Plaubel Peco Profia 4x5 - Einsteigerfragen

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    • Plaubel Peco Profia 4x5 - Einsteigerfragen

      Hallo liebe Großformatcommunity,

      ich bin neu in der Großformatwelt und hätte ein paar Fragen.
      Schon länger spiele ich mit dem Gedanken, mir eine Großformatkamera zuzulegen. Ich fotografiere schon recht lange digital und hab auch Erfahrungen mit analogem Kleinbild und Mittelformat, inkl. S/W-Entwicklung.

      Bei ebay kleinanzeigen sprang mir dieses Angebot ins Auge, auch, da es bei mir um die Ecke ist:

      ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeig…era-4x5/679294051-245-989

      Jetzt meine Fragen:

      - grundsätzlich zu dem Inserat: so weit man das über das Foto und die Angaben sagen kann, sieht es in Ordnung aus? Fällt euch was auf, was gut oder schlecht ist? Wenn ich dort vorbeischaue, um die Kamera anzusehen, was sollte ich prüfen?

      - Ich habe ein bisschen zu Plaubel recherchiert, wahnsinnig viel Info finde ich aber nicht. Was mir halt auffällt ist, dass dieses Modell im Vergleich zu Linhof, Sinar, etc. deutlich günstiger ist: warum? Was bekomme ich NICHT, was ich bei Kameras mit vierstelligen Preisen bekäme?

      - was für ein Objektiv benötige ich? Also welche brauche ich in technischer Hinsicht und welche würdet ihr empfehlen, wenn ich hauptsächlich Landschaftsfotografie machen möchte?

      Lieben Dank schonmal im Voraus!
    • Moin Roman,
      hier gibt es Liebhaber dieses Modells, die können deine Fragen perfekt beantworten.
      Aber generell läßt sich mit dieser Kamera vorzüglich fotografieren. Ob Sinar oder Linhof ? diese können auch nicht mehr, aber einiges besser ( z.B. getrennte Verstellungen für kippen und drehen bei der Linhof) .
      Die Plaubels sind da schon etwas anfälliger in dem Gelenk. Dieses würde ich zuerst prüfen, ob es einwandfreie Rastungen gibt. Balgen soll ja lichtdicht sein, PRÜFEN.
      Plaubel hält sicherlich noch ersatzteile vor.
      Die Plaubel ist sicherlich handlicher als z.B. eine Linhof Kardan u. leichter.

      Objektive zur Landschaftsfotografie: ich würde zu Beginn ein 210er und 115/120er nehmen.
      Aber hier gehen die Meinungen auseinander.
      Viele Grüße
      Peter

      9x12 und 8x10 Gedöns
    • Hallo Roman!

      Erstmal willkommen und Glückwunsch zum Entschluß, im Großformat zu fotografieren!

      Ich würde schauen ob die Mechanik gut läuft, nix wackelt oder Spiel hat, und ob der Balgen wirklich lichtdicht ist. Aber im Allgemeinen sind die Plaubels robuste und hochwertige Kameras.

      Ob sie die optimale Wahl für Landschaftsfotografie ist, ist die andere Frage, es ist ja doch eine recht große Kamera, die auch geschleppt sein will. Viele Landschaftsfotografen bevorzugen Laufbodenkameras, die bei gleichem Bildformat deutlich kleiner, leichter und besser transportierbar ausfallen können. Kameras mit optischer Bank wie die Plaubel Profia sind in der Regel eher im Studio zu Hause, wo Gewicht und Größe kein Problem darstellen. Aber da muß jeder selbst herausfinden, wieviel er bereit zu schleppen ist. ;)

      Den Preis für die Plaubel finde ich schon in Ordnung, aber daß die anderen Kameras gebraucht sehr viel teurer sein müssen, sehe ich nicht so. Eine Sinar F1 kann man durchaus auch mal gebraucht für denselben Preis bekommen (ist mir schon passiert). Eine Sinar P oder X kann man aber auch für 300-600 Euro bekommen, wenn man ein bisschen Geduld hat. Mit anderen Kameras sieht es ähnlich aus. Natürlich, wenn man eine Master Technika der neuesten Generation haben will, muß man ordentlich was hinlegen. Eine Intrepid Laufbodenkamera hingegen kostet neu nur 250 englische Pfund. Also, Großformat muß nicht unbezahlbar sein!

      Was die Objektive angeht, so herrscht beim Großformat viel mehr Freiheit bei der Auswahl als bei KB oder MF. Jedes Objektiv, das von den physikalischen Eckdaten her passt, kann verwendet werden. Man kann die Objektive recht einfach auf eine passende Platine für das verwendete Kamerasystem ummontieren.

      Für Landschaftsfotografie bevorzuge ich Weitwinkel (90mm oder 75mm) und Normalobjektive (150mm). Es können aber auch längere oder kürzere Brennweiten sinnvoll verwendet werden, es kommt immer darauf an was und wie Du fotografieren möchtest.

      Als gutes "Universalobjektiv" für den Einstieg fände ich z.B. ein Symmar-S 150/5,6 MC (also ein Normalobjektiv) nicht schlecht. Achte darauf, eines in einem gut funktionierenden Verschluss zu kaufen. Damit kannst Du schon viel anfangen, und es ist für den Einstieg dankbarer und einfacher in der Handhabung als ein Weitwinkel. Außerdem mit ein wenig Geduld recht bezahlbar und hervorragend in der Abbildungsleistung. Es gibt aber auch noch eine Menge andere sehr gute Objektive.

      Viele Grüße
      Wilfried
    • Moin,

      zuerst ist das keine Profia. Es dürfte eine Supra sein. Die Supra war ein einfacheres, kompakteres Model der Universal, die wiederum das Vorgängermodel der Profia war.
      Die Supra hat fast alle Verstellungen an der Basis und nicht in der optischen Achse, was Tilt und Schwenkverstellungen nicht sehr übersichtlich machen. Die Supra hat eine Teleskopschiene, was kompakter als das Bankrohr ist, aber man hat weniger Möglichkeiten des Ausbaus. Für unterwegs kann man ein Bankrohr auch ausbauen (zum Transport), dann ist die Profia wieder besser im Rucksack zu verstauen.
      Die Kamera ist alt. Ich denke, die wurde in den 50-er - 60-er Jahren gebaut. Natürlich war das eine Profikamera und entsprechend stabil gebaut. Aber nach 60-70 Jahren können die doch ganz schön ausgenudelt sein. Die Nullrasten sind dann Nullschwabbel, ich hab auch schon verbogene Standarten erlebt und manche Fotografen haben von "nach fest kommt ab" noch nichts gehört und rammeln die Feststellschrauben zu, bis sie durchdrehen....
      Sinar ist teurer, da Neuer (okay, Norma nicht, ich geh jetzt mal von F,C oder P aus), flexibler (von der F = Field bis zur Studiokamera P auszubauen) und es gibt unendlich viel Zubehör bis zum HiLi um auch alte Verschlußlose Optiken zu betreiben.
      Linhof ist teurer, da es Linhof ist ;) Anschließend kommt es sehr auf das Model an. Die Technikardan ist einzigartig, eine Fieldkamera mit den Verstellungen einer Studiokamera. Die Technika, sehr robust, klein, trotzdem für eine Field sehr viele Verstellungen und Möglichkeiten, vorallem die späten Modelle, bei denen die WW-Tauglichkeit erhöht wurde. Dann hatten sie viele Studiokameras, von toll bis sehr einfach, das sprengt aber alles hier....
      In und um Köln sollten eigentlich ein paar Fotografen sein, die Dir GFs zeigen können, das ist sinnvoller für den Anfang. Dann kannst Du eher abschätzen, wohin Du willst.
      Vor kurzem hatten wir ein Treffen im Odenwald, da konnte man auch verschiedene Kameras von 6x9 bis 8x10 anschauen, sowas bringt mehr als 1000 Posts!

      Viele Grüße Peter
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Hallo Peter,

      richtig, es handelt sich um die Supra. Die dürfte Bj etwa 1956 sein.
      Wir haben die Universal-II, das Nachfolgemodell.
      Unsere ist stark gebraucht und schon etwas ausgeleiert.
      Man muß sich diese Kamera vor Ort anschauen, viele waren auch nur zur Lehrlingsausbildung gebraucht und sind noch besser in Schuß. Aus der Ferne läßt sich da nichts sagen.

      Die Kamera ansich. Unverwüstlich, hat alle Einstellmöglichkeiten und wenn sie in Ordnung ist, ist nichts dagegen einzuwenden. Wichtig ist, daß sie bereits das internationale Rückteil hat.

      Gruß
      Winfried