografie-in-schwarz-weiss.de
    • Mein Kenntnissstand ist das zur Zeit nur Fotoimpex mit der ehemalige Agfa Versuchsanlage Filme in De produziert. Als weitere Verdächtige kommen Foma und Ilford in Frage da diese beiden auch 400er Emulsionen im Program haben.
      Es ist natürlich auch möglich in Europa eine Rolle mit Rohfilm zu beziehen, diesen hier fein säuberlich schneiden und verpacken.
      Oder was auch nicht ganz auszuschließen ist das es tatsächlich noch Tiefgekühltes Agfa Material gibt.
      Matthias
    • Ich möchte da gar kein neues Fass aufmachen - die Frage ist natürlich auch, was "made in Germany" tatsächlich bedeutet. Welche/wieviele Anteile müssen in D gemacht sein, damit die Zuschreibung gültig ist?

      Ansonsten kann man viel mutmaßen. Ich habe "Zweischichtfilm" in ganz dunkler Erinnerung. Wer sowas hergestellt haben könnte, weiß ich absolut nicht (mehr). Tante Google hilft da auch nicht so sehr weiter. An Agfa-Restbestände glaube ich eher nicht. Impex ist mir auch eingefallen. Die wollen ja auf der ehemaligen Ilford/Ciba-Technikumsmaschine gießen. Macht Ferrania angeblich mit so einem alten Schätzchen auch. Viele Möglichkeiten ...

      Ist mir im Prinzip egal, siehe weiter oben. Das Einzige, was mich interessiert, ist eine minimale Versorgungssicherheit. Fuji hat sich da ja definitiv verabschiedet. Und Kodak zeigt ein eher erratisches Verhalten mit einer recht derben Preispolitik.

      Kopfkratz. Grüße, hp
      Al é bun sciöch' al é ...
    • Das Gebäude gehört zu einer kleinen Gruppe übriggebliebener Werkstätten, Hallen, ... alles in der Nähe von Ikea. Deshalb ist es mir auch aufgefallen; man kommt auf dem Weg von der SBahnstation daran vorbei. Für ganz spezielle Fans: Auf der anderen Straßenseite sind Neubauten, und exakt gegenüber befindet sich "Sidney Industries" (die PS-Profis, bekannt aus Funk und Fernsehen; kein weiterer Kommentar). Ein Manta ist die Karre definitiv nicht - der hatte keine Fünflochfelgen, außerdem ist das ein Kombi.

      Inzwischen habe ich das Bild mal auf 40x50 geplottet. Gefällt mir immer noch. Das Zeug hat Charakter.
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    • Otto Beyer schrieb:

      Der Pancro ist Made in Germany. Dasselbe gilt für Bergger PMK und scheint auch so für die anderen Entwickler von Bergger zu gelten. Steht auch so auf den Verpackungen. Hier ist ein Praxistest zu finden:
      fotografie-in-schwarz-weiss.de…cro-film-von-bergger.html

      Beste Grüße,
      Otto!
      Diesen Bericht habe ich schon gelesen als Du ihn ins Netz gestellt hattest. Den Bergger Panchro 400 und Bergger PMK hatte ich kurz vorher gekauft. Ich habe mich damals sehr genau an die Vorgaben für die Rotations Entwicklung in dem Bericht gehalten. Mit besten Ergebnissen, wie man hier sehen kann: Bild 1 und Bild 2 zum Vergleich eine Digitalaufnahme. Das Digitalfoto ist gegenüber dem Bergger richtig flau. ;)

      Otto! Vielen Dank für den tollen Praxis-Test!

      Viele Grüße, Udo
      Wer photographiert, sieht mehr vom Leben.

      Voigtländer AG, Braunschweig 1927
    • Udo A. schrieb:

      Das Digitalfoto ist gegenüber dem Bergger richtig flau.
      Das ist im Prinzip der Grund für meine Entscheidung, Bergger in die Kandidatenliste aufzunehmen. Ich meine, der Pancro hätte sogar noch mehr "Charakter" als der Ilford HP5. Den FP4 hatte ich recht schnell ausgeschlossen, weil er mir eben "zu clean" wirkte. Danke für die Bildbeispiele!

      Ich werde wohl mal ein oder zwei Bildchen einstellen müssen ...

      Nix für ungut: Aber "Made in NRW" ist noch nicht so sehr aussagekräftig.

      Grüße, hp
      Al é bun sciöch' al é ...