Nur eine Objektiv an 4x5

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    • Nur eine Objektiv an 4x5

      Ein Bekannter verwendet an seiner 4x5 inch Kamera (Technikardan) nur ein Objektiv, das Schneider Apo Symmar L 150 mm 5,6.
      Nach seiner Ansicht kann man damit fast alles gut fotografieren - von Landschaft über Portrait bis hin zur Sachfotografie. Seine Bilder haben mich bisher sehr überzeugt.
      Er fotografiert ansonsten auch noch mit Leica M und auch nur einem Objektiv (35mm). Nach seiner Ansicht kann man mit nur einer Brennweite durch etwas "Bewegung" und Kreativität stets auch im GF sehr gute Ergebnisse erreichen. Insbesondere sei das 150 mm bezogen auf 4x5 schon ein sehr guter Kompromiss für die genannten Varianten. Im Übrigen stimme auch die Qualität bei dem Apo Symmar L sehr gut.
      Die Tele Fotografie sei für 4x5 sowieso nicht erste Wahl, und Landschaft gehe mit 150 mm auch sehr gut, da bei Landschaft der Unterschied im Sichtwinkel zwischen z.B. einem 90 mm und einem 150er nicht direkt so auffalle, aber eine ähnliche (Landschafts-) Wirkung erzeuge. Selbst für Architektur gehe das 150er gut, wobei man natürlich hier mit etwas mehr Abstand agieren müsse.
      Wie ist Eure Meinung? Für den Einstieg, um wirklich gute Erfahrungen zu sammeln, erscheint mir dies eine gute Idee!
      Gruß
      Wolu
    • Sicherlich kann man sich auf eine Brennweite beschränken. Gerade zum Einstieg ist das keine schlechte Idee.
      Und wenn man sich auf eine Brennweite beschränkt ist etwas im Bereich der Formatdiagonalen (150mm bei 4x5) sicherlich eine gute Wahl.
      Ich persönlich greife dann lieber zum 125er, aber das ist eben Geschmackssache.

      Wolu schrieb:

      Die Tele Fotografie sei für 4x5 sowieso nicht erste Wahl, und Landschaft gehe mit 150 mm auch sehr gut, da bei Landschaft der Unterschied im Sichtwinkel zwischen z.B. einem 90 mm und einem 150er nicht direkt so auffalle, aber eine ähnliche (Landschafts-) Wirkung erzeuge.
      Sicher ist ein 150er auch ein exzellentes Objektiv für Landschaftsfotos, aber der Bildwinkel und damit die Bildwirkung ist erheblich anders als bei einem 90er!
      Grüße
      Steffen
    • Vielen Dank für die Einschätzung.
      Ich habe ein Landschaftsfoto mit 150 mm gesehen, hätte aber vorher nicht sagen können, welche Brennweite es ist.
      Einen gewissen Tele bzw. (Heranzieheffekt) habe ich nicht bemerkt. Es hätte durchaus auch ein leichtes Weitwinkel sein können. Habe aber den direkten Vergleich zum 90 mm noch nicht erlebt.
      Aber ich sehe es daher genau, wie Du, dass das 150er auch gut für Landschaft verwendet werden kann.
      Sollte ich einmal an ein Tele denken, wäre vielleicht ein Objektiv über 200 mm (240....) interessant, um einen deutlichen Unterschied zum 150er zu erreichen. Die Unterschiede sind nach meinen Berechnungen ja nicht so besonders groß, wie bei Kleinbild.
      Aber relative Nahaufnahmen (Blumen, sonstige nahe Gegenstände) lassen sich mit dem 150er auch gut durchführen, da bei der Technikardan die lange Auszugsmöglichkeit besteht.
      Gruß
      Wolu
    • Hi Wolu,

      natürlich kann man mit einem 150er gut zurechtkommen. Das war schließlich ja auch mein höchstpersönlicher Ausgangspunkt (als ich ganz schlicht angefangen hatte). Bei Architektur sind mir allerdings recht schnell Zweifel gekommen - man kann eben nicht immer weit genug zurück gehen. Das habe ich sogar mit meinem 65er erlebt: Da stand ich mit dem Rücken zur Wand, und es hat trotzdem nicht gereicht. Dafür habe ich aber auch einen hübschen Müllcontainer neben mir mit aufs Bild bekommen. Zugegeben, das war auch eine Extremsituation. Aber für einen Wasserturm muss man relativ weit zurückgehen, egal welches Objektiv man nimmt.

      Was die Leica mit dem 35er angeht: Ich könnte mir vorstellen, dass dein Bekannter die Leica eher für eine Art Streetfotografie nutzt. Da ist das 35er ultragenial, weil nicht zu sehr weitwinklig hinsichtlich des Bildeindrucks, aber so weitwinklig, dass man keine großen Probleme mit Schärfentiefe bekommt, und der Bildausschnitt ist auch nicht kritisch. 35 an KB mag ich auch ganz gern.

      Tele mit 4x5 ist nicht der Brüller. Um die Bildwirkung eines für KB noch recht normalen 200ers zu erzielen, brauchst du für 4x5 schon ungefähr 500 bis 600. Das ist nicht nur teuer, sondern auch unhandlich, von erforderlichen Auszug (auch bei Telekonstruktionen) ganz zu schweigen.

      Das ist allerdings nur meine Auffassung. Ich habe eine eher weitwinklige Bildvorstellung ...

      Grüße, hp

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von hppruefer () aus folgendem Grund: Ein Leerzeichen zuviel!

    • Hi hp,

      ja, das kann ich gut nachvollziehen. Bei Gebäuden kann es mit dem 150er etwas eng werden.
      Genau richtig, das 35er an der Leica dient hauptsächlich der allround Fotografie, z.B, Stadt, Landschaft und allgemein Street.
      Ich werde wohl bei meinen ersten Versuchen beim 150er bleiben und Erfahrungen sammeln,
      Gruß
      Wolu

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wolu ()

    • Das 150er ist auf 4x5 das, was ein 50er auf Kleinbild ist. Viele von uns haben vermutlich jahrelang mit nichts anderem fotografiert, deshalb nennt man das landläufig auch "Normalbrennweite". Wenn man sich also auf ein Objektiv beschränken wollte, ist das sicher keine schlechte Wahl, außer man macht ausschließlich Architektur.
    • Danke. Das ist auch meine Einschätzung.
      Ich denke, dass man auch Architektur gut machen kann, wenn man den „Abstand“ hat, bei Kleinbild mit 50 mm war / ist das auch möglich, natürlich nicht in allen Situationen.
      Die Verstellmöglichkeiten beim Schneider APO Symmar L 150mm (Bildkreis) sind m.E. Sehr gut.

      Gruß
      Wolu
    • zum 150er ein 75er
      und gut ists
      das 75 bietet noch verstellmöglichkeiten und schafft viel Platz
      150 ist mit längerem Auszug Portrait-tauglich und ersetzt als Ausschnittsvergrösserung auch ein 300 bei Unendlich. Bei Abzügen (150L zu Apo Ronar300) auf 40x50cm seh ich keine wesentlichen Unterschiede ( 4x5 Negativ zu 6x7 Ausschnitt aus 4x5) bei Landschaft. Bei stärkeren Vergr. und Objekten im Nahbereich natürlich schon. Aber wie oft mach ich schon über 40x50?


      150 u. 75 hab ich im minimal Gepäck.
    • ralph42 schrieb:

      Das 150er ist auf 4x5 das, was ein 50er auf Kleinbild ist.
      Nicht ganz.
      Die "Normalbrennweite" soll ja der Formatdiagonalen entsprechen.
      (Dieses rührt daher, dass man davon ausgeht, das das fertige Bild "normalerweise" aus einer Entfernung betrachtet wird, die der Diagonalen entspricht, und dann die Aufnahmeperspektive genau der Betrachtungsperspektive entspricht.)
      Nun entspricht das 150er ziemlich genau der Diagonale des Bildes auf einem 4x5 Negativ, wohingegen die Formatdiagonale eines 24x36 Negatives nur 43mm beträgt und man großzügig aufgerundet hat.
      Deshalb entspricht das 50er auf KB vom Bildwinkel eher einem 180er als einem 150er auf 4x5.
      Wenn man dazu neigt das 2:3 KB-Negativ auf ein kürzeres Rechteck (3:4 oder 4:5) zu beschneiden verstärkt sich das sogar noch.
      Grüße
      Steffen
    • Für meine Berechnungen lege ich immer einen Faktor von 0,28 zugrunde, um einen Vergleich zum Kleinbild annähernd zu erreichen.
      Für 150 mm bei 4x5 inch wären dies dann 42 mm umgerechnet auf Kleinbild.
      Aus diesem Grund sind Landschaftsaufnahmen noch gut machbar, wobei Portraits oder Sachaufnahmen ein stärkeres Herangehen an das Objekt bedingen. Natürlich ist damit auch eine stärkere Auszugsverlängerung verbunden. Auch vor diesem Hintergrund habe ich mich für die Technikardan 4x5 s entschieden.
      Nun muss ich mich Schritt für Schritt mit den Verstellmöglichkeiten beschäftigen, um diese zu verstehen und umsetzen zu können.
      Aber hierzu werde ich demnächst einen entsprechenden Kurs besuchen, von dem ich mir viel verspreche. Ich denke, dass es auch einem GF Einsteiger möglich sein muss -mit entsprechender Energie- vernünftige Ergebnisse zu erzielen :P .
      Grüße
      Wolu
    • zoz schrieb:

      Deshalb entspricht das 50er auf KB vom Bildwinkel eher einem 180er als einem 150er auf 4x5.
      Das ist rechnerisch richtig. Den Unterschied betrachte ich aber in der Praxis als eher sehr gering, wobei nach meinen Informationen aber dafür der Bildkreis des 180er etwas mehr Verstellmöglichkeit bietet.
      Die Wahl fällt auf das 150er, da mir eine etwas höhere Abbildungsqualität signalisiert wurde. Vielleicht wird man das kaum erkennen können, aber die Fotos, die ich mit dem Schneider 150 Apo Symmar L 5,6 gesehen haben, haben mir wirklich überzeugt.
      Gruß
      Wolu
    • Wolu schrieb:

      Die Wahl fällt auf das 150er, da mir eine etwas höhere Abbildungsqualität signalisiert wurde.

      Das Apo Symmar L gibt es auch in 180mm und ich erwarte nicht, dass es in Punkto Abbildungsqualität dem 150er unterlegen ist.
      Wer hat denn da höhere Abbildungsqualiät signalisiert?

      Ich halte es prinzipiell für den falschen Ansatz die Brennweite wegen der Abbildungsqualität auszusuchen.
      Ich suche mir eine Brennweite aus weil sie den von mir gewünschten Bildwinkel bietet.
      Dann gucke ich welches Objektiv in meinem Budged da den Bildkreis und die Abbildungsleistung bietet den ich mir vorstelle.

      Ich glaube nicht, dass die Abbildungsqualität unter einigermaßen modernen "standard" GF Objektiven der Markenhersteller so weit differiert, dass man das am fertigen Bild sehen wird. Der Hauptgrund für die Neurechnungen ist ja meist, dass die Blei oder
      schlimmeres enthaltenden Gläser nicht mehr verwendet werden dürfen, und nicht, dass die Abbildungsleistung der Vorgänger unzureichend gewesen wären.

      Um das klar zu stellen, ich halte das 150er Apo Symmar L nicht für eine schlechte Wahl.
      Grüße
      Steffen
    • zoz schrieb:

      Wolu schrieb:

      Die Wahl fällt auf das 150er, da mir eine etwas höhere Abbildungsqualität signalisiert wurde.
      Das Apo Symmar L gibt es auch in 180mm und ich erwarte nicht, dass es in Punkto Abbildungsqualität dem 150er unterlegen ist.
      Wer hat denn da höhere Abbildungsqualiät signalisiert?

      Ich halte es prinzipiell für den falschen Ansatz die Brennweite wegen der Abbildungsqualität auszusuchen.
      Ich suche mir eine Brennweite aus weil sie den von mir gewünschten Bildwinkel bietet.
      Dann gucke ich welches Objektiv in meinem Budged da den Bildkreis und die Abbildungsleistung bietet den ich mir vorstelle.

      Ich glaube nicht, dass die Abbildungsqualität unter einigermaßen modernen "standard" GF Objektiven der Markenhersteller so weit differiert, dass man das am fertigen Bild sehen wird. Der Hauptgrund für die Neurechnungen ist ja meist, dass die Blei oder
      schlimmeres enthaltenden Gläser nicht mehr verwendet werden dürfen, und nicht, dass die Abbildungsleistung der Vorgänger unzureichend gewesen wären.

      Um das klar zu stellen, ich halte das 150er Apo Symmar L nicht für eine schlechte Wahl.

      zoz schrieb:

      Ich glaube nicht, dass die Abbildungsqualität unter einigermaßen modernen "standard" GF Objektiven der Markenhersteller so weit differiert, dass man das am fertigen Bild sehen wird.
      Das sehe ich ebenso.
      Gemeint war -das hatte ich vergessen zu schreiben- das Apo Symmar L im Vergleich zum normalen -älteren- Symmar ohne L
      und nicht im direkten Vergleich zum 180er.
      Da habe ich mich wohl unklar ausgedrückt. Ich wollte von Anfang an das 150 und zwar wegen der leichteren Tendenz zum Weitwinkel.
      Gruß
      Wolu
    • Wolu schrieb:

      Gemeint war -das hatte ich vergessen zu schreiben- das Apo Symmar L im Vergleich zum normalen -älteren- Symmar ohne L
      Das L hat gegenüber seinem Vorgänger einen geringfügig größeren Bildkreis (233 statt 220mm), was sicherlich ein Vorteil ist, aber ich glaube nicht, dass wenn man in dem Bildkreis des alten bleibt man zwischen den Beiden einen großen Unterschied feststellen können wird.
      Ich hatte lange Zeit den Vorgänger des Vorgängers (Symmar-S) und nie Anlass mich über die Bildqualität zu beschweren...
      Es ist in meinen Augen einer der großen Vorteile des großen Aufnahmeformates dass man keine so hohen nummerischen Aperturen nutzt und deshalb auch keine so hoch korrigierten Objektive benötigt.

      Ich glaube es gibt viele Faktoren mit deutlich größerem Einfluss auf die Bildqualität als das Alter des Objektives (wenn man nicht gerade von einer "Vorkriegslinse" ausgeht, wobei ich hier offen lasse will um welchen Krieg es sich handelt! ;) )
      - Film und Entwicklung
      - Vibration/Schwingung (Stativ etc.)
      - Scharfstellung/Filmplanlage (Kassetten, Mattscheibe)
      und nicht zu Vergessen der Größte Fehlerfaktor überhaupt:
      - der Fotograf

      An meinen nicht richtig scharfen Bilder war ich bisher meistens immer selbst schuld.
      Grüße
      Steffen
    • zoz schrieb:

      Ich glaube es gibt viele Faktoren mit deutlich größerem Einfluss auf die Bildqualität als das Alter des Objektives (wenn man nicht gerade von einer "Vorkriegslinse" ausgeht, wobei ich hier offen lasse will um welchen Krieg es sich handelt! )
      - Film und Entwicklung
      - Vibration/Schwingung (Stativ etc.)
      - Scharfstellung/Filmplanlage (Kassetten, Mattscheibe)
      und nicht zu Vergessen der Größte Fehlerfaktor überhaupt:
      - der Fotograf
      Das ist wohl wahr. Insbesondere den Spiegelstrich "Vibration / Schwingung (Stativ etc)" sehe ich als besonders wichtig an.
      Aus meinen Kleinbild Erfahrungen kann ich ein Lied davon singen. Auch kleinste Verwacklungen / Vibrationen dehnen sich über das gesamte Bild aus, was man zunächst nicht unbedingt sehen muss, erst, wenn man genau hinsieht oder einen Vergleich mit einem nicht verwackelten Bild hat. Ähnlich dem Bildrauschen, was auch das gesamte Bild betrifft.
      Vor diesem Hintergrund habe ich in Bezug auf Großbild zumindest hinsichtlich der Thematik Stativ vorgesorgt und mir ein sehr stabiles Stativ mit einem sehr stabilen Stativkopf mit großer Auflagefläche zugelegt. Das bedeutet natürlich zunächst spürbares Gewicht, aber das ist dann dem System insgesamt geschuldet.
      Ansonsten unterschreibe ich Dir alles Aufgeführte, vor allem den größeren Einfluss der anderen Faktoren auf die Bildqualität bei GF, als die Objektive - die genannten Schneider Objektive sind ohnehin aus der "Neuzeit", sodass es diesbezüglich wirklich keine Probleme geben dürfte. Hinsichtlich des Themas "Fotograf" werde ich natürlich als GF-Einsteiger zunächst Teil des Problems sein und nicht Teil der Lösung.
      Gruß
      Wolu