Kaufberatung 4x5 Holz Laufboden

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    • Kaufberatung 4x5 Holz Laufboden

      Hallo!
      Ich überlege mir als Ergänzung/Ersatz zu meiner Mastertechnika eine hölzerne Kamera zuzulegen.
      Meine Anforderungen sind etwa wie folgt:
      - kompakt zusammenlegbar
      - Gewicht deutlich unter 2kg
      - Nutzung von Technika Platinen
      - Weitwinkeltauglich: ein 55mm sollten nutzbar sein.
      - Grafmatik Kassetten sollte man einschieben können.
      - Verstellungen der Rückseite sind für mich absolut zweitrangig.

      Bisher in Frage kommen die Chamonix 45F und 45N (bei denen ist mir noch nicht so ganz klar wo die Vor- und Nachteile der einen gegenüber der anderen liegen)
      Außerdem die ShenHao PTB45 die der Chamonix 45N sehr ähnlich zu sein scheint.

      Ich hätte eigentlich gerne eine Kamera in der Tilt und Shift der Frontstandarte unabhängig voneinander sind, das scheint es aber bei solchen Kameras nicht zu geben, oder?

      Kann mir jemand gute Gründe für die Entscheidung zwischen 45F und 45N nennen?

      Ist die ShonHao mit den Chamonix vergleichbar?

      Sollte ich vielleicht nach einer gebrauchten Tachihara ausschau halten? (ich glaube bei der war shift und tilt getrennt)
      Grüße
      Steffen
    • Hi Steffen,

      Von den genannten Kameras erfüllt am ehesten die Chamonix 45F-2 Deine Anforderungen. Das Gewicht liegt bei ca. 1600 Gramm, sie verwendet Technika-Platinen und ist auch weitwinkeltauglich (minimale Balgerauszug 52mm) . Darüber hinaus hat die 45F-2 auch separate Bedienknöpfe für Shift und Tilt an der vorderen Standarte (wie die 45H-1).

      Die 45N ist eine ältere Kamera, die neueren sind die 45F-2 und die 45H-1. Die N-1 hat einen Basistilt an der Rückstandarte, die F-2 und H-2 einen asymmetrischen Tilt - recht praktisch, wenn man bei Landschaftsaufnahmen *schnell* die Schärfeebene per Scheimpflug einstellen will.

      Auf den JOBO-Seiten ist die 45F-2 noch nicht zu sehen, aber sie wird wohl dort auch schon bestellbar sein - einfach mal bei JOBO anrufen.

      Grüsse
      Andreas
      To infinity... and beyond!
    • Ich habe mich mal für eine Tachihara interessiert. Und dann stand in einem Laden eine im Regal und ich konnte sie befummeln.
      Die Enttäuschung war groß: Für mein Verständnis von einer Großformatkamera war das alle zu wackelig, vor allem die Frontstandarte mit ihren Bügeln und Klemmen.

      Daher meine Idee, daß man eine Großformatkamera eher nur kaufen sollte, wenn man sie vorher ausprobiert hat.

      Gruß
      Dieter
    • Diesch schrieb:

      Ich habe mich mal für eine Tachihara interessiert. Und dann stand in einem Laden eine im Regal und ich konnte sie befummeln.
      Die Enttäuschung war groß: Für mein Verständnis von einer Großformatkamera war das alle zu wackelig, vor allem die Frontstandarte mit ihren Bügeln und Klemmen.

      Daher meine Idee, daß man eine Großformatkamera eher nur kaufen sollte, wenn man sie vorher ausprobiert hat.
      Das man gewisse Abstriche machen muss, wenn man das Gewicht halbiert ist vermutlich nicht zu vermeiden.

      Die Kamera live zu probieren wäre sicherlich ideal, ich sehe aber leider nicht die Gelegenheit dazu.
      Ich werde mir also versuchen online ein Bild zu machen und dann eine kaufen und ausführlich testen und dann entscheiden, ob sie für mich gar nicht taugt, oder ob sie eine Ergänzung zur Technika oder vielleicht sogar ein Ersatzt der Technika ist.
      Grüße
      Steffen
    • stabilität und gewicht sind im GF ganz sicher zielkonflikte. aber vielleicht kann man ja kompromisse machen:

      gewicht bei der linse sparen (also nur mit einer losgehen; zwingt auch zu einer noch bewussteren auseinandersetzung mit dem sujet) und das dann in die stabilität der kamera (und stativs!) investieren. bei optischer bank: statt hlv ein zlv.
    • Sven, wer als Ergänzung zur hochwertigen optischen Bank eine Holzkamera sucht, der guckt nicht nach einer zweiten optischen Bank, und entscheidet vermutlich zugunsten anderer Vorteile wie Gewicht, flottes Handling, eventuell aber auch aus ästhetischen Gründen; die Pluspunkte der renommierten Fachkamera auf dem Bankrohr werden sicher dann eingesetzt, wenn der entsprechende Bedarf entsteht.

      Draussen, kann ich nach meiner Erfahrung sagen, fehlt es mit einer guten Holzkamera an nichts.
      Im Gegenteil hab ich seit dem damaligen bewussten Kauf meiner Shen Hao HZX die Plaubel Bank nie wieder ausgeführt, obwohl ich Jene zusammengeschoben auf Kurzbank (4x5") oder bei abgeklemmtem Balgen und flachgedrehten Standarten schon ganz gut packen konnte.
      Aber schon das Schleppen der Massen, das Entfalten, Zurechtdrehen, Bankrohrverlängern, aufs Stativ wuchten udgl. können einem langfristig den Spaß rauben, und die Nutzung einer höherwertigen und leichten Laufbodenkamera sinnvoll erscheinen lassen.
      Nicht zu vergessen die eindeutig erforderliche schwerere Stativklasse für die Bank.

      Störte mich damals bei Radtouren zunehmend das Gewicht der Plaubelausrüstung, erfreue ich mich heute auf den schnellen Zugriff auf meiner betriebsbereiten Holzkamera aus dem Fußraum des Beifahrers heraus - also es gibt schon einzwei Punkte, die für eine Holzkamera sprechen können:-)

      Wer sich eine Zweitkamera mit anderen Spezifikationen als die Erstkamera zulegt hat aus meiner Sicht verstanden, dass es keine Kamera gibt, auch keine Bank und auch keine Linhof, welche alle Bedürfnisse zugleich abdecken kann, und erweitert sehr wahrscheinlich seine Einsatzmöglichkeiten, bzw kann sich den Bedingungen besser anpassen.

      Nein, Shen Hao und Chamonix sind meiner Meinung nach über das Prinzip hinaus nicht miteinander zu gleichzusetzen.

      Zu meiner Shen Hao-Zeit war die Chamonix einen Tick leichter (Shen Hao hat inzwischen das Gewicht reduzieren können), aber die versuchsweise Bedienung der Chamonix war mir überhaupt nicht genehm.

      Vom Aussehen her finde ich die Chamonix nach wie vor grottenhäßlich, wohingegen ich bei meiner Shen Hao stets das Sabbern bekam.
      DAS sind nun subjektive Wertungen, zeigen aber zumindest auf, dass beide Kameras zwingend genauer betrachtet werden wollen, wenn man sie in der engeren Auswahl hat.

      Wenn ich die rein technischen Aspekte einer Bankkamera nicht benötige, zählen für mich plötzlich auch Haptik, Aussehen, bedingungsloser Spaß am Gerät; die Shen Hao machte mich allein hier überglücklich, die hab ich wirklich gerne angefasst, und spielend bedient.

      Die Shen Hao war regelrecht wie für meine Hände gebaut, Aufbau und Grundeinstellung waren binnen Sekunden vollzogen.
      Mit den Stinkefingern am Laufboden, den Zeigefingern und Daumen an der Frontstandarte konnte ich in Nullkommanix die Schärfe legen (ich wählte immer Basisschwenk), nachfokussiert war dann schnell.
      Die Front ließ sich bis runter zu den Zehenspitzen verbiegen, da gab es keinerlei Einschränkungen.

      Das Rückteil bot mir sensationelle, eigentlich banktypische Einstellmöglichkeiten, welche besonders im Wohnzimmer regelmässig genutzt wurden; massiger Hoch-und Seitshift hier ein absolutes Muß, Tilt natürlich ebenso, wenn man nicht stundenlang das Stativ herumscharren und wieder von vorne beginnen möchte.

      Gewünscht hätte ich mir lediglich einen etwas stabileren Laufboden für meine längerbrennweitigen Schwergewichte bei vollem Auszug, hier sehe ich die Chamonix ggf ein Stück weit vorn.
      Allerdings lag mein Outdoorschwerpunkt auch eher auf leichtes Gewicht, deswegen nahm ich draussen leichtere Optiken und hatte hier keinen wirklichen Nachteil.
      Zuhause und mit Umsicht gingen auch schwerere Optiken, man sollte da aber sicher ein Gefühl für haben, wo die Grenzen sind, und beim Ausziehen habe ich stets den vorderen Boden mit der Hand unterstützt..

      Etwas zu klein geraten waren die Klemmschrauben für den Frontshift, und die Einpunktklemmung vom Seitschwenk vorn war aus mechanischer Sicht etwas fipsig ausgefallen; das war damals die HZX, die Schwachpunkte wurden dort aber erkannt, und an der PCP ausgemerzt.

      Der Druckpunkt für die Klemmung des Fokus war ehrlich gesagt etwas schwammig, ich neigte zum Festerziehen, und hierbei konnte dann der Laufboden einen Millimeter vorfahren; das kann man aber mit einer Metall-Unterkegscheibe abändern, es war für mich kein wirkliches Problem.

      Mein Votum fällt also ganz klar auf die Shen Hao als wertige und auch wertig wirkende, stetig weiterverbesserte, wirklich hervorragend zu bedienende, und dazu noch bildhübsche Kamera.
      Die Weitwinkelfähigkeit ist klasse, von der Chamonix weiß ich es nicht.
      Das Kompendium von Shen Hao ist übrigens auch eine Empfehlung wert; superleicht, ausreichend verstellbar, bei Bedarf gut abnehmbar und taschenkompakt, Filterhalterungen...

      Da neben dem Offensichtlichen die subjektiven Eindrücke zählen, hielte ich wie Dieter einen Direktvergleich Beider unter realistischen Bedingungen für sehr sinnvoll, immerhin geht es bei beiden Kameras nicht um Top oder Flop, sondern um Details, will ich meinen.

      Viel Spaß mit der Shen Hao dann :)

      VG,
      Ritchie
    • Ritchie, danke für Deinen Ausführlichen Bericht.

      Bei mir soll die Kamera keinen optische Bank ersetzen sondern eine andere Laufboden.
      Das macht für mich nur Sinn, wenn sie deutlich leichter ist als diese.
      Die Sheng Hao HZX ist aber mit Ihren 2,4kg nicht wesentlich leichter als meine Technika (2,6kg). Sie bietet zwar deutlich mehr Einstellmöglichkeiten, aber ich suche nicht eine Kamera der mehr kann, sondern eine die leichter ist.
      Eine Kamera mit der Bezeichnung PCP kann ich nicht finden.
      Meinst Du die PTB?
      Die erscheint mir nach Abbildungen von der Kunstruktion fast 100%ig identisch mit der Chamonix 45N zu sein, nur dass die Grundplatte aus Holz und nicht schwarz ist.
      Grüße
      Steffen
    • zoz schrieb:

      Eine Kamera mit der Bezeichnung PCP kann ich nicht finden.

      Stimmt, das war ja das Angel Dust :)
      Da hab ich mich in der Bezeichnung geirrt, sorry.

      Sieht aus wie die Chamix, ja.
      Schön zu sehen da, was ich persönlich gar nicht mag.

      Das wären ein Einstellknopf am Kinn, und die Frontstandarte muß man nach dem Entfalten wohl auch draufstecken und zusammenschrauben, wenn ich mich recht erinnere.

      Ich hatte die HZX, und die deutlich verbesserte Variante ist dann die TZ.
      Jene kannst Du hier mal vorbildlich vorgeführt bekommen, die Videos von Robert White com sind wirklich top !


      1,9 Kg voller Kamera, aber Dir dann wohl noch zu schwer..

      VG,
      Ritchie
    • 1.9kg wäre so an der Grenze.
      Die TZ45-IIB finde ich auf den ShenHao seiten nicht.
      Nur die TZ45-IIA mit 2,4 kg
      und die TZ45-IIC mit 1,9 kg
      Die A hat einen minimalen Balgenauszug von 72mm, bei der C sind es 110mm, also nur eingeschränkt Weitwinkeltauglich bzw. gar nicht Weitwinkeltauglich.
      Zum Vergleich: Bei der HZX45-IIA sind es 50mm.

      irgend was ist immer! ;)
      Grüße
      Steffen
    • Diesch schrieb:

      Das wiegt aber mehr.
      Nicht bei der Chamonix F2

      Diesch schrieb:

      Dann gibt es noch Wista, die bauen sowohl Metall- als auch Holzkameras und sind als Fernostmarke weit günstiger als Ebony.
      Die Wistas sind auch eher jenseits von 2Kg und kostet so ungefähr das doppelte der Chinesischen Kameras.
      Die Ebonys die es ja nur noch gebraucht gibt, kosten selbst dann noch über 2000€ und liegen Gewichtsmäßig auch nahezu gleich auf mit der Linhof.


      Ich habe mir jetzt mal die Chamonix F2 bestellt.
      Sie ist nach dem was ich bisher so gesehen und gelesen habe das was meinen Wünschen am nächsten kommt.
      Eine Gelegenheit sie mal irgendwo live zu probieren wäre sicherlich schön, aber ich sehe z.Zt. nicht wann und wo es dazu kommen sollte.
      Insbesondere, da es diese Kamera ja noch gar nicht so lange gibt.


      Ich bin gespannt und Ihr werdet dazu wieder von mir hören. Entweder hier oder unter den Verkaufsangeboten! ;)
      Grüße
      Steffen