Frage zu Rollei Infrarotfilm (Rollei Infrared) / Belichtung

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    • Frage zu Rollei Infrarotfilm (Rollei Infrared) / Belichtung

      Liebe Freunde des schönsten Hobbys,

      Ich werde aus dem Datenblatt zu diesem Film (Rollei Infrared) nicht schlau .
      und bitte um Tipps vom Praktiker für Belichtung und Entwicklung dieses Films.
      Mir ist bewusst , dass hier viele Faktoren eine Rolle spielen und ein Belichtungsmesser IR nicht gut beurteilen kann etc....
      Mir geht es um einen guten Ansatzpunkt für weitere Experimente.

      Ausgangssituation:
      Wiese , vorne grüne Bäume dahinter schöne Wolken auf blauem Himmel (der Klassiker)

      695 oder 715 Schwarzfilter ist am Objektiv / 120er IR ist in der Rollfimkassette

      So , was stell ich da am besten für ISO am Belichtungsmesser (extern Sekonic LICHTMESSUNG)) ein ?

      Die Nennempfindlichkeit (Iso 200) sinkt nämlich böse ab im IR Bereich - und ich habe keine Ahnung was Schwarzfilter von sich aus noch an vorhandenem IR schlucken (auch wenn Sie hier den grössten Durchlass haben).

      Auch Tipps für die Entwicklung wären interessant.

      Wie macht Ihr das ?

      V. Grüsse Hans ?(
    • Das Datenblatt von Fotoimpex hast du gelesen?

      4-5 Blendenstufen bei aufgesetztem Filter zugeben. Ich würde mal von 200 ASA ausgehen und 4 Stufen zugeben. Das sollte ungefähr hinkommen sind dann so 12 ASA. Messen würde ich zum Anfang paralell. Also Lichtmessung und mit ner SLR Objektmessung. IR ist immer abhängig vom davon wieviel IR-Licht reflektiert wird. bei grün ist es ziemlich viel. Ich weiss nicht ob du das mit einer Lichtmessung in den Griff bekommst.

      Oh, und denk daran entweder stark abzublenden oder die Fokusdifferenz mit einzubeziehen. Sonst bekommst du keine scharfen Bilder.

      Gruss Sven.
    • Urnes wrote:

      Oh, und denk daran entweder stark abzublenden oder die Fokusdifferenz mit einzubeziehen. Sonst bekommst du keine scharfen Bilder.
      Ähhh, wie macht man das bei einer GF-Kamera? Auf meinen Habla-Objektiven gibt es diesen roten Strich neben der Fokusmarke, da kann ich dann drehen, bei GF wüßte ich ohne nachzusehen nicht einmal in welche Richtung ich die Standarte bewegen sollte.

      VG Andreas
    • Urnes wrote:

      Die Fokusdifferenz beträgt ca. 1/300 der Brennweite. Die Schärfe liegt dann etwas vor Unendlich. Bei Ww kannst man die vernachlässigen wenn man etwas abgeblendet hat.

      Gruss Sven.
      Wie kommst Du zu diesem Wert?
      Ich hätte angenommen, dass das doch sehr von der chromatischen Korrektur des Objektives abhängt und z.B. bei einem APO ganz anders ist wie bei anderen Linsen.
      Grüße
      Steffen
    • Apochromate sind idR nur auf sichtbares Licht korrigiert, aber die Schnittweiten für weiter davon entfernte Wellenlängen sind idR nicht soweit entfernt wie bei achromatischen Korrekturen. Auch wird die Schnittweite bei einem Achromaten für die kürzer und längere Brennweiten idR länger so wird bei einem Apo auf der einen Seite länger auf der anderen kürzer ich bin mir aber nicht sicher ob die IR Seite nicht auch immer in Richtung längerer Schnittweite läuft.

      Ich bin halt irritiert wie man zu so einem Faktor kommt, meiner Meinung nach ist der sehr stark von der Konstruktion (Glaswahl) des Objektives Abhängig.

      Ich habe das eben mal schnell für einen Symmetrischen 6Linser mit 100mm Brennweite angeschaut:





      Bei dieser Konstruktion liegt ein Focal shift von 1/300 f bei ca. 850nm also bei Benutzung eines 700nm Filters sicherlich plausibel.
      Setzt mein ein 850er oder 1000er Filter ein sollte man aber noch ne Schippe drauf legen.
      Leider habe ich keine Daten für ein Apo Ronar oder sowas...
      Grüße
      Steffen
    • Um den Thread mal aufzuwärmen, ich möchte auch mal NIR Fotografie mit dem Rollei Infrared ausprobieren und hab zur Belichtungsmessung eine Frage. Hab mit tmx beim letzten GF Treffen auch schon darüber gesprochen und er hat mir eben den Tipp gegeben 4-5 Blendenstufen von der Messung des sichtbaren Lichts abzuziehen, das ist auch im Datenblatt vom Film empfohlen.

      Eleganter (wenn es sinnvoll funktioniert) wäre halt eine Messung vom NIR Licht der Szene direkt. Theoretisch ist der Belichtungsmesser (also die Hardware) ja auch für NIR Licht empfindlich - je nach dem ob der Hersteller einen Filter vorgesehen hat. Anders Uschold spricht in dem Video () auch darüber eine Messmethode mit dem integrierten Belichtungsmesser von Kameras niedergeschrieben zu haben. Ich habe Krolop&Gerst beemailt mit einer Anfrage, aber leider kam da (noch) nichts.

      Also ein einfacher Test mit 2 geliehenen KB Kameras und meiner Digicam ergab:
      Hoya R72; Blende /2.8 ISO1600 (natürlich nicht für den Film, wollte nur recht hohe Verschlusszeiten provozieren)
      ohne Filter: 1/4000s
      Sony a6000 (Digicam, natürlich mit NIR Sperrfilter): 4s
      Canon 500N: 1/30s
      Minolta XG-M: 1/250s
      Der Belichtungsmesser der Minolta scheint also eine recht ähnliche Charakteristik wie der Rollei Infrared zu haben, mit 4 Blendenstufen unterhalb der Messung des sichtbaren Lichtes.

      Hat schon jemand mit dem internen Belichtungsmesser einer Kamera für NIR gemessen bzw. gibt es Bedenken warum das in verschiedenen Situationen nicht funktionieren kann? Selbst wenn der Belichtungsmesser der Minolta für einen weiteren Bereich als die ca. 800nm des Rollei Infrared wirklich misst, sollte des für wechselnde Verhältnisse immer noch besser sein als eine reine Messung des sichtbaren Lichts oder? Rollei empfiehlt lapidar für die Abweichungen des IR Anteils eine Belichtungsreihe, bei Rollfilm ist das vielleicht noch eine gute Idee, aber bei Planfilm wird es halt teuer. Für einen ersten Test mit Film habe ich mal 120 Rollfilm besorgt, Planfilm wäre aber eigentlich das Ziel - weniger Korn mehr besser.

      Ich werde jedenfalls mal berichten, freue mich aber auch schon sehr auf Infos/Anregungen!
    • Äh ja. Mit Kleinbild stell ich 400 Iso an der Kamera ein und schraub den Filter drauf. Losfotografieren. Gut mit der M7 ist das einfach.

      Ich hatte eine Testreihe gemacht. Nikon F4 und die Leica brauchen beim Rotfilter drei und beim 715nm vier Blenden mehr als ohne Filter. Das ging mit der F100 eher in die Hose, die mochte das nicht.

      Wie das die Mamiya 645 mit dem AE-Sucher sieht werde ich demnächst an sonnigeren Tagen ausprobieren können.

      So von meinen Erfahrungen her "plus vier Blenden" belichtugstechnisch meine ich mal.

      Das Bild kommt aus der Leica M7, Nokton 35 ich glaub f5.6 und Zeitautomatik. Und den 715nm drauf.

      Mit der GF erst mal warmwerden und die Filterfrage "welche Ringe und vignettiert der Halter"?! klären.

      Gruß Dieter
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    • Sehr schönes Bild @Dieter_Wilhelm und das von ekech hab ich glaub ich eh sofort geliked wie ich es das erste Mal gesehen hab.

      Die Belichtungsreihe die ich vor einigen Wochen gemacht habe kam heute vom Entwickeln zurück und + 4 Blendenstufen ggü. der gewählten Belichtung bei sichtbarem Licht haben das beste Ergebnis gegeben. Das + 5 Blendenstufen Negativ waren auch verwendbar, minimal besser in den Schatten - bisschen schlechter im hellen Bereich (wie man erwarten würde). Minolta XG-M hat die sichtbare Belichtung + 4 Blendenstufen gemessen mit Filter. Also eigentlich keine Überaschungen.
      Hier noch das Bild, schaut nicht besonders spannend aus mit dem durch das helle Gras verlorenen Kontrast zum Weg etc. Doppelte Lernkurve (Komposition generell + IR).

      Ich bin jedenfalls angefixt und werde mal eine Schachtel Rollei Infrarot 4x5 bestellen :)
    • Fotografieren mit Infrarot Film ist ein wenig wie bei Nebel im Trüben fischen.
      Was genaues weis man nicht.
      Die heute erhältlichen Filme sind im Grunde genommen sogenannte Verkehrs Überwachungs Filme mit einer Erweiterten Rot Empfindlichkeit.
      Beim Belichten muss man die Tageszeit und das Wetter mit berücksichtigen. Bei klarem offener Himmel vormittags oder spät Nachmittags kann man einen hohen Anteil an Infroter Strahlung erwarten. Ist es eher diesig oder trüb und in der Mittagszeit ist Anteil an Infraroter Strahlung geringer.
      Man kann also keinen genauen Werte für den Belichtungsmesser angeben, das ist einer Erfahrungssache. Ich habe bei guten Verhältnissen immer einen Wert von 50 ASA eingestellt und auf die Schatten gemessen.
      Bei Laufboden oder Bankkameras kannst Du den Auszug messen, und mit dem angebenen Wert eine neue Einstellung berechnen. Meiner Erfahrung nach fährt man mit dieser Methode recht gut.
      Matthias