Warum photographiert ihr mit Grossformat?

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    • Warum photographiert ihr mit Grossformat?

      Ich würde gerne erfahren, warum andere gerne mit Großformat-Kameras photographieren.
      Da ich die Frage gestellt habe, werde ich anfangen. Zunächst: ich photographiere nicht oft genug mit einer meiner 4x5" Kameras. Ich habe 3, davon eigentlich eine im Gebrauch. Aber warum benutze ich eine solche Kamera?
      Es ist für mich eine der ursprünglichsten Formen der Photographie: Alles wird manuell eingestellt, keine Automatik, alles ist die Entscheidung des Photographen und nicht die eines Programmierers.
      Es ist sehr kontemplativ: Manchmal brauche ich eine halbe Stunde für nur eine oder zwei Aufnahmen.

      Andreas
    • Ich hatte vor rund 20 Jahren das Bild einer Technika in einem Buch gesehen und mir wurde schlagartig klar, das ich der König bin wenn ich damit auf der Zeil in Frankfurt Streetphography freihand betreiben würde. O.k. das wurde dann zwar nix und mittlerweile mache ich es weil ich es kann.

      In meinem Alter ist man mittlerweile froh über die große Mattscheibe, man kann alles einstellen und man vor allem Einzelbilder machen und muss nicht warten bis der Film voll ist. Und man Cyanos o.Ä. quasi als Gegenpol zu den digitalen Arbeiten machen.

      Gruss Sven.
    • Weil ich hier alle Parameter selber bestimmen muss und kann, jeder einzelne Schritt mich fordert, nur genaue Überlegung und Planung zum Erfolg führen und sich einzelne Fehler rächen, ich daraus aber auch lernen kann.
      Bei dem fotografieren mit GF beschäftige ich mich viel intensiver mit dem Objekt. Ist sicherlich mit anderen Techniken ebenso erlebbar, aber das Werkzeug erfordert einfach mehr Sorgfalt. Das ist eine Ergänzung zu meiner Neigung, auch mal drauf los zu knipsen, was mir ebenfalls viel Spaß macht.
      www.peterplan.piwigo.com

      Stets gutes Licht
      Gruß Peter
    • Ich arbeite seit über 40 Jahren fast ausschließlich mit der Großbild.

      Der Grund: ich mache hauptsächlich Automobilfotografie im Atelier und Architektur innen und außen. Die Shiftopjektive der KB sowie der MF reichen in ihrer Verstellmöglichkeiten z.B. für Hochformataufnahmen in (hohen) Kirchen meist nicht aus. Das Entzerren im Labor macht erheblich mehr Arbeit als die perfekte Aufnahme vor Ort.
      Zudem war bislang bei der Interieur- und Möbelfotografie sowie bei Automobilen 18/24cm einfach "Pflicht" bei Kunden und Agenturen. Da wurden 9/12 Dias schon belächelt.

      Zwischenzeitlich hat sich das geändert, dank Digitalfotografie. Trotzdem arbeite ich auch heute noch mit der GB, allerdings zu 60% mit der 9/12 und dem digitalrückteil von Regency im Format 7x12cm. Man hat einfach mehr Bildinformation und kann (fast) beliebige Ausschnitte machen.

      Privat nehme ich die 9/12 oder die 13/18 zum "Entschleunigen". Table Top`s z.B. bedeutet Aufbau, diffiziele Beleuchtung und lange, lange Zeit, um ein Sujet perfekt zu gestalten. Da ist es egal, mit welcher Kamera ich arbeite. Da die Zeit hier keine Rolle spielt, setze ich auf das möglichst größte Format. Die 18/24 habe ich heute nicht mehr, aber die Kardan Master GTL und die Kardan Bi im Format 13/18 sind immernoch die Kameras, die ich im Atelier gerne einsetze.
      Mit Protz hat das wenig zu tun, man sieht mich beim Fotografieren ja nicht. Und draußen wird man schon mal belächelt, man ist hier nicht der Angeber mit "dem größten", sondern eher derjenige, der belächelt wird, weil es sich alter Technik bedient. Das stößt manchmal schon bei anderen auf Unverständnis...

      Gruß
      Winfried
    • Moin,

      warum? Weil:
      • es mit meinen Sinnen erfahrbare Technik, bzw. Feinechanik ist

      • ich anderen damit die Grundprinzipien der Optik zeigen kann

      • es photographisch die Moeglichkeiten stark erweitert, die anders nur schwer/umstaendlich zu erreichen sind (entzerren, individuelle Lage der Schaerfeebene, ...)

      • es technisch sehr gute Resultate ermoeglicht, auch wenn der Aufwand dafuer mitunter extrem gross ist

      • weil ich gerne in der Duka bin und ich dafuer gerne gute/befriedigende Negative haben moechte


      Um in der wunderbaren Analogie von Sankt Amsel zu sprechen: es macht viel mehr Spass ein gutes Musikstueck zu spielen, als ein weniger gutes.

      Die Frage ist hier schon oefter gestellt worden, mit unterschiedlichen Intentionen. Mal um wirklich etwas zu erfahren, mal um Defensivverhalten zu trainieren und immer auch mal wieder um tendentiell trollartige threads zu starten. Ich bin mir nicht sicher, ob eine derartige Frage wirklich sinnvoll in einem Diskussionsforum zu besprechen ist; weshalb ich auch ein bisschen laenger mit dem Antworten gezoegert habe. Ein wenig mehr Diskussion kann sicher nicht schaden, wobei die kontroversen Diskussionen auch immer erhebliche Fliehkraefte beinhalten koennen. Eben bis einer weint.

      Die Frage lautet gluecklicherweise "warum" man GF benutzt, nicht ob oder wofuer man es "braucht". Mag zwar Haarspalterei sein, aber es gibt sicher zwei grobe Kategorien von Nutzern. Fuer die einen ist die Frage nach der Nutzung dominiert vom Zweck, fuer die anderen eben nicht. Es wird wohl kaum einer (oder eine) GF nutzen, der nur in einer der beiden Kategorien "denkt". Und ich halte das fuer eine gute Sache. Beispiele moegen die sein, die sich aus Interesse eine solche Kamera zulegen und die Moeglichkeiten nach und nach entdecken (oder auch nicht) -- genauso wie derjenige, der die Lehre gemacht hat und es einerseits ein Teil der praktischen Pruefung war und andererseits immer noch das Mittel zu Katalog- oder Architekturphotographie ist. Dazu gibt es sicherlich noch Kamerafetischismus, genauso wie die Puristen oder gar Puritaner unter den Juengern des Evangeliums der Photographie.

      Hmm. Wenn ich es mir recht ueberlege, dann weiss ich immer noch nicht, wohin die Frage, bzw. der thread fuehren soll. Es bleibt -- wenigstens fuer mich -- allzu unverbindlich, wenn es nur um die persoenliche Motivation geht. Fuehlt sich irgendwie nach Selbstbeweihraeucherung an, oder wenigstens einer Darstellung der Selbstzufriedenheit.

      Gruesse,
      Christoph
      A shelve of pickled objects looks just like a dictionary.
    • Ich möchte mich mal bei den Fotografen bedanken die ihre Erfahrungen teilen. Was ich aber sicher nicht möchte ist zu erörtern ob es Sinn macht im GF zu fotografieren. Auch beim Schwanze vergleich muss ich passen. Nicht weil ich einen kleinen habe sondern weil mich die Schwänze der andern einfach nicht interessieren und meiner nicht zum Vergleichen zur Verfügung steht. Eigentlich brauche ich gar keine Kamera weil ich mit dem Telefon alle Bilder machen könnte die ich als Privatperson brauche.

      Nun zur Motivation!

      Ich befinde mich auf einer wunderbaren Reise deren Ziel und Ausgang ungewiss ist. Die Aufnahmen die ich anfertige dienen alleine meiner Erbauung und es ist die Freude an meine Tun die mich leitet. Da ich nichts mache das ich einreiche zum bewerten oder für das ich eine Gegenleistung bekomme ist vollkommen egal wie schnell ich was begreife oder wie gut es ist was ich hervor bringe. Meine Bilder stehen in keiner Konkurrenz zu andern sowie ich als Person in keiner Konkurrenz mit andern stehe. Daraus ergibt sich das es blunzen ist ob ich ein guter oder schlechter Fotograf bin.
      So und jetzt könnt ihr euch das Maul zerreißen was aus diesem Forum geworden ist und über den Niedergang des Abendlandes diskutieren.

      LG
      Adi
    • cherub schrieb:

      genauso wie derjenige, der die Lehre gemacht hat und es einerseits ein Teil der praktischen Pruefung war und andererseits immer noch das Mittel zu Katalog- oder Architekturphotographie ist. Dazu gibt es sicherlich noch Kamerafetischismus, genauso wie die Puristen oder gar Puritaner unter den Juengern des Evangeliums der Photographie.
      Genau richtig gesehen.

      Manchmal frage ich mich, warum Amateure eine Großbild verwenden, wo es doch für`s Hobby auch eine ganz normale Kamera täte.
      Aber ich schaue mal in mich selbst. Als Hobbyastronom würde mir ein Großfernglas auch genügen. Man sieht damit eine Menge. Und was habe ich? Eine große Sternwarte und 3 professionelle Geräte. - Brauche ich nicht, aber es macht Spaß. Genauso sehe ich das bei der GB-Kamera. Schon alleine die Bedienung dieser Geräte kann begeistern. Das läßt sich nicht mit keiner anderen Kameraart vergleichen. Und das schreibe ich als jemand, der vor 40 Jahren darauf gelernt hat und der auch heute noch die gleiche Begeisterung dafür hat als damals als Lehrling. Zudem: man fotografiert damit eben völlig anders und das alleine macht schon deren Reiz aus.

      Gruß
      Winfried
    • Mein erster Beitrag - Bin etwas nervös, vor allem weil ich ja nur Amateur bin und 4x5 für mich offenkundig kein Format sein sollte ;)

      Von der digitalen Welt kommend habe ich anfangs widerstrebend in die analoge Welt gefunden. Kleinbild war schon mal ein Erlebnis weils sich ganz anders arbeitet als digitale Sensoren. Mittelformat wirkte euphorisierend und berauschend. Bei 4x5 bin ich jetzt angekommen und denke, das es größer nicht mehr wird, weil mir Raum, Zeit, Geld und Gerätschaften dafür fehlen. Warum GF überhaupt ist DIE Frage, die ich mir nach den ersten Bildern beantworten musste, war doch der Aufwand der größte den ich bis dato für Bilder treiben musste.

      Die Antwort ist dann recht simpel, aber mehrdimensional:
      - Ich muß mir (selbst für den hybriden Prozess, also Scan nach der Negativentwicklung) nicht mehr die Finger brechen um gute/akzeptable Qualität zu erreichen
      - Ich arbeite mich vorort an meinen Bildern ab und nicht zu Hause am Bildschirm
      - Ich brauche mich mit stürzenden Linien nicht mehr abgeben
      - Ich kann (unter Fluchen und in eher seltenen Fällen) die Lage meiner Schärfeebene bestimmen

      Dazu kommt noch, das dieser aberwitzige Aufwand mit all dem Schleppen, dem Verstellen aller Parameter, die intensivere Beachtung der einzelnen Aufnahmeschritte und -parameter um zumindest blöde Fehler zu vermeiden und die Bedächtigkeit bei der Einschätzung der kopfstehenden Vorschau letztendlich dazu führt keine vollkommen gedankenlosen Aufnahmen mehr zu tätigen.

      Seid mir böse, wenn ihr wollt, aber auch als Anfänger/Amateur gibt es mehr gute Gründe mit GF zu fotografieren, als es Gründe dagegen gibt - Das nicht jeder eine mehrjährige Fotografenlehre durchlaufen musste und auch hat um sich GF zu verdienen mag schmerzen, aber je mehr "unbefugte" Planfilme verheizen umso eher wirds in Zukunft noch welche geben.

      Ich lese hier schon länger still mit und bin immer auch ein wenig erstaunt wie eine teilweise recht elitäre Haltung versucht wird einzunehmen. Als wäre das Format an sich schon ein Grund sich abzuheben. Für mich sind GF-Kameras bessere verstellbare Schuhschachteln mit Objektivträger, nicht mehr als ein weiteres Mittel zum Zweck, eine andere Technik (nicht mal besonders hoch entwickelt). Das Fotografieren damit muß erlernt werden wie alles andere auch, aber gute Bilder macht man damit auch nur wenn man ein guter Fotograf ist.

      Mein Hauptgrund ist eigentlich - Es Macht Spaß!!!

      LG
      Martin
    • johnars schrieb:

      vor allem wegen der Verstellbarkeit!
      Ist das bei dir auch in der Praxis relevant? Das Argument kommt öfter. Bei mir ist das Wichtigste der "Shift" nach oben, selten nach unten. Alles andere benutze ich nie. Ich fotografiere ja keine Schachbretter. Ein Freund von mir nutzt leichtes "Tilt" für die Schärfentiefe in der Landschaft. Das ist mir aber zu heikel, "Zonenfokus" tut es auch.

      Zur Frage: Ich nutze das große Format wegen der Detailgenauigkeit bei großen Drucken. Schön ist natürlich auch, dass man einzelne Blätter belichten- bzw. entwickeln kann. Ich glaube, viele nutzen das Großformat einfach nur dem Interesse der Technik gegenüber wegen, manche sicher auch, um irgend etwas Besonderes zu sein, um irgendwie besonders "wichtig" dabei auszusehen, um es einmal mit zynischer Zunge zu sagen. So habe ich jedenfalls den Eindruck, wenn ich Foren quer lese, aber nichts dagegen: Jeder Jeck ist anders. Ich persönlich kann es überhaupt nicht leiden, wenn mir da jemand ankommt und fragt, was ich unter dem Tuch tue. Eine weitere, sinnvolle Eigenschaft ist das sehr einfache adaptieren von alten Linsen, ja weil das System einfach das simpelste ist. Das hatte ich früher gemacht, heute ist mein Geschmack anders. Ich mag hoch aufgelöste Drucke / Abzüge ohne Verzerrungen.
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      Gruß,
      Thomas