4x5 aus der Hand

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    • 4x5 aus der Hand

      Hat jemand einschlägige Erfahrungen mit 9x12/4x5 Fotografie aus der Hand (z.B. Linhof Master Technika mit Sucher)? Und wenn ja, welche?

      Prinzipiell fände ich es sehr interessant, z.B. bei Bergwanderungen, Landschaftsaufnahmen im GF ohne Stativ machen zu können. Allerdings sehe ich bei den, zumindest in Farbe, üblichen 100 ASA Filmen (oder noch langsamer) ein Problem der Verschlusszeiten selbst bei sehr guten Lichtverhältnissen.

      Und sobald ich eine Laufbodenkamera aufs Stativ setzen muss, sehe ich keinen Vorteil mehr gegenüber einer kompakten Kamera auf optischer Bank.

      Jeden Meinung interessiert mich.

      Gruß,
      Michael
    • aus der Hand...

      Hallo Michael!

      Aus der Hand, das ist so eine Sache...
      Damit habe ich auch lange rumgemacht aber nun greife ich doch immer öfter wieder zum Stativ und zwar bei allen Formaten (auch Digi...)

      Für Handaufnahmen in Deinem Sinne ist die Graflex Speed- oder Crown-Graphic meiner Meinung nach am geeignetsten.
      Sie ist handlich, leicht, sehr simpel und verhältnismässig günstig zu bekommen.
      In Verbindung mit TMY (T-Max) 400 und einem hochauflösenden Entwickler (Spur HRX2) habe ich schon schöne Sachen aus der Hand machen können.
      Wichtig ist dabei aber, daß man sich alle anderen Brennweiten ausser einem 135 am besten aus dem Kopf schlägt.
      Weitwinkel richtet man besser auf dem Stativ aus und längere Brennweiten kann man (ich zumindest...) nicht mehr ruhig halten.

      In der Praxis:

      Ich habe nie Gebrauch von den Entfernungsmessern gemacht, sondern nach Mattscheibe eingestellt
      und dann nach dem Schliessen, Spannen, Planfilmkassette einlegen und Schieberziehen den Ausschnitt im Sucher angepeilt und dann ausgelöst.
      Seit ich das 135er Symmar drauf habe ist es noch einfacher, weil es eine viel größere Schärfentiefe als ein Optar hat.
      So kann ich fast jede Standard-Aufnahme beim Spaziergang mit gleicher (ähnlicher) Einstellung machen:

      f=11 - 22, je nach Licht und so, daß ich mit der 100stel hinkomme.
      Scharfgestellt wird seit ich das Symmar habe in Standardsituationen nur noch nach der selbstkalibrierten Skala (meistens auf 15m - unendlich).
      Es geht und sicher wären anders einige Bilder nicht entstanden.

      Trotzdem sage ich jetzt:

      Es ist umständlich und nur bedingt sinnvoll aus der Hand mit GF zu fotografieren.
      Mit Stativ brauche ich zwar etwas länger, habe aber die Hände frei, weiß was ich auf dem Bild habe und bin freier in der Blendenwahl.

      @Tim:
      Bei allen klaren Vorteilen einer Bank hat die leichte Laufbodenkamera auch auf dem Stativ klare Vorteile.

      Packmass ist das Eine (abgesehen von der recht teuren und "nur" 6x9 Technikardan) und man hat sie blitzschnell einsatzbereit:
      Aufklappen, Skaleneinstellung usw. ... (siehe oben...)

      Gruß, Horst.
    • @fiedel:

      bist du dir sicher, das dein symmar eine andere tiefenschärfe hat, als dein optar? meiner ansicht nach ist das bei gleicher brennweite und blende eigentlich nicht möglich - es gibt da doch ganz klare formeln, um die schärfentiefe zu errechnen - sie sollten sich also eigentlich nicht von objektiv zu objektiv unterscheiden können.
      oder hab´ ich da mal wieder nicht richtig aufgepasst?

      fragt mit gruß

      tim
    • Schärfentiefe

      ist schon richtig Tim,

      allein der Abbildungsmaßstab bestimmt die Schärfentiefe.
      der bekannteste Kalkulator:
      dofmaster.com/ - 9k
      Drum ist auch das Hama-Shift für KB ganz sinnvoll im Makrobereich oder sind Makros so poulär bei kleinen Digis, weil die einen sehr kleinen Chip haben.
      LG, rainer
    • Re: 4x5 aus der Hand

      "michaelimhoff" wrote:

      Hat jemand einschlägige Erfahrungen mit 9x12/4x5 Fotografie aus der Hand (z.B. Linhof Master Technika mit Sucher)? Und wenn ja, welche?


      Ja - und nein.

      Technika 13x18, und alte Plattenkameras wie Voigtländer Bergheil und ähnliche.

      Verschlusszeit ist kein Problem, weil schwere Kamera sind stabiler. 13x18, 300mm, 1/50s gab scharfe Negative :)
    • Abbildungsqualität und Schärfentiefe

      Ihr mögt Recht haben:

      Schärfentiefe ist zwar rechnerisch mit Brennweite und Blende festzumachen.
      Aber meine Praxis hat einfach gezeigt, daß die Abbildungsleistung des Symmars so abartig gut ist im Vergleich, daß ich diesen Eindruck hatte.
      Beim Optar mußte ich immer ganz genau scharfstellen und beim Symmar ist es nicht mehr nötig sooo genau zu arbeiten, weil es eben immer scharf ist.
      Ich lasse mir das Phänomen gerne von Euch erklären.
      Womöglich ist das Optar beugungsanfällig bei normaler Abblendung..
      Jedenfalls sind die Ergebnisse mit dem Symmar viel besser...

      Gruß, Horst.
    • das optar dürfte ein objektiv von wollensack aus den usa sein - ähnlich dem raptar. meines wissens nach ist es ein vierlinser der vor allem in den pressekameras von graflex verwendet wurde, während die angeblich sechlinsigen objektive in busch pressman kameras verwendung fanden.
    • cambo wide ds

      hallo auch, habe eine cambo wide ds mit einem s-angulon 58xl. mit der kann man 4x5 aus der hand aufnehmen. sie hat das objektiv auf einer einstellschnecke montiert, so dass man schärfe und tiefenschärfe auf der skala gut und sicher beurteilen kann. der holzgriff hat einen halter, in den man den drahtauslöser einfädeln kann, so dass man bequem auslösen kann. die kamera wiegt ca. 2,2 kg. mit objektiv. ich habe allerdings, auch weil der als zubehör erhältliche sucher fehlt, immer vom stativ aus belichtet. habe diesbezüglich leider keine erfahrung...

      wo ich den gerade werbung gemacht habe: da ich mir eine ebony sw gekauft habe, die wg. verschiedener objektive besser für meine zwecke ist, will ich die cambo verkaufen. zu sehen ist die gute unter

      bild-raum.com/cambo.html
      wenn ihr auf das bild klickt kommt das nächste.

      bei interesse also nachfragen.

      gruß aus karlsruhe

      steph.
    • Freihand geht mir zu sehr in die Arme. Deshalb benutze ich dann wenigstens ein Einbeinstativ, ein altes von Linhof, das mir schnellen Wechsel von Quer- auf Hochformat erlaubt. Kamera ist eine Pacemaker Crown mit sauber justiertem E-Messer. Brennweite dabei aber nie länger als 21cm.
      Uli
      Alles kommt zu dem, der warten kann
    • Hallo Michael,

      ich habe Freihand mit meiner Standart Press und dem 6,8 90er Angulon gemacht. Wobei die Kurve nicht die Originalkurve war und ich auf Unendlich zunächst mit einem Blick auf die Wolken gestellt habe. 400 Asa und Blende 16 ging prima. Bis auf die Tatsache, das ich bei 2 Bildern den Laufboden im Bild hatte.

      Gruss Sven.
    • Hallo, habe gute Erfahrungen mit der Technika III auf Einbein mit Spiegelsucher gemacht. Mit Spiegelsucher scharfstellen, Kass. rein, mit Durchsichtsucher Ausschnitt halten und auslösen. Kamera zuklappen, über die Schulter und weiter. 2.Optik, paar Kass. und Zubehör in Gürteltasche.
      Gruß Linhofklaus
    • Vielen Dank für die vielen Antworten und hilfreichen Infos.

      Was mir klar geworden ist, und was ich eigentlich auch schon vorher befürchtet habe, ist, dass 4x5 aus der Hand in der Art, wie ich es vom MF kenne, ziemlich unrealistisch ist. Ich war am vorletzten Wochenende auch mal wieder mit meiner SL66 im Wald und habe Bäume fotografiert. Beim genauen Hinsehen musste ich zugeben, dass auch 1/30sec aus der Hand selbst mit einem leichten Weitwinkel bei höherer Vergrößerung verwackelt war. Und dann kann ich wohl davon ausgehen, dass ich GF kaum aus der Hand benutzen kann. Somit kann ich mir auch meine TK9x12 mit Stativ auf den Rücken schnallen und bin beim Fotografieren insbesondere, was die Verstellmöglichkeiten und Weitwinkeltüchtigkeit angeht, eindeutig besser dran, als bei einer Laufbodenkamera.

      Ihr habt mir wahrscheinlich schon jetzt einiges an Geld und späterer Frustration erspart.

      Schöne Grüße und Frohe Festtage,
      Michael
    • michael, die sl 66 ist vielleicht etwas leichter als eine leichte gf. was du aber nicht vergessen darfst, bei der rollei schwingt ein kleiner badezimmerspiegel hoch und runter - bei der gf mit ihrem zentralverschluss nicht. deshalb glaube ich, mit einem 135er oder 90er kann man durchaus aus der hand arbeiten.
    • Tiefenschärfe

      Es ist richtig, daß es eine Formel zur Berechnung der Tiefenschärfe gibt und nach dieser ist die Tiefenschärfe von der Blende und dem Abbildungsmaßstab abhängig.

      Aber, die Korrektur des Objektives spielt auch eine Rolle! Vor längerer Zeit hatte ich einmal in einem amerikanischen Forum einen Beitrag von Kornelius Fleischer (Zeiss) gelesen, in dem er äußerte, das APO-Objektive eine geringere Tiefenschärfe hätten als Achromate. Ich stelle mir das so vor: Wenn nicht alle Wellenlängen des Lichtes den gleichen Brennpunkt haben, dann sinkt die punktuelle Schärfe und die Tiefenschärfe nimmt zu,. Ich meine die Bezeichnung "Tiefenbildner", des bewußt schlecht korregierte Imagon leitet sich auch aus diesem Umstand ab (ich hoffe ich liege hier richtig, aber meine es einmal so gelesen zu haben).

      Gruß,
      André
    • Re: grübel

      "rhiner00" wrote:

      Woher kommen dann die vielen 4/5 inch Pressekameras? Die haben doch auch nicht nur geblitzte Nahaufnahmen auf 400ASA gemacht.
      AFAIK wurden deren Negative als 1:1 Vorlagen (dann konnte man sich den Vergrößerer sparen) für den Zeitungsdruck genutzt. Bei der geringen Druckqualität einer Zeitung macht ein leicht verwackeltes Negativ nicht viel aus.

      Was man noch nehmen kann ist eine der alten 9x12 Laufbodenkameras aus den 20'er / 30'er Jahren. Ich hab mir so ein 80 Jahre altes Gerät mit Tessar 4,5/135 angelacht. Dank des Brillantsuchers kann man sich das Ding wie eine Mittelformat TLR vor den Bauch halten und so recht sicher auslösen. Leider gibt es bei den Kameras max. H/V Shift der Frontstandarte, kein Tilt / Scheimpflug. dafür ist die Größe nicht zu schlagen: 5,5 x 11 x 15 cm^3 bei gerade mal gut 1 kg Masse.
      tschüß,
      Jochen

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