8x10: Einsteiger sucht Tipps

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    • 8x10: Einsteiger sucht Tipps

      Hallo!
      In mir wächst der Wunsch, mich mal ins Abenteuer 8x10 zu stürzen. Ich fotografiere oft und viel mit der Pentax 67 (vorher mit der Mamiya RZ67), vergrößere SW bis 6x7 selbst und hätte Lust auf ein noch größeres Format, das ich dann ausschließlich für Schwarzweiß verwende. Da ich keinen GF-Vergrößerer habe, kämen zunächst nur Kontaktabzüge infrage - daher der Sprung auf das große Großformat statt 4x5.
      Was ich habe:
      - ein superstabiles Gitzo-Stativ mit einem Kugelkopf von der Dicke eines Gorilla-Oberschenkels. Das müsste also passen.
      - Einen Sekonic L-358 Belichtungsmesser

      Sonst nichts, was für GF relevant ist.
      Meine Newbie-Fragen:
      - Welche Kameras (gerne gebraucht) sind für GF-Anfänger empfehlenswert? Die Intrepid 8x10 reizt mich trotz der vielen Kritikpunkte, da sie vor allen Dingen preislich sympathisch ist.
      - Ich fotografiere so gut wie ausschließlich mit Standardbrennweiten (50mm KB) und mache damit von Landschaft bis zu Portraits alles. Was wäre eine vergleichbare 8x10-Brennweite? Gibt's konkrete Objektivempfehlungen (auch hier: Nichts High-Endiges, eher etwas Grundsolides für Einsteiger)? Was brauche ich noch? Objektivhalterung? Filmhalter?
      - Was ist nicht unbedingt brauche, sind umfangreiche Tilt-/Shift-Möglichkeiten. Gewicht spielt auch keine allzugroße Rolle.
      Danke für Eure Tipps!
      Peter
    • Hi Peter!

      Ja, Glückwunsch zum "Aufstieg" auf 8x10"! Es ist zwar sehr viel involvierter als kleinere Formate, aber das kann man auch als Vorteil sehen. Es ist großartig!

      Wenn Du gerne unterwegs bist mit der Kamera brauchst Du etwas noch transportables. Wenn Du zusätzlich ein bisschen Freude am Basteln hast, würde ich die Intrepid durchaus empfehlen. Die ist zwar wahrhaftig nicht perfekt, aber preiswert, und durchaus "bastelfreudig". Ich würde sagen, wenn man etwas Hand anlegt, kann man damit zu guten Ergebnissen kommen.

      Wenn Gewicht und Packmaß keine große Rolle spielt, wäre eine gebrauchte Sinar eine Überlegung wert. Für ähnliches Geld wie für die Intrepid (oder vielleicht ein bisschen mehr) kann man mit etwas Geduld durchaus die notwendigen Teile zusammenbekommen. Das System ist extrem modular und flexibel, die Möglichkeiten, die man damit hat, sind enorm -- ich liebe es! Aber natürlich sollte man sich da gründlich einlesen oder beraten lassen, wenn man sich nicht damit auskennt. Die Sinar ist im Gegensatz zur Intrepid ein sehr professionelles Arbeitsgerät, das auch hohe Ansprüche befriedigen kann. Auf dem Gebrauchtmarkt sind die Komponenten des Sinar-Systems hier in Deutschland recht gut zu bekommen, das ist ein weiterer sehr positiver Aspekt.

      Als Standardbrennweite für 8x10" gilt 300mm. Das ist einen Tick weitwinkliger als 50mm an KB. Man kann auch 360mm verwenden, das ist dann einen Tick länger. Ich persönlich mag sehr die Schneider Symmar-S MC Objektive, die sind recht bezahlbar zu bekommen und haben eine hervorragende Leistung. Leider sind sie keine Leichtgewichte und auch recht groß! Es gibt auch kleinere Alternativen.

      Du brauchst außerdem noch:
      - Eine Objektivplatine zur Befestigung des Objektives (außer das Objektiv war schon in einer passenden Platine)
      - u.U. einen Spannschlüssel um das Objektiv an der Platine festzuschrauben.
      - Mindestens eine Planfilmkassette für 8x10"
      - Ein für 8x10" passendes Dunkeltuch / Einstelltuch, und eine fokussierbare Lupe wenn Du genau einstellen können willst
      - Einen Kabelauslöser
      - Belichtungsmesser hast Du ja schon.
      - Stativ hast Du auch schon. :)
      - Dunkelkammer oder Dunkelzelt oder stockdunklen Raum zum Einlegen der Filme in die Kassette usw.
      - Alles was notwendig ist zum Entwickeln der Filme und Anfertigen der Kontaktabzüge.

      Viele Grüße
      Wilfried
    • Kleiner Nachtrag:

      Wenn Du mit 8x10" auf halbwegs ordentlichem Niveau arbeiten möchtest (Ja, gerade auch mit Landschaft und Portrait) empfehle ich dringend, sich auch mit den Großformat-typischen Verstellmöglichkeiten zu beschäftigen. Bei großen Formaten spielt dies eine deutlich größere Rolle. Außerdem gibt es sehr viele sehr gute Gründe, sich damit auszukennen.

      Wenn Du hingegen zum Beispiel ausschließlich im Studio Portraitfotos machen möchtest, definitiv keinen großen Wert auf Verstellungen legst, und eine Menge Geld sparen möchtest, könnte ein Eigenbau einer Box-Kamera eine Alternative sein. Das ist kein Hexenwerk. Der große Nachteil ist daß eine solche Kamera recht schwer und klobig wird. Der Bildqualität tut es keinen Abbruch, wenn man es ordentlich gemacht hat.

      Gruß
      Wilfried
    • Nitrox wrote:

      Die Intrepid 8x10 reizt mich trotz der vielen Kritikpunkte, da sie vor allen Dingen preislich sympathisch ist.
      Zur 8x10 Intrepid gibt's auch ein 4x5 Rückteil, was den Einstieg billiger macht.
      Und, den Preis mal außen vor lassend, die 8x10 Intrepid wiegt knapp über 2kg. 8)


      Greez
      Stefan
      PS: Ich seh grad, daß die Lensboard-Adapter anbieten, um die kleinen Intrepid 4x5/Linhof Technika Platten auf Intrepid 8x10/Sinar klemmen zu können. Geeeeeiiiiil!
    • Das mit dem Odenwaldtreffen hast Du gelesen? Da könntest Du Dir schonmal mindestens 2 Kameras anschauen. Kommt natürlich drauf an, wo Du wohnst....
      Ich habe ein 8x10 P Rückteil zur Sinar, das hat ziemlich genausoviel gekostet wie die Intrepid. Da kommen dann noch hintere P-Standarte, Bank, Bankhalter und vordere Standarte (entweder P oder F) dazu. Da kannst Du schon noch was an Geld hinlegen. Und ich möchte keine 8x10 P durch die Gegend schleppen, meine bleibt hier stehen, aber für Unterwegs hab ich die Intrepid. Ich finde, man kann mit den Nachteilen der Intrepid leben, was ich in 5 Jahren sage kann aber auch was anderes sein :)
      Relativ günstig bekommt man die Plaubel in 8x10 (ich glaube, derzeit ist eine für 500 bei ebay), aber das ist auch heftig vom Transport.
      Alles was Du an neueren Kameras klappen kannst kostet halt richtig viel Geld.
      Günstiger sind da nur die alten Eastman, Seneca, Deardorff und was es noch gab.
      Ich hab noch eine Seneca (die als "Flower City Special" gelabelt ist, warum auch immer....), an der man ein paar kleinere Sachen machen muß, aber die Einstellungen gehen, die Mattscheibe ist neu und der Balgen ist dicht. Wenn sowas nach 100 Jahren so gut in Schuß ist, dann sicher auch noch in weiteren 10 oder 20 oder..... Würde ich verkaufen (drei 8x10 brauche ich nun doch nicht ;-), aber teurer als die Intrepid ist sie schon. Aber da könnten wir ja drüber reden, wenn Du interessiert bist, dann aber bitte per Konversation oder Mail.

      Gruß Peter
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Achso, es ist wohl eine City View oder View New, genau kann ich es nicht sagen, dafür fehlen mir die genauen Spezifikationen. Aber hier kann man einige sehen. Meine ist schwarz glänzend und silber verchromt.
      Auf der Seite kann man sich noch ein paar andere hübsche Kameras anschauen :)
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Nitrox wrote:

      Was ist nicht unbedingt brauche, sind umfangreiche Tilt-/Shift-Möglichkeiten
      das wäre aber quasi DAS argument für eine fachkamera. wenn dir das nicht wichtig ist und du eh maximal bis 30x40 vergrößerst, bist du mit MF eigentlich schon ganz gut versorgt.

      mein tipp: finde jemanden in deiner umgebung, der dich mal durch eine (oder am besten mehrere verschiedene) 8x10 schauen lässt und dir vorzüge und nachteile des jeweiligen modells erklärt. oder du fährst zu einem der nächsten GF-Shooting-treffen. hier im forum wird ja gerade eines organisiert.