Linhof Reprotronica 30x40 - was ist das?

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    • Hallo,
      ein verstorbener Freund von mir hatte eine Elektronik-Firma. Dort wurde die Reprotronica zum Herstellen von Platinen (gedruckte Schaltkreise) benutzt. 2016 habe ich dies Gerät im Auftrag seiner Familie über e..y verkauft, hat knapp 220.- Euro gebracht.
      Das Gerät ist bei Linhof selber auch weitestgehend unbekannt. Allerdings gab es einen Mitarbeiter (zumindest noch im letzten Jahr), der das Gerät noch kannte. Falls Interesse da ist könnte ich mal schauen, ob ich noch die Unterlagen zum Gerät habe...

      Gruß, Werner
    • Hi Xipho,

      solche Reprokameras hat man früher unter anderem auch zum maßstabsgerechten Verkleinern/Vergrößern von Plänen in Architektur- und Ingenieurbüros benutzt. 30/40 ist ungefähr DIN A 3. So konnte man z.B. einen Din A 1 - Plan auf DIN A 3 verkleinern. Den Maßstab musste man errechnen + eingeben und dann wurde Bildbühne und Objektiv motorisch in die richtige Position bewegt.

      Ich kann mich erinnern, dass wir in einem Büro mal so ein Gerät bis DIN A0 hatten. Die Linhof-Repro ist also bei Weitem nicht das Größte, was damals so gebaut wurde ...... in der Papierzeit :)

      Wer möchte, kann sicher auch bildmäßig damit fotografieren, allerdings mit einem sehr eingeschränkten Themenkreis :)

      Beste Grüße
      Wolf
      ja mei, was soll man dazu sagen........
    • Danke für die Infos... Auf welches Medium hat man da dann belichtet? Positivpapier?

      Das ganze ist also ein photochemischer Kopierer? Aber da gab es doch schon längst die "Xerographie"?

      Also praktisch hat man unten das plane Objekt hingelegt ... So wie es im Bild aussieht, Auflicht oder Durchlicht optional? und dann oben rein das Aufnahmemedium? Stand das Ding also in einer Duka, weil man muss ja das Papier? auch einlegen können..

      Eingeschränkter Themenkreis: Planbild statt Planfilm....
      Linhof forever! :thumbsup: 6x9 III/ 9x12 II+III+V /10x15 II/13x18 II :thumbsup:
    • genau, das Gerät stand in einer Art Dunkelkammer. Was oben für ein Film rein kam, weiß ich nicht mehr. Es war höchst wahrscheinlich ein Film für Strichvorlagen. :)

      Das Ergebnis wurde m.W. nicht xerographiert, sondern gepaust. Entweder Mutterpausen auf Transparentfolie oder direkt auf Papier.

      HG
      Wolf
      ja mei, was soll man dazu sagen........
    • Bonjour Harald,

      das ist eine ganz normale Reprokamera mit einem Auflicht- und Durchlichttisch. Das Negativformat ist 30x40 cm. Bei Rotlicht oder im Dunkeln wird oben der Film eingelegt und von der Vakuumplatte, ebenfalls oben, angesaugt. Sie wurden vor allem zur Herstellung von Druckvorlagen verwendet. Man legte eine Foto oder Dia unter und dann wurden mittels Tontrennung rot/gelb/grün die Auszugsfilme hergestellt und in der Regel dabei auch gerastert. Auf der Filmebene befindet sich wahlweise der Film oder die Mattscheibe. Strichvorlagen fürs Platinenätzen konnte man damit natürlich auch machen (Oben ohne Fotos auch… grins! Die haben vielleicht blöd geschaut, als der Film aus der Entwicklungsmaschine kam…!) Die Geräte sind sehr massiv gebaut und auf genaueste justiert. Es mussten ja später aus den Filmen in der Regel drei bis sechs Farben und Schwarz zusammengedruckt werden. Neuere Typen waren voll elektronisch und hatten oft ein eingebautes Densitometer. In den Druckereien spielen sie heute keine große Rolle mehr. Mit dem großen Siebdruckereiensterben vor vier fünf Jahren flogen die meisten auf den Schrott. Zur besten Zeit hatten wir mal neun Stück davon bei uns herumstehen - jetzt nur noch eine als Vergrößerer für größere Filmformate.

      Salut,

      vom Zappa und dem kleinen Tiger (…der sagt: yooo - grössa üss geila!)
    • Merci ihr beiden für die anschauliche Erklärung!

      Man könnte in die Unterschale ein schönes kleines Aquarium für Zwergfische reinbauen...
      Wenn es nebenan stehen würde, würde ich es mir für 50 Euronen holen...

      Was hat den das damals so gekostet?
      Linhof forever! :thumbsup: 6x9 III/ 9x12 II+III+V /10x15 II/13x18 II :thumbsup:
    • Xipho wrote:

      Merci ihr beiden für die anschauliche Erklärung!

      Man könnte in die Unterschale ein schönes kleines Aquarium für Zwergfische reinbauen...
      Wenn es nebenan stehen würde, würde ich es mir für 50 Euronen holen...

      Was hat den das damals so gekostet?
      Wie ich weiter oben schrieb, habe ich solch eine Einrichtung im letzten Jahr verkauft. Bei den Unterlagen zur Reprotronica war auch die Rechnung von damals dabei. Den genauen Betrag weiß ich leider nicht mehr, es war aber ein hoher fünf-stelliger Betrag.
    • die Tarife sind dann inzwischen heftig gesunken.. Heute für möglicherweise 50 Euro zu haben. Allerdings nicht frei Haus...

      Hat Linhof noch mehr solche seltsamen Dinge gefertigt?
      Linhof forever! :thumbsup: 6x9 III/ 9x12 II+III+V /10x15 II/13x18 II :thumbsup:
    • Wolf hat recht.

      Damit wurden u.a. auch Klischées, also Druckvorlagen, hergestellt. Oben kam eine Druckrasterplatte rein, darauf der Strichfilm und unten die Vorlage.
      So ein ähnliches Monstrum, wenn auch horizontal und mit 3,5 Tonnen "etwas" massiver, haben wir auch heute noch. In Betrieb ist allerdings nur noch der Vorlagenhalter, eine 180cm breite Saugwand.
      Ähnliche Modelle gab es auch von Agfa und von Polaroid. Unsere ist eine Foto-Clark 43x43cm, die auf Schienen läuft.

      Wenn man das Ding einem Schrotthänler anbietet bekommt man mehr dafür als als Kamera....

      Gruß
      Winfried