Intrepid 8x10 - erste Erfahrungen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Intrepid 8x10 - erste Erfahrungen

      Moin Moin,

      nachdem ich nun urlaubsbedingt etwas verspätet auch meine 8x10 Intrepid in Empfang nehmen konnte, wollte ich meine ersten Erfahrungen mit euch teilen.

      Zwei Dinge vorweg:
      Wer an die Intrepid die gleichen Maßstäbe hinsichtlich Qualität, Präzision und Komfort ansetzt, wie an die 10-20x so teuren Pendants von Sinar, Toyo oder Arca, wird mit dieser Kamera nicht glücklich. Daher werde ich mich in dem Beitrag ausschließlich darauf beziehen, was DIESE Kamera leisten kann, bzw. was hilfreiche Adaptionen wären, nicht, was 8x10 Kameras prinzipiell für Profis oder Perfektionisten leisten sollten. Man erhält bei Intrepid den Gegenwert der Investition, nicht mehr und nicht weniger.
      Da ich das Projekt als Early Bird unterstützt habe, bedurfte es auch bei mir eines neuen Rückteils, welches ich völlig unproblematisch nach drei Tagen erhalten habe. Ich sehe dies pragmatisch, da es zum einen nur die erste Lieferung betrifft (alle weiteren erhalten bereits das neue Rückteil) und zum anderen habe ich so ein kostenloses Rückteil zum Experimentieren für eine 4x5 oder 13x18 Adaption – was will man mehr.

      P.s.: Bis auf die Mattscheibenbilder sind die Bilder Fuji Fp100c (dank starker Farbverschiebungen des lang abgelaufenen Films in S/W konvertiert)



      Die Kamera ist trotz ihrer Größe herrlich leicht und vor allem sehr flach, was sie als Reisekamera prädestiniert. Auf meinem Sirui K30X und dem alten Manfrotto 055XPROB wird sie in allen Positionen und Auszügen perfekt festgehalten – da brauche ich zum Glück keine Neuinvestition. Sie passt perfekt in meine Arca Swiss Tragetasche (für kurze Strecken) ebenso wie in meinen Tamrac Expedition 7 (für Wanderungen). Im Rucksack passen zwei Objektive und vier Planfilmkassetten (2 im Hauptfach, 2 im „Notebookfach“), in der Arca-Tasche passen 3-4 Objektive und 2-3 Planfilmkassetten neben all dem üblichen Gerödel hinein. Der Vorteil ist, dass die Planfilmkassetten mit ihren Neoprenhüllen auch gleich die Mattscheibe der Kamera beim Transport schützen. Andernfalls würde ich mir hier noch einen Mattscheibenschutz basteln.



      Einmal als Vergleich meine drei „ultraleicht“ – GF-Kameras für 9x12, 4x5 und nun 8x10



      Wer selbst hölzerne Laufbodenkameras nutzt, ist mit der Nutzung der Kamera in Sekunden vertraut, ein Aufbau dauert weniger als eine Minute. Ich selbst bin kein Freund davon, die Grundposition der Frontstandarte über verschiedene Schraubenpositionen beim Aufbau einzustellen, aber es funktioniert und ermöglicht so auch sehr kurze Brennweiten (120mm nimmt sie ohne Probleme). Der Vorteil ist die damit verbundene Flexibilität bei gleichzeitig sehr einfacher Konstruktion der Frontstandarte für alle relevanten Verstellwege. Damit handelt sich Intrepid jedoch gleichzeit den Nachteil ein, dass die Frontstandarte sehr schwingungsanfällig wird. Für den Objektivträger gibt es angenehmer Weise eine Nullraste für die Höhe, jedoch keine für das Alignment des Winkels und somit der Standartenparallelität. In Nullstellung ist dies unproblematisch, da der Objektivträger bündig mit den seitlichen Trägern der Standarte abschließt. Etwas schwieriger ist es beim shiften, da hier der Objektivträger ca. 2mm nach hinten aus der Nullraste „gedrückt“ wird, um ihn nach oben oder unten in den Führungsrillen schieben zu können. Hilfreich wäre hier eine Gravur auf der Innenseite der seitlichen Standartenträger, um eine parallele Einstellung zu erleichtern. Tilts und Swings sind jeweils nur durch den Balgen begrenzt und ermöglichen jede erdenkliche Verlagerung der Schärfeebene. Als Hilfestellung sind im Laufboden kleine Führungslinien eingraviert, was für Tilts ebenso hilfreich wäre. Ideal wären etwas größere und stärker geschwärzte Linien, um deren Sichtbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen zu verbessern. Gradzahlen wären dann das I-Tüpfelchen. Alle Verstellwege sind gut einstellbar und werden durch die Arretierschrauben auch festgehalten, allerdings benötigt man immer zwei Hände. Diese sollten zudem ruhig sein, damit nicht beim Anziehen der Schrauben wieder etwas verrutschen kann, was bei einem 1,5Kg Objektiv leicht passieren könnte. Einmal festgezogen hält die Frontstandarte dieses Gewicht problemlos, allerdings sollte man wenigstens 10 Sekunden bis zum Auslösen vergehen lassen, um die Standarte aufgrund des hohen Masseschwerpunkts bei kleiner Auflagefläche ausschwingen zu lassen. Bei den bisherigen vier Aufnahmen ist jedenfalls keine verwacklungsbedingte Unschärfe zu erkennen.

      Der Objektivträger ist für Standard Sinar Platinen ausgelegt, was die Verbreitung der Kamera befördern dürfte. Da bei mir fast alle Objektive auf Linhof Technika Platinen montiert sind, habe ich mir schnell noch einen Adapter gebastelt, der mir für die ersten Tests einen guten Dienst erwiesen hat. Einen Sinar-Hili werde ich in den nächsten Tagen für meine älteren Objektive testen. Das 120er Nikkor auf der vertieften Sinar-Platine rastet absolut sauber und spielfrei in den Objektivträger ein, da gibt es nix zu meckern. Für den oberen Schieber (jener am Objektivträger, um die Platine zu arretieren), wäre es meiner Meinung nach praktischer, einen mittigen Griff, statt zwei nebeneinanderliegender zu konstruieren, da hier zur Bedienung immer zwei Hände nötig sind, wodurch ggf. die Dritte zum festhalten des Objektivs fehlt.

      Der Laufboden lässt sich zum Fokussieren geschmeidig einstellen, auch Millimeterbruchteile sind exakt möglich. Leider bewegt die Feststellschraube beim Anziehen den Laufboden minimal mit, weshalb man für kritische Fokussierungen die Fokussierschraube festhalten sollte. Prinzipiell ist der Laufboden mit den Zahnradschienen wirklich gut und präzise gearbeitet, was mir für ein flüssiges Arbeiten sehr wichtig ist. Konstruktionsbedingt wird der Laufboden umso instabiler, je weiter er ausgezogen ist. Bis zum zweiten Drittel bin ich sehr zufrieden, danach sollte man die Ausschwingzeit noch etwas verlängern ;)

      Der Balgen ist schön fest und stabil (gut bei Wind) und macht alle Bewegungen sehr sanft mit. Auch das Material selbst sieht auf den ersten Blick recht strapazierfähig aus. Da er an den Standarten angeklebt ist, schließt sich ein Wechsel-Weitwinkelbalgen vorerst aus.

      Die Rückstandarte ist meines Erachtens nach ausgezeichnet, absolut verwindungssteif und fest konstruiert – da wackelt absolut garnichts. Die Rückstandarte lässt Tilts balgenbegrenzt zu. Für meine Bedürfnisse/Ziele genügen diese Verstellwege völlig, andere könnten die fehlenden Swings und Shifts vermissen. Die aktuelle Version des Rückteils hat Neodym Magneten im Träger und Rückteil, was das Einrasten angenehm vereinfacht. Zusätzlich sind noch zwei seitliche Arretierschrauben angebracht, die nun mit einer Kappe aus dem 3D-Drucker vor dem Herabfallen gesichert sind. Das ist hervorragend gelöst, da sich die Schrauben, die ein paar Millimeter über den Rand hinausragen, so weiterhin mit einem Finger gut festziehen lassen. Ein Wechsel von Vertikal auf Horizontal ist so in ein paar Sekunden erledigt.



      Die Mattscheibe selbst ist wunderbar: Hell, kontrastreich und ein eingelasertes, dezentes aber gut sichtbares Gitternetz mit enger Rasterung. Hinreichend verdunkelt ist es ein Traum, das Bild auf der riesigen Mattscheibe zu komponieren und selbst bei normalem Raumlicht (naturgemäß weniger in freier Wildbahn bei Tageslicht) lässt sich noch gut damit arbeiten und Fokussieren. Ich weis nicht, wie Ihr es handhabt, aber bei 8x10 kommt meine 7x Linhof Einstelllupe an die Grenze, um wirklich exakt zu fokussieren. Ich habe daher eine einfache 10x Peak-Lupe genommen, was deutlich angenehmer ist. Um ein Verrutschen der Mattscheibe zu vermeiden sind jetzt an den Gummibändern zusätzlich kleine Stopps eingebaut, was simpel und effektiv die gewünschte Wirkung zeigt. Die Gummibänder selbst erweisen sich trotz ihrem filigranen Ansehen als äußerst robust, weshalb ich meine anfänglichen Bedenken zerstreuen konnte. Die Planfilmkassetten lassen sich gut ins Rückteil einsetzen und herausziehen und werden sehr gut gehalten, auch beim Herausziehen des Schiebers bleiben sie exakt in Position.





      ... Dank Anhangsbeschränkung gleich mehr...
    • Für den ersten Versuch habe ich nur Papiernegative genommen, bin jedoch erstaunt, was die Scans bei der Größe an Details hergeben, auch wenn die Kontraststeuerung alles andere als einfach ist.







      Was mir beim Arbeiten mit der Kamera noch auffiel, ist dass eine Kompendiumshalterung hilfreich wäre, ebenso wie ein Libelle für den Objektivträger der Frontstandarte, um bei indirekter Hochverstellung die Standarten wieder senkrecht und parallel zu bekommen. Auf der Aufnahme mit der Brennofenluke sieht man, dass die Schärfeebene nicht exakt parallel zur Mauer war (was jedoch auch am schiefen Mauerwerk liegen kann).



      Soweit in Kürze als ersten Eindruck. Insgesamt macht die Kamera höllisch viel Spaß und da ich einen Faible für sehr leichte und kompakte Holzis habe, kann ich gut mit den konstruktionsbedingten Schwächen dieses Kameratyps leben. Ich freue mich schon auf gutes/interessantes Wetter und die erste Tour mit meiner neuen 8x10. Aber zunächst muss ich mir ein neues Dunkeltuch schneidern, das 4x5er hat hier kläglich seine Grenzen aufgezeigt bekommen ;)

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich
    • ich wünsche dem ding viel erfolg, also reichlich kundschaft. denn so werden auch in zukunft hoffentlich noch filme gegossen. wovon alle GFler etwas hätten.

      nur so aus interesse: was schätzt du denn welches maximale linsengewicht die frontstandarte zu tragen imstande ist? und: mit welchem mechanismus befestigt man den sinar-hlv an der frontstandarte?

      friedrich: danke für die informationen!
    • Moin Renros,

      wieviel die Frontstandarte maximal sicher tragen kann, kann ich nicht wirklich beurteilen, da mein schwerstes Objektiv "nur" knapp 1,5kg wiegt. Sofern die Kamera auf dem Stativ gut in der Horizontalen ausnivelliert ist und der Laufboden nicht voll ausgefahren ist, bin ich sicher, dass sie auch schwerere Linsen gut trägt. Bedenken hätte ich, wenn die Kamera bei so einem Gewicht stark nach vorn abfallend geneigt ist. Dann könnte sich die Frontstandarte nach vorn neigen, da sie nur eine recht kleine Auflagefläche auf dem Laufboden besitzt. Je stärker kopflastig die Frontstandarte bei Objektiven mit sehr großen/schweren Vordergliedern wird, desto höher das Risiko.

      Falls jemand die Burke & James 4x5 Press Kamera kennt, diese hat zum Alignment des Objektivträgers eine genial simple Lösung. Einen kleinen Schieber, der die seitlichen Träger der Standarte vorn und hinten umgreift und somit jegliches ungewolltes tilten des Objektivträgers verhindert. Wenn tilten erforderlich ist, wird der Schieber zurückgeschoben und die Verstellwege sind freigegeben. Ich glaube, so etwas brauche ich für die Intrepid auch.

      Der Sinar-Hili wird schlicht in den Objektivträger, wie eine Sinar-Platine eingesetzt. Die eigentliche Platine wird dann ja auf diesem davor aufgesetzt. Eigentlich sollte dem nichts im Weg stehen, oder habe ich etwas übersehen?
      Edit: Als "Spacer" würde ich eine ausrangierte Frontstandarte meiner alten Sinar F nehmen. Ist dann halt etwas buckelig das Ganze, muss ja aber nicht schön sein ;)
      Nochmal Edit: Mist Denkfehler, ich hatte den Hili geistig verkehrt herum eingebaut, richtig herum geht es natürlich nicht. Da muss eine andere Lösung her. Gibt es denn ein solches "Schnüffelstück", welches auf beiden Seiten die Ausformung der Platinen besitzt?

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von edewolf ()

    • Danke Friedrich für den ausführlichen und interessanten Bericht!
      Hast Du ein Bild von der Burke & James Sicherung?
      Ich habe mal einen HiLi Adapter für Plaubel gebastel. Von der Kamera aus gesehen war das eine Plaubelplatine, ein Brett (natürlich mit Loch) als Abstandhalter, damit man noch an die Platinenverriegelung der Plaubel kam und dann eine Sinar Norma Platine, falsch herum. Das Ganze zusammengeschraubt. Darauf kam der HiLi, dann ein Sinarrahmen und daran kann man ganz normal Sinarobjektive ansetzen. Sogar die Druckblende funktioniert so.
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Moin Moin Peter,

      anbei zwei Bilder der B&J.



      Da die seitlichen Standarten breiter als der Objektivträger sind, wäre es ggf. sogar ausreichend, eine verschiebbare Platte statt einer "Klammer" an den Seiten zu befestigen.



      Bzgl. des Hili überlege ich auch, ob ich von einem alten Balgen die "Anschlüsse" abnehme und sie wie in ihrer Position am Balgen miteinander verklebe/verschraube. Damit hätte ich ein sehr leichtes und stabiles "Schnüffelstück", um wie bei Dir den Hili nutzen zu können.

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich
    • Danke für die Bilder!
      Das sieht sinnvoll aus, nächste Woche sollte meine kommen, da werde ich wohl auch sowas anbringen. Gibt es sowas schon fertig? Oder muss man selbst Alu sägen?

      Das mit den Balgen für den HiLi sollte auch gehen,wobei dann natürlich das ganze Gewicht des HiLis und der Optik dranhängt.
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • So, meine kam letzte Woche an und ich möchte auch noch ein paar Eindrücke loswerden.
      Der allererste Eindruck beim Auspacken (die Kamera war sehr gut und sicher verpackt) war, dass das Ganze noch etwas sägerauh ist. Zwar zusammengeschraubt, aber etwas IKEA-Feeling. War auch dumm, letztens im Odenwald hatte ich Andreas' 8x10 Chamonix in den Fingern (die wiedrum das 9-fache kostet, wenn ich richtig weiß...). Ich überlege ernsthaft, die Kamera zu Ölen (Hartöl) spricht da was dagegen? Bessere Vorschläge? Lassen?
      Ja, die Frontstandarte muß man anschrauben, je nach Brennweite an verschiedenen Punkten. Wäre anders schöner, geht aber nur teurer und schwerer.
      Das Umsetzen des Rückteils von Hoch- auf Querformat finde ich nicht so toll gelöst, da kenne ich andere Varianten, die auch nicht mehr wiegen und besser gehen. Bei mir dauert es schon länger, bis die Schrauben fassen, das nervt. Zudem muß man das Rückteil immer auf Hochformat machen, um die Kamera richtig zusammenlegen zu können.
      Apropos Zusammenlegen: Bei mir liegen die Schrauben für den Shift der Frontstandarte immer press auf, sollte man da was vom Laufboden wegschleifen? Gingen dann noch Absatndhalter und ein Riemen o.ä. um die Kamera sicher zu verstauen?
      Zur Frontstandarte: Ich denke, die Schieber zur Parallelität wären sinnvoll. Insgesamt hätte man die Standarte aber etwas stabiler konstruieren sollen, die Winkel unten sind nicht sehr vertrauenserweckend. Mal sehen. Ich hatte jetzt das 480-er Ronar dran, sehr viel schwereres werde ich nicht nutzen, den HiLi werde ich auch nicht adaptieren, das gibt noch mehr Gewicht nach vorne und das Messing, was von mir vorne draufkäme wäre zuviel ;)
      Mattscheibe: Gut und hell, die helle Gittereinteilung ist klasse. Ich brauche dringend eine Fresnell (ich hab da glaube ich noch ne entsprechende Leselupe) und etwas grob finde ich die Mattscheibe schon. Nicht so schlimm wie Linhof, aber mit meiner 7-fach Horseman war es mir zuviel. Ich muß mal, gerade mit Fresnell, was um die 4-fach testen, damit arbeiten ja viele in 8x10, oder?
      Balgen: macht einen guten Eindruck, aber der kurze Balgenauszug ist schon etwas haarig. Natürlich kann man den Balgen sehr weit zusammenschieben. Verstellungen sind aber gar nicht mehr möglich (zumindest bei meinem Metrigon 138mm) und ich denke, der Laufboden war drin. Aber 138 finde ich auch sehr kurz, normal werde ich mit 165 anfangen, das wird hoffentlich gehen.... Als längstes hatte ich das 480-er Ronar dran. ging ohne Probleme, war aber auch nur auf 100m eingestellt. Wird noch spannend, wo da die Nahgrenze ist.
      Ich hab das grade nochmal durchgelesen, es klingt mir eigentlich zu negativ. Das ist ne tolle Kamera, Das Gewicht ist der Hammer, der Preis auch und sie hat ne gute Mattscheibe, Planfilme passen dran und auf der anderen Seite ne Optik. Was braucht ein Fotograf mehr?
      Ich werde mir auf jedenfall bei Gelegenheit noch ne 4x5 Intrepid holen, die Dinger haben was, können was und bringen Spaß!


      ...im Unterschied zu diesem Handyfoto, war schon was später....
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • .. die seifenkiste des kamerabaus hat den glücklichen endverbraucher erreicht!
      die preisvergleiche sind lächerlich!
      viel spaß damit - eine straßenzulassung wird es dafür trotzdem nicht geben!
      bergaufschieben geht damit sicherlich - aber warum sollte man das machen?
      jedenfalls nicht, wegen der erzielbaren ergebnisse!!
      : )
      "phantasie ist etwas, was sich manche leute nicht vorstellen können!"
    • lookbook schrieb:

      .. die seifenkiste des kamerabaus hat den glücklichen endverbraucher erreicht!
      die preisvergleiche sind lächerlich!
      viel spaß damit - eine straßenzulassung wird es dafür trotzdem nicht geben!
      bergaufschieben geht damit sicherlich - aber warum sollte man das machen?
      jedenfalls nicht, wegen der erzielbaren ergebnisse!!
      : )
      Hallo Uwe,

      Es gibt keinen Grund, abfällig über die Kamera zu reden. Sie erfüllt gänzlich andere Bedürfnisse als eine Arca Swiss, Linhof oder auch Chamonix. Bilder - und auch gute - lassen sich mit ihr sicher auch erstellen.

      Ich musste mir dieselben Bemerkungen gefallen lassen, als ich eine Wanderlust Travelwide aus Plastik im Rahmen eines Kickstarter-Projektes gekauft hatte. Sie macht, trotz aller ihrer Limitationen, gute Bilder.

      Grüsse
      Andreas
      To infinity... and beyond!
    • Andreas schrieb:

      Es gibt keinen Grund, abfällig über die Kamera zu reden. Sie erfüllt gänzlich andere Bedürfnisse als eine Arca Swiss, Linhof oder auch Chamonix. Bilder - und auch gute - lassen sich mit ihr sicher auch erstellen.

      Auch ein Schuhkarton mit Loch drin macht gute Bilder auf Großformatfilm. Und diese Kamera ist sogar noch billiger (leichter ist sie übrigens auch). Nun könnte man eine Debatte anfangen, was denn nun ein gutes Bild ist. Wenn es nur um die technische Güte geht, hängt die ja nun von der Aufgabenstellung ab (die kann so sein, daß eine Weitwinkelaufnahme ohne Centerfilter schlicht als Schrott aufgefaßt wird, weil die Lichtverteilung nicht gleichmäßig ist). Der minimale Anspruch ist ein dunkler Raum zwischen Objektiv und Film, diesen Anspruch erfüllt die Kamera vermutlich.

      Man muß sich entscheiden, ob man eine Großformatkamera als Werkzeug für spezielle Aufgaben auffaßt, bei denen auch die Projektion wählbar sein soll, oder einfach nur als Gehäuse für möglichst große Filmblätter. Im ersten Fall zieht die Aufgabenstellung einen entsprechenden Aufwand bei der Kamera nach sich (mit höheren Neupreisen). Aus dieser Sicht ist die Plastikkamera schlicht Müll, Sondermüll.

      Zwischen diesen beiden Positionen gibt es vermutlich keine Verständigung. Die Interessen der Benutzer unterscheiden sich auch grundsätzlich. Für Tabletops, Architektur usw. benutzt der Anwender die Großformatkamera meist wegen der Verstellmöglichkeiten. Diese Gruppe wird mit der Plastikkamera und auch mit den netten Laubsägearbeiten nicht zufrieden sein sondern greift zur Kamera auf optischer Bank in torkelfreier Konstruktion.
      Wer große Vergrößerungen möchte mit Flächen, die nicht aufreißen und ordentlicher Schärfe kann aus diesem Grund zu einer solchen Kamera greifen. Zu dieser Gruppe gehörte auch der von vielen so geschätzte A.Adams. Nur sind seit seinen Zeiten das Filmmaterial und die Objektive sehr viel besser geworden, so daß mit weit kleineren Formaten vergleichbare Ergebnisse als Vergrößerung erzielbar sind, ohne die Nachteile der großen oder ganz großen Kamera in Kauf zu nehmen.

      Gruß
      Dieter
    • Diesch schrieb:

      Man muß sich entscheiden, ob man eine Großformatkamera als Werkzeug für spezielle Aufgaben auffaßt, ... , oder einfach nur als Gehäuse für möglichst große Filmblätter. ...
      Zwischen diesen beiden Positionen gibt es vermutlich keine Verständigung. ...
      Ich finde es befremdlich wie man die Welt so Schwarz/Weiss sehen kann.
      Das Leben ist kein Lithfilm, da gibt es Grautöne in allen Schattierungen. Aber anscheinend ist es so, wenn man sich selbst für Schwarz entschieden hat wird alles Graue als Weiß wahrgenommen.
      Grüße
      Steffen
    • mir ist vollkommen wumpe, oder die kamera etwas taugt oder nur müll ist. mir ist auch völlig wumpe, ob andere sie gut finden oder verteufeln. trotzdem gibt es meiner meinung nach etwas, dass für ihre existenz spricht:

      und das ist der umstand, das es mit ihr einen zusätzlichen - günstigen - einstieg in die GF-fotografie gibt! für leute, die damit möglicherweise nie etwas zu tun hatten oder die den aufwand/kosten gescheut haben. je mehr leute sich damit befassen um so größer ist die wahrscheinlichkeit, dass die industrie weiter produkte für uns produziert. weil die nachfrage da ist (oder sogar steigt). siehe den artikel, den jemand hier vor einigen tagen ins forum stellte über die versuche, in der schweiz eine alte gießanlage wieder in betrieb zu nehmen: fotointern.ch/archiv/2018/01/2…arly-von-ilford-bis-adox/

      auch für leute die diese kamera nie kaufen/nutzen würden (also den Großteil von UNS) hat so eine "Mc-GF" also durchaus auch (indirekte) vorteile.
    • Und nun noch mal für zoz:

      zoz schrieb:

      Ich finde es befremdlich wie man die Welt so Schwarz/Weiss sehen kann.
      Meine Ausführungen waren eine Stellungnahme zu dieser Aussage von Andreas:

      Andreas schrieb:



      Es gibt keinen Grund, abfällig über die Kamera zu reden. Sie erfüllt gänzlich andere Bedürfnisse als eine Arca Swiss, Linhof oder auch Chamonix. Bilder - und auch gute - lassen sich mit ihr sicher auch erstellen.
      Mit dem Schluß: doch, den gibt es schon, wenn man den einen der beiden Standpunkte einnimmt.

      Gruß
      Dieter
    • Diesch schrieb:

      Mit dem Schluß: doch, den gibt es schon, wenn man den einen der beiden Standpunkte einnimmt.
      Auch wenn Dir das fremd ist, aber es gibt eben nicht nur diese beiden Standpunkte:

      Diesch schrieb:

      Man muß sich entscheiden, ob man eine Großformatkamera als Werkzeug für spezielle Aufgaben auffaßt, bei denen auch die Projektion wählbar sein soll, oder einfach nur als Gehäuse für möglichst große Filmblätter.
      Grüße
      Steffen
    • NEIN - es gibt definitiv keinerlei Argument dafür, sich abfällig über andere/anderes zu äußern, egal, welchen Standpunkt man einnimmt.

      Es ist bemerkenswert, mit welcher Naivität und missionarischem Eifer hier Uwe und Dieter glauben, Ihre subjektive Sicht immer und immer wieder kommunizieren zu müssen.

      Ich wäre dankbar, wenn wir hier die Fähigkeit, konstruktive und vor allem dem Thema entsprechende Kritik anzubringen wieder etwas stärker hochhalten würden.

      In diesem Sinne - ich habe vorletztes Wochenende mit der Intrepid den alten Barbarossa auf dem Kyffhäuser einen Besuch abgestattet und trotz starkem Wind sind die Aufnahmen mit dem 300er f5,6 knackscharf geworden... geht also...

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich