Work in progress - Eigenbau 6x12 Rollfilmrückteil für 4x5

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    • Work in progress - Eigenbau 6x12 Rollfilmrückteil für 4x5

      An anderer Stelle hatte ich (für mich) ja schon einmal festgestellt, dass das Thema 6x12-Rollfilmrückteile an der 4x5-Kamera sehr frustrierend ist, sofern man noch keines dieser Dinger hat - vor allem bzgl. Preisen und Verfügbarkeit.
      Da mir das 6x12-Format ganz gut gefällt und mir die Nutzung von Rollfilmen natürlich auch ein sehr viel größeres Sortiment an verfügbaren Filmen bietet, will ich nun halt ein 6x12 Rückteil haben :)

      Unter 300 Euro sind die Dinger so gut wie nicht zu bekommen, was letztlich den Gesetzen des Marktes geschuldet ist (Angebot, Nachfrage, Preis) und weniger den technischen Aspekten.
      Anders läßt sich auch nicht erklären, weshalb z.B. für ein gebrauchtes Horseman 6x12 Rückteil mindestens der 4-fache Preis verlangt wird, als für ein 6x9 Rückteil, das technisch zu mindestens 95% gleich ist.

      Für mich als Jemand, der auch sehr stark in Richtung Preis/Leistung bzw. Aufwand/Nutzen denkt, Grund genug, keines der verfügbaren, aber "überteuerten" Rückteile zu kaufen und über Alternativen nachzudenken.
      Und da ich zufälligerweise einen (wenn auch billigen) 3D-Drucker besitze und technisch nicht ganz unbedarft bin, ist (für mich) der Gedanke mein eigenes 6x12-Rückteil zu bauen naheliegend.

      Also habe ich in den letzten Tagen mal bisschen konstruiert und die ersten Teile für ein Mockup gedruckt. Aktuell fehlt noch der Deckel, was dem Umstand geschuldet ist, dass ich noch auf den nachbestellten Nachschub an Filament warten muss (Danke Hermes - Du schaffst es mal wieder nicht, trotz Ankündigung pünktlich zu liefern!)



      Selbstverständlich gibt es noch einiges zu ändern und zu verbessern, aber ich bin zuversichtlich, dass aus dem derzeitigen Mockup in kurzer Zeit ein funktionierender Prototyp wird.
    • 24x30 schrieb:

      Aber wenn du am Ende deine Kosten rechnest, ist es dann wirklich noch günstiger? (Nicht falsch verstehen, ich mag solche Projekte allein wegen des Spaßes beim bauen)

      Was nimmst du als Basis, ein chinesisches Modell?

      Der einzige nennenswerte "Kostenfaktor" wäre in diesem Fall meine Zeit, die ich da investiere.
      Aber: Das ist meine Freizeit, ich habe Spaß daran zu basteln und die damit verbundenen Probleme zu lösen. Ich könnte meine Freizeit deutlich sinnloser verplempern.

      Mein Rückteil orientiert sich zwar vom Grundprinzip am DaYi / Shenhao / wieauchimmer, ist aber ne komplette Eigenkonstruktion und kein Reverse Engineering.
    • Jockel123 schrieb:

      Wie willst du die Andruckplatte konstruieren?
      Eine separate Andruckplatte gibt's nicht. Der Film (bzw. das Rückpapier) läuft direkt an der Unterseite des Filmeinsatzes entlang und wird seitlich in einem Spalt geführt, der gerade hoch genug ist, dass sich der Film durchziehen läßt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ekech ()

    • Magirus schrieb:

      Hallo
      Wenn man eine kleine Serie macht dann relativiert die eigene Kosten
      Ich würde ein Gerät aus der Serie übernehmen.
      Natürlich gegen einen Obolus meinerseits.
      Gruß Bernd
      Gemach, gemach ;)
      Die Aussicht, potenzielle Abnehmer für eine Kleinserie zu haben, ist zwar schmeichelhaft, aber nicht mein Antrieb.
      Aktuell ist das lediglich ein kleines, persönliches Projekt, bei dem es mir um die technische Machbarkeit mit einfachen Mitteln geht.

      Vielleicht denke ich über eine Kleinserie nach, wenn ich einen gut funktionierenden Prototypen habe. Aber jetzt noch nicht. Jetzt muss ich erst einmal ein paar technische Probleme lösen.
    • MikeN schrieb:

      Wie genau geht's eigentlich mit einem 3d Drucker? Kommt man auf 1/100stel oder gar 1/1000stel? Thanks!
      Im Handbuch meines Billig-Druckers steht eine Positioniergenauigkeit für X- und Y-Achse von 0,0125mm und auf der Z-Achse von 0,002mm. Realistisch betrachtet komme ich mit den richtigen Einstellungen auf ein solides 1/10.
      Wie so oft müsste man für eine höhere Genauigkeit auch deutlich höheren Aufwand betreiben...
    • nur ein kleiner Zwischen-Status:
      • es ist immer gut, wenn man ab und an etwas in den Fingern halten kann, auch wenn es noch nicht das endgültige Produkt ist. So konnte ich bei dem oben gezeigten Mockup noch einige Schwächen in der Konstruktion identifizieren und (hoffentlich) eliminieren
      • eigentlich wollte ich schon anfangs der Woche mit dem Drucken der Teile für den ersten Funktions-Prototypen anfangen, musste das aber verschieben, da ich zuerst noch ein paar "Optimierungs-Maßnahmen" am 3D Drucker vornehmen wollte - und auf die Teile dafür musste ich bis gestern warten.
      • PLA ist ungleich PLA. Das Filament für die oben gezeigten Mockup-Teile war alle, Nachschub dafür war leider nicht lieferbar, also bei einem anderen Hersteller bestellt. Erster Druck OK, zweiter Druck (heute nacht) zeigt massives Warping** => Ausschuss. OK, das Teil heute nacht hat auch ein, zwei Konstruktionsmerkmale, die für Warping anfälliger sind als das erste Teil. Also nochmals Druckeinstellungen anpassen und hoffen, dass es jetzt zum neuen PLA passt (Druck läuft). "Eintesten" empfiehlt sich nicht nur bei Filmen, sondern auch bei Filament.
      • Abhängig davon, wie lange ich brauche, um mit dem neuen Filament klarzukommen, wird es noch ein paar Tage dauern, bis ich die nächste Version zeigen kann.


      ** Warping: Bauteil löst sich auf Grund von Temperatur-Spannungen teilweise vom Druckbett und verzieht sich. Anfällig dafür sind z.B. Ecken von Gehäusen in Kombination mit suboptimalen Einstellungen beim Druck (Bett-Temperatur, unsaubere Nivellierung, zu schnelle Abkühlung, ...)

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    • ekech schrieb:

      "Eintesten" empfiehlt sich nicht nur bei Filmen, sondern auch bei Filament.

      vorsicht! gleich kommt wer um die ecke und stellt das glatt in frage! egal, ob er/sie davon mangels erfahrung etwas versteht oder nicht. :D

      eine technische frage: PLA ist ja in diversen flüssigkeiten löslich. auch in dodecanen, speziell in pentamethylheptan? und gibt es PLA auch in schwarz?
    • @renros:
      ich befürchte es auch ;)

      Bzgl. Löslichkeit von PLA in den genannten Substanzen: da hab ich keinen blassen Schimmer. Aber PLA gibt's auch in schwarz - das sieht oben im bild nur leider nicht so aus. In echt ist es ein richtiges schwarz, wohingegen das neue PLA eher ein sehr dunkles grau ist.
    • johnars schrieb:

      Ich bewundere vor allem deine Leidensfähigkeit und Geduld...!!!
      Es ist jetzt nicht so, daß ich die ganze Zeit auf heißen Kohlen sitzen würde. Und wenn Du halt Kram z.T. aus Fernost bestellst und auch genau weißt, dass die Paketdienste bisweilen auch ihr "Eigenleben" haben, dann wartest Du halt einfach mal ein paar Tage (und machst was anderes) - ist ja schließlich ein Freizeitprojekt und nix mit einer Deadline.
      Was aber nicht heißen soll, daß ich nicht selbst auch ungeduldig und in gewisser Weise auch ambitioniert bin...
    • Ein kleines Update:
      Heute nachmittag habe ich den ersten Testfilm durch meinen Prototypen gezogen und belichtet. Und wie das halt bei Rapid Prototyping so ist, sind einige Dinge schon ganz ordentlich, während andere noch etwas Nacharbeit oder eine weitere Iterationsstufe erfordern.
      Konkret:
      • Die Grundkonstruktion des Filmeinsatzes erscheint mir grundsätzlich brauchbar (herausnehmbarer Filmeinsatz, dessen Unterseite gleichzeitig Filmandruckplatte ist, Spulenhalterung, Filmführung).
      • Die Lichtfallen an den Seiten des Deckels waren etwas zu knapp bemessen bzw. es fehlt noch eine zusätzliche Kante. Dadurch hatte ich klar abgegrenzten Lichteinfall. Ein zusätzlicher, umlaufender Steg auf der Grundplatte sollte hier Abhilfe schaffen
      • Der Filmtransport war sehr schwergängig, weil ich bei zwei Kleinteilen noch falsche Maße hatte: Der innere "Teller" des Transportknopfes war noch etwas zu dick, so dass die Filmrolle leicht geklemmt war. Außerdem war der gegenüberliegende Aufnahmedorn für die Spule noch einen halben Millimeter zu tief angesetzt, so daß der Film nicht ganz gerade ab- und wieder aufgespult wurde. Die korrigierten Kleinteile sollten dafür sorgen, dass der Filmtransport künftig sauber und ohne Kraftaufwand läuft.
      • Die Lichtdichtung des dark slides ist noch nicht optimal, vielleicht muss ich hier irgendwann anstelle von Moosgummi Gummilippen verwenden. Bitte nicht falsch verstehen - die Lichtdichtung funktioniert, das Moosgummi wird aber durch das rein-und-raus des Schiebers irgendwann zerbröseln. Zumindest muss ich eine Lösung finden, bei der ich den Moosgummistreifen ohne weiteres tauschen kann.
      • Planlage und Fokuslage haben noch nicht ganz gepasst - hier ist noch etwas Nacharbeit an der Aufnahme der Filmumlenkstäbe und eine kleine Anpassung an der Grundplatte nötig, um die derzeit vorhandene, leichte Wölbung der Filmebene zu eliminieren.
    • Für die Lichtdichtungen des Schiebers kannst Du auch versuchen, ein "V" aus einem Stück Schnellhefter oder ähnlichem Kunststoff zu machen. Die Flügel des V ca je 6mm, Länge nach Schiebergröße, also ca. 6cm. Das V legst Du hin und klebst es in einer leichten Vertiefung (weniger als 1mm) in Dein Gehäuse. Spitze des V Richtung "Ausgang" Auf das obere Teil des V klebst Du Samtband, ca 5mm.

      ...zumindest hatte ich das so bei meiner Eigenbau-24x30cm-Kassette geplant. Die ich aber nie gebaut habe, da ich dann doch passende zu einem guten Preis bekommen habe....
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      Zeit ist Zeit.