Wiener Staatsoper - at night

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    • Wiener Staatsoper - at night

      Einen schönen Abend wünsche ich!

      Letztes Wochenende habe ich zum ersten Mal meine neue Intrepid 4x5 ausgeführt. Großformat is a zache G'schicht, aber lohnend. Die Lernkurve ist noch fern von flach .... :idea:
      Nach einiger Hilfe hier aus dem Forum *thx* sind auch ein paar brauchbare Bilder aus der Entwicklungsdose rausgekommen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

      Zu Beginn mein erstes Bild zur späten Stunde: Die Staatsoper von hinten von der Albertina aus. Sehr prakischer Standort.



      Sinaron W (Grandagon-N) 90mm/6.8, f:22, 48sek.
      Fomapan 400, Rodinal 1+50, 10:30, gerollt und nicht geschüttelt.

      Ja, die Kontraste sind kräftig ausgeprägt. Kann es sein, daß der Schwarzschild-Effekt eine stärkere Kontrastierung hervorruft? Das Negativ ist selbst ohne Nachbearbeiten recht knackig.

      Ich hoffe, es gefällt.
      Wenn es noch weitere zeigenswerte Bilder gibt, werden auch wieder sanftere Verläufe dabei sein *g*


      Gut Licht
      Stefan
    • Hallo Stefan,

      Nachtaufnahmen sind immer eine ganz besondere Geschichte!
      In frühen (Photographie)-Jahren hat es mich öfters Nachts auf
      die Straße getrieben.
      Da hatte ich (meistens) meine Ruhe, und konnte in ohne Stress photographieren.

      Ein schönes Bild, doch wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf:
      "Etwas" eher, sorgt für minimal, aber sichtbare Zeichnung im Nachthimmel
      und gibt dem Gesamteindruck eine etwas ausgewogenere Tonalität.
      Vermutlich kommt auch daher u.a. Deine Knackigkeit des Negatives.
      Hier würde ich keine kontinuierliche Entwicklungsbewegung empfehlen,
      sondern lieber z.B. alle 50 Sekunden 5 Sekunden bewegen. So mach ich
      es mit meinem Tri-X Pan, übrigens auch in Rodinal, allerdings werden
      meine Planfilme immer in der Schale entwickelt. Planfilm und Dose war
      nie mein Ding gewesen.

      Poststriptum 1: Auch ich bin mit einer SINAR F2 unterwegs.
      Poststriptum 2: Rodinal immer bewegt macht vieles knackiger . . .
      Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluß der sich öffnet und wieder schließt.
    • mycroft schrieb:

      Kann es sein, daß der Schwarzschild-Effekt eine stärkere Kontrastierung hervorruft?

      Beschwören könnte ich es nicht, aber da glaub ich nicht dran, basierend auf meinen 3 bis 4 min Belichtungen im Wohnzimmer und auf großem Format.
      Eine Nachtaufnahme darf auch mal flächiges Schwarz zeigen, finde ich, mir gefällt das Bild.

      Und beim Vergrößern mit Splitgrade stelle ich mir das Schwarz für Gradation 5 und Standardbelichtungszeit grad herrlich vor - einfach nur noch mit Filter 00 ein paar schöne Lichter reinschmeicheln :)

      Warum ist die Aussenkante rechts, Fassade/Fenster, so ausgewaschen?
      Gibts da Entwicklungsprobleme?

      VG,
      Ritchie
    • bequalm schrieb:

      Beschwören könnte ich es nicht, aber da glaub ich nicht dran, basierend auf meinen 3 bis 4 min Belichtungen im Wohnzimmer und auf großem Format.
      [...]
      Warum ist die Aussenkante rechts, Fassade/Fenster, so ausgewaschen?
      Gibts da Entwicklungsprobleme?

      VG,
      Ritchie
      Hallo Ritchie!

      Meine Idee war, daß die Verlängerung der Belizeit, um die Dunklen Bereiche hoch zu ziehen, für die hellen Bereiche viel zu viel ist. Daher viel Kontrast .....
      Aber irgendwie gefällt mir das, mal sehen, was das nächste Wochenende bringt *g*


      Keine Ahnung, woher der ausgewaschene Fleck herkommt ..... hoffentlich ein Einzelfall. Mein Achsrohr ist noch in der Post. Schaumamal.



      Gruß
      Stefan
    • mycroft schrieb:

      Meine Idee war, daß die Verlängerung der Belizeit, um die Dunklen Bereiche hoch zu ziehen, für die hellen Bereiche viel zu viel ist.

      Ja gut, aber das wäre dann eine stinknormale Überbelichtung, und die hat mit dem SS-Effekt zunächst noch nichts zu tun.

      Der SS-Effekt würde die Überbelichtung wieder kompensieren ( und hat dies m.E. hier auch getan, denn Du hast da keine "hochgezogenen Schatten, so wie Du es wolltest), weil der Film ausserhalb der ihm genehmen Zeiten zunehmend unsensibler wird.
      Also wenn der Schwarzschild hier was bewirkt hat, dann eher ein Retten der Lichter :)

      Was Du da hattest war offensichtlich ein hoher Motivkontrast, dem man gerne mit etwas längerer Belichtung, aber vor Allem knapperer Entwicklung beikommt.

      Roland sagte es schon, der Entwickler geht natürlich etwas aggressiver an die Lichter, bei starker Bewegung; das kann man bei Sichtentwicklung wunderbar nachvollziehen, da kommen die Lichterdichten schlagartig bei jeder weiteren Bewegung, weil frischer Stoff zugeführt wird.

      Das sich hier der Rodinal bei gemächlicher Entwicklung wunderbar schlagen müsste, denke ich auch.

      VG,
      Ritchie
    • mycroft schrieb:

      Kann es sein, daß der Schwarzschild-Effekt eine stärkere Kontrastierung hervorruft?
      ja, das tut er. allerdings ist das ausmaß des effektes von film zu film sehr unterschiedlich. ich habe zum beispiel festgestellt das der tmax 400 im "unteren schwarzschildbereich" nur eine eher kleine entwicklungszeitanpassung benötigt. beim ilford war das schon anders. der tmax ist da quasi "flexibler" am oberen ende der schwärzungskurve und reißt nicht so schnell ins "ausgefressene" aus.

      ansonsten ist es so wie ritchie sagt: knapper entwickeln um die lichter zu retten.

      das ausmaß des "schadens" ist bei fehlbelichtung in den schattenbereichen immer größer als in den lichtern. du läufst also in "schwarzschildsituationen" (was quasi eine gezielte fehlbelichtung ist) tendenziell eher gefahr "unterzubelichten" als "überzuentwickeln".

      mein tipp: ein grundwissen rund um´s thema "zonensystem" kann nie schaden. selbst wenn man sich in seiner praktischen arbeit damit nicht auseinandersetzen möchte (es gibt da bei den beiden extremen - den hassern und den apologeten - marianengrabentiefe differenzen) hilft es doch, das verständnis für das verhalten des benutzten films in diversen lichtsituationen zu verstehen. und wege zu finden, damit kreativ umzugehen zu können.
    • Der Foma gehört, was Schwarzschild angeht, zu den schlechtesten Filmen am Markt. Damit wird auch der Kontrast nochmals deutlich angehoben, da die Lichter natürlich weniger vom Schwarzschild betroffen sind als die dunklen Stellen. Damit muß man noch länger belichten und noch kürzer entwickeln. Bei gemessenen 10s muß man den Foma schon 60s belichten, aber ab 100s schon 800s, man rutscht also immer tiefer rein....
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.