Dunkles Dunkelkammerlicht

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    • Dunkles Dunkelkammerlicht

      Hallo,

      Ich habe in meiner Dunkelkammer ein Kaiser-Dukalicht, also diesen schwarzen Plastikkasten mit Rotfilter davor, den man um ein paar Grad im Winkel drehen kann. Irgendwie ist das stockdunkel. Ich sehe kaum was und muss die Lampe wirklich mit der Hand direkt über die Schalen halten, um überhaupt etwas zu sehen.
      Das kann es irgendwie nicht sein. Was habt ihr denn so an Beleuchtung für schwarzweiß, und vor allem: Wie viel Watt gehen okay für Barytpapier?

      Grüße Schwarzweißseher
    • "Schwarzweißseher", welche Eigenhelligkeit haben denn deine Wände in der Dunkelkammer? Sind sie Weiß? Ich würde es an deiner Stelle als erstes natürlich mit einem stärkeren Leuchtmittel versuchen, gefolgt von einem erneuten Schleiertest.
      Gruß,
      Thomas
    • Eine Dunkelkammer muss heute nicht mehr dunkel sein; die eigenen Aufzeichnungen sollte man schon problemlos lesen können.
      Wattzahl weiss ich nicht, aber ich habe solche Deko Spotlights, auf LED-Basis.
      Ein ausgiebiger Schleiertest versteht sich ja von selbst.

      Diese altbackenen Dukalampen sind für mich der letzte Schrott, wo sie bei mir auch landeten..
    • Hallo nochmal,

      Was ich nicht ganz verstehe, ist, dass die Dukaleuchte nur 15 Watt haben darf und möglichst weit von allem entfernt aufgebaut werden soll. Auf der anderen Seite aber hat mein Vergrößerer 100 oder sogar 200 Watt, und wenn ich da den Rotfilter reinschiebe, dann ist das plötzlich okay. Das wäre mir dann auch hell genug, ist ja gar kein Vergleich.

      Grüße Schwarzweißseher
    • Bonjour,

      eine Dunkelkammer muss für rotlichtunempfindliches Material nicht "dunkel" sein: wir verwenden rote 40 bis 60 Watt Leuchtstoffröhren, die wir bei der Auflösung von der einen oder anderen Reproabteilung mitgenommen haben. So eine hängt an der Decke und gibt ein gutes und gleichmäßiges Licht im ganzen Raum.

      Zusätzlich haben wir direkt über dem Entwicklerbecken eine alte Kodak Glühlampenhängelampe mit wahlweise rotem und gelben Filter, auch aus einer alten Reproabteilung einer Druckerei. Dieser Lampe haben noch einen Dimmer im Kabel spendiert. Normalerweise leuchtet diese so bei 30%, aber wir können auch mal für einige Sekunden voll aufdrehen um mal kurz noch genauer sehen zu können.

      Rotfilter ist nicht Rotfilter: zum Beispiel haben Filterfolien von Lee und Rosco genau ein Fenster in der Wellenlänge das sie passieren lassen. Je genauer dieses mit dem unempfindlichen Bereich des lichtempfindlichen Materials zusammenfällt, des so heller kann es sein.

      Der Vorteil bei roten LEDs ist übrigens auch, dass die abgestrahlte Wellenlänge(n) sehr genau definiert und schmalbandig sind - sofern man Angaben dazu bekommt.

      Was immer jemand ausprobiert - den Schleiertest sollte er trotzdem machen.


      Salut,

      vom Zappa und dem kleinen Tiger (…der sagt: rot macht den Tija schöööön!)
    • Schwarzweißseher wrote:

      Hallo nochmal,

      Was ich nicht ganz verstehe, ist, dass die Dukaleuchte nur 15 Watt haben darf und möglichst weit von allem entfernt aufgebaut werden soll. Auf der anderen Seite aber hat mein Vergrößerer 100 oder sogar 200 Watt, und wenn ich da den Rotfilter reinschiebe, dann ist das plötzlich okay. Das wäre mir dann auch hell genug, ist ja gar kein Vergleich.

      Grüße Schwarzweißseher
      Die 15 Watt beziehen sich auf das Lampengehäuse, das dir ansonsten auf Grund der Hitzeentwicklung weg schmilzt. Die kleine Kaiser ist auch nur für den Hobbybereich gedacht. Otto hat da schon den richtigen Tip. Danke.

      Gruss Sven.
    • Moin Christian,

      Du kennst ja meinen Favouriten, die Ilford DL20 mit Ober- und Unterlicht. Sehr hell und kein Risiko der Verschleierung.

      Ich habe verschiedene Papiere und Lampen auf unterschiedliche Entfernungen und Expositionszeiten getestet: (Angegeben ist immer die Zeit, ab der sich der feinste Hauch einer Verschleierung zeigt - ich habe immer einfach eine Münze auf einen Schnipsel Papier gelegt)
      - Ilford DL20: 2m (nur indirektes Licht über die Decke)
      - Ilford MG IV Pearl: >15 Minuten (ich habe nach 15 Minuten abgebrochen... passierte halt nix)
      - Ilford MG IV Glossy: >15 Minuten (s.o.)
      - Agfa MCP: ca. 8 Minuten
      - Ilford DL10: vergleichbare Zeiten, aber direktes Licht, Entfernung ca. 2,5m
      - 3x Simple 10€ LED's aus dem Baumarkt mit rein-roten LEDS (Farbwechselschnickschnack für die Schrankbeleuchtung o.ä.): Ca. 2,5-3m Entfernung; direktes Licht (sehr sehr hell, perfekt zum schnellen Arbeiten mit kurzen Belichtungszeiten unter dem Vergrößerer)
      - Ilford MG IV Pearl: 5-8 Minuten (je nachdem wie sehr man mit dem eigenen Körper das Papier abschattet)
      - Ilford MG IV Glossy: 4-6 Minuten (s.o.)
      - Agfa MCP: 3-4 Minuten!

      Bei kleinen Prints mit kurzen Belichtungszeiten und ausreichender Entfernung zur Lampe ist das meiste recht unproblematisch. Da ich alles bis 30x40 in der ACP302 Durchlaufentwicklungsmaschine durchziehe, entsteht auch nicht das Problem einer Verschleierung in der Entwicklungsschale. Allerdings bin ich dazu übergegangen, während der sehr langen Belichtungszeiten der größeren Lappen (das Bild aus Bilbao hatte 11 Belichtungszonen), das Duka-Licht komplett auszuschalten. Bisher spielte es keine Rolle, das Licht währenddessen an zu lassen.

      Mein Fazit: Wenn Du genug Platz hast, ist die DL20 wirklich komfortabel. Wenn es eng wird (auch im Sinne des Abstandes von Lampe zu Papier) und/oder Du jemanden kennst, der Dir wie von Zappa beschrieben gute rein-rote LED's in ein Board einbaut, dann ist das wohl die beste Variante.

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich
    • Schwarzweißseher wrote:

      Hallo,

      Ich habe in meiner Dunkelkammer ein Kaiser-Dukalicht, also diesen schwarzen Plastikkasten mit Rotfilter davor, den man um ein paar Grad im Winkel drehen kann. Irgendwie ist das stockdunkel. Ich sehe kaum was und muss die Lampe wirklich mit der Hand direkt über die Schalen halten, um überhaupt etwas zu sehen.
      Das kann es irgendwie nicht sein. Was habt ihr denn so an Beleuchtung für schwarzweiß, und vor allem: Wie viel Watt gehen okay für Barytpapier?

      Grüße Schwarzweißseher
      hallo sw-seher,

      pauschal lässt sich das leider nicht korrekt beantworten, da jede emulsion spektral anders auf einfallendes licht reagiert. wie immer wenn man in der duka sein optimum erreichen möchte, muss man ausprobieren. weidner, barnbaum und adams geben in ihren büchern passende tipps für einen duka-leuchtentest (einfach nur einen undurchsichtigen gegenstand auf´s papier legen reicht zum testen nicht aus). und früher gab es wohl sogar mal papiere (panchromatische?), bei denen die verarbeitung in völliger dunkelheit sogar vorgeschrieben war.

      ich hab mir den testaufwand gespart und arbeite in völliger dunkelheit. zugegeben, die gewöhnung daran dauert etwas, aber es geht. ich habe mich nach 1-2 tagen daran gewöhnt und komme problemlos zurecht. und fühle mich diesbezüglich definitiv auf der sicheren seite. man sollte halt nicht allzu häufig sein labor umräumen ;)

      für die filmentwicklung wird ja ohnehin das arbeiten in völliger dunkelheit empfohlen. da kann ich es beim papierprozes gleich weiter so handhaben.

      im übrigen kann nicht nur eine falsche oder zu helle dukaleuchte negative auswirkungen auf den papierprozess haben. ich habe mir sogar extra lichtschächte auf die leuchtanzeigen meiner laboruhren montiert, um streulicht von deren digitalanzeigen auszuschließen. denn die dinger sind ja schweinehell, dagegen sind die besten duka-leuchten reine funzeln. weitere quelle: der vergrößerer selbst. was der strahlen kann! an stellen wo er gar nicht soll! und das direkt über dem papier! muss also alles abgeklebt oder zugebaut werden (wer mag, dem schicke ich ein foto von den umbauten an meinem vergrößerer: pn mit mailadresse genügt). DEN test würde ich an deiner stelle ganz sicher machen: deckel auf´s vergößerungsobjektiv, negativbühne einschieben, sämtliche anderen lichtquellen in der duka ausschalten, 5-10 minuten in völliger dunkelheit (idealerweise mit geschlossenen augen) warten bis sich das augenlicht adaptiert hat, nach ablauf der zeit augen auf, vergrößererlicht "ein" und genießen: die meisten geräte dürften ab werk aussehen wie der eiffelturm bei nacht.

      lg rené
    • Moin René,

      zum Streulicht durch den Vergrößerer, Led-Anzeigen, aber auch fluoreszierende Anzeigen kann ich nur zustimmen... Das ganze wird bei Farbarbeiten noch deutlich kritischer.

      Nur eine Frage. Inwiefern genügt für den Schleiertest das Auflegen eines lichtdichten Gegenstandes (bei mir z.B. eine Münze) nicht aus? Ich habe einen normalen Print einmal bei völliger Dunkelheit angefertigt und einmal, nachdem ich das Papier erst gut 10 Minuten dem Dukalicht ausgesetzt habe. Identische Belichtung und Entwicklung folgten, es waren aber keinerlei Unterschiede hinsichtlich Dichten und Brillianz festzustellen.

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich
    • edewolf wrote:

      Moin René,

      zum Streulicht durch den Vergrößerer, Led-Anzeigen, aber auch fluoreszierende Anzeigen kann ich nur zustimmen... Das ganze wird bei Farbarbeiten noch deutlich kritischer.

      Nur eine Frage. Inwiefern genügt für den Schleiertest das Auflegen eines lichtdichten Gegenstandes (bei mir z.B. eine Münze) nicht aus? Ich habe einen normalen Print einmal bei völliger Dunkelheit angefertigt und einmal, nachdem ich das Papier erst gut 10 Minuten dem Dukalicht ausgesetzt habe. Identische Belichtung und Entwicklung folgten, es waren aber keinerlei Unterschiede hinsichtlich Dichten und Brillianz festzustellen.

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich

      hallo friedrich,

      da ich diesen test - wie beschrieben - nicht brauchte, weiß ich auch nicht mehr genau, wie er geht. wenn ich mich recht entsinne ging es um die bestimmung des "schwellwertes", also der menge licht´s, die notwendig ist, überhaupt eine geringe schwärzung des papiers (im vergleich zum unbelichteten, aber entwickelten papier) zu erzeugen. und das unter berücksichtigung der addition der lichtmengen, also dem licht das gewünscht ist (der belichtung des negativs) und dem, welches nicht gewünscht ist (streulicht, dukaleuchte etc.).

      wie gesagt: beim barnbaum, weidner oder adams nachlesen. da gibt´s testanleitungen. und es würde mich wundern wenn lambrecht das nicht auch erwähnt. bei dem steht ja quasi alles drin.

      lg rené
    • Der Schleiertest mit Hilfe einer aufgelegten Münze sollte natürlich auf einem vorbelichteten Papier
      erfolgen, denn die Papierempfindlichkeit nimmt durch die Belichtung zu. Diese Vorbelichtung
      sollte zu einem schwachen Grauwert führen, der sich vom Weiß eines ganz unbelichteten Papiers
      abhebt.
    • Zur typischen Einwirkungsdauer von Dukalampen auf Agfa-Papier kann man hier etwas nachlesen (S. 26ff):
      maco-photo.de/files/images/Agf…eiss_Handbuch_Deutsch.pdf

      Schutzfilter bzw. Leuchten empfohlen werden:

      Leuchte mit AGFA / METEOR Dunkelkam-
      merfilter „G 7“ und 15-Watt-Glühlampe,
      Mindestabstand 1 m, maximale Einwir-
      kungsdauer 3 min.

      Leuchte mit KODAK-Schutzfilter „OC“ und
      15-Watt-Glühlampe, Mindestabstand 1 m,
      maximale Einwirkungsdauer 4 min.

      Leuchte mit ILFORD-Schutzfilter „902“ und
      15-Watt-Glühlampe, Mindestabstand 1,2
      m, maximale Einwirkungsdauer 2 min.

      OSRAM „Duka 50“ mit Rotfilter, Mindest-
      abstand 1 m, maximale Einwirkungsdauer
      4 min.

      KINDERMANN „Dukalux Electronic“, Min-
      destabstand 1m, maximale Einwirkungs-
      dauer 4 min.

      ILFORD SL 1-Lampe, Mindestabstand
      1,2 m, maximale Einwirkungsdauer
      2 min


      Bei Foma-Papieren nur rotes Duka-Licht!

      Beste Grüße,
      Otto!
      https://www.fotografie-in-schwarz-weiss.de

      The post was edited 1 time, last by Otto Beyer ().

    • Hallo,

      Danke Otto für die Infos.
      Wenn ich mir das so anschaue, haben die alle 15 bzw. 18 Watt. Da alle so um die 1 Meter Abstand haben, die Einwirkzeit sich aber bis zu 100 Prozent unterscheidet - 2 Minuten bzw . 4 Minuten - kann das ja eigentlich nur bedeuten, dass die hellsten Lampen ca. doppelt so hell sind wie die dunkelsten. Das ist zwar eine ganze Menge, reicht mir aber bei weitem nicht. Hm, mal sehen.

      Grüße Schwarzweißseher