Vergleich Bergger Pancro 400 vs Ilford HP5

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Vergleich Bergger Pancro 400 vs Ilford HP5

      So, es ist quasi geschafft. Ich habe am Wochenende im Westpark in Bochum meinen "Vergleich" durchgeführt. Außer den beiden genannten Filmen hatte ich auch noch den Ilford FP4 dabei. Den lasse ich jetzt mal raus, weil er für mich keine keine neuen Erkenntnisse geliefert hat (außer, dass die Calumet Rollfilmkassette wesentlich gleichmäßigere Bildschritte erzeugt als die Horseman).

      Beide Filme wurden mit den gleichen Einstellungen belichtet, und beide wurden in Rodinal 1:50 (leider bei 20,5°C) nach Herstellerangaben entwickelt. Scan mit Agfa Arcus 1200, Positive dezent ausgefleckt.

      Als Textbeitrag vorab - Bergger scheint mir nicht ganz die Nennempfindlichkeit zu haben. Vielleicht eine halbe Blendenstufe? HP5 erscheint etwas weniger körnig, dafür habe ich den Eindruck, dass Bergger etwas mehr Kontrast hat. Letzteres finde ich seltsam, weil alle Beispiele bisher eher das Gegenteil gezeigt haben. Die Schärfebeurteilung finde ich schwierig. Da sind Korn und Kontrast hinderlich.

      Ich bin mir nicht sicher, welcher Film mir besser gefällt. Bei der ersten Negativabmusterung mit der Lupe auf der Leuchtplatte fand ich beide Ilfords total toll und Bergger eher so naja. Die Scans liefern einen etwas anderen Eindruck; da finde ich Bergger garnicht mehr so "schlimm". Im Prinzip finde ich die Bergger-Charakteristik schon charmant ...

      Ich werde noch weiter mit Bergger experimentieren, allerdings ohne Vergleich. Immerhin habe ich noch drei Rollfilme (bevor ich mich mit den Planfilmen beschäftige). Parameter sind etwas großzügigere Belichtung und Entwicklung bei 18°C. Letztere ist sowohl Fuji als auch Fomapan sehr gut bekommen.

      Die Bildbeispiele sind aus einem halbwegs repräsentativen Negativ abgeleitet. Ausschnittscreenshots sind pixelgenau. Leider muss ich wg Dateigrößenbeschränkung in jpg konvertieren.

      Möge sich jeder sein eigenes Bild von den Bildern machen.

      Frohes Betrachten, Grüße, hp

      Al é bun sciöch' al é ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von hppruefer ()

    • hppruefer schrieb:

      Ich bin mir nicht sicher, welcher Film mir besser gefällt. Bei der ersten Negativabmusterung mit der Lupe auf der Leuchtplatte fand ich beide Ilfords total toll und Bergger eher so naja. Die Scans liefern einen etwas anderen Eindruck; da finde ich Bergger garnicht mehr so "schlimm".

      ich würde diese entscheidung an deiner stelle davon abhängig machen, wie du finishen möchtest: hybrid oder rein analog. da beantwortet sich deine frage ja quasi von selbst, oder?

      danke für´s vorzeigen!
    • Danke für die schnelle Rückmeldung. Was das Finishen betrifft: Ich kann (und will) nur hybrid. Bei meinen bevorzugten Größen (40x50, 50x70) sehe ich "rein analog", also chemisch, als illusorisch an. Vor allem ist es meinem Workflow relativ egal, ob ich in Farbe oder SW arbeite. Und Farbe kommt erstens bei meinen Digitalkameras raus, zweitens habe ich noch Vorräte an Fuji Velvia in 9x12. Mit denen bin ich im Moment eher zurückhaltend.

      Es werden noch mehr Bilder kommen; vielleicht sogar mal in der Galerie ...
      Al é bun sciöch' al é ...
    • Das ist eine ebenso interessante wie charmante Idee. Zu Zeiten des Silberfilms habe ich fast ausschließlich Farbdias erzeugt ...

      Ich habe dazu allerdings einige nichttriviale Gedanken. Banal: Farbmaterial als Basis ist ausgesprochen kostspielig, und die Auswahl ist doch arg eingeschränkt. Nicht ganz so banal: Es gibt dann zwei "Abbildungsprozesse". Da ist zuerst die Umwandlung der Objektfarben in Filmfarben (bei Negativmaterial nicht visuell zu kontrollieren), anschließend die Konversion in SW per Software. Die ist zwar kontrollierbar, aber da weiß ich nicht, wie weit Empfindlichkeitskurven (ein Teil der "Filmcharakteristik") emulierbar sind, und welche ich nehme, wie ich damit umgehe. Das Scannen ist zu meiner Freude kein Problem, das geht in SW genauso gut wie in Farbe.

      Manche Bilder "sehe" ich in SW, manche in Farbe. Klingt vielleicht etwas seltsam; jedenfalls hängt davon meine Wahl des Filmmaterials ab. Nachträgliche Entfärbung ist für mich ein psychologisches Hindernis. Wenn ich es in Farbe fotografiert habe, IST es Farbe.

      Es ist alles andere als einfach.

      Nachdenkliche Grüße von hp
      Al é bun sciöch' al é ...
    • renros schrieb:

      wär´s dann nicht überlegenswert von vornherein auf colorfilm zu fotografieren? und erst in PS/CS in SW zu konvertieren?
      Halte ich für sinnvoll.
      PS hat die Möglichkeit, bei der Umwandlung in SW Farbfilter einzusetzen, genau so wie in der SW Fotografie. Das spart bei der Aufnahme Zeit, aber auch die Überlegung, welchen Filter ich nun für was nehme. In PS kann ich gleichzeitig das Grün der Bäume aufhellen und trotzdem den Himmel dunkler machen.
      So arbeite ich seit Jahren.
      Wie Renos schreibt, auch mein Scanner (Heidelberger Topaz-II) arbeitet, obwohl ein High End Gerät, bei Dia am besten.

      SW-Filme setze ich im Großbild nur noch für Strichrepros ein (Agfaortho 25). Davon habe ich in 13/18cm noch Mengen. Ansonsten verwende ich nur Diamaterial, weil es für mich die beste Ausgabemöglichkeit (Hybrid) hat. Ich habe eine saubere Farbaufnahme und a.W. alle Möglichkeiten, das Bild in jede Art SW-Foto zu konvertieren.

      Gruß
      Winfried
    • Die Idee diese beiden Filme miteinander zu vergleichen, ist ein guter und interessanter Ansatz. Dazu habe ich drei Anmerkungen:
      1. Es ist nicht so glücklich im Test für den HP5+ einen Entwickler zu nehmen, den der Entwicklerhersteller ausdrücklich nicht empfiehlt (siehe Anlage; NR entspricht "not recommended"). Generell ist Rodinal für 400 ASA Filme nicht ganz optimal; es gibt da besseres.
      2. Mit dem verwendeten Scanner habe ich noch keine Erfahrungen sammeln können. Aber wenn man mit der Lupe auf dem Leuchtpult Unterschiede sieht, die man nach dem Scannen nicht mehr feststellen kann, sollte man sich darüber Gedanken machen, ob der Scanner nicht möglicherweise ein begrenzendes Glied in der Kette sein könnte.
      3. Thema "entwickelt nach Herstellerangaben": Das stellt nicht sicher, dass man optimale Ergebnisse mit einer Film-/ Entwicklerkombination erhält sondern es ist nur ein Startpunkt für die eigene Arbeit.
      Weiterhin viel Erfolg,
      Otto!
      Dateien
      • RODINAL.PDF

        (27,09 kB, 42 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      https://www.fotografie-in-schwarz-weiss.de
    • @Otto!

      Einverstanden.

      Allerdings, dafür, dass Rodinal "ausdrücklich" nicht empfohlen wird, finde ich die Resultate mit HP5 recht anständig.

      Natürlich müsste ich eintesten. Meine Basteleien erheben auch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Wissenschaftlichkeit. Es sind definitiv keine Parameterstudien. Mir geht es darum, Resultate zu bekommen, die mir als Endprodukt "Bild" weiterhelfen. Im Moment teile ich meine noch recht diffusen Gedanken der Allgemeinheit mit ...

      Der Scanner ist kein Problem. Bei meinen allerersten Versuchen hatte ich nicht auf die Einstellungen geachtet. Da hat man dann Effekte wie den Shopmodus bei TV oder die bunten überschärften Digitalbilder. Nachdem ich dem Scanner jede Art von Schärfung etc abgewöhnt hatte, kamen auch in SW ansprechende Ergebnisse raus. Der Scanner selbst ist wohl sowas Ähnliches wie ein Saphir Ultra II.

      Ich vermute, dass der andersartige Eindruck auf der Leuchtplatte von der extremen Helligkeit herkommt, die einiges überstrahlt. Dass ich zudem eine mittlere (hoffentlich bald therapierte) Linsentrübung habe, macht den Umgang mit Leuchtplatten nicht leichter. Mäßiger Erklärungsversuch.

      @Wilfried

      Ich bin kein Profi, nicht mal "ernsthafter Amateur". Ich mache Bilder. Deine Argumente verstehe ich trotzdem. Meine Bevorzugung von SW-Film hat etwas mit der erwähnten Psychologie zu tun. Deshalb versuche ich ein Filmmaterial zu verwenden, dass meiner imaginierten SW-Vorstellung am nächsten kommt. Wenn das mit PS auch und einfacher möglich ist: ok. Dann würde ich aber lieber mit einem Scanback (Rencay o.ä.) auf Tour gehen. Zugegeben - overkill.

      Grüße, hp
      Al é bun sciöch' al é ...