noch ein 8x10 Interessent

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    • noch ein 8x10 Interessent

      Hallo

      nach jahrelanger Digitalfotografie (A7s + offenblendiges, manuelles Altglas) hab ich seit einer weile auch das analoge Fotografieren für mich entdeckt. mit der größe der Negative steigerte sich bei mir die freude. Dem selbst entwickeln bin ich auch nicht abgeneigt und hab mich so auch recht gut immer durch einlesen weiterbeholfen. Das größte was ich nun habe ist eine alte Zeiss Ikon 9x12 aus den 30'ern. Ich mag es zu tüfteln und je mehr optionen mir eine Kamera bietet desto besser. geringe tiefenschärfe find ich absolut toll und deshalb suche ich nach einem flexibel und reichhaltig einstellbaren, jedoch trotzdem noch bezahlbaren 8x10 Kamerasystem. natürlich gebraucht :) weis aber kaum, wonach ich anfangen sollte die Augen offen zu halten. selbst wenn jetzt jemand meint, es wäre absolut ausreichend erstmal mit einer vernünftigen 5x4 kamera zu starten lasse ich mich gern eines besseren belehren. ziel wäre es die großen negative als kontaktabzug schön groß auf papier zu bringen. budget wäre so maximal 1500€ (komplett), auch wenn ich mich dafür von ein oder zwei netten Linsen für das Kleinbild trennen müsste.

      Ich bitte um tipps.

      danke im vorraus, Phasma
    • Moin,

      es wäre noch recht interessant zu wissen, was Du fotografieren magst.
      8x10 ist nicht einfach nur größer. Es verändert viel.
      Nur als Beispiel:
      Du magst Portraits machen, Kopf formatfüllend.
      Bei 8x10 bedeutet das eine 1:1 Aufnahme zu machen. Mit einer Portraitbrennweite liegst Du bei 8x10 bei 500-600mm. Nehmen wir die 600mm, die bekommt man noch recht einfach, z.B. ein Apo-Ronar mit 1:9. Bei 1:1 brauchst Du dann einen Balgenauszug von 1,2m und hast eine effektive Blende von 1: 18. Auch bei der recht großen Blende hast Du eine minimale Tiefenschärfe von wenigen mm, da Du 600mm und einen Massstab von 1:1 hast. Aber natürlich brauchst entsprechend viel Licht.... Und einen entsprechend großen Raum.
      8x10 ist geil, aber oft ist 4x5 sinnvoller :)
      Sag einfach mal, was Du gerne machen möchtest!

      Gruß Peter
      Zeit ist nicht Geld.
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    • Moin Peter,
      und Willkommen Phasma!

      ich habe da eine etwas andere Meinung: 600mm als Portraitbrennweite fände ich persönlich bei 8x10" schon arg viel! Eben deshalb weil man schon bei ca. 1:1 ist. Damit hat man ja doppelten Auszug, von der Bildwirkung her wird die Brennweite sozusagen verdoppelt. Machst Du Portraits bei KB mit 200mm? Kann man machen, finde ich aber schon ziemlich extrem.

      Ich finde 480mm oder 450mm bei 8x10" schon ganz schön reichlich für Portraits. Man kann Portraits eigentlich auch schon ganz gut mit 300 oder 360mm machen! Sowieso zeigt man bei 8x10" auch mal gerne etwas mehr vom Model als nur einen ganz engen Ausschnitt, schon deshalb weil man ja auch auf recht große Abzüge zielt. Ein Gesicht allein wirkt auf Überlebensgröße irgendwie ziemlich wuchtig.

      Davon abgesehen: Hubraum ist immer gut, auch beim Fotografieren. 8x10" macht richtig Spaß. Wen interessiert schon "sinnvoll"? Klar ist 4x5" "ökonomischer". Aber fotografieren wir etwa Großformat aus Sparsamkeit? Doch nicht wirklich, oder? :)

      Ein 360mm-Objektiv für 8x10" kann man durchaus für bezahlbares Geld bekommen, und ich finde mit dieser Brennweite kommt man -- auch für Portraits! -- schon erstaunlich weit.

      Als bezahlbares Kamerasystem wurde ja die Intrepid schon hinreichend ausführlich im Forum besprochen. Damit lässt sich durchaus schon was anfangen. Ansonsten ist fürs Studio (oder Architektur, wenn man mit dem Auto zum Motiv fährt) ein Sinar-System genial und sehr flexibel, und man bekommt die Teile ganz gut gebraucht. Wenn man vor allem Portraits machen will und kein Tilt/Swing benötigt, kann man auch richtig Geld sparen, indem man sich eine ganz einfach gestrickte Box-Kamera selbst baut, das ist bei 8x10" gar nicht so schwierig.

      Viele Grüße
      Wilfried
    • Moin Wilfried,

      ich denke Du weißt, dass ich einer der letzten bin, der jemandem 8x10 ausreden möchte. Aber etwas drauf hinweisen sollte man schon, was das mit sich bringt.
      Und für ca 500 Euro bekommt man eine Intrepid, eine Plaubel oder ein Rückteil für die P/P2 in 8x10. Da ist bestimmt nicht für jeden das Richtige dabei ;)
      8x10 muss auch bei den Folgekosten nicht teuer sein. Man kann Papiernegative machen, Röntgenfilm nutzen oder einen Foma nehmen. Der Letzte wäre der Teuerste mit knapp 2 € pro Blatt. Geht also schon, man muss nur wissen, was man macht und ob einem das mehr wert ist als ein TMY in 4x5. Ups, der ist mitlerweile teurer...

      Gruß Peter
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    • Sharif schrieb:

      Hast Du dir auch Gedanken über das Entwickeln gemacht? Für 4x5 gibt's verschiedene Dosen-Systeme mit denen du ohne eine Dunkelkammer auskommst.
      8×10 Filme lassen sich auch schön in den Durst/Jobo/Cibachrome-Papierdosen entwickeln. Bei den Durst Codrums (304) geht es sogar bis 30×40cm.

      (Ich muss sagen, es macht mir derweil mehr Spaß 18×24 Papiernegative auf Sicht zu entwickeln als Film in der Dose. Ist halt aber eben nur ca. ISO 3)
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    • danke für die vielen Antworten.

      ich würde mich vor allem auf Natur und Architektur beschrenken, ab und an ein Portrait/Familienbild, mehr aber nicht. hatte mir da das Nikkor W 360 6,5 überlegt. Auf KB gerechnet ca ein 47mm f1:0,85 =O . hat wohl auch einen großen Bildkreis. ein schönes Kamera system will/kann ich aber nicht finden, ich habe nicht die erfahrung um von datenblättern/bildern zu sehen, welche einstellmöglichkeiten eine Kamera bietet. optimal wäre was faltbares halbwegs portables mit vielen einstellmöglichkeiten. Tilt und shift in so vielen achsen wie möglich wären also super. sowas wie eine Linhof Technika classic würde mir prinzipiell gefallen. ich bin mit den optionen und möglichkeiten aber eben total überfordert :) und wenn es was auf ebay gibt, dann fehlen noch teile zum set, sodass man anscheind lange mit ahnung zusammensuchen muss :(

      über sinnvoll und geiler will ich hier garnicht reden :) es ist ja ein hobby und darf auch gern geil sein.
    • Ich freue mich immer der schönen Umbau- und Rekombiniermöglichkeiten des Sinar-Systems, welches obendrein zum großen Teil recht günstig zu haben ist. Bleibt man bei der F (= Field), so bleibt es auch einigermaßen transportabel. In 8×10 braucht man dann aber den immer noch recht teureren »Formatadapter« (siehe Diskussion hier). Ich habe mir daher mit einer Eigenkonstruktion beholfen, denn das Hobby sollte ja nicht die Familienkasse sprengen …

      Die Technikas, und auch die verschiedenen schönen Holz-Klappkameras (Shen-Hao, Deardorff, Lotus … Intrepid) sind zwar schon zusammenklappbar, aber viel leichter am Ende auch nicht unbedingt. Meine F-Konstruktion passt zusammengeklappt (ohne Stativ) auch in eine Ortlieb-Kuriertasche.
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    • WSt schrieb:

      animaux, das Papiernegativ wird aber wohl nicht das Endprodukt sein. Wie kommst Du zum Papierpositiv?
      Zum Teil sind die tatsächlich ganz schön anzusehen als negativ ;D

      Habe bisher immer gescannt und digital weiter gemacht. Kontaktkopie geht mit Papier auch, habe ich nur leider selbst noch nicht die Zeit für gefunden es auszuprobieren.
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    • WSt schrieb:

      An die Kontaktkopie habe ich auch schon gedacht, dann aber wirklich im Kontakt, d. h. Schicht auf Schicht zur Vermeidung von Schärfeverlusten.
      Genau. So hab ich es auch schon irgendwo gelesen. Die Papierstruktur sollte bei PE-Papieren dann auch nicht groß ins Gewicht fallen.
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    • animaux schrieb:

      Meine F-Konstruktion passt zusammengeklappt (ohne Stativ) auch in eine Ortlieb-Kuriertasche
      Darf ich mal sehen, wie du die zusammenbaust, damit das klappt??! Oder nimmst du die auseinander?

      Ich kenne bisher nur den Sinar-Koffer, wo sie drin hängt. Deine Lösung übertrifft mein Vorstellungsvermögen! ;)

      Könntest du ein Foto machen? Büüüüüütteeeee! :)
    • Gerne. So empfindlich ist die Kamera eigentlich garnicht. Hatte sie nun für das Foto nur kurz hineingelegt. Etwas Umpuschelung ist sicher zu empfehlen. Besonders für die Objektive, wobei man ein einzelnes auch in die Mitte klappen und damit etwas schützen kann. Da bietet sich auch an, was man sowieso dabei hat. Dunkeltuch … Dunkelsack … Koffer ist sicher immer noch die beste Lösung, bringt aber eben auch nochmal so einiges an Gewicht mit.
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