Lera

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    • Diese beiden Bilder wurden andernorts schon kontrovers diskutiert. Der Schnitt am unteren Bildrand vermag die Gemüter zu erregen. Die Finger seien abgeschnitten und die Bildbegrenzung bei den Oberschenkel und Knien sei unvorteilhaft.
      Dazu kann ich nur sagen: ich habe noch nie einen Körperteil abgeschnitten. Es ist lediglich nicht immer alles auf dem Bild. Für mich hört die Welt nicht am Rande der Mattscheibe auf. Ich habe genug Fantasie über einen Bildrand hinaus zu denken. Zweifellos gibt es ungünstige Bildausschitte, das bestreite ich nicht. Doch es ist noch lange nicht alles, was nach Lehrbuch gemacht wird, gut.
      Jedenfalls sind die Bilder damals im Juni 2016 besser geworden, als ich erhofft hatte.

      Scan's von 4x5" Negativen Ilford FfP4+
      Sinar P
      Schneider Xenar 1:4.5 135mm

    • Clickma schrieb:

      Dazu kann ich nur sagen: ich habe noch nie einen Körperteil abgeschnitten.

      Der regt mich zum Nachdenken an, Dein Forenleben scheint steinig.

      Dennoch:
      Mir gefällt, wie Sie auf Bild 1 unter dem Bildrahmen hindurchschaut, aber etwas mehr Skalp wäre mir schon genehmer, warum sollte ich das trotz Vorgeschichte nicht sagen.

      Deine Art der Ausleuchtung ist mir noch immer gewöhnungsbedürftig, aber ich mache Fortschritte: ich denke, bei Bild 2 muss dass unbedingt so wie es ist. Starkes Bild.

      Kann man die Dame gefahrlos ablichten?
      Ich vernehme in etwa ein " noch 1cm näher, und das Raubtier springt Dich an!"
      Da ist es vielleicht doch gut gelöst, die "Krallen" nicht sehen zu können...

      Bild 2 wird mich noch länger beschäftigen, Pose und Blick erinnern mich an etwas - vielleicht fällts mir noch ein.

      VG,
      Ritchie
    • Diese Art der Beleuchtung ist zwar nicht meins,

      ich finde sie aber nicht schlecht. Den Anschnitt wiederum finde ich gut, meine Frau sagt immer, "..wie Beine aussehen, weiß doch jeder..."
      Zumindest wird dabei der Blick auf das gelenkt, was den Menschen ausmacht, das Gesicht. Alles andere ist bei allen (beinahe) gleich gestaltet.
      Mit diesen Anschnitten finde ich es auf jeden Fall spannender als die ganze Person abzubilden.
      Über Beleuchtung läßt sich leicht streiten, da hat jeder seinen eigenen Stil. Mir ist er etwas zu nüchtern, andere sehen das aber genau umgekehrt.
      Einziges kleines Manko bei Bild Nr.2: Bauch etwas einziehen, wirkt nicht so gut bei dieser Körperhaltung.

      Von daher: gut.

      Gruß
      Winfried
    • Nicht nur mein Forenleben ist steinig, das Zusammenleben mit Menschen überhaupt ist steinig. Vielleicht rührt meine Affinität für Steine von daher und ich habe den Beruf des Steinbildhauers erlernt und arbeite nun am Institut für Geologie als Gesteinspräparator. Steine sind nur fast so hart wie das Leben.

      Lera wollte auch, dass ich den Bauch wegretuschiere. Ich mache das nicht. Ich könnte es noch nicht mal.

      Das Licht ist tatsächlich so gewollt. Ich bin kein Virtuose im setzen von Licht. Ich versuche es einfach zu halten. Einfach ist aber gar nicht so einfach. Hier bei Lera ging es mir um ihren Blick. Alles andere muss zurück treten.

      Mit ein Grund warum ich oftmals diese Art von Licht verwende, dürfte auch mein bildhauerischer Hintergrund sein. Bildhauerei ist dreidimensional. Man kann noch so sehr die Kunst der plastischen Lichtsetzung beherrschen, eine Photographie bleibt zweidimensional. Allerdings gebe ich gerne zu, dass ich sehr bewundere wenn ein Photograph, eine Photographin die Illusion des Dreidimensionalen vermitteln kann.

      Ich habe vor langer Zeit einmal den Begriff des malerischen Duktus gehört. Also wie in der Malerei der Pinsel gewählt wird, wie er geführt wird und die Konsistenz der Farbe, was dann zu einem bestimmten Farbauftrag führt. Die Malerei liegt mir nicht. Das Zeichnen schon eher, obwohl ich kein guter Zeichner bin. Es sollte auch einen zeichnerischen Duktus geben. Da ist die Wahl des Zeichenmittels und die Art der Haltung des Bleistiftes, der Kreide ja ebenfalls relevant wie der Strich auf das Papier kommt. Ich habe mich dann gefragt: Wie kann ich diesen Duktus in die Photographie überführen? So bin ich zu diesem von mir verwendeten Licht gekommen. Es zeichnet die Umrisse des Körpers, mal dezidierter mal weniger und ebenfalls bildet es das Volumen des Körpers, aber eben mehr zweidimensional, mit eher flächigen Verläufen.

      Freundliche Grüsse, stephan
    • Mir gefallen die Aufnahmen. Auch das Licht. Der Ausdruck des Models lässt mich entfernt an Kate Moss denken. So eine leichte Arroganz, fast ein bisschen Aggressivität. Toll.
      Natürlich kann man über vieles diskutieren. Ich selber verwerfe meist Aufnahmen auf denen ich schlecht "geschnitten" habe - und das passiert mir ab und an, wenn ich mich vom Ausdruck gefangen nehmen lasse oder sehr schnell auslöse, weil ich einen Moment nicht verlieren möchte. Das liegt aber vor allem daran, daß mir bei so relativ nahen Aufnahmen wichtig ist, was jemand mit seinen Händen ausdrückt.

      Natürlich kann man sagen, die Körperhaltung ist jetzt nicht optimal für den Bauch. Aber ist gerade diese Körperhaltung vielleicht auch die Voraussetzung für genau diesen Ausdruck, der so fesselnd ist? Würde ein eingezogener Bauch, leicht angehaltene Luft, mehr Körperspannung nicht automatisch dazu führen, daß auch der Ausdruck viel gestellter ist?
    • Clickma schrieb:

      eine Photographie bleibt zweidimensional.
      Das ist ein interressanter Hintergrund, den Du uns schilderst.
      Dem Zitat aber möchte ich entgegnen:

      Spätestens beim Carbon-Verfahren wirds dreidimensional.
      Gut, das ist dann ein Druck, aber immerhin :)

      Zum fotografischen "Duktus":
      Da sehe ich das Licht als den Stift; kein Licht, kein Bild.
      Um das Licht zu betonen, brauchts aber häufig auch etwas Schatten.
      Oder geeignete Objektive, die das Licht "schildern", wie ich mal gelesen habe :)

      VG,
      Ritchie