Leichte 4x5" Kamera aus 3D Druck, ähnlich Wanderlust Travelwide

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    • Leichte 4x5" Kamera aus 3D Druck, ähnlich Wanderlust Travelwide

      Hallo,

      habe auf Ebay diese Kamera gefunden.

      Ist aus einem 3D Drucker.

      Wie sind eure Erfahrungen z.B. bezüglich Verwindungssteifheit, Langlebigkeit etc. bei 3D Drucken?

      Soweit ich weis hatte Wanderlust bei der Travelwide Probleme die Kamera stabil zu gestalten.

      Grüße
      Jockel123
    • 3D-Druck ist nicht gleich 3D-Druck. Es kommt sehr darauf an wie die Druckparameter sind, wie gut der Drucker funktioniert, und welches Material gedruckt wird.

      Ich habe schon einige Kamerateile als 3D-Druck gemacht, und kann dazu sagen: Das kann schon funktionieren. Aber es kann auch schiefgehen. Wegen der Lichtdichtigkeit muß man schon ein wenig aufpassen. Das Material muß stimmen, und der Druck muß "dicht" genug sein. Wenn man es richtig macht, funktioniert es.

      Was die Langzeitstabilität angeht, das ist noch so eine Sache. 3D-Druck-Teile sind oft ein bisschen empfindlicher als z.B. gefräste oder gegossene Teile ähnlicher Auslegung. Zwar lässt sich eine hohe Formstabilität durchaus erreichen, aber die Lebensdauer dürfte vergleichsweise geringer sein.

      Meine gedruckten Sinar-Platinen machen immerhin bisher keine Probleme. :)

      Man sieht es einer 3D-gedruckten Kamera von außen nicht unbedingt an, ob und wie gut sie funktioniert... aber ein Ebay-Verkäufer mit vielen positiven Bewertungen wird sich gut überlegen, ob er ein nicht funktionierendes Teil verkauft, ohne auf die Probleme genau hinzuweisen.

      Viele Grüße
      Wilfried
    • Ich werde es euch am Wochende sagen können. :saint:

      Wenn alles läuft sollte die Kamera morgen da sein. Ich hab sie mir für das 90er Angulon ohne Super drucken lassen. Die Travelwide war ja von vornherein nur für 90mm zu haben. Andrea druckt sie nach eigenen Angaben für Brennweiten zwischen 65 und 150mm. Man muss ihm halt die genauen Daten der Brennweite zukommen lassen. Der Konus lässt sich leider nicht wechseln, sonst hätte ich gleich noch einen für 120mm mitbestellt.

      Was das Material angeht so wird man sehen. Wir drucken daheim ja auch selbst und hatten selten Probleme, die Kamera kommt ja nicht bei 60 Grad in die Spülmaschine. Kunststoff hat halt den immensen Vorteil, das er leicht ist. Wobei wir wieder bei dem Thema "perfekte Reisekamera" wären.

      Mein 90 liegt im Moment noch in Karlsruhe zum überholen, aber ich denk dss es bis Samstag hier sein könnte. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

      Gruss Sven.
    • Die Kamera tut was sie soll zu einem sehr bescheidenen Preis (habe ich richtig verstanden? 120 Euro).

      Mein Problem mit dieser Kamera ist ein ganz anderes: wozu ist die gut?
      Für mich ist allerdings die wesentliche Eigenschaft einer Großformatkamera die Verstellbarkeit. Ich habe daraus für mich die Konsequenz gezogen, daß ich zur Pentax 67 greife, wenn ich nur geradeaus knipsen will (Ich verstehe aber auch nicht den Drang zu immer noch größeren Negativen, obwohl man dafür keinen Vergrößerer hat und selbst wenn, man im Leben keine 5qm Vergrößerungen anfertigen will).

      Gruß
      Dieter
    • @Dieter: thread-Kaperer ahoi!

      Ich stimme Dir komplett zu, ist aber vielleicht ein anderes Thema. Fuer mich persoenlich sind zwei Sachen entscheidend: a) das fertige Bild und b) der Prozess. Meistens entscheidet fuer mich Grund a. Das heisst ich nehme die Kamera, die das beste Bild erzeugt. Draussen heisst das fast immer: RB67 oder sogar 645. Leichter, schneller. und zumindet bis DIN A4 unproblematisch. Bei 30x40 muesste es dann schon 6x7 sein. Und darueber muss man sich schon sehr viel Muehe geben, damit das groessere Negativ sich lohnt. Fuer "Landschaft" stehe ich auf die Panorama-Formate, d.h. 6x12 oder noch mehr 6x17 -- da gehe ich aber meistens auch nicht ueber fuenffach hinaus.

      Architektur nehme ich mal davon aus, da da das fertige Bild sehr viel einfacher bei der Aufnahme zu erzeugen ist. Das ganze Entzerren und mit Gradient belichten beim Abziehen nervt -- und limitiert die Endqualitaet.

      Es gibt fuer mich zwei Sichtweisen. Die erste ist die neutrale: ein jeder moege nach seiner Facon (cedille-c) gluecklich werden. Die zweite ist: fuer mich ergibt vieles keinen Sinn. Grosses Endformat ist in erster Hinsicht fuer mich kein Selbstzweck. Ohne Shift macht Architektur wenig Sinn, ohne Tilt ist Landschaft so mittelgut. Das Negativformat ermoeglicht mir Ausschnittvergroesserungen. Ich weiss ja nicht, wie andere schwierige Objekte photograpieren -- aber selbst mit Shift muss ich meistens 50% oder mehr des Negativs "ausblenden", damit das eigentliche Objekt unverzerrt drauf ist. Vielleicht haben Leute mit noch kuerzeren Brennweiten oder noch groesseren Bildkreisen es einfacher.

      Threadpiraten enterbereit!
      „When you change the way you look at things, the things you look at change.“— Max Planck
    • Es geht hier um eine simple Plastikkamera, zu moderatem Preis.
      Für mich sieht die recht genau wie die Travelwide aus, welche ich hier für ein paar amerikanische Kollegen zur Verbesserung auf der Werkbank liegen habe.
      Bei denen ist das Problem, dass die absolut unterdimensionierte Befestigung des Helicoils am Gehäuse abbricht. Abbrechen muß.

      Ansonsten finde ich die TW recht brauchbar für ihren Zweck; ich hoffe für die Nutzer des neuen Gerätes, dass diese Kamera etwas durchdachter konstruiert wurde.


      VG,
      Ritchie
    • Jetzt habt ihr den Fred kaputt gemacht. :lol: :lol: :lol:

      Es macht auch keinen Sinn ein altes Angulon mit abgelaufen Forte Film zu benutzen. Und das einzige Argument was ihr jetzt nicht entkräften könnt ist die Tatsache, das die Negative groß genug für Cyanos sind. Was anderes fällt mir dazu auch nicht ein.

      Wenn ich maximale Qualität bei geringem Gewicht haben nehme ich die Fuji 645 ga w. Damit könnte ich mich dann gleich hier aus dem Forum abmelden. Mehr braucht es bis 50x70 nicht.

      Ohne jetzt persönlich werden zu wollen, weiss ich bei euch beiden nie so recht ob es nun Sarkassmus ist oder ob ihr mit dem Begriffen Spaß haben und lustig sein irgenwie nichts anfangen könnt.

      Gruss Sven.
    • Danke Sven für den schönen Bericht.

      Ich werde mir eine bestellen. :love:

      Die 9x12 Linhof Presse werde ich weggeben,
      es ist nur Shift möglich.
      Und das Gewicht ist zu hoch.

      Idee ist eine leichte Kamera für unterwegs mit einem leichter Stativ.

      Gruß Bernd
      9x12 ist eine schöne Negativ Größe
    • Hallo,
      mich würde mal interessieren ob mittlerweile weitere Erfahrungen vorliegen, wie sich diese Kamera in der Praxis bewährt.
      Ist z.B. die Mattscheibe tauglich, oder ist es möglich eine andere Mattscheibe (z.B. von Linhof) einzubauen.
      Erzeugt das Innere der Kamera Reflexionen? Etc...
      Viele Grüße
      Christian
    • Funktionieren wird das Ding wohl. Eine Kamera ist ja nichts weiter wie eine Lichtdichte Kiste mit der Möglichkeit Licht gesteuert auf Lichtempfindliches Material zu bringen.
      Generell finde ich es lustig wenn man diese Kunststoff Schweißverfahren als 3D Druck bezeichnet. Schon Scotti bediente sich in der Enterprice eines ähnlichem Geräts, des Replikator.
      Seinen Ursprung hat das 3D Gedöns in der Schweißtechnik. Dort wurden mittels Auftagsschweißung Verschleissschichten, zum Beispiel auf die Zähne von Baggerschaufeln aufgebracht. Dies wurde zu Fuß oder besser vom Hand erledigt.
      Selbstredend können soetwas heute CNC Schweißmaschinen erldigen. Die nennt man dann Roboter, obwohl die besser Rabotnik heissen würden. Dawei, Dawei rabotti. Alles Palletti:-)
      Auch ich besitze ein Produkt dieser Verfahren: Eine Adapter Kassette für das 126 PAK Film System.
      Matthias
    • Naja, 3D Druck ist praktisch nur eins von vielen Additiven Fertigungsverfahren. Der Begriff mit dem Druck kommt aus den Pulverdrucksystemen die verschiede Materialien verwenden können. Plastik, Nylon, Metal, Sand und mehr. Und jeweils mit Kleber, Hitze, Druck oder laser die einzelnen Ebenen drucken. Solche Verfahren sind aber nichts für die Hobbyanwender. Deshalb wird der Begriff 3D Druck heute für FDM/FFF benutzt.

      Die Ursprünge des 3D Drucks sind aber wieder ein anderes Verfahren. Undzwar Stereolithographie, flüssiges Kunstharz wird durch eine UV Projektion Schicht für Schicht ausgehärtet. Heute gibt es mit ähnlichen Verfahren, anderes Licht und andere Materialien.
    • [Blocked Image: http://blog.so-froehlich.de/wp-content/uploads/2018/07/Scan-180708-0001.jpg]


      Ich hatte Christian noch einen Praxisbericht mit ein paar Testbildern aus der Kamera versprochen.

      Den Bericht findet ihr hier in meinem Blog (ich hatte keine Lust alles zweimal zu schreiben):

      blog.so-froehlich.de/?p=1010

      Vorab sei schon schon soviel verraten, man kann tatsächlich mit ihr fotografieren.

      Gruss Sven.