Salzdruck und Toner

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    • Salzdruck und Toner

      Hallo liebe Forumsmitglieder,

      Ich beschäftige mich gerade mit dem Salzdruckverfahren, da ich von meinen Wet Plates gerne Salzdrucke herstellen möchte; entweder direkt von dem behandelten Glasnegativ oder mittles digitalem Negativ per Inkjetfolie. Bisher habe ich nur von dem Einsatz von Goldtoner gelesen, der für eine kühlbraune bis kaltschwarze Tönung und entsprechende Archivfestigkeit sorgen soll.
      Was mich zusätzlich interessieren würde ist, ob Ihr auch andere Toner, wie z.B. Selentoner, Sepia Schwefeltoner, Kobalttoner, etc. für Salzdrucke einsetzt und welche Erfahrungen Ihr damit gemacht habt.

      VG

      Torsten
      Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.

      - Henri Cartier-Bresson -
    • Wo sind die Freunde der Edeldruckverfahren? Gibt es Erfahrungen zur Cyanotypie oder dem Salzdruck (Chemikalien, Lösungen, Belichtung, Lichtquelle, Toning, etc.)?

      Ich bin gerade bei den ersten Gehversuchen und hab die Erfahrung gemacht, dss z.B. für die Cyanotypie eine UV-Lichtquelle die exakteren Ergenisse liefert bzw. die Fehlerquellen leichter eliminiert werden können, wohingegen beim Salzdruck die Belichtung unter der Sonne problemlos ist, da man eh auf eine volle Zeichnung der Schatten und leichte Schleier in den Lichtern abstellt, was sich problemlos während der Belichtung mit dem Kopierrahmen kontrollieren lasst.

      VG und gut Licht!

      Torsten
      Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.

      - Henri Cartier-Bresson -
    • Moin,

      ich meld mich eigentlich nur, um Dir zu sagen, dass Du nicht ganz allein bist ;)
      Wirklich helfen kann ich Dir nicht, da ich an alternativen Verfahren bisher "nur" VanDykes gemacht habe und derzeit mit Bromöldruck kämpfe.
      Zu Lichtquellen für alternative Verfahren kann man hier einiges lesen.
      Ich muß das auch noch mal durchackern. Ich will mir was mit LEDs basteln, da könnte man z.B. nur die Äußeren schalten, bei extremen WW.
      Aber im Moment arbeiten die Röhren prima bei mir. Ist halt einfach und günstig.

      Gruß Peter
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Jo. Was willst denn wissen?

      Salzdruck könnte man bei Spence/Worbiec nachschauen. Da sollte was drin sein. Kann ich mal machen. Ich mach ansonsten im Moment nur Cyanos. Kallitypie habe ich auch schon gemacht, gefällt mir auch sehr gut, aber ich bin mit dem Fixierer nicht recht klar gekommen.

      Zum Licht. Ich benutze auch einen Gesichstbräuner. Sonne geht allerdings genauso gut, wenn sie denn da ist. Du brauchst schon richtigen Sonnenschein, damit es Spaß macht. Mit dem Gesichtsbräuner hast du allerdings ziemlich konstante Zeiten und kannst auch nachts arbeiten.

      @Peter: Erzähl mir mal was über den Röntgenfilm. Ich habe gerade deine Antwort in dem anderen Threat gelesen. Wie das mit dem blau- und grünempfindlichen ist und wo man den herbekommt und unterscheidet.

      Gruss Sven.
    • @Urnes

      Welche Art Negative nutzt Du für Cyanotypie Glas oder digitale Negative? Machst Du Teststreifen für die richtige Belichtung? Verwendest Du Wasserstoffperoxid 0,3% um die Blautöne zu intensivieren?

      Viele Grüße

      Torsten
      Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.

      - Henri Cartier-Bresson -
    • Hallo Torsten,

      weder noch. Ich nehme ganz normalen Planfilm. Vielleicht zu etwas höherem Kontrast entwickelt. Meine normalen Negative funktionieren dazu, je nach Motiv ganz gut. Digitale Negative habe ich aber auch schon gemacht. Teststreifen mache keine, wenn deine Negative halbwegs einheitlich sind, kannst du fast immer mit der gleichen Zeit entwickeln. Außerdem kannst auch auf Sicht entwickeln. Du hast das Bild ja in einem Kopierrahmen drin, welchen du halbseitig öffnen kannst. Wenn sich die Tonwerte auf dem Bild umkehren kannst du es i.d.R. herausnehmen.

      Mir reicht das Blau so wie es ist. Ich mag es lieber ein wenig schwerer. Du kannst den Bildton aber wohl auch noch über das Verhältnis der beiden Lösungen steuern (habe ich aber noch nicht ausprobiert).

      Die meisten Schwierigkeiten bereit mir aber immer noch das Auswaschen. Nimm auf jeden Fall warmes Wasser also zwischen 20-24°C. Wenn du zuviel wässerst verlierst du wieder Kontrast oder das ganze Bild. Wässerst du zu wenig und bleibt Lösung zurück, dann wirkt es wie ausgeblutet.

      Gruss Sven.
    • Hallo Sven,

      Ich habs mit digitalen Negativen auf Basis meiner 4x5 Aufnahmen oder digitaler Bilder probiert und hab mich im Wesentlichen an das Buch von Peter Mrhar "Digital Negatives" gehalten, der eine unterschiedliche Dichte des Negativs beim Ausdrucken für Cyanotypie und Salzdruck empfiehlt.Ich bin mit den Ergebnissen aber nicht zufrieden. Die Bilder sind flau im Kontrast und Tonwertumfang.
      Deinen Tip mit dem warmen Wasser werde ich beherzigen. Das Bild liegt bei mir max. 5 min im Entwicklungsbad, solange bis keine Farbe mehr abläuft. Dann 30s bis 1 min im Wasserstoffperoxidbad und das finale Auswaschen ist ca. 10-15 min.

      VG Torsten
      Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.

      - Henri Cartier-Bresson -
    • Hallo Sven,

      Ich wasche auch nur mit Wasser aus, ohne Beimischung von Zitronensäure. Ich werde wohl mit den Dichteeinstellungen beim Ausdrucken experimentieren und die Bandbreite mal durch testen. Mit einer UV Belichtung sollten gleiche Bedingungen gewährleisten seien beim Auskopieren.
      hast Du ähnliche Erfahrungen mit der Dichte der Negative beim Salzdruck gemacht?

      VG Torsten
      Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.

      - Henri Cartier-Bresson -
    • Hallo Torsten,

      ich muss gestehen, dass meine ersten Diginegative, die ich einfach auf den Laserdrucker geschmissen habe, nicht besser oder schlechter geworden sind als die die ich später nach irgendwelchen Anleitungen gemacht habe. Vielleicht solltest du mal einen Graukeil drucken und dann danach die Belichtung einstellen. Dann kannst du die Tonwerte des Graukeils mit denen im Negativ vergleichen und entsprechend einstellen. Die Belichtungszeiten mit dem Gesichtsbräuner mit 6 Röhren liegen bei mir um die 20 Minuten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man eher dazu neigt, zu kurz zu belichten. Es gibt aber auch Negative die gar nicht funktionieren, weil sie einfach zu wenig Kontrast haben. Du bekommst ja nicht allzu viele Tonwerte auf das Papier.

      Salzdruck habe ich noch keinen gemacht. Aber der sieht mir ohnehin eher kontrastarm aus. Kallitype hab ich noch gemacht, weil es vom Prozess und den Chemikalien her nicht so schwer ist. Da liegt aber der Pferdefuss im Fixierer, den man nur in geringer Dosierung verwenden darf, damit es nicht ausbleicht.
    • Hallo Sven,

      vielen Dank für Deine Erfahrungen. Es ist wirklich sehr hilfreich. Ich habe immer einen Teststreifen gemacht, da ich den Kopierrahmen in die Sonne gestellt habe. Die Belichtungszeiten waren immer zwischen 8-10 Minuten bei wolkemlosen Himmel und praller Sonne. MIt UV-Licht werde ich genauso vorgehen um die Standardbelichtungszeit zu ermitteln und dann, wie Du vorschlägst einen Graukeil ausbelichten und in Photoshop die Werte mit der Pipette auslesen um die Gradationskurve entsprechend anzupassen.
      Für den Salzdruck würde ich genauso vorgehen, aber eher etwas überbelichten, da hinterher beim Auswaschen und Fixieren doch einiges an Kontrast wieder ausgebleicht wird.

      VG Torsten
      Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.

      - Henri Cartier-Bresson -
    • Hier zwei Salzdrucke, aufgenommen in 8x10“ mit einer Deardorff V8 auf Fomapan 100. Der Salzdruck enstand mittels digitalem Negativ aus dem dem eingescannten analogen Negativ.



      VG Torsten
      Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.

      - Henri Cartier-Bresson -
    • HI Torsten,

      die Bilder sehen sehr gut aus -- insbesondere das zweite. Gibt es noch Verbesserungswuensche Deinerseits?

      Bezueglich Cyanotypie, oder auch anderen Kontaktkopierverfahren -- ich habe Deine Beitraege "damals" nicht gelesen. Vielleicht sollten wir mal einen Sammelthread machen und eine Art "sticky" Zusammenfassung dazu. Anscheinend ist die Uebersichtlichkeit nicht ausreichend gross. Ich weiss natuerlich nicht, welche Entwicklungen Du genommen hast -- aber gerade bei Cyanotypien ist der Kontrast eigentlich sehr schoen zu erreichen. Immerhin ist/war die urspruengliche Anwendung die Vervielfaeltigung von Konstruktionszeichnungen und -plaenen, hence the english word "blueprint".

      Gruesse,
      Christoph
      „When you change the way you look at things, the things you look at change.“— Max Planck
    • Die Salzlösung ist eine 3% Ammoniumchloridlösung. Anschließend habe uch eine 12% Silbernitratlösung verwendet und das Bild im UV Belichter für 11 Minuten ausbelichtet. "Entwickelt" wurde in einer schwachen Kochsalzlösung und Wasser für je 3 Minuten, anschließend ca. 10 Minuten in Tetenal Goldtoner und dann für ca. 7 Minuten in einer 10% Natriumthiosulfatlösung fixiert.

      Ich würde gerne noch unterschiedliche Zeiten im Tetenal-Toner bzw. andere Salzlösungen ausprobieren und andere Toner. Bei Cyanotypien funktioniert das z.B. mit Tee (für ca. 20 Minuten) sehr gut; gibt einen schönen warmen hellen Braunton in den Higlights und ein schönes Schwarz in den dunkleren Tönen.
      Zudem möchte ich noch die Kallitypie mit Gold- bzw. Palladiumtonern ausprobieren.

      Diese Verfahren bieten wirklich viel Raum zum experimentieren und ausprobieren.
      Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.

      - Henri Cartier-Bresson -