Fehlbedieung Jobo 2521 / 2509n (4x5) ?

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    • Fehlbedieung Jobo 2521 / 2509n (4x5) ?

      Hallo Kollegen und -innen!

      Gestern war ich zum ersten Mal mit meiner Intrepid 4x5 unterwegs. Was ein paar Stunden später aus der Entwicklungsdose kam, war weniger erfreulich.
      Von sechs 4x5 Sheets waren zwei einwandfrei (witzigerweise das erste und letzte Bild des Tages). Zwei Bilder waren sosolala belichtet, zeigen aber einen länglichen Fleck in der Mitte, der durch ein paar hellere Streifen unterbrochen ist.
      Die letzten beiden Negantive sind nahezu komplett transparent, eines zeigt ebenfalls diesen "Fleck" mit Streifen.
      Der Fleck könnte klassischer Lichteinfall sein, aber eine recht eingehende Untersuchung der Kamera mit der Taschenlampe hat keine Schwächen offenbart.

      Ich vermute eher einen Fehler bei der Entwicklung. Die Streifen im Fleck (s.o.) haben nämlich exakt den Abstand der Speichen des 2509n Einsatzes. Leider habe ich mir nicht gemerkt, wo im Einsatz die jeweiligen Negative waren (was im nachhinein Betrachtet sehr sinnvoll gewesen wäre ...).
      Bisher hatte ich die Dose nur voll gefüllt, was auch gut funktioniert hatte.
      Diemal verwendete ich eine kleine Rollerbase und entsprechend weniger Entwickler. Wenn ich das recht verstanden habe, braucht man, beim Rollen, nur 270ml Entwickler. Ich habe 306ml (6+300) verwendet und die Dose natürlich flach liegen brav herumgedeht.
      Was kann man dabei falsch machen?

      Technisches: Fomapan 400 (@320), Rodinal 1+50/20°C, Entwicklungszeit 10:30 (Foma sagt 11-12 Minuten, Ilford empfielt bei Rotation 10% [oder so] weniger), Zwischenwässerung, Ilford Rapid Fixer 5 Miunten (ca. 800ml), Netzmittel.


      Mit Gruß & Dank
      Stefan
    • Zeig mal Bilder davon, das macht es einfacher...

      Ich rotiere mit einer alten CPE und wässere nicht vor und benutzte die Flügel nicht und kenne solche Streifen trotzdem nicht.

      Ich tue allerdings 500ml Chemie in die Dose...

      Aber Du hast ja bei dem Versuch auch noch gar nicht rotiert, hast Du denn die Dose überhaupt bewegt?

      mycroft schrieb:

      Bisher hatte ich die Dose nur voll gefüllt, was auch gut funktioniert hatte.
      Grüße
      Steffen
    • Hallo Kollegen!

      Vielen Dnak für Eure Rückmeldungen.

      Ich bin noch damit beschäftigt, Asche auf mein eh schon so ergrautes Haupt zu streuen .... denn:
      nach Befragung des Lichtpult-Orakels hat sich herausgestellt, daß eine der sosolala-Aufnahmen eine Doppelbelichtung ist. Das erkläret auch, warum auf einem anderen Negativ nichts drauf ist. *DEPP*

      Gut, bleiben noch die Bilder mit den "Fleck":


      Sind beide Negative schnell vom Leuchtpult abgeknipst..

      Der Anstand der hier horizonalen (hellen) Linien paßt, wie gesagt, genau zu den Speichen des Einsatzes.

      Und dann zu Eurem Input.
      Ich habe nicht vorgewässert. Ilfort rät davon ab - Foma sagt dazu nichts, aber deren Datenblatt ist eher dürftig.
      Bisher habe ich die Dose mit 1,5l Entwickler gefüllt und dann behandelt, wie eine normale Peterson-Dose und wie ich das bei KB und MF mache. Also 1. Minute bewegen und dann wieder alle 30 Sekunden.


      Andreas schrieb:

      Hmm, wenn die Entwicklung in der Dose derart ungleichmässig ist, fallen mir spontan zwei Fehlerquellen ein:

      - das Achsrohr war nicht in die Spirale eingeschoben
      - die vier schwarzen Kunststoffflügel sind nicht verwendet worden.
      Du hast absolut recht! Keine Ahnung, was ein Achsrohr ist und Flügel habe ich auch keine .........

      Mein Setup besteht aus vier Teilen. Dose (2521), Deckel mit Zahnkranz, Einsatz 2509 n und einem Gummistößsel, damit aus dem Zahnkranzloch nichts herausläuft.
      Das Roller-Dings (rein mechanisch) ist neu und irgendwie .... bedingt praktisch. Aber immerhin liegt die Dose weitgehend waagerecht und ich habe auch recht brav gedreht, und auch immer wieder die Richtung geändert.

      Heute harren sechs neue Nagative der Entwicklung. Entweder nehme ich, wie Steffen das empfohlen hat, etwas mehr Saft, oder ich mach das Ding wieder voll. Bei Rodinal ist das wirtschaftlich unkritisch.

      Vielleicht könnt Ihr mich noch bezüglich der Achsrohrflügel erhellen .....


      Gruß
      Stefan
    • Nachdem die Filme in die Spirale eingesetzt sind, werden die Kunststoffflügel aussen in die letzten Windungen geklemmt. Das hält die Filme in Position und soll die Flüssigkeiten besser verwirbeln und so eine gleichmässigere Entwicklung ermöglichen.

      Das Achsrohr macht die Dose erst lichtdicht. Ohne das Rohr bekommst Du den beobachteten Lichteinfall.

      Grüsse
      Andreas
      To infinity... and beyond!
    • renros schrieb:

      mycroft schrieb:

      Ich habe nicht vorgewässert. Ilfort rät davon ab
      unabhängig davon, das das jetzt offensichtlich nichts mit deinen fehlerhaften negativen zu tun hatte:

      ich würde an deiner stelle unbedingt vorwässern. egal ob ilford davon abrät oder nicht. die industrie erzählt leider sehr häufig kompletten quark. generationen von fotografen können da nicht irren.

      Eine Vorwässerung bedeutet natürlich, dass man die Entwickleraufnahme deutlich verändert, was natürlich einen Einfluss auf Entwicklungszeiten hat und auch den Ablauf der Entwicklung in der Tiefe der Schicht. Den Leuten von Ilford, die ja auch nicht frei von Erfahrung sind, einfach vorzuhalten sie erzählen Quark finde ich da etwas fragwürdig.
      Die ganzen im Datenblatt gelieferten Entwicklungszeiten und Gammakurven sind halt nicht mehr gültig wenn man vorwässert, und man muss den Prozess neu einfahren...

      Ilford rät außerdem gar nicht prinzipiell vom Vorwässern ab:
      "Wir empfehlen im allgemeinen keine Vorwässerung;
      sie kann jedoch unter bestimmten Verarbeitungsbedingungen
      nützlich sein."
      Grüße
      Steffen
    • zoz schrieb:

      Die ganzen im Datenblatt gelieferten Entwicklungszeiten und Gammakurven sind halt nicht mehr gültig wenn man vorwässert, und man muss den Prozess neu einfahren...

      genau. das ganze nennt man "eintesten" und sollte eigentlich von JEDEM selbstverarbeitenden SW-fotografen gemacht werden, wenn man verlässliche, reproduzierbare ergebnisse haben möchte ohne unfassbare mengen an film, papier und chemie vernichten zu müssen (was EIN möglicher grund wäre, warum die industrie hier falsch informiert: man erzeugt erneute nachfrage). denn auch hier gilt: was die industrie an entwicklerzeiten und nennempfindlichkeiten in ihren prospekten abdruckt sind allenfalls "näherungswerte" auf die man sich nicht verlassen kann.

      natürlich ist die fotoindustrie daran interessiert, ihre produkte als so einfach wie möglich benutzbar darzustellen. ist ihr gutes recht. aber das heißt noch lange nicht das das stimmen muss. und wenn man vorwässert (was bekanntermaßen NIE schadet, aber sehr HÄUFIG etwas nützt), ist das nachfolgende produkt (also der entwickler) kein "convenience product" mehr, jeder muss also (abhängig von seiner vorwässerungsdauer) seine eigenen entwicklerzeiten bestimmen. so was könnte zum eintesten zu faule oder zu unkundige kunden vom erwerb eines produktes abhalten.

      nur um einen möglichen verdacht vorzubeugen: ich bin kein anti-ilford-evangelist. ich selbst arbeite im SW-bereich - außer bei 8x10 - ausschließlich auf ilford (bei rollfilm, ilford-galerie-papiere).

      zoz schrieb:

      Ilford rät außerdem gar nicht prinzipiell vom Vorwässern ab:

      an welcher stelle wurde das von mir behauptet?
    • zoz schrieb:

      Eine Vorwässerung bedeutet natürlich, dass man die Entwickleraufnahme deutlich verändert, was natürlich einen Einfluss auf Entwicklungszeiten hat und auch den Ablauf der Entwicklung in der Tiefe der Schicht. Den Leuten von Ilford, die ja auch nicht frei von Erfahrung sind, einfach vorzuhalten sie erzählen Quark finde ich da etwas fragwürdig.
      Die ganzen im Datenblatt gelieferten Entwicklungszeiten und Gammakurven sind halt nicht mehr gültig wenn man vorwässert, und man muss den Prozess neu einfahren...
      Ja, wenn du kippst ist das so. Wenn du rotierst solltest du vorwässern, um mit den angegebenen Zeiten arbeiten zu können, dass steht im Abschnitt davor. Wenn du die Dose voll haust ist es egal. Wenn du mit 270ml rotierst ist das vorwässern insofern sinnvoll, als dass du die Dose nicht voll machst und ggf. die Entwicklung im unteren Teil schon einsetzt während der der Film oben noch trocken ist.

      Arbeitest du mit A49 hast du in der Anleitung ohnehin nur Anhaltswerte in einer bestimmten Bandbreite und musst die Entwicklung nach dem ersten Film noch etwas justieren. Was man aber auch auf Sicht machen kann, man merkt beim Entwickeln schnell ob der Film zu dünn ausfällt, wenn man entsprechende Erfahrung hat. Wenn nicht muss man eintesten.

      Gruss Sven.
    • renros schrieb:

      genau. das ganze nennt man "eintesten" und sollte eigentlich von JEDEM selbstverarbeitenden SW-fotografen gemacht werden, wenn man verlässliche, reproduzierbare ergebnisse haben möchte ohne unfassbare mengen an film, papier und chemie vernichten zu müssen (was EIN möglicher grund wäre, warum die industrie hier falsch informiert: man erzeugt erneute nachfrage). denn auch hier gilt: was die industrie an entwicklerzeiten und nennempfindlichkeiten in ihren prospekten abdruckt sind allenfalls "näherungswerte" auf die man sich nicht verlassen kann.

      Mein Eindruck war aber nicht, dass der TO das weiß.


      renros schrieb:

      an welcher stelle wurde das von mir behauptet?
      Der TO hat das behauptet:

      mycroft schrieb:

      Ich habe nicht vorgewässert. Ilfort rät davon ab
      Grüße
      Steffen
    • zoz schrieb:

      Mein Eindruck war aber nicht, dass der TO das weiß
      Der TO hat, relativ gesehen, keine Ahnung.

      Absolut kommt bei der Entwicklung idR was gut Brauchbares raus.
      Bei SW wässere ich nicht vor, bei 20°C ergibt sich kein Temperatursprung. Und ob es Einfluß auf die Entwicklung hat ... leicht möglich. Aber es gibt echt, echt, echt viele Parameter und wenn mal was funktioniert, drehe ich nicht mehr groß rum.
      Bei C-41 wässere ich wegen des deutlichen Temp.Unterschiedes jedenfalls vor.

      Jedem Tierchen sein ... ehschonwissen.
      Aber dennoch vielen Dank für Euren Input. Gewisse Dinge arbeiten ja doch weiter im Hinterstübchen.

      Ich glaube (=nix wissen) ohnehin, daß durch die digitale Nachbearbeitung viele Parameter, die früher wichtig waren, nicht mehr ganz so relevant sind. ...... Wurst.


      Mit Gruß & Dank
      Stefan
    • mycroft schrieb:

      Jetzt hab ich das Ganze im Dunkeln gemacht - keine Flecken/Muster/Lichteinfälle. :thumbsup:

      Und "irgendwer" in Berlin hat gerade eine Bestellung bekommen *ggg*


      Nochmal dankeschön
      Stefan

      Urnes schrieb:

      Ähm...also das Achsrohr würde ich schon noch reinstecken, sonst hast du wirklich Lichteinfall.

      Bei allem anderen kommt es nur darauf an, dass du es immer gleich machst, um konsistente Ergebnisse zu bekommen.

      Gruss Sven.

      Denke, dass er das bereits bestellt hat. So ganz komme ich bei dem Thread auch nicht klar :S

      Grüße
      Jockel123
    • mycroft schrieb:

      Ich glaube (=nix wissen) ohnehin, daß durch die digitale Nachbearbeitung viele Parameter, die früher wichtig waren, nicht mehr ganz so relevant sind. ...... Wurst.

      klar, das ist immer auch eine frage des eigenen anspruchs.

      allerdings hebelt die digitalisierung auch nicht ALLE gesetzmäßigkeiten aus. wenn in einem negativ aufgrund fehlerhafter entwicklung nun mal die lichter und schatten keine informationen beim scannen mehr liefern können, kann man diese bilder auch mit noch so guter digitaler nachbearbeitung nicht mehr retten.

      wo nix ist, ist nun mal nix.